Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Toyota hat heute erste Bilder des GR010 der kommenden aktuellen saison veröffentlicht. In der zweiten Einsatzsaison hat man die Dimensionen der Räder und Reifen geändert statt 13 Zoll Felgen an beiden Achsen setzt man nun auf 12,5 * 18 Zoll-Räder vorne und 14 * 18 Zoll an der Hinterachse. Dafür mussten die Radhäuser entsprechend aerodynamisch optimiert werden.. Zudem hat man andere Kennfelder für den 3,5l V6 Biturbo Motor des Hybrid-Wagens erarbeitet, die den neuen Treibstoff der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft, der einen erhöhten Anteil an nachhaltigen Quellen (Restabfälle aus dem Weinbau und sonstige landwirtschaftliche Abfälle) aufweist, berücksichtigen.
Damit hat Toyota den ersten der 5 erlaubten Evo-Joker während der Homologationsperiode des Fahrzeugs gezogen. Zudem gibt es eine kleine Anpassung innerhalb der Fahrercrew. Kazuki Nakajima hat nach seinem Karriereende seinen Platz für seinen Landsmann Ryo Hirakawa geräumt, der mit 3 japanischen Meister- und 6 Vizemeistertiteln (davon einer bzw. 3 in der japanischen Super GT-Serie) mit besten Referenzen in das LMH-Programm einsteigt. Hirakawa wird gemeinsam mit Brendon Hartley und Sebastian Buemi auf der #8 starten, während Mike Conway, José Maria Lopez zusammen mit Kamui Kobayshi weiter auf der #7 starten werden.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans Series ( LMS )
G-Drive Racing wird die Saison 2022 in den diversen ACO-Serien und Veranstaltungen auslassen und sich auf ein rein nationales Pilotenförderprogramm konzentrieren. Das hat G-Drives Stammpilot und Rennprogramm-Manager Roman Rusinov heute in einem Satement auf Instagramm bestätigt. Demnach sieht Rusinov der das vom russischen Gazprom-Konzern finanzierte Rennprogramm mittlerweile auch leitet, sich nicht in der Lage die Bedingungen der FIA, der IMSA und des ACO erfüllen zu können.
In seinem Statement bezog Rusinov, desssen Mannschaft Engagements in der Asiatischen Le Mans Serie, der Europäischen Le Mans Serie, Le Mans und der IMSA-WeatherTech SportsCar Championship in Planung hatte klar Position gegen die Vorgaben der FIA : „Heute weigere ich mich als Fahrer des russischen G-Drive Racing Teams, die diskriminierenden Bedingungen der FIA zu akzeptieren. Das Ziel eines jeden Sportlers ist es, die Hymne seines Landes auf dem Podium zu hören. In 10 Jahren internationaler Erfahrung hat unser Team dies schon viele Male getan. Wir haben die russische Flagge gehisst, wir haben die russische [National-]Hymne gehört und gesungen. Meinen Fans, meinen Teamkollegen und der sportlichen Ehre zuliebe werde ich diese Vorgaben nicht akzeptieren. Es ist besser, gar nicht zu fahren... Wir erwägen bereits jetzt verschiedene Optionen für Projekte zur Entwicklung des Motorsports in unserem Land."
Wie gestern vermeldet hatte die FIA Russischen und weissrussischen Motorsportlern ein weiteres Antreten nur unter strikten Auflagen (Verzicht auf sämtliche Nationalsymbole & Antreten unter neutraler Flagge) erlaubt, wohingegen fast alle anderen Sportverbände russische und belarussische Sportler aus leider all zu bekannten Gründen kategorisch ausgeschlossen hatte. Zur Rusinovs „Verteidigung“ liesse sich vielleicht anführen das von ihm als Profiteur von Sponsorgeldern eines rusischen Staatskonzerns vielleicht kein anderes Statement zu erwarten war. Enttäuschenderweise war - ebenfalls wie erwartet – zusätzlich keine Silbe zu den tragischen Vorgängen in der Ukraine von ihm zu vernehmen.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Die aktuellen tragischen Weltpolitischen Entwicklungen im Russland-Ukraine Konflikt lassen niemanden unberührt. Auch im sportlichen Bereich bleiben die Ereignisse nicht ohne Widerspruch. Reihenweise werden Mitglieder russischer Sportverbände von den aktuellen Wettbewerben ausgeschlossen. Lediglich ein Sportverband tanzt dabei aus der Reihe und kann sich nicht zu einer klaren Linie durchringen.
Die FIA hatte am Mittwoch nach einer ausserordentlichen Sitzung am Dienstag erklärt das russische und weissrussische Piloten unter gewissen Voraussetzungen für Rennen zugelassen werden können, wenn sie unter neutraler Nationalität antreten und auf das Zeigen und Tragen ihrer Nationalsymbole und Flaggen sowie auf die entsprechenden Nationalhymnen verzichten. Ferner wird es Fahrern beider Nationen untersagt Teamwettbewerbe bei denen sie als Nationalmannschaften antreten können – wie etwa die geplanten FIA-Motorsport-Games – zu bestreiten. Zusätzlich sind alle geplanten FIA-unterstützten Wettbewerbe in Russland und Weissrussland bis auf weiteres abgesagt worden.
Das Vorgehen der FIA steht dabei entgegen der Aussagen von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem nicht im Einklang mit der Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees IOC das russische und weissrussische Sportler generell von allen Wettbewerben ausgeschlossen hat. Stattdessen dürfen die vereinzelt engagierten russischen Piloten nun auf Ausnahmegenehmigungen der FIA, der SRO oder des ACO hoffen. Ob angesichts voller Sportwagenfelder wirklich unter den aussergewöhnlichen Umständen jedes Engagement – auch aus den nun sanktionierten Staaten - ermöglicht werden muss ist eine möglicherweise nur moralische Frage die aber durchaus gestellt werden darf. Denn die russischen Piloten bringen in diesem Zusammenhang immer noch Sponsorengelder unter die teilnehmenden Teams an den Mann, die aus einschlägigen Quellen stammen.
Als Beispiel dürfte hier das Engagement der von russischen Gasprom Staats-Konzern finanzierten G-Drive-Marke genannt sein das in Le Mans, in der ELMS und der IMSA Engagements mit teils mehreren Wagen plant. Auch wenn voraussichtlich die Sponsorenlogos hier von den Orecas (letztes Jahr noch unter dem Label der russischen Luxusmarke Aurus firmierend) verschwinden dürften, wäre es für FIA, SRO und den ACO ein Leichtes auch hier eine klare Linie zu fahren und die entgangenen Einnahmen zu verschmerzen. Statt dessen läuft man Gefahr das die Engagements und eventuellen Erfolge der dort agierenden russischen Sportler PR-mässig im Rahmen der verdrehten Kriegspropaganda in deren Heimat ausgeschlachtet werden könnten. Wie man es richtig macht zeigen dagegen die nationalen Verbände in Grossbritannien und Deutschland die sich der IOC-Empfehlung vorbehaltslos angeschlossen haben und mit dem Ausschluss von Sportlern aus den betreffenden Nationen Moral vor Geld gestellt haben.