Sports Car challenge, Most: Viel Action im ersten Rennen

„Wer wird der Superstar?“: Die Läufe 7 und 8 der Sports Car Challenge sahen einige Anwärter auf der Jagd nach der Hauptrolle. In der Division 2 meldeten zwei „neue alte“ Frontrunner ihren Anspruch auf den großen Auftritt an. Gregor Fischer war bislang ein verlässlicher Charakterdarsteller mit einigem Szenenapplaus; im freien Training in Most trat der Schweizer ins Rampenlicht. Er hat ein neues Auto zur Verfügung, sein PRC-BMW ist ein „Heimkehrer“ aus England. Voriges Jahr war das Auto, leider mit bescheidenem Erfolg, in der Britsports-Meisterschaft unterwegs. In neuen Farben kann es jetzt in der SCC zeigen, was es wirklich drauf hat.

5-fr-testen-016Ein spektakulärer Gaststar ist Mike Roberts aus Großbritannien. Sein Lola B2K/40 ist jetzt wieder mit einem AER-Turbomotor ausgestattet, es gibt nach dem großen Umbau des Jahres 2006 noch das eine oder andere Detailproblem. Der Speed über die fliegende Runde stimmte jedenfalls. 

„Wir probieren jetzt noch einige Dinge aus, und dann schau mer mal“, meinte Peter Kormann vor dem freitäglichen Abend-Training. Im Qualifying am Samstag „schaute“ dann die Konkurrenz, als der Deutsche im PRC mit BMW-Vierzylinder und spektakulärer Airbrush-Lackierung ganz vorne auftauchte. Bis wenige Minuten vor Schluss hielt er die Pole Position, dann gab es den österreichischen Doppelschlag. Matzinger und Payr sicherten sich die vordersten Startplätze, die Pole geht wieder einmal an ein Auto aus der kleinen Division. 

Dass Matzinger mit seinem PRC-Opel in der Division 1 für Fahrzeuge bis 2 Liter Hubraum fährt, das dürfte dem Oberösterreicher entfallen sein – er mischt munter an der absoluten Spitze mit. Kormann teilte sich gemeinsam mit Gerd Beisel im PRC-Nissan die Reihe 2, dahinter Roberts und Fischer. In Startreihe 4 Matzingers Division-1-Verfolger, Herbert Hunziker und Yvan Haberkorn mit ihren Norma-Honda. Schlechte Nachrichten allerdings für Haberkorn: Nach einem Motorschaden musste der Franzose für das Wochenende w.o. geben, ebenso wie - nach einem Getriebedefekt - Jörg Peham. 

Schon auf Startplatz 9 der schnellste GT-Pilot, der junge Österreicher Martin Brückl im Porsche. Das Brückl-Team hatte diesmal zwei Autos vor Ort, der deutsche Routinier Arnold Wagner ist auch Brückls Teamkollege im deutschen Carrera-Cup. Brückls schnellster Verfolger war Milan Bezak aus der Slowakei, ebenfalls mit einem Porsche – die Stuttgarter Firma stellte wieder einmal das gesamte rollende Material der GT-Klasse. Noch ein Gaststar: Der sonst im Divinol-Cup amtierende „Doc Henry“ mit seinem 993 GT2 qualifizierte sich auf Platz 21. 

Das erste Rennen des Wochenendes im Rahmen des "Czech Truck Prix" ging bei strahlendem Sonnenschein über die Bühne, und Karl-Heinz Matzingers Prognose vor dem Rennen – „Sie werden mich dsc_3423am Start wahrscheinlich überrollen …“ – bewahrheitete sich, sowohl Payr als auch Kormann gingen mit PS-Vorteil noch vor der ersten Kurve vorbei; auch Gerd Beisel schaffte das Überholmanöver. Gleich in der ersten Kurve hieß es „lights, camera, action“: Mike Roberts warf den Lola in einen Dreher, andere konnten nicht mehr ausweichen. Gregor Fischer blieb sofort auf der Strecke, an seinem PRC war der Heckflügel verbogen. Später musste auch Mike Roberts die Box anlaufen, er hatte Schwierigkeiten mit der Schaltung – war es ein Folgeschaden? Vorneweg war immer noch Payr vor Kormann, Beisel und Matzinger an der Spitze. Um es vorwegzunehmen: An dieser Reihenfolge änderte sich beinahe bis ins Ziel nichts mehr.

Dahinter kämpften Hunziker und seine Verfolger darum, mit dieser Spitzengruppe den Anschluss zu halten. Norma-Markenkollege Gerhard Münch war einer der hartnäckigsten Verfolger; dahinter tauchte der stark fahrende Thomas Wolfert immer bedrohlicher in ihren Rückspiegeln auf. Trotz einer Beschädigung nach einer Kollision gab der MRP-Fahrer kräftig Gas und zeigte, dass auch mit einem Opel-Aggregat noch etwas zu gewinnen ist.  Einige Fahrer liefen vorzeitig die Boxen an, darunter Georg Hallau im MRP-Honda und „Doc Henry“ im Turbo-Porsche. Auch Hunziker verlor mit einem Benzinpumpendefekt einige Positionen, sein Landsmann Adi Gärtner hatte viel Glück bei einem Dreher – die Konkurrenten konnten allesamt noch ausweichen.

Sieben Runden vor Schluss der Umsturz im Gesamtklassement: Gerd Beisel kam nicht mehr bei Start und Ziel vorbei – er war beim Überrunden mit Paul 5-fr-testen-152Pfefferkorn kollidiert. Am schwarzen PRC waren nur oberflächliche Beschädigungen zu erkennen, an Beisels rotem Auto sah der Augenschein allerdings schlechter aus. Das linke Vorderrad war im 45-Grad-Winkel nach oben geknickt, die Mannschaft von RWT Racing und die PRC-Mechaniker gingen sofort ans Werk. Damit holte sich Adi Gärtner noch den letzten Podestplatz in der Division 2. 

Bei den GT hatte Martin Brückl einen recht souveränen Auftritt, während sein Teamkollege Arnold Wagner bei Halbzeit des Rennens die Box aufsuchen musste und gleich auch für den Sonntag w.o. gab. Der Tiroler kam als Gesamt-Sechster ins Ziel. Milan Bezak kam dem Porsche-Markenkollegen in der Schlussphase vorübergehend noch nahe, aber es reichte nicht mehr. Einen Überraschungsauftritt am GT-Podium gab einer, dem Siegerehrungen an sich nicht fremd sind – allerdings (noch) nicht im Rennsport: Patrick Ortlieb holte sich mit Platz 3 sein erstes Podium-Resultat in einem Autorennen – „das war mein Ziel für dieses Wochenende“, meinte der ehemalige Weltklasse-Skirennläufer. 

Resultat 1. Lauf: 

1. Wolfgang Payr/A, PRC-BMW (1. Div.2), 15 Runden in 24:56.830
2. Peter Kormann/D, PRC-BMW (2. Div.2), +2,325sec.
3. Karl-Heinz Matzinger/A, PRC-Honda (1. Div.1), +15,968
4. Thomas Wolfert/D, MRP-Opel (2. Div.1), +45,815
5. Gerhard Münch/D, Norma-Honda (3. Div.1), +49,015
6. Martin Brückl/A, Porsche 997 GT3 (1. Div.3), +1:12.810
7. Adi Gärtner/CH, Martini-Alfa (3. Div.2), +1:12.881
8. Mirco Schultis/D, PRC-Honda, +1:14.946
9. Milan Bezak/SK, Porsche 997 GT3 (2. Div.3), +1:23,601
10. Patrick Ortlieb/A, Porsche 997 (3. Div.3), +1 Rd.
11. Otto Dragoun/A, PRC-Opel
12. Philipp Zumstein/CH, Porsche 996 GT3
13. Alois Meir/A, Porsche 997, +2 Rd.
14. Henry Uhlig/D, PRC-Opel
15. Herbert Hunziker/CH, Norma-Honda, +4 Rd.
16. Mike Roberts/GB, Lola B2K/40, +6 Rd.
17. Gerd Beisel/D, PRC-Nissan, +7 Rd.
18. Arnold Wagner/D, Porsche 997, +8 Rd.
19. Paul Pfefferkorn/A, PRC-Opel
20. Georg Hallau/D, MRP-Honda, +10 Rd.
21. “Doc” Henry Nielebock/D, Porsche 993 GT2
22. Gregor Fischer/CH, PRC-BMW, +14 Rd. 
nicht gestartet: Jörg Peham/A, PRC-BMW, Yvan Haberkorn/F, Norma-Honda

Sports Car Challenge, Most: 1. Qualifying

1. Karl-Heinz Matzinger/A, PRC-Honda, 1:36.555
2. Wolfgang Payr/A, PRC-BMW, +1,376sec.
3. Peter Kormann/D, PRC-BMW +1,544
4. Gerd Beisel/D, PRC-Nissan, +1,584
5. Mike Roberts/GB, Lola B2K/40, +1,726
6. Gregor Fischer/CH, PRC-BMW, +2,335
7. Yvan Haberkorn/F, Norma-Honda, +2,736*
8. Herbert Hunziker/CH, Norma-Honda, +4,178
9. Martin Brückl/A, Porsche 997 Cup, +4,421
10. Gerhard Münch/D, Norma-Honda, +4,471
11. Thomas Wolfert/D, MRP-Opel, +4,731
12. Mirco Schultis/D, PRC-Honda, +5,238
13. Georg Hallau/D, MRP-Honda, +5,639
14. Milan Bezak/SK, Porsche 997 GT3, +5,916
15. Adi Gärtner/CH, Martini-Alfa, +6,220
16. Arnold Wagner/D, Porsche 997 Cup, +6,704
17. Patrick Ortlieb/A, Porsche 997, +9,241
18. Otto Dragoun/A, PRC-Opel, +10,049
19. Philipp Zumstein/CH, Porsche 996 GT3 R, +11,077
20. Paul Pfefferkorn/A, PRC-Opel, +12,898
21. „Doc“ Henry Nielebock, Porsche 993 GT2, +13,717
22. Alois Meir/A, Porsche 997, +13,804
23. Henry Uhlig/D, PRC-Opel, +22,693

* Haberkorn musste nach dem Qualifying wegen einem Motorschaden für dieses Wochenende w.o. geben.
Auch Jörg Peham, diesmal im PRC-BMW von Christian Bösch unterwegs, muss nach einem Getriebedefekt zuschauen.

Heute DSF-Reportage über Wieth Racing & den PCC

pccwieth0731Ein kurzer Hinweis für die Fans des Wieth-Racing Teams: Heute um 18.30 bringt das DSF eine Reportage über das Junior-Team des rhino´s Wieth Racing – PZMS im Porsche Carrera-Cup. Unter dem Titel "Wie Rennprofis gemacht werden" wird ausführlich über die Motorsport-Nachwuchsförderung des Team-Partners rhino´s  und speziell auch über das Engagement des ehemaligen FIA-GT-Meisterschafts-Teams im Porsche Carrera Cup Deutschland berichtet.

Penske & Audi in Mosport Kopf an Kopf

corvette33mosportBei den ersten freien Trainings in Mosport haben die Penske Racing-Porsche die Bestzeit erzielt. Mit einer 1:06.765 unterbot Romain Dumas im Porsche RS Spyder mit der #7 gleich den Qualifying-Rekord, den James Weaver 2003 in einem Lola LMP675 aufgestellt hatte, um eine Sekunde. Die Strecke von Mosport war seitdem in einigen Teilen mit einem neuen Belag versehen worden. Das Wetter spielte zudem mit eine Rolle, auch wenn die zweite Hälfte des Trainings verregnet war und nach dem Ausritt des Loews-Fernandez Racing-Lolas das Training kurz unterbrochen werden musste.

Innerhalb von 0.4s hinter Dumas folgten Emanuele Pirro im Audi R10 Tdi, Sascha Maassen im zweiten RS Spyder und Allan Mc Nish im zweiten Audi R10 Tdi. Dahinter konnten die beiden Dyson-Porsche die Acura-Wagen distanzieren. Bei den GT1 liegen die drei Werks-Corvettes innerhalb von 0,235s zusammen. Schnellster GT2 war der Ferrari von Salo / Melo, der von den direkten Meisterschaftskonkurrenten Bergmeister/van Overbeek gefolgt wird. Am heutigen Tag werden zwei weitere freie Trainings und das Qualifying auf dem kanadischen Highspeedkurs stattfinden.

International GT-Open – Oschersleben – Freies Training

Beim ersten freien Training der GT-Open-Teilnehmer am Freitag in Oschersleben waren 28 Fahrzeuge auf der Strecke. Unter den 15 GT2-Autos finden sich zehn Ferrari 430 GT2, je zwei Porsche und Sun Red SR21 sowie ein Mosler. In der GTS-Kategorie messen sich sechs GT3-Dodge Viper mit zwei Aston Martin und einem Lamborghini Gallardo. Hinzu kommen in der Klasse GTB noch drei Challenge-Ferrari und ein Marcos Mantis, wobei zuletzt die Rede davon war, dass der Marcos in die GTS umgestuft werden soll.

Die Bestzeit von 1:33,388 erzielten Lietz / Camathias im Autorlando Porsche 997 RSR vor Montermini / Maceratesi (Playteam- F430) und Moser / Aguas (Advanced Engineering-F430). Auf den folgenden Plätzen landeten drei weitere Ferrari, Rang 7 ging an Guerrero / Aicart (Escuderia Bengala-Mosler MT900R) vor dem mit Abstand stärksten Team aus der GTS-Klasse, Lancieri / Romanini (Villois Racing-Aston Martin DBRS9).

Nürburgring: Corvette-Vorschau auf 2008

Den letzten BfGoodrich Langstreckenmeisterschaftslauf nutzten gleich zwei Corvette-Teams, um ihre neuen Boliden einem ersten Auslauf zu unterziehen. Wie bereits gemeldet, wird 2008 neben Kissling Motorsport auch PSR eine GT3-Corvette vorbereiten, die dann mit Gesamtsiegchancen um Top-10 Ränge mitfahren soll.

kisslingz06Kissling Motorsport traute sich beim Rennen zu einem erweiterten Test unter Rennbedingungen, den man mit Bravour absolvierte. Von Startplatz 7 gestartet konnte man das Tempo der Spitzengruppe problemlos halten. Allerdings stand nicht ein Rennergebnis sondern der Fahrzeugtest im Vordergrund, weshalb man mehrfach die Box für Federn- & Dämpferwechsel ansteuerte und das Rennen mit Rücksicht auf die Punkteverteilung bei der Konkurrenz vorzeitig beendete – ein sehr fairer  Zug.

Stefan Kissling war selbst überrascht über den problemlosen Verlauf des Testrennens: „Dass wir mit dem Auto auf Anhieb derart schnell fahren und direkt das Tempo der Spitzengruppe gehen können, hat keiner von uns vermutet. .... Wir haben während des Rennens weiter am Setup gearbeitet, um das Fahrwerk weiter auf die Nordschleife abzustimmen. Es ist einfach ein grandioses Gefühl, wenn man während seines Stint nicht überholt wird, sondern nur selbst überholt. Ob die Vette im Rahmen der VLN noch mal zum Einsatz kommen wird, ist fraglich, da es zahlreiche Terminüberschneidungen zwischen VLN, ProCar und ADAC GT-Masters gibt, wo wir noch einmal starten wollen. Sicher ist ein kompletter Saisoneinsatz 2008.“ Dann will man auch nach den derzeitigen Planungen zwei der von Callaway stammenden Boliden auf die Nordschleife bringen: Den GT3-Testträger, der beim Rennen zum Einsatz kam, sowie ein speziell auf die Nordschleife massgeschneidertes Fahrzeug, das für die gesamte Saison im Langstreckenmeisterschaftstrimm verbleibt.

psrcorvettetestLediglich bei den freien Trainings am Vortag kam die PSR-Corvette zum Testeinsatz, die das Team von Danny Berk auch auf einer anderen Basis aufgebaut hat: „Unser Fahrzeug basiert auf einer Strassenversion der Z06. Wir planen derzeit ein weiteres Fahrzeug auf C6 (Stahl)Basis, da wir noch nicht wissen wie das Alu-Chassis der Z06 auf die Nordschleife reagiert. Denkbar sind auch Einsätze in der LMS als GT2. So konzipieren wir die Fahrzeuge als GT2 und mit kleinen Änderungen werden daraus die SP-Fahrzege für die VLN. Die Basis des ACO Reglement zu wählen, lässt uns somit viele Einsatzmöglichkeiten.“

Auf der Grand Prix-Strecke konnte Testpilot Freddy Lienhard das Tempo der anderen GT im Feld schon halten, auf der Nordschleife büsste er aber jede Menge Zeit ein. „Da hat das Fahrwerk natürlich noch nicht gepasst, weil wir nur eine Basisabstimmung für ebene Strecken übernommen haben“, begründet Teamchef Danny Berk. „Ein Nordschleifen-Set-Up müssen wir in Zusammenarbeit mit unseren Technikpartnern Bilstein und Yokohama erst noch erarbeiten. Wir drehten die Bodenfreiheit zwar schon so hoch, wie’s irgend ging, damit Freddy drei Runden auf der Nordschleife fahren konnte. Aber bei einer konventionellen Abstimmung fehlt einem der Ausfederweg, den man auf der Nordschleife braucht. Deswegen war dort oft mindestens ein Rad in der Luft.“ Neben den Fahrwerks-Einstellungen muss auch die Aerodynamik noch auf die besonderen Anforderungen der Nordschleife angepasst werden. „Auch da“, sagt Berk, „haben wir nur ein Basis-Paket verwendet. Auf der Nordschleife braucht man höhere Abtriebswerte.“

Lienhard bestätigte: „Ich hätte auf der Nordschleife an manchen Stellen schneller fahren können. Aber ich wusste nicht, wie das Auto sich im sechsten Gang auf den Bodenwellen verhält. Es war ja auch nicht Sinn der Aktion, das gleich beim ersten Test rauszufinden. Wir wollten den Wagen nur mal zeigen – und schauen, wie er sich generell anfühlt. Wir haben nicht mal die Rundenzeiten gestoppt.“

Jarek Janis - die Eau Rouge fordert Tribut

janiseaurougespa Spyker-Pilot Jarek Janis hatte auf den ersten Blick einen glimpflichen Unfall bei den 1000km von Spa-Francorchamps. In der berüchtigten Eau Rouge war der tschechische Pilot mit seinem Werks-Spyker zu Rennmitte in die Barrieren eingeschlagen und hatte damit eine der Safetycar-Phasen ausgelöst. Janis konnte trotz der Wucht des rückwärtigen Einschlages aus dem Wagen aussteigen und erste medizinische Checks schienen einen glimpflichen Ausgang zu bestätigen.

Allerdings sind bei Nachuntersuchungen nun Haarrisse in der Wirbelsäule des 24 Jahre alten Piloten festgestellt worden. Daher muß Janis nun für mindestens einen Monat gesundheitlich pausieren. Weitere Einsätze bei der FIA-GT-Meisterschaft (im Scuderia Ecosse-Ferrari F430 ) und bei der LMS im Spyker-Werksteam bei den 1000km von Silverstone fallen daher für den Tschechen vorerst aus.

Argentinien im FIA-GT-Kalender 2008?

potrerodelosfunesFür die FIA GT Saison 2008 plant die SRO einen weiteren Lauf in Übersee. Dieser soll auf einer neuen Strecke bei San Luis in Argentinien ausgetragen werden. Die ersten Eindrücke von Stephane Ratel waren, dass dort eine einzigartige Location sei und dies eine der beeindruckendesten Rennstrecken der Welt werde.

Der zukünftige Potrero de los Funes Circuit (Bild: Google-Maps ) führt rund um einen See durch eine fantastische Landschaft und wird ca. 6,2 km lang sein. Die Bauarbeiten des neuen semi-permamenten Kurses beginnen am Endes dieses Monats und werden voraussichtlich neun Monate dauern.

Neben FIA-GT-Läufen sollen auf der neuen Strecke Meisterschaftsläufe der nationalen TC 2000 und der Super TC Championships statt finden.

Falls der Potrero de los Funes Circuit nicht rechtzeitig homologiert oder die Bauarbeiten nicht beendet werden, wird der FIA GT Lauf auf einem anderen, kürzlich fertig gestellten Kurs in der Nähe von San Luis ausgetragen. Dieser wird in den nächsten Monaten von der FIA homologiert.

Der Frei-Courage und die erste Kurve in Spa...

Ein Startunfall beim vierten Lauf der LMS, den 1000km von Spa-Francorchamps  bedeutete eigentlich schon das Aus für Alexander Frei und dessen französischen Teamkollegen Jonathan Cochet im Werks-Courage.

Startkollision Der junge Renault-F1-Präsentationspilot aus Allecon hatte die Aufgabe übernommen den ersten Fahrerstint zu übernehmen. Beim fliegend ausgeführten Start steuerte das Mammutfeld von 50 teilnehmenden Wagen auf die berühmte La Source-Haarnadelbiegung zu. Ein wohl etwas (über-)motivierter Cochet sah beim Start die Möglichkeit Plätze gut zumachen, wobei das lancierte Überholmanöver gründlich misslang. Der 30jährige touchierte massiv Heck des tschechischen Charouz-Lola und löste damit ein großes Tohuwabohu im Feld aus. Der Vorderbau des blauen Werks-Courage mit der Startnummer 12 wurde dabei arg beschädigt. Immerhin gelang es Cochet, das waidwunde Fahrzeug in langsamer Fahrt über eine ganze Runde hinweg „humpelnd“ an die Box zurückzubringen.

Nach kurzer Diagnose wurde Reparaturen an der „Großbaustelle Frontpartie“ vorgenommen, um mit sieben Runden Rückstand das Rennen nochmals in Angriff zu nehmen. Ein weiterer Folgeschaden zwang erneut zu einer längeren Reparaturpause an der linken Vorderradaufhängung. „Da haben wir das Rennen eigentlich endgültig abgehakt,“ gestand ein ziemlich enttäuschter Frei. Das Courage-Team funktionierte ab dem zweiten Stop den weiteren Rennverlauf quasi zu Testfahrten um, für die sich Alexander Frei selbst ins Cockpit zwängte. Indes hätte es auch ohne den Startunfall wahrscheinlich keine Zielankunft gegeben. Kupplungsprobleme bremsten den LMP1-Rennwagen ein und zwangen schließlich zur endgültigen frühen Aufgabe nach nur 15 Runden.

„Vermutlich hängt das Kupplungsproblem mit der verbesserten Leistung unserers AER P32T Biturbo V8-Triebwerks zusammen. Der Achtzylinder-Turbo gibt nach Weiterentwicklungen ein deutlich höheres Drehmoment ab, was beim Beschleuingen aus den Ecken heraus uns mit den Judd-Saugmotorautos gleichwertig macht.“ Auch das Courage-Schwesterauto zählte wegen  Kupplungsproblemen mit zu den ersten Ausfällen.

Im dritten Freien Training hatte Jonathan Cochet mit der drittbesten Zeit hinter den beiden überlegenen Werks-Peuegot für ein dickes Ausrufezeichen gesorgt. In der Qualifikation konnte er das Potenzial des Autos nicht ganz abrufen, als er im Verkehr etwas stecken blieb, aber trotzdem die sechstschnellste Zeit sich notieren lassen konnte. „Der Speed ist eigentlich da, nur mangelt es an der Zuverlässigkeit,“ ärgert sich Frei. Der 53jährige Fahrzeugeigner weiss aber auch, dass die Fragilität nur durch ein ausgiebiges Testprogramm ausgemerzt werden kann. „Die Courage-Equipe leistet eigentlich ausgezeichnete Arbeit. Der kleinen Rennwagenmanufaktur fehlt es aber an den adäquaten finanziellen Ressourcen, um anstehende Probleme mit ausgiebigen Tests und Retests schnell in den Griff zu bekommen.“

ALMS Mosport-Vorschau

Intersport26 Wagen – 4 LMP1, 9 LMP2, 3 GT1 und 10 GT2 – bilden die Starterliste für das kommende ALMS-Rennen in Mosport, das am kommenden Sonntag um 21 Uhr unserer Zeit (keine Gewähr!) starten soll. Auf der kanadischen Traditionsstrecke versucht Audi erneut, sich gegen die in den letzten Rennen zunehmend auch taktisch überlegen agierenden Porsche RS Spyder des Penske Racing Teams zur Wehr zu setzen.

Zwei Audi und die beiden privaten Creation-Boliden sind in der Top-Klasse gemeldet. Das Intersport Racing-Team (Bild links) hat nach zuletzt ernüchternden Ergebnissen mit Reifenpartner Kumho auf Dunlop umgesattelt und hofft dass sich dieser Deal schon in Mosport auszahlt. Nicht dabei ist Klaus Grafs und Gregg Picketts Cytosport-Mannschaft, welche die kanadische Runde für dieses Jahr noch nicht auf dem Plan hat.

whithecorvetteIn der LMP2-Klasse ist das van der Steur-Racingteam wieder mit dem Radical dabei und wertet die Klasse mit einem vierten Hersteller neben Porsche, Acura-Courage und Lola auf. Die GT1-Klasse sieht erstmals in diesem Jahr drei Corvettes am Start. Wie angekündigt wird eine dritte, diesmal wie in Sebring (Bild rechts) weisse Werks-Corvette unter Pratt & Miller-Nennung für den langjährigen Stammfahrer Ron Fellows und Andy Pilgrim an den Start gebracht. In der GT2-Klasse lässt das Team Trans-Sport die Runde in Kanada aus. Somit sind nur noch 5 Porsche, 3 Ferrari und 2 Panoz (einer derzeit ohne bestätigte Besatzung) genannt.

Drei Rennen vor Schluss geht es insbesonders in der GT2-Klasse noch um wichtige Punkte. Dort führen Melo/Salo mit 127 Punkten vor dem aufkommenden Porsche-Duo van Overbeek/Bergmeister mit 123 Zählern. Spannung ist hier also garantiert.

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