Verfasst von Harald Musileck. Veröffentlicht in Italienische GT & Prototypen
Durchschnittlich 24 Prototypen starteten bei den neun Läufen der abgelaufenen Italienischen Meisterschaft. Dem Publikum wurde durchaus Sehenswertes geboten: Mit den Lucchini-, Osella- und Norma-Chassis stehen drei in etwa gleichwertige Fahrzeugtypen zur Verfügung, manche Exoten – so zum Beispiel mehrere SR2-Fahrzeuge (im Bild ein Lucchini SR2) - bereichern das Feld.
Filippo Francioni (Lucchini-Alfa Romeo CN4) legte den Grundstein für die Titelverteidigung bereits in der ersten Saisonhälfte, wobei er sich bei den Erstellern des Punktereglements bedanken darf: Die Zähler für die Gesamtplatzierung sowie den Klassenrang werden zusammengerechnet – und davon profitieren die Fahrer aus der stets gut besetzten CN4-Kategorie. Gesamt-Vize-Meister Fabio Francia holte zwar im Osella-Honda aus der Hubraum-schwächeren CN2-Klasse fünf Gesamtsiege, erhielt jedoch wegen der geringen Anzahl von CN2-Teilnehmern jeweils nur wenige Klassenpunkte. Somit wird der Rückblick auf 2006, wenn man das Endergebnis der C.I.P. näher betrachtet, zur Rechenaufgabe: Francioni (129 Punkte = 78 aus den Gesamtplatzierungen + 51 aus der CN4-Wertung) gewann die Meisterschaft vor Francia (120 Punkte = 93 aus den Gesamträngen + 27 aus der CN2). Was im Reglement gut gemeint war und sich vielerorts auch schon bewährt hat, zeigte hier seine Tücken.
Verfasst von Johannes Gauglica. Veröffentlicht in Sportscar Challenge ( SCC )
Die Planungen laufen auf Hochtouren: Die Sports Car Challenge geht mit einigen Neuerungen ins Jahr 2007. Das abgeänderte Reglement bietet Einsatzmöglichkeiten für Sportprototypen und GT-Fahrzeuge.
Sportwagen: Offen für Le-Mans-Autos
Bei den Prototypen gibt es einige Änderungen: Aus der früheren Division 2 wird die Division 1, und die „Sportprototypen-Light“ werden auf einen Hubraum von 2 Liter beschränkt. Startberechtigt sind die FIA-Kategorien CN und C3.
Die Big Bangers fahren jetzt also unter der Bezeichnung Division 2: Dort sammeln sich die Le-Mans-Prototypen ebenso wie die Fahrzeuge, die nicht nach einer der genannten FIA- bzw. ACO-Kategorien eingestuft sind. Voraussetzung ist ein gültiger Wagenpass einer nationalen Sportbehörde (ASN).
Für die Autos nach LMP1- und LMP2-Reglement gilt das aktuelle Regelwerk des ACO, alle anderen fahren nach der von der SCC ausgearbeiteten Gewichtsskala.
Die Mindestgewichte:
Division 1:
CN laut FIA-Reglement bis 2.000 ccm, mind. 535 kg
C3 bis 2.000 ccm, max. 4 Zylinder, mind. 600 kg
Division 2:
bis 2.500 ccm, max. 4 Zylinder, mind. 640 kg
bis 3.000 ccm, max. 6 Zylinder, mind. 700 kg
bis 3.300 ccm, max. 6 Zylinder, mind. 740 kg
bis 3.500 ccm, keine Zylinderbegrenzung, mind. 830 kg
über 3.500 ccm, keine Zylinderbegrenzung, mind. 900 kg
Fahrzeuge die hier nicht explizit einzustufen sind (z.B. Radical o.ä.) werden unter Bedachtnahme auf die Chancengleichheit von der Serienorganisation individuell eingestuft.
Turbofahrzeuge werden mit einem Zusatzballast von 50 kg gegenüber dem Homologationsgewicht belastet. Weiters hat der Veranstalter die Möglichkeit, im Laufe der Saison Gewichtsanpassungen bis zu 30 kg vorzunehmen, um die Chancengleichheit zu gewährleisten.
Österreichische Meisterschaft
Im Rahmen der SCC wird auch die Österreichische Meisterschaft für Sportprototypen wieder ausgeschrieben. 2007 fahren, anders als 2006, die Teilnehmer der Division 1 – also der kleineren Klasse! – um den Meistertitel, den Startern der Division 2 winkt ein OSK-Pokal.
Zwei Klassen für GT-Fahrzeuge
Die Klasse für Grand-Tourisme-Fahrzeuge hat sich in ihrem „Versuchsjahr“ 2006 bereits bewährt, jetzt gibt es eine Einteilung der zugelassenen Autos in zwei Klassen. Die Division 3 oder „GT-Cup“ ist für Autos nach FIA-GT3-Regeln oder den Markenpokal-Reglements von Porsche und Ferrari offen, und zwar ab dem Baujahr 1999. Es sind auch Fahrzeuge startberechtigt, deren Homologation bereits abgelaufen ist. Als Basis dafür dient der letztgültige Homologationsstand dieser Fahrzeuge.
Die Division 4 oder „GT-Masters“ erfasst leistungsstärkere Autos, nämlich GT-Fahrzeuge der Kategorie GT1 laut FIA- oder ACO-(Le Mans)-Reglement, für die ein entsprechender Wagenpass einer bei der FIA anerkannten ASN vorgelegt werden kann. Auch hier sind Fahrzeuge startberechtigt, deren Homologation abgelaufen ist; Basis ist wieder der letztgültige Homologationsstand.
Das Punktesystem
Die Sportprototypen- und GT-Teilnehmer werden gesondert gewertet und geehrt. Punkte werden sowohl in den einzelnen Divisionen, jeweils für die Plätze 1 bis 15, als auch für die Gesamtwertung (Plätze 1-10) bei den Sportprototypen bzw. GT-Fahrzeugen vergeben. Daneben gibt es Zusatzpunkte für die schnellsten Rennrunden in den Divisionen.
Für die neuen 100-Meilen-Langstreckenrennen wird es nach dem selben System eine separate Wertung geben.
Der Kalender: Neun Wochenenden, sechsmal Langstrecke
Die Sports Car Challenge tritt nächstes Jahr im Rahmen von Traditionsveranstaltungen wie dem Jim Clark Revival in Hockenheim oder dem Truck Grand Prix am Nürburgring auf Das bewährte Rennformat mit voraussichtlich neun Veranstaltungen umfasst pro Rennwochenende jeweils ein bis zwei Zeittrainings und zwei Sprintrennen mit ca. 60-70 Kilometer Renndistanz.
Zusätzlich werden bei ausgewählten Veranstaltungen, ergänzend zu den Sprintrennen, auch 100-Meilen-Rennen mit ca. 80 Minuten Fahrzeit und einem verpflichtenden Fahrerwechsel oder Boxenstop mit Mindestdauer durchgeführt. Bei sechs Veranstaltungen sind solche Rennen eingeplant.
Voraussichtliche Termine der Sports Car Challenge 2007:
21./22.4.2007 Nürburgring/D, 100-Meilen-Rennen
27./29.4.2007 Hockenheim/D, Sprint (Jim Clark Revival)
11./13.5.2007 Most/CZ, Sprint
23./24.6.2007 Paul Ricard/F, Sprint & 100-Meilen-Rennen
7./8.7.2007 Nürburgring/D, Sprint (Truck Grand Prix)
25./26.8. 2007 Hockenheim/D, Sprint & 100-Meilen-Rennen
8./9.9.2007 Dijon/F, Sprint & 100-Meilen-Rennen
29./30.9.2007 Monza/I, Sprint & 100-Meilen-Rennen
19./20.10.2007 Hockenheim/D, Sprint & 100-Meilen-Rennen
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Blancpain Sprint Serie ( BSS )
Eine interessante Saison der FIA-GT-Meisterschaft liegt hinter uns. Die Zukunft der Meisterschaft mag angesichts der aktuellen Diskussionen um eine 2. GT-Serie im Rahmen der DTM und der Konkurrenz der LMS im Ungewissen liegen. Aber eine spannende Saison, die leider in den Medien zu wenig stattfand, war es mit Sicherheit:
In der 10 Rennen gab es fünf Siege für Maserati, je 2 für Saleen und Aston Martin und einer für eine Corvette C6R.
Der Teamtitel ging verdientermassen an Vitaphone – fünf Siege gingen an das deutsche Maserati-Team. Nur dem deutschen Zakspeed-Racing-Team gelangen zwei Siege. Einzelsiege gingen an GLPK-Carsport, Race Alliance und Phoenix.
Das spannenste Rennen der Saison? Hier dürften die Meinungen auseinander gehen. Die 24h von Spa könnte man aufgrund des Rennverlaufes und dem 23 3/4 Stunden andauernden Kampf zwischen Vitaphone und Phoenix sicher anführen. Allerdings resultierte bei diesem Rennen auch mit 101s der größte Abstand zwischen dem 1. und 2. im Rennen. Das engste Finish konnte die Race Alliance-Mannschaft in Mugello mit 3,375s Vorsprung für sich verbuchen. Durchschnittlich hatte der Sieger eines FIA-GT-Laufes 2006 etwa 27s Vorsprung zu Buche stehen.
Mit ihren beiden Einzelsiegen haben sich Karl Wendlinger und Mike Hezemans mit mittlerweile 9 Gesamtsiegen auf Rang 3 der erfolgreichsten FIA-GT-Piloten etabliert.
GT2: Neun Siege für Ferrari – nur einer (beim Regenrennen in Mugello) für Porsche. Die Statistik für die Zuffenhausener fiel in diesem Jahr beim Duell der GT-Klassiker gnadenlos aus.
Fünf Siege für die Scuderia Ecosse, drei für die Meistermannschaft von AF Corse und je einer für JMB/Gruppe M sowie Ebimotors. Die britische Truppe tröstete sich mit den Siegen für den entgangenen Titel.
Durchschnittlich kam der GT2-Sieger auf dem 8. Gesamtrang ins Ziel. Die besten Ergebnisse wurden jeweils mit Gesamtrang 6 in Spa (AF-Corse) und am Adria Speedway (Scuderia Ecosse) eingefahren.