24h Nürburgring 2026 - Vorschau

An diesem Donnerstag haben die Trainings- und Qualifikationssessions zum 24 Stunden Rennen am Nürburgring begonnen. Die 54. Ausgabe des seit 1970 ausgetragenen Ringklassikers wird laut Nennliste (die sich bestimmt auch mit dem heutigen Tag noch mal ändert!) mit einem Feld von 159 Mannschaften gestartet. Eine derartige Starterzahl hatte es zuletzt 2019 mit 158 Fahrzeugen gegeben. Zusätzlich zählt die Runde am Ring auch heute wieder zur Intercontinental GT Challenge die nicht weniger als 27 GT3-Mannschaften beisteuert. Damit steigt die Zahl der in der Top-Klasse der potentiellen Siegerfahrzeuge engagierten Teams auf die Rekordzahl von 41 Fahrzeugen an. Höchste Zeit auf diesen Seiten den traditionellen Blick auf die statistischen Fakten des Events zu werfen.

In diesem Jahr sind 18 Marken (Vorjahr: 17) beim Ringklassiker engagiert. Mit einem Rekordfeld von 60 eingesetzten Fahrzeugen, verteilt über annähernd ein Dutzend Klassen, stellt Porsche alleine über ein Drittel des Feldes. Damit schlagen die Weissacher die Münchner Kollegen aus dem Hause BMW deutlich, die es in diesem Jahr auf 37 Einsatzmannschaften bringen. Vom Rest der Hersteller schafft es lediglich nur Audi mit 10 Autos ein 2-stelliges Kontingent zu featuren. Je 8 Wagen werden von Mercedes-AMG , Volkswagen und Toyota an den Start gebracht. Das Feld komplettieren je 4 Lamborghini, Aston Martin und Cupra, je 3 Ford, Hyundai und HWA (die deutsche Schmiede tritt erstmals als eigener Hersteller mit den Retro-Fahrzeugen beim Ringklassiker an), 2 McLaren und jeweils 1 Ferrari, KTM, Subaru, Dacia und Opel.

Nicht mehr dabei sind die im Vorjahr engagierten Hersteller Mini sowie Lynx&Co. Opel gibt ein Comeback mit einem von (natürlich!) Volker Stryczek mitbewegten Corsa und HWA debütiert wie gesagt.

Die Teilnehmer teilen sich in 22 Klassen auf, von denen 5 zudem eine Fahrerspezifische Subklassierung aufweisen . Mit 41 Fahrzeugen, davon 27 aus der Intercontinental GT Challenge, bildet die GT3-Klasse der SP9 die größte Fraktion – was die Chancen, dass ein Vertreter der anderen Klassen irgendwie in die Top-20 vorstoßen könnte, fast aussichtslos erscheinen lässt. 22 Mannschaften sind in der höchsten Fahrerkategorie der Pro-Fahrzeuge eingestuft. Hinzu kommen 13 ProAm Mannschaften und 6 Am-Teams. Das zweitgrößte Kontingent bilden die GT4-Fahrzeuge in der SP10 die 13 Mannschaften (7 Pro-Am, 5 Am und ein noch nicht klassifiziertes Team) aufweisen. Ebenfalls noch aufgeteilt ist die SPX-Klasse (grob gesagt: Rennfahrzeuge mit GT3-Performace) in der zum Beispiel die HWA und der KTM starten – hier sind 4 Pro und ein Pro-Am Team genannt. Schaut man sich die sonstigen SP-Klassen an dann starten hier ein SP-Pro-Porsche, ein SP8T, 3 SP7, 5 SP4T, ein SP4, 7 SP3T und 3 SP2T. Hinzu kommen 2 AT1 und 3 AT2 Fahrzeuge mit alternativen Verbrennungskraftstoffen. Wenn man mal geflissentlich darüber hinwegsieht das die GT3 und GT4 Spec-Fahrzeuge sind, die prinzipiell eine offene Cup-Klasse bilden, dann macht dies insgesamt 85 Fahrzeuge in den SP-Klassen – also 53 % des Feldes.

Die zweitgrößte Gruppe bilden die Cup-Fahrzeuge die mit 6 Klassen präsent sind, die vorrangig von BMW und Porsche beschickt werden. 17 Caymans (9 Pro und 8 Am) im CUP 3, 11 Wagen im BMW M240i-Cup, 11 911´er (6 Pro und 5 Am) in der CUP 2, und je 4 BMW M2 und BMW 325i sind hier gelistet. Zählt man die 4 TCR hier generös hinzu, ergeben sich 51 Cup-Fahrzeuge – also 32% des Feldes.

Die produktionsnahen Fahrzeuge der Serienklassen bleiben als kleinste Gruppe über. Hier kommt man auf je 5 V6 und V5-Porsches, 5 VT2F (alle aus dem VW-Konzern) und 9 VT2H von BMW und Toyota . Macht 24 Einsatzteams und somit 15% des Feldes....

Im Vergleich zum Vorjahr fehlt somit lediglich die AT3 Klasse, die dieses Jahr ohne Starter bleibt. Ein Blick in die Ausschreibung des Events enthüllt zudem welche Klassen in diesem Jahr ohne Nennung bzw. ungenutzt bleiben: In der SP11 für GT2-Fahrzeuge sind ebenso wenig Starter zu finden wie in den Klassen SP5, SP6 und SP8. In den V-Klassen bleiben noch mehr Kategorien unbesetzt, so die V4, V3 und V3T, V1 und VT-Hybrid. Besonders letztere zeigt als einzige noch im Reglement berücksichtigte „NEV“-Klasse auf wie Innovationsunfreudig die Ringszene sich angesichts einer in stärksten Umbrüchen steckenden Automobil-Industrie ungeachtet der aktuellen Umstände gebärdet: Neue Energie Vehikel werden kollektiv gemieden – es lebe stattdessen der 60 Liter auf 100 km verbrauchende, großvolumige Verbrennungsmotor!

Ein letzter Blick gilt den beim Event engagierten Reifenherstellern – schließlich handelt es sich um den letzten großen Reifenkrieg im internationalen Motorsport. Denn wo kämpfen weltweit noch 10 verschiedene Reifenhersteller in einem Event um Gesamt- und Klassensiege? Engagiert sind in diesem Jahr Michelin (66 Mannschaften), Goodyear (50), Falken (13), Pirelli (12), Yokohama (6), Hankook (5), Toyo (3) sowie Giti, Bridgestone und Dunlop mit je 2 unterstützten Teams.

Das Rennen startet am Samstag dem 16.5 um 15 Uhr. Leider wird es im Gegensatz zu den 15 vorangegangenen Jahren keinen ausführlichen Rennbericht dazu auf diesen Seiten hier geben. Der ADAC Nordrhein hatte im Vorfeld den Betreibern dieser Seiten keine Akkreditierung gewährt, obwohl GT-Eins seit 23 Jahren diesen Event regelmäßig und extensiv covert. In Anbetracht der Komplexität des Events würde die Erstellung eines Rennberichts ohne Vorort-Infos angesichts lückenhafter Informationen nicht dem eigenen Qualitätsanspruch der Autoren und unserer Leser genügen, weswegen wir von einem Bericht in gewohnter Form schweren Herzens Abstand nehmen müssen. Vielleicht wird es am Ende eine Zusammenfassung des Rennergebnis geben, wobei wir da allerdings von einer Kooperation mit den Organisatoren des Events abhängig sind.

12h Spa mit McLaren-Sieg

12h Spa 2026 OptimumDie 8. Ausgabe der Michelin 12h Spa-Francorchamps 2026 ging an das Team Optimum Motorsport im McLaren 720S GT3 Evo und dem Fahrertrio Harry George, Salman Owega und Freddie Tomlinson. Dieser Sieg ist der zweite für McLaren innerhalb der 24h Series, nach dem Erfolg von Lapidus Racing im McLaren MP4-12C GT3 bei den 12h Barcelona 2012. Nach der Pole Position, der Führung nach dem ersten Rennabschnitt sowie der schnellsten Rennrunde von Salman Owega wirkt das auf den ersten Blick dominierender, als es am Ende war. Denn mit nur 52,608 Sekunden Rückstand folgte auf Rang 2 der GT3 Am-Audi R8 LMS GT3 Evo II vom Team Haas RT - die sich damit auch den Klassensieg holten. Mit Rang 3 komplettierte das GetSpeed Team JR286 im Mercedes-AMG GT3 Evo das Gesamtpodium. 

Nach Sonnenschein und für den Spa-April angenehmen Temperaturen am Rennsamstag, folgten am Sonntag kühlere Temperaturen. Und: zwei Regenschauer. Der erste kürzere nach 4 Rennstunden beendete die Hoffnungen des zweiten 12h Spa 2026 Proton PorscheHaas RT-Audis #21, der noch mit um die Führung kämpfte. Doch ein Dreher Ausgangs Eau Rouge/Raidillon mit leichtem Einschlag und beschädigter Radaufhängung sorgte für eine 15 min-Halt zur Reparatur eben dieser. Somit blieben mit dem Optimum-McLaren und dem anderen Haas-Audi #2 nur noch zwei Fahrzeuge in der Führungsrunde. Klassensieg in der GT3 Pro/Am ging an das Team Proton Competition im Porsche 911 GT3 R (992) Evo, am Ende mit 8 Sekunden Vorsprung auf den Mercedes-AMG GT3 Evo von Ajith RedAnt Racing. Hier ging es nach einem Ausrutscher von Yannick Redant beim Regenschauer in der letzten Rennstunde zwischen den beiden Teams hoch her, inklusive diverser Berührungen zwischen ihm und Manuel Lauck im Porsche. In der letzten Runde kürzte Redant in Les Combes ab, und berührte Lauck in der letzten Kurve in der Bus Stop-Schikane - was einen späten Reifenschaden für den Porsche zur Folge hatte. Die beiden Aktionen sorgten für nachträgliche Zeitstrafen beim Mercedes-AMG, sodass der Porsche kurz nach Rennende doch noch zum Klassensieger gekürt werden konnte. Stark unterwegs waren auch die Aston Martin Vantage AMR GT3 Evo von Comtoyou Racing. Doch ein Ausrutscher samt Einschlag und Ausfall am Ende des ersten Rennabschnitts (#40) und technische Probleme zu Beginn des zweiten Abschnitts (#41) verhinderten ein gutes Ergebnis.

12h Spa 2026 VerkehrDie Klasse 992 für Porsche Cup-Fahrzeuge der Generation 992 I ging an das Team Mühlner Motorsport mit Conrad Tox Leveau, Martin Rump, Tim Scheerbarth und Julian Hanses. Der Sieg schien nie wirklich in Gefahr, Gesamtrang 4 und nur 2 Runden Rückstand auf den Gesamtsieger sprechen hier Bände für ein starkes Rennen. Die Am-Wertung der 992 ging wie schon in Mugello an das Team QMMF by HRT Performance.

Der Vortex 2.0 mit der Startnummer #701 konnte die GTX-Klasse für sich entscheiden. Im Gegensatz zu den beiden Konkurrenten absolvierte man ein problemfreies Rennen. Das Schwesterfahrzeug mit der #702 konnte nie den Speed der Konkurrenz mitgehen, eine Berührung mit dem Continental by Simpson Motorsport-Audi ausgangs der letzten Kurve sorgte zudem für einen Einschlag samt Rennende für die Crew. Der Mercedes-AMG GT2 vom spanischen Team NM Racing war zwar das schnellste Fahrzeug in der Klasse, doch mehrere Probleme sorgten für insgesamt 16 Runden Rückstand und P2.

12h Spa 2026 LigierDas Klassenpodium der TCE machten die Fahrzeuge unter sich aus, die das Rennen weitgehend problemfrei abspulen konnten: Der schnelle Ligier JS2 R von Not Only Motorsport siegte wie schon in Mugello vor dem Seat Leon Cup Racer von asBest Racing, die Teamkollegen im Cupra TCR DSG erreichten Rang 3. Nachdem es im Qualifying schwieriger aussah (man sorgte für 2 rote Flaggen), konnte der Ginetta G56 von CWS Engineering bis auf einen Aussetzer im Rennen seine Runden abspulen und auf Rang 4 das Ziel sehen. Der JW-Audi RS3 LMS sowie der J-Mec BMW M3 E46 hatten mehrere technische Probleme und waren irgendwann weit abgeschlagen.

Die dritte Runde der 24h Series 2026 findet am ersten Juni-Wochenende mit den Michelin 12h Paul Ricard statt.

40 Entrys für die Michelin 12h Spa-Francorchamps

Am kommenden Wochenende findet die zweite Runde der europäischen Michelin 24h Series statt, und zwar im belgischen Spa-Francorchamps. Mit 40 aktuell gemeldeten Fahrzeugen (Link führt auf die aktuelle Entry List) sehen wir hierbei eine erfreuliche Steigerung gegenüber den vergangenen Rennen. Diese setzen sich zusammen aus: 18 GT3, 13 992, 3 GTX, 1 GT4, 5 TCE/TCX.

Start 12h Spa 2025Fangen wir mit den GT3-Fahrzeugen an: Das größte Kontingent stemmt hier Mercedes-AMG mit 6 genannten Mercedes-AMG GT3 Evo: Hofor Racing, Ajith Redant Racing, MP Racing, Viper Niza Racing sowie GetSpeed mit 2 AMGs. Es folgen 3 Aston Martin Vantage AMR GT3 Evo: 2x Comtoyou Racing (mit unter anderem Tom Coronel) sowie E2P Racing. Ebenfalls 3 Audi R8 LMS GT3 Evo II, 2 davon von Haas RT sowie das Pendant von Continental Racing by Simpson Motorsport (mit dem deutschen Paul Scheuschner). 2 Ferrari 296 GT3 von Pellin Racing (wieder im Gulf-Design?) und Era Motorsport. 2 Porsche 911 GT3 R (992) Evo von Proton Competition sowie Herberth Motorsport (die trotz ihrer zahlreichen Siege in Spa noch nicht erfolgreich waren). Dazu der McLaren 720S GT3 Evo von Optimum Motorsport (mit Salman Owega) sowie der dieses Jahr hoffentlich glücklichere Lamborghini Huracán GT3 Evo2 von ARC Bratislava (im vergangenen Jahr kurz nach Start in Raidillon abgeflogen). Ferrari 488 GT3 und Audi R8 LMS GT3 Evo II führen die Statistik mit je zwei Siegen an, hinzu kommen je einer vom Mercedes-AMG GT3 Evo und Porsche 911 GT3 R (992). Bei dem Feld bleibt abzuwarten, ob sich hier eine Marke absetzen kann - oder doch eine weitere in den Kreis der Sieger aufsteigt.

12h Spa 2025 Mühlner PorscheZweitstärkste Klasse ist wie gewohnt die 992 mit Fahrzeugen vom Typ Porsche 911 GT3 Cup (992 I). Hervorzuheben ist hier wieder das deutsche Team RPM Racing mit Philip Hamprecht, sowie HRT Performance, die zwei Fahrzeuge einsetzen. Bei Mühlner Motorsport sehen wir mit Tim Scheerbarth und Julian Hanses ebenfalls zwei deutsche Flaggen neben den Namen. Diese Mannschaft wird sicherlich gemeinsam mit Red Camel-Jordans.nl wieder zu den Sieganwärten gehören.

Die GTX ist dieses Mal mit 3 Fahrzeugen besetzt: 2 Vortex 2.0 treffen auf einen Mercedes-AMG GT2 vom spanischen Team NM Racing. Colin White bringt mit der Ginetta G56 GT4 den einzigen Starter der GT4-Klasse.

12h Spa 2025 asBest Seat LeonErfreulich weiterhin die Starter in der TCE/TCX mit 5 genannten Fahrzeugen. Das deutsche Team asBest Racing bringt wieder je einen Cupra TCR DSG sowie Seat Leon Cup Racer. Wie in Mugello ist ebenfalls der Ligier JS2 R von Not Only Motorsport dabei. Hinzu kommt der aus dem vergangenen Jahr bekannte BMW M3 (E46) von J-Mec Engineering sowie der Audi RS3 LMS DSG des niederländischen Teams JW Raceservice.

Die Action auf der Strecke beginnt nach Trackdays am Mittwoch und Donnerstag am Freitag mit dem Training, das Qualifying ab 15 Uhr wird auf dem youtube-Kanal und der Website des Veranstalters live übertragen. Der erste Teil des Rennens startet am Samstag um 11:30 Uhr und geht über 5:30 Stunden, Part 2 wird nach Parc Ferme am Sonntag um 10:30 Uhr für die verbleibenden 6:30 Stunden gestartet - beides ebenfalls live übertragen. Im Rahmenprogramm gibt es den TCR Europe Cup sowie den Radical Cup Europe. Und: Wer Zeit hat, ist eingeladen, sich die Parade der Rennfahrzeuge nach Malmedy am Donnerstag Nachmittag anzuschauen.

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