Verfasst von Harald Musileck am . Veröffentlicht in VdeV Serien
Für die Fahrerinnen aus den drei VdeV-Langstreckenserien gibt es auch eine gemeinsame Wertung. In diesem als "Challenge Feminine" bezeichneten Klassement liegt nach vier Saison-rennen die Französin Severine Moreau-Langin voran, die mit einem Porsche 911 (Bild) in der Historic Endurance antritt. Sie führt mit 67 Zählern aus vier Zielankünften vor den beiden Prototypen-Pilotinnen Angela Vilarino (E / Norma M20F; 32) und Nicola Bernans (GB / Juno SSE; 24). Darüber hinaus konnten auch noch Anne-Sophie Nourry (F / Porsche 997 GT3 Cup; 23) bei den GT/Tourisme sowie Corentine Quiniou (F / Chevron B16; 9) bei den historischen Fahrzeugen punkten.
ALMS-Teambesitzer Adrian Fernandez hat beim letzten Lauf in Lime Rock Park erstmals nicht den Sieg einfahren können. Aufgrund eines Getriebeproblems und eines Unterbodenschadens errang das Lowes Fernandez Racing Team lediglich P2 in der Klasse und musste erstmals dem Dyson Racing-Lola-Mazda den Sieg überlassen. Hinter den Kulissen plagen den mexikanischen Ex-Indycar Piloten allerdings andere Sorgen.
Laut einem Interview mit einer amerikanischen Sport-Zeitung ist das mittlerweile überbordende Budget in der Klasse für sein Team nicht mehr zu stemmen. Die dieses Jahr nur mit drei Startern besetzte Klasse (beim Rennen in Lime Rock startete mit dem van der Steur-Radical erstmals ein vierter Wagen) verlange für sein Acura-Team ein jährliches Budget von 8 Mio. Dollar. Daher stellt Fernandez mittlerweile Überlegungen an, statt eines LMP2 in der ALMS zwei Formelautos in der IRL einzusetzen - für deutlich geringere Kosten. Erst Anfang des Jahres war durch Fachartikel durchgesickert, dass ein durchschnittliches ALMS-Prototypen-Engagement unter 2,5 Mio Dollar pro Jahr kaum noch zu realisieren wäre. Angeblich erwägen auch die beiden anderen Acura-Teams - Highcroft und de Ferran Motorsport - einen Wechsel in die IRL.
De Ferran und Fernandez waren 2007 Penske Racing gefolgt und von der kränkelnden CART-Serie in die ALMS gewechselt. Mit dem Weggang der drei Acura-Teams würde die IMSA für ihr Aushängeschild nicht nur das letzte verbleibende Werksengagement in der Prototypenklasse verlieren. Drei Teams weniger bei der Prototypen würden nur noch die reinen Privatiersmannschften von Autocon Motorsports, Intersport-Racing und Dyson Racing übrig lassen. Die Hersteller-Engagements blieben damit auf die GT2-Klasse beschränkt.
Anders als die Le Mans Serie, die auf einem breiten Unterbau an Privatteams ruht, setzte die ALMS seit je her auf die lukrativeren Werksengagements, die aber in Krisenzeiten keine verlässlichen Feldgrößen garantieren können. Privatteams mit LMPs oder GT1 sind in den Staaten rar gesät. Nun rächt sich, dass die Serie zu sehr auf die Anforderungen der Werke zugeschnitten wurde. Die vielen Renntermine, die für die Privatiers kaum noch wahrzunehmen sind, und teuren Fernsehpakete sind mit ein Grund, warum derzeit in der IMSA die Köpfe rauchen, wie die wirtschaftliche Situation der Teilnehmer und der Serie verbessert werden könnten. Eine Überlegung zielt darauf ab, die Klassenzahl zu verringern. Einigt man sich auf diese Lösung würden die LMP2-Klasse (die 2011 eh zur LMP1 umgewidmet wird) und die GT2 als verbleibende Kategorien übrig bleiben. Ob das jedoch den Teilnehmern finanzielle Erleichterung bringen würde, ist derzeit mehr als fraglich ...
In einem Interview mit Speed-TV.com hat ALMS-Vorstand Scott Atherton Stellung zu den hartnäckigen Gerüchten bezogen, die ALMS oder Teile der IMSA stünden kurz vor einem Verkauf an die Organisation der konkurrierenden Grand Am-Serie: „Es gibt derzeit absolut keine derartigen Pläne oder Gespräche, die IMSA oder Strecken die zur Panoz Motorsport-Gruppe gehören zu veräussern. Auch planen wir kein Zusammengehen mit der Grand Am oder der IRL. Wir haben zwar mehrere gemeinsame Veranstaltungen mit der IRL, vor der beide Seiten ihre Vorteile haben, aber beide Serien bestehen auf ihrer Unabhängigkeit.“
Atherton bestätigte indirekt, dass die Planungen für die kommende Saison dieses Jahr früher als sonst – also schon vor dem PLM – bekannt gemacht werden sollen. Dabei soll der vom ACO verkündete Intercontinental-Cup für LMP1-Teams auch eine Rolle spielen. Angesprochen auf die Abwanderungsgerüchte betreffend Acura (das einzige verbliebene Werksengagement in der LMP-Szene der ALMS soll für nächstes Jahr einen Wechsel in die IRL ins Auge gefasst haben) wollte sich Atherton nicht konkret äussern. Man sei in Gesprächen mit Acura, wisse aber auch, dass diese alle möglichen Optionen für 2010 abwägen würden.
Verfasst von Harald Musileck am . Veröffentlicht in Australische GT
Die GT Championship-Kategorie der Australischen GT verfügt mittlerweile über eine solide Basis an GT3-Fahrzeugen. In Eastern Creek fehlten zwar die Lamborghini Gallardo von Ted Huglin und Andrew Taplin sowie der Ferrari F430 von Maranello Motorsport, trotzdem waren elf GT3-Autos vor Ort.
Das Meisterschafts-Comeback der beiden Mosler lief nicht optimal: John Teulan war in den freien Trainings noch unter den Schnellsten, beschädigte dann aber seinen MT900 GT3 bei einem Abflug im Qualifying und musste auf die Rennen verzichten. Andrew MacPherson (Bild rechts), der bislang einen Lotus Exige in der GT Production-Klasse gefahren hatte, bot ein eher vorsichtiges Mosler-Debut - er belegte die Ränge 15, 14 und 11.
Marc Cini brachte erstmals seinen neu aufgebauten Aston Martin DBRS9, den im Vorjahr John Kaias gefahren hatte, an die Strecke. In zwei der freien Trainings am Freitag testete Craig Baird den Wagen und legte prompt die Top-Zeiten vor. In der dritten Session war Baird zu Vergleichszwecken in einem Porsche 997 GT3 Cup S unterwegs - und deklassierte den Rest des GT Championship des Feldes.
Marc Cini entschied sich anhand dieser Erkenntnisse gegen ein Debut im Aston Martin und trat stattdessen ab Samstag im 997 GT3 Cup S (Bild links) an. Bei diesem Auto handelt es sich um den bisherigen „Zweit-GT3“ von Dodge Viper-Pilot Ross Lilley, den Cini angeblich kurzfristig erworben hat. In den drei Rennen schaffte er dann mit dem Porsche die Plätze 7, 10 und 8.
Verfasst von Harald Musileck am . Veröffentlicht in Sonstige GT
Von 24.-26.07. findet auf dem Autodromo Internacional Ayrton Senna von Londrina die vierte Runde der brasilianischen GT3-Meisterschaft statt. Auf der im Norden des Bundesstaat Paraná gelegenen, 3,055 km langen Strecke dürfen sich die Fahrer aller vier derzeit in der Serie vertretenen Marken (Ferrari, Porsche, Dodge und Lamborghini) Chancen auf Podestplätze ausrechnen.
Das Rennwochenende umfasst wie üblich drei freie Trainings, die beiden Qualifyings sowie je ein 60-Minuten-Rennen am Samstagnachmittag und am Sonntag um die Mittagszeit. Im Rahmenprogramm der Veranstaltung treten die Trofeo Maserati und die Copa Clio an.
Nach Le Mans fasst Jetalliance Racing den nächsten Klassiker ins Auge. Beim 24 Stunden Rennen von Spa-Francorchamps wird die Mannschaft von Lukas Lichtner-Hoyer statt mit dem Aston Martin DBR9 mit den teameigenen Porsche 997 Cup in der Klasse G2 starten. Durch den Rückzug von KplusK hat Lichtner-Hoyer die Gelegenheit genutzt und seine Fahrermannschaft um Ryan Sharp verstärkt. Sharp ist anstelle des Briten Rich nun neben Vitus Eckert und LLH an Bord des in der G2-Klasse startenden Cup-Porsches. Als Wunschziel hat sich der österreichische Luftfahrtunternehmer ein Podium in der Klasse gegen die konkurrierenden Mosler, Audi und Porsche gesetzt.
Die GT Cup-Kategorie der Italienischen GT kam beim Misano-Wochenende in zwei Varianten zur Austragung: Am Samstag fuhren die 19 Wagen (13 Porsche, sechs Ferrari) ein separates Rennen, am Sonntag trat man gemeinsam mit den GT2 und GT3 an.
Der erste Lauf brachte einen vierfach-Porsche-Erfolg: Allein fahrend gewann Fabio Villa (GDL Racing-997 Cup; Bild) vor Bellini / Baccani (Rangoni Motorsport-997 Cup; +4,876s), Brambati / Sbirrazzuoli (Antonelli Motorsport-997 Cup; +5,085s) und Lancelotti / Gianniberti (Rangoni Motorsport-997 Cup; +26,669s). Am darauf folgenden Tag hielten sich die GT Cup-Piloten gut mit den anderen beiden Klassen mit, das Klassen-Podium war wieder den Porsche-Fahrern vorbehalten - Lancelotti / Gianniberti, Villa (+3,213s) sowie Brambati / Sbirrazzuoli (+7,446s) belegten die Gesamt-Ränge 8 bis 10.
In der GT-Cup-Punktetabelle führen Alberto Brambati / Cedric Sbirrazzuoli mit 81 Zählern vor Angelo Lancelotti (73), Cerruti / Ferraris (Aeffem-Ferrari F430; 64) und Villa (61).
Die FIA-GT1-WM nimmt langsam Formen an. So soll es nun konkrete Pläne geben, erstmals eine Runde in Australien abzuhalten. Nach der neuesten Mitteilung der SRO steht das Management der Rennstrecke von Eastern Creek in Kontakt mit dem Veranstalter der nächstes Jahr erstmals als WM vorgesehenen Serie, um 2010 eine Runde auf der 3,93 km langen Strecke ausrichten zu können. Die australische Strecke wäre der siebte Kurs, welcher bei der auf zwölf Läufe angelegten Meisterschaft bislang fixiert werden konnte. Der Kurs hat eine FIA-Level 2-Abnahme, was für die Ausrichtung eines GT1-Rennens ausreicht. Nebenher gibt es Pläne, die 20 Jahre alten Strecke einer Überholung zu unterziehen. Deren Realisierung sei aber unabhängig von der Zusage der SRO.
Drei Hersteller - Lamborghini, Ford und Nissan - haben bislang passende Wagen nach dem neuen Reglement gebaut. Aston Martin, Audi, Ferrari und Corvette stehen angeblich auf der Warteliste. Ein Feld von 24 Wagen wäre laut SRO wünschenswert – wobei man im Auftaktjahr sicher auch mit einem kleineren Feld leben könnte.
Während Australien nun konkretisiert scheint, hat Ratels Organisation immer noch eine Reihe ungeklärter Punkte bezüglich des Kalenders. So soll die Runde auf der bei Moskau geplanten neuen Rennstrecke nach Bauverzögerungen mehr als fraglich sein. Die Absage der diesjährigen Runde in Bukarest aus organisatorischen Gründen macht auch nicht gerade Mut bezüglich der rumänischen Planungen. Weitere Fragezeichen bestehen bezüglich der Rennen in Südafrika, Bulgarien und Argentinien. Zumindest hat Ratel die indirekte Unterstützung des ACO, der die für 2010 gepante Vorstufe seiner Sportwagen-WM, den Intercontinental Cup, freiwillig auf LMP-Sportwagen begrenzt, um keinen Konflikt mit der SRO heraufzubeschwören.
In Spa dürfte im Rahmen der beiden Läufe zur FIA-GT4 das bislang grösste Feld dieser Kategorie starten, das je ein Rennen aufgenommen hat. Neben dem FIA-GT4 Europacup wird auch das Feld der Niederländischen GT4-Meisterschaft mit seinen ca. 20 Autos die beiden vorgesehenen 40-Minuten-Rennen aufnehmen - damit könnten über 30 Wagen zu den beiden Läufen an den Start gehen.
Anfang des Jahres war die niederländische Serie als erste rein nach dem GT4-Reglement ausgetragene Serie gestartet worden. Anders als im Europacup sind bei unseren westlichen Nachbarn die Supersports-Autos wie etwa der KTM oder der Donkervoort nicht zugelassen. Die Serie ist den reinen GT4 wie dem Porsche GT3 Cup, dem BMW M3, dem Aston Martin N24, der Corvette C6, den Ginettas und den Ford Mustang vorbehalten, die sich mit einem durchschnittlich 20 Wagen starken Feld sehenswerte Kämpfe in der vom Circuit Park Zandvoort mit organisierten Serie liefern. Derzeit führt in der Punktewertung der Porsche-Fahrer Christian Frankenhout vor dem Corvette-Volanteur Jeroen Bleekemolen und dem Porsche-Piloten Paul van Splunteren.