Vorschau auf die 12h Le Castellet

25 Mannschaften starten an diesem Wochenende bei der dritten Runde der 24 Stunden-Serie 2021, den 12h von Paul Ricard. Das erstmals im 12h Format abgehaltene Rennen - 3 mal hatte die Serie zwischen 2015 und 2017 auf der Strecke ein 24h-Rennen veranstaltet - wird sogar ausnahmsweise mal an einem Stück am Samstag von 10 bis 22 Uhr absolviert. Ein Feld von 25 Wagen - 8 GT3, 4 GTX, 3 Cup-Porsches, 2 GT4, 6 TCR und 2 TX – hat sich für die kurzfristig von Spa-Francorchamps nach Le Castellet verlegte Runde (wir berichteten) zusammen gefunden.

In der Gesamtsiegerklasse kämpfen 2 Ferrari F488 GT3 der Teams Scuderia Praha und Kessel Racing 2 Audi R8 LMS GT3 der deutschen Mannschaften von Car-Collection und HCB Rutronik Racing, 2 Mercedes AMG GT3 von SPS Automotive Performance und MP Racing sowie 2 Herberth Motorsport Porsche um den Gesamtsieg. 2 mal hat Porsche dieses Jahr schon die Gesamtsiege einfahren können: In Dubai mit GPX Racing und in Mugello mit dem Herberth-Team. Die Jedenhofener Mannschaft wird auch auf dem Circuit Paul Ricard in Le Castellet die Messlatte für die Konkurrenz sein.

Weitere deutschsprachige Mannschaften finden sich im Feld mit dem von Reiter Engineering an den Start gebrachten KTM GTX, dem Prosport Racing Vantage AMR GT4, 2 Autorama Motorsport by Wolf Power Racing Golfs und dem Luxemburger DUWO Racing Porsche.

Das Qualifying startet am Freitag um 15 Uhr und das Rennen, das wieder auf der Website der Serie und über Youtube verfolgt werden kann, startet am Samstag um 10 Uhr.

News vom Masters-Testtag

testtag1 ssrIm Rahmen der ADAC GT-Masters-Testtage in Oschersleben hat es zusätzliche Infos zu den Besatzungen der Fahrzeuge gegeben. Die amtierende Meisterstruppe von SSR-Performance wird 2021 mit Vorjahres Champion Michael Ammermüller und Mathieu Jaminet in das Rennen um die Titelverteidigung gehen. Ammermüllers letztjähriger Teamkollege Christian Engelhard wird in der kommenden Saison wie bereits vermeldet beim KÜS Team 75 Bernhard an den Start gehen. Damit versuchen die beiden Vorjahresmeister getrennt, zum ersten mal eine erfolgreiche Titelverteidigung in der erstmals mit dem Prädikat der deutschen GT Meisterschaft ausgestatteten Championat in Angriff zu nehmen.

testtag2 yacoBei Aust Motorsport hat man mit Daniel Keilwitz und Sebastian Asch gleich 2 ehemalige Titelträger (2013 bzw. 2012&15) mit insgesamt 3 Titeln auf dem Audi, auf dem die beiden erfahrenen GT3-Piloten – man glaubt es kaum – Neuland betreten. 2 weitere Audi-Besatzungen wurden ebenfalls bekannt. Auf dem Car-Collection R8-LMS werden Markus Winkelhock und Florian Spengler zusammen antreten. Beim Comeback der YACO-Racing-Truppe werden die beiden eigentlich schon für letzte Saison vorgesehenen Piloten Simon Reicher und Norbert Siedler sich das Cockpit teilen. Vom gewohnten BMW M6-GT3 wechselt das MRS GT-Racing-Team aus Lohnde auf einen Porsche 991 GT3 R als ersten Piloten hat man Maximilian Hackländer verpflichtet der im Vorjahr noch bei Aust Motorsport auf dem R8 startete.

Nach 5 Sessions mit insgesamt über 6h Fahrzeit stand am Ende des 2-tägigen tests eine Bestzeit von Porsche-Werksfahrer Thomas Preining auf dem KÜS Team 75 Bernhard zu Buche, der als schnellste Zeit eine 1.23,779 notieren liess.

Erste Details zur FIA-Electric GT

egtrender1Die FIA hat heute erstmals konkretere Infos zur neuen Electric GT-Plattform veröffentlicht die ab 2023 in den Rennbetrieb einsteigen will. Bei der neuen Serie handelt es sich nicht nur um eine Motorsportkategorie sondern auch um eine Entwicklungsserie die neuen E-Fahrzeug-Herstellern und bestehenden GT3-Herstellern ein Toolkit für die Elektrifizierung ihrer Sportwagen-Produkte an die Hand geben soll. Möglich soll dies durch Entwicklungspartnerschaften mit ausgewählten Lieferanten von Einheitskomponenten werden.

egtrender3Zu den Fahrzeugen, von denen die FIA bislang lediglich ein Konzept-Rendering veröffentlichte, wurden technische Leistungsdaten bekannt. So sollen die Wagen mit 430kW Leistung (etwa 577 PS) ausgestattet werden und je nach Wahl des Herstellers mit 2-Rad- oder Allrad-Antrieb ausgestattet werden. Das Basisgewicht fällt mit 1490-1530 kg etwa 200kg höher als bei den GT3 (ca 1300kg) aus, dennoch sollen dank der erlaubten ESP-Systeme Beschleunigungswerte auf mindestens GT3-Niveau (0-100 in 2,4s) erreicht werden. Während der Rennen sollen die 87kW umfassenden, auf Einheitszellen von Saft/Total basierenden Akkus (entspricht dem Energiegehalt von 9,6l Benzin) mit Schnellladesystemen von 700kW geladen werden, wobei ein Recharge von 60% während der Rennen eingeplant ist. Aus dem Veröffentlicheten text geht hervor das die Hersteller für die Chassis berits bestehende GT3-Konstruktionen nutzen könnten die dann mithilfe vorgegebener Teile elektrifiziert werden.

Das Rennformat wurde bislang genauso wenig kommuniziert wie der Promotor der geplanten Serie , der laut einer vorangegangenen Pressemitteilung bereits Anfang des Jahres bestimmt worden war. Ebensowenig geht aus der Mitteilung hervor inwieweit der zuvor kommunizierte Start der Serie 2023 noch aktuell ist.

egtrender2Durch die Umwidmung in eine Entwicklungsserie mit Einheitslieferanten – letzteres um einer Kosteneskalation wie in der Formel E vorzubeugen - dürfte der Focus sich von Serienbasierten Fahrzeugen a la GT3 eher hin zu GT-Prototypen der entsprechenden Hersteller verschieben. Ob so volle Felder garantiert werden können bleibt mithin abzuwarten. Alternativ hatte auch die DTM bereits ein DTM-Electric genanntes Konzept präsentiert, das mit bis zu 1200PS starken Einheitsfahrzeugen von Schäffler allerdings eine wirtschaftlich noch dünnere Basis ohne Herstellerbeteiligung vorsieht. Der Vorteil der Electric GT ist jedenfalls das die Hersteller die Optik, das Layout und die Verteilung der Akkus und das Antriebsstrang-Layout nach ihren Vorgaben modifizieren können.

Laut FIA-GT-Kommissions Präsidentin Leena Gade (die frühere Joest-Renningenieurin mit mehreren Le Mans-Siegen steht nun der entsprechenden Kommission bei der FIA vor) ist die Electric GT-Plattform nur als Ergänzung zur FIA-GT3-Klasse gedacht, die weitere Jahre als Hauptkundensport-Plattform dienen soll. Dennoch will man den aufkommenden Herstellern von elektrischen Supersportfahrzeugen eine neue Bühne zur Präsentation ihre Produkte schaffen. Wie dies allerdings bei vorgeschriebenen Einheitslieferanten für wichtige Teile funktionieren soll, auf die sich Firmen wie Tesla, BYD, NIO oder Rimac mit eigenem detailliertem Technik-Know How sicher nur schwerlich einlassen werden, wird abzuwarten sein. Zumindest von Seiten der etablierten GT-Hersteller soll es jedenfalls substantielles Interesse an der neuen Plattform geben.

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