Eng siegt im ersten PCC-Lauf am Eurospeedway

pcc4a.jpgIm Porsche Carrera Cup Deutschland siegte Philipp Eng im Samstagsrennen auf dem Eurospeedway Lausitzring. Der 25-jährige Österreicher sah in seinem 460 PS starken Porsche 911 GT3 Cup vor Michael Ammermüller und dem im Team 75 Bernhard startenden Nicki Thiim die Zielflagge. Damit setzte sich der gebürtige Salzburger an die Spitze der Gesamtwertung des Porsche Markenpokals. „Das war ein hartes Rennen. Ich freue mich extrem, dass ich fürs Team den ersten Saisonsieg geholt habe“, sagte Eng nach der Siegerehrung.

Was auf den ersten Blick wie ein einfacher Start-Ziel-Sieg aussah, entpuppte sich für die Zuschauer als Krimi in den letzten Runden. Eng, der sich wenige Stunden zuvor die Pole-Position im Qualifying gesichert hatte, gelang ein extrem guter Start. Er konnte sich vom Rest des 23 Teilnehmer starken Fahrerfeldes absetzen und führte überlegen bis zur 12.Runde. Doch plötzlich verringerte sich der Abstand auf den nachfolgenden Ammermüller bis auf 0,3 Sekunden und es sah so aus, als ob der Bayer die Führung erobern könnte. Allerdings rückte Thiim mit auf und begann Ammermüller unter Druck zu setzen. Dies verschaffte Eng im Feld der identischen, seriennahen Sportwagen etwas Luft und er fuhr mit einem Vorsprung von 0,5 Sekunden über die Ziellinie.

„Platz zwei ist okay. Überholen war leider nicht möglich. Es wäre leichter gewesen, wenn ich von hinten nicht so viel Druck gehabt hätte“, erklärte Ammermüller. pcc4b.jpg„Wir hatten einen schönen Dreikampf. Ich habe es genossen, hier wieder auf dem Podium zu stehen. So kann es gerne weiter gehen“, sagte Thiim, der in der Lausitz 2011, 2012 und 2013 siegreich war.

Nach 18 Runden auf der 3,478 Kilometer langen Strecke belegte der Spanier Alex Riberas den vierten Platz vor Herberth Motorsport-Pilot Robert Renauer. Der bisherige Tabellenführer Jeffrey Schmidt wurde Sechster. Jaap van Lagen sah als Siebter vor Konrad Motorsport-Pilot Christopher Zöchling die Zielflagge. Porsche-Junior Connor de Phillippi wurde Neunter. Die B-Wertung gewann Rolf Ineichen im Konrad Motorsport-Porsche, der am Ende das Podium komplettierte.

Heute: Le Mans Testtag

lm-grid_testday.jpgAm heutigen Sonntag findet der offizielle Le Mans Testtag in Vorbereitung der 83. 24h von Le Mans statt. Alle 56 Teilnehmer des Rennens sowie die Reserveentrys der Teams von Gulf Racing, Formula Racing, Ibanez Racing und KCMG, sowie zusätzlich 2 der LNT Ginetta-Juno LMP3 werden an der Sarthe erwartet. Damit tritt zum Testtag ein Feld von 64 Autos an.

Die Wettervorhersage ist eher durchwachsen – bei mehreren angekündigten Regenschauern könnten am Ende wenig aussagekräftige Zeiten herausspringen was für das Rennen, bei dem angesichts der Leistungssprünge der LMP1 ein neuer Sturmlauf auf Qualifying-Bestzeiten unter 3:20 und den Distanzrekord erwartet wird, weitere Unsicherheiten für die Teams und Verantwortlichen des Rennens schafft. Die beiden Testsessions sind von 9-13 Uhr und 14-18 Uhr angesetzt. Für die Le Mans Neulinge und Piloten die länger als 5 Jahre nicht an der Sarthe am Start waren sind 10 Pflichtrunden obligatorische Vorausetzung für die Zulassung zum Rennen.

lmtestday_21.jpgHohes Interesse gilt neben der Performance der speziell auf Le Mans zugeschnittenen Versionen der Gesamtsiegkandidaten von Porsche, Audi und Toyota den Debütanten. Nissan muss sich zum ersten Mal mit dem mit viel PR-Tam-Tam vorgestellten GT-R-Nismo-LM der Konkurrenz stellen. Dazu hat das Team entgegen aller Befürchtungen nun doch 3 Wagen an die Sarthe verbracht von denen einer in den Farben des trainingsschnellsten Gruppe C-Nissans von 1990 statt im werksüblichen Rot gehalten ist. Bislang waren die technischen Ergebnisse eher verhalten und von technischen und organisatorischen Pannen überlagert. Nun wird man am Ende des Tages erstmals Zeiten des so grundlegend anders gestalteten LMP1-Konzeptes auf dem Papier haben.

Die andere Neukonstruktion ist der Rebellion Racing R-One AER. Das schweizer Privatteam, das nach dem Motorenwechsel von Toyota auf den AER-Biturbo-V6 in Le Mans nun endlich seinen verspäteten Einstieg in die FIA Langstrecken Weltmeisterschaft 2015 realisiert, hat im Vorfeld bereits 500 Testkilometer mit dem neuen Motor absolviert, was angesichts der Tachodaten der Konkurrenz allerdings nicht viel ist. Unter den Berichterstattern laufen jedenfalls schon Wetten ob am Ende die Nissan oder die eidgenössisch-britische Rebellion Racing-Crew am Ende des Tages mit den schnelleren Zeiten notiert werden.

Bei Toyota hat Kazuki Nakajima nach seinem schweren Unfall in Spa-Francorchamps nun doch die medizinische Freigabe für den Einsatz beim Testtag und den 24h von Le Mans erhalten. Toyota hatte im Vorfeld den Japaner Kamiu Kobayashi als Reservefahrer benannt. Auch die schweizer Race Performance-Crew ist trotz der diesjährigen Auszeit des Teams in Le Mans vertreten. Die Crew von Michel Frey ist das Einsatzteam des 2. KCMG-Orecas der derzeit noch als erster Entry auf der Reserveliste zu finden ist. Die Extreme Speed Motorsports-Truppe hat das Alkohol-Werbeverbot in Frankreich elegant umgangen indem man sich das amerikanische Musikmagazin Rolling Stone als neuen Hauptsponsor gesichert hat und damit in neuen Farben auftritt. Im byKolles-Racing CLM P1/01 AER-Auto hat man den Umbau auf die neue Getriebe-Hinterachsen-Kombination nun vollendet und hofft das die 3 Einsatzpiloten Pierre Kaffer, Tiago Monteiro und Simon Trummer nun nicht mehr von weiteren Defekten heimgesucht werden.

Im Umfeld von Le Mans laufen daneben bereits die Vorbereitungen für eine wichtige Bekanntmachung von Ford. Der amerikanische Hersteller plant laut mehreren übereinstimmenden Quellen eine Rückkehr an die Sarthe in der GTE-Klasse mit dem anfangs des Jahres vorgestellten Nachfolger des Ford GT 40. Allerdings wird erst für das Rennwochenende mit offiziellen Infos gerechnet.

Auf der Website des 24 Stunden Rennens von Le Mans wird der Testtag per Live-Timing zu verfolgen sein. Ein Live-Stream ist nicht geplant, allerdings berichten die Kollegen von Radio Le Mans den ganzen Tag von der Sarthe.

Chevron GT4-Debüt in Zandvoort

chevronzandvoort.jpgAm vergangenen Wochenende ging angesichts des erfolgreichen Debüts des KTM X-Bow GT4 eine weitere Premiere ein wenig unter. Der Chevron GT4 absolvierte in Zandvoort ebenfalls sein erstes Rennen und stellte sich dabei gar nicht mal so schlecht an. Das von einer privaten britischen Mannschaft um Marcus Clutton entwickelte Gefährt belegte in den beiden Qualifyings P11 bzw. P5 im 17 Wagen starken Feld. Im ersten Rennen nahm man die Zielflagge auf P6 in Empfang, Rennen 2 endete leider mit einem Ausfall.

Der Wagen ist im Prinzip ein herunterskalierter GT3 (mit nationaler Homologation) wie Clutton erklärte: „Wir haben die Aerodynamik stark reduziert, den grossen Heckflügel abmontiert und einen V6 statt eines V8-Motors installiert. Gegenüber der Cup-Version aus der britischen GT-Meisterschaft ist dies ein komplett anderes Auto.” so Clutton, der mit seinem Team die GT4-European Series als Entwicklungsfeld benutzen möchte. „Podien oder gar Siege werden wir daher nicht vor dem Finale in Misano ins Auge fassen. Vor diesem Einsatz hier in Zandvoort hatte der Wagen lediglich 50 Runden auf dem Tacho. Testen und Entwickeln steht daher für uns noch ganz vorne auf der Agenda.”

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