Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Toyota hat zum Qualifying der 6h von Spa-Francorchamps, dem Saisonauftakt der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft 2021 noch einmal die Kurve gekriegt. Nachdem man sich in den freien Traingssessions zum Teil noch hinter den LMP2 anstellen musste, ging die Pole mit einer 2:00.747 an den #7 Toyota GR010 von Kamui Kobayashi, der damit seinen Teamkollegen Kazuki Nakajima auf dem #8 Toyota um 0.519s schlagen konnte . Startplatz 3 für das morgen um 13.30 Uhr startende Rennen ging an den United Autosports Oreca von Felipe Alburquerque dessen LMP2 um 1,138s von den beiden Toyotas abgehängt wurde. Zumindest konnte sich Alburquerque noch vor dem Alpine Hypercar platzieren, das André Negraro nach anfänglichen Problemen doch noch auf P4 plazieren konnte.
In der GTE-Pro-Klasse ging die Pole an den von Kevin Estré pilotierten #92 Porsche, der mit einer 2:11,219 einen neuen Qualifikationsrekord in der Klasse aufstellen konnte. Damit konnte Estré den zweitplazierten #52 AF Corse Ferrari um über 1s (1,132s) abhängen. P3 ging an den zweiten Werks-Porsche, vor dem zweiten Ferrari und der Werks-Corvette. Die GTE-Am-Pole holte sich Ben Keating auf dem TF Sport Aston Martin vor Markenkollege Paul Dalla Lana und dem #88 Dempsey-Proton Porsche. Zumindest die GTE-Session musste 2 mal wegen Abflügen auf Radillion unterbrochen werden. Dabei erwischte es den verbliebenen Project 1 Porsche und den #77 Dempsey-Proton Porsche, wobei die Fahrer zumindest unverletzt davon kamen.
Das Rennen startet morgen um 13.30 Uhr.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in WT-USCC-Serie ( IMSA )
Audi hat am gestrigen Tage erste weitergehende Infos zu seinem LMDh-Projekt bekannt gegeben. So hat der Motorsportverantwortliche Geschäftsführer der Audi Sport GmbH, Julius Seebach, bestätigt das Audi und Porsche ihre beiden LMDh-Modelle in enger Zusammenarbeit und auf einer gemeinsamen Basis entwickeln würden. Der Chassispartner für die gemeinsame LMP2-Chassisbasis wäre bereits bestimmt worden und das Audi-spezifische Design des Bodyworks wird gerade definiert. Ob man sich dabei nun für den langjährigen Partner Dallara oder Oreca entschieden hat liess man in der Pressemitteilung offen.
Der Sportprototyp für die neue LMDh-Kategorie entsteht bei Audi Sport derzeit parallel zum geplanten SUV für die Rallye Dakar. Der Rollout soll im ersten Quartal 2022 erfolgen und von einem umfangreichen Testprogramm gefolgt werden. Den ersten offiziellen Renneinsatz hat man für die 24h von Daytona 2023 angesetzt. Im Unterschied zu den kostenintensiven High-Tech LMP1-Hybrid-Programmen will man mit dem LMDh ähnlich wie mit dem R8 LMP1 ab 2001 auch wieder High-End-Kundensport betreiben und die werkseingesetzten Chassis in der Folge an ausgewählte private Einsatzteams weitergeben. Kandidaten dafür wären das Belgian Audi Team WRT oder auch Phoenix Racing die beide aktuell schon LMP-Erfahrungen sammeln.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Mit einem Feld von 34 Autos haben die erste Trainingssessions für die 6h von Spa begonnen. Nach den Prolog-Testtagen der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft ist klar, das uns eines der interessantesten Rennen der letzten Jahre ins Haus steht. Denn die Einführung der neuen Hypercar-Klasse ist wohl etwas anders gelaufen als sich der ACO und die beteiligten Hersteller sich das vorgestellt hatten.
Nach den Sessions am Montag und Dienstag war klar, das die Beschneidungen der LMP2-Klasse (wir berichteten) trotz der zusätzlichen Low-Downforce-Aero in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft - die ELMS hat diese Änderung noch ausgesetzt - wohl noch lange nicht ausreichen um die LMP2 klar hinter die neuen Hypercars zu platzieren. Die Bestzeiten in den Sessions gingen sämtlichst an LMP2 Teams (3* United Autosports; 1* G-Drive) während die Toyota GR010 noch nicht in der Lage waren ihr theoretisches Rundenzeiten-Potential zu heben. Die Beobachtungen der Teilnehmer deuten darauf hin, das die neuen Hypercars noch Schwierigkeiten hatten das Gripniveau ihrer Reifen voll auszuschöpfen, zumal nur einer der Toyota ohne technische Probleme in den Sessions teilnehmen konnte. Das auch der ex-Rebellion-Alpine trotz theoretisch besserer Leistungsdaten nicht in der Lage war den Oreca das Wasser zu reichen, erklärt sich ebenfalls über die Reifenkonstruktion die Michelin wie gewohnt eher auf die Toyota zugeschnitten hatte, und die auf dem Oreca-LMP1 eher suboptimal funktioniert.
Die LMP2 konnten trotz des geänderten Leistungsniveaus (ca 3-4s langsamer wie in den Vorjahren) auf reichlich Erfahrungen aus den Vorjahren bauen – und spielten diese auch aus. Der Bestzeit des G-Drive Orecas (2:04,168) stand am Ende der 4 Sessions eine beste Toyota-Zeit von 2:04,669 und eine beste Alpine-Zeit von 2:05,230 gegenüber.
Obendrein avancierten die Prologtesttage zu einem Konjunkturprogramm für die Chassishersteller Oreca, Aston Martin und Ferrari – dank reichlich Kernschrott der von den Piloten im Laufe der Sessions abgeliefert wurde. Die beiden Aston Martin von TF Sport und D´Station, die Oreca vom Team Jota und Racing Team Nederland, sowie die Ferraris von Cetilar Racing und Iron Lynx und der #46 Project 1-Porsche wurden in kaltverformten Zustand von ihren Piloten abgeliefert. Im letzteren Falle war weder eine Reparatur noch eine Ersatzbeschaffung möglich, so das die deutsche Porsche-Mannschaft am Samstag mit lediglich einem Auto starten wird.
Auch in der ersten freien Trainingssession ging heute die Dominanz der LMP2 weiter – mit einer 2:04,083 war United-Pilot Alburquerque 0,25s schneller als der Alpine-Hypercar auf P2. Da gleich 10 Wagen unter 2:05 bleiben wurden die Toyota lediglich auf den Plätzen 7 und 10 gewertet. Da die LMP2 entgegen der Forderungen von Toyota nicht weiter vom ACO eingebremst wurden, und nach den Erfahrungen des Europäischen Le Mans Serie-Auftakts in Barcelona, kaum langsamer, aber dafür mit deutlich längeren Stintlängen unterwegs sein dürften, steht Toyota beim ersten Rennen in der neuen Klasse ein steiniger Weg bevor, was den in Spa-Francorchamps leider abwesenden Fans vor ihren Bildschirmen einen spannenden Lauf am Samstag verspricht.