Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Blancpain Endurance GT Cup ( BES )
Das Frikadelli Racing Team hat sich gegen einen Einsatz beim diesjährigen 24 Stunden Rennen von Spa-Francorchamps entschieden. Grund hierfür sind die aktuellen Geschehnisse im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe und deren Auswirkungen.
„Die Ereignisse aus der vergangenen Woche haben uns alle zutiefst erschüttert. Da auch Teammitglieder von uns im familiären Bereich/Freundeskreis von der Flutkatastrophe betroffen sind, habe ich mich dazu entschieden, unseren geplanten Renneinsatz in Spa-Francorchamps abzusagen. Trotz aller Liebe für den Motorsport hat die Aufarbeitung der Geschehnisse und Hilfestellung in einer solchen Ausnahmesituation absolut Vorrang. Es freut mich sehr, dass auch Porsche diese Sichtweise teilt und hinter unserer Entscheidung steht“, erklärt Teamchef Klaus Abbelen.
Ursprünglich hatte das Frikadelli Racing Team für den Auftakt zur Intercontinental GT Challenge zwei Porsche 991 GT3 R genannt. Auf dem #3 Porsche 911 GT3 R sollten sich beim Langstreckenklassiker in den belgischen Ardennen Dennis Olsen, Frédéric Makowiecki und Patrick Pilet abwechseln. Auf dem #13 Porsche 911 GT3 R waren Thomas Preining, Michael Christensen und Julien Andlauer als Piloten eingeplant. Beim Rennen im letzten Jahr hatte die Barweiler Mannschaft mit einem von Jörg Bergmeister, Frederic Makowiecki und Dennis Olsen pilotierten Porsche den achten Gesamtrang erzielt.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Die dritte Runde der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft, die erstmals ausgetragenen 6h von Monza (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) sind mit einem erneuten Toyota-Sieg zu Ende gegangen. Im Unterschied zu den beiden vorangegangenen Rennen siegte jedoch dieses Mal der Wagen mit der #7 von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José Maria Lopez vor dem Alpine LMP1 von André Negrao, Nicolas Lapiere und Matthieu Vaxiviere und dem auf Gesamtrang 3 plazierten United Autosports Oreca von Phil Hanson, Felipe Alburquerque und Fabio Scherer.
Angesichts erstmals aller 5 startender LMH war die Runde selbst in der Hypercar-Klasse alles andere als langweilig. Für 2 der Wagen war es ein gebrauchter Tag: die bislang siegverwöhnte #8 von Toyota hatte mit anhaltenden Benzindruckproblemen zu kämpfen und musste zwischenzeitlich nach einem Bremsdefekt den linken vorderen Radträger austauschen. Der #708 Glickenhaus SCG007 wurde zunächst von einer gebrochenen Zündkerze ausgebremst und erlitt zu Rennmitte einen Getriebeschaden der die Fahrt der Crew vorzeitig beendete. Somit entspann sich ein interessanter Kampf um die Führung zwischen dem mit einem leichten Reichweitenvorteil ausgerüsteten Toyota GR010 #7, dem schnellen aber durstigen Alpine und dem verbleibenden Glickenhaus #709, der sich auf Augenhöhe mit dem Alpine um Platz 2 duellierte,
Als der Toyota aufgrund eines Elektrikdefektes in der 4. Rennstunde zwischenzeitlich antriebslos auf der Strecke strandete, lag eine Sensation in der Luft als der Glickenhaus kurz für 2 Runden die Führung übernahm. Doch ein zeitgleich anstehender Bremsbelagwechsel am verbliebenen SCG007 warf den Wagen ins Mittelfeld zurück und brachte die Alpine-Mannschaft in die zwischenzeitliche Führung, die diese jedoch gegen Rennende durch einen Stop des GR010 #7 unter einer Gelbphase wieder an die letztendlich siegreiche Toyota-Crew verlor.
In der LMP2-Klasse setzte sich die United Autosports Truppe zu ihrem zweiten Klassensieg des Jahres durch. Hinter dem am Ende viertplazierten Glickenhaus lief der Team WRT Oreca auf Klassenrang 2 ein. Pilot Ferdinand Habsburg haderte dennoch mit dem bislang besten Ergebnis der Mannschaft weil man einen möglichen Wave-By hinter dem Safety-Car und damit den ersten Klassensieg in der Serie verpasste.
Rang 3 und der Sieg in der Pro-Am Kategorie ging an die Racing Team Nederland Crew in der Team und Wagen-Besitzer Frits van Eerd Corona-bedingt auf seine 2 Stammfahrer verzichten musste. Nyck de Vries und Paul-Loup Chatin machten als Ersatzpiloten jedoch eine gute Figur und hievten den Oreca auf Gesamtrang 6. Im Kampf um den Pro-Am Klassensieg liess man den Dragonspeed-Oreca und den Realteam Racing Oreca hinter sich.
In der GTE-Pro wurde ein harter Vierkampf zwischen den beiden Werks-Porsches und Ferraris ausgefochten. Am Ende hatte das Duo Kevin Estre und Neel Jani die Haube vorne. Porsche hatte gegen Rennmitte auf eine spritsparendere Fahrweise umgestellt, was sich gegen Rennende auszahlte. AF Corses #51 wurde 3 Minuten vor dem Rennende noch zu einem Splash & Dash an die Box gezwungen während die #92 in Ferraris Hinterhof zum zweiten Saisonsieg fuhr.
In der GTE-Am-Klasse triumphierte die #83 Crew von AF Corse zum 2.Mal in dieser Saison – und das obwohl die Crew die Klassenpole nach dem Qualifying wegen eines nicht reglementskonform verbauten Heckflügels gestrichen bekam und von ganz hinten losfahren musste. Das konnte einem glänzend aufgelegten Alessio Rovera sowie seine Co-Piloten Francois Perrodo und Nicklas Nielsen nicht an einer erneut makellosen Vorstellung hindern. Dahinter entschied sich der Kampf um die Podiumsplätze erst in den letzten Runden in einem sehenswerten Duell zwischen den beiden Aston-Mannschaften von Aston Martin Northwest Racing und D´Station Racing zugunsten der Crew des Kanadiers Paul dalla Lana.
Nach dem Aufgalopp auf dem High-Speed Circuit im königlichen Park zu Monza steht als nächste und vierte Runde der Meisterschaft nun das 24 Stunden Rennen von Le Mans an.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Toyota hat für die 6h von Monza eine Doppelpole erzielt. José Maria Lopez stellte im Qualifying den Toyota GR010 Hybrid mit der #7 mit einer 1:35,899 mit einem Vorsprung von 0,062s vor seinem Teamkollegen Brendon Hartley auf die Pole. Beide Werkswagen erzielten ihre schnellsten Runden vor der Unterbrechung der Session mit einer roten Flagge, die nach dem Abflug des Team Jota Orecas von Stoffel Vandoorne in der 2.Lesmo-Kurve ausgerufen wurde. Nach der Wiederaufnahme der Session konnte sich jedoch keiner der Hypercars mehr entscheidend verbessern. Somit startet am morgigen Sonntag ab 11 Uhr der Alpine von P3 vor den beiden Glickenhaus Hypercars.
In der LMP2 gelang dem Team WRT die Klassenpole, in deren Oreca Charles Milesi eine 1:38,527 als schnellstem Umlauf notieren liess. Felipe Alburqueque stellte hier seinen United Autosports Oreca auf Rang 2 vor dem Dragonspeed-Oreca und dem Racing Team Nederland Oreca als schnellstem Pro-Am-Prototypen. In diesem hatte zuvor auch Guido van der Garde seinen Cockpit-Platz zugunsten von Paul Loup Chatin wegen einer akuten Covid-infektion räumen müssen, nachdem zuvor schon Job van Uitert aus dem selben Grund durch Nyck de Vries ersetzt worden war.
In der GTE-Pro-Klasse gelang Kevin Estre die dritte WEC-Pole in Folge. Mit einer 1:45,412 bei vollem Einsatz schlug der französische Porsche-Werkspilot die favorisierten AF Corse-Ferraris auf ihrer Hausstrecke um 0,065s.
In der GTE-Am-Klasse konnte sich TF Sport Aston Martin-pilot Ben Keating die Pole gut schreiben lassen. Der Amerikaner der letzte Woche im Michelin Le Mans Cup den Klassensieg nur wegen einer technischen Disqualifikation verpasste, konnte seinen Trainingsvorsprung in eine 1:47,272 ummünzen, die von den anderen Privatiers nicht mehr geschlagen werden konnte. Francois Perrodo im #83 AF Corse Ferrari und Roberto Lacorte im Cetilar Racing Ferrari folgten hier dem Aston Martin auf den Plätzen. Die erstmals in der WM antretende Rinaldi Racing Mannschaft konnte Qualirang 9 im mit nun 19 Wagen besetzten Feld verzeichnen. Schon auf dem Heimweg ist hingegen die Inception Racing Truppe, die ihr Ferrari-Chassis nach einem heftigen Einschlag in der Variante Ascari im freien Training bereits abschreiben lassen musste.
Die 6h von Monza starten morgen um 12 Uhr und können auf der FIA-WEC-App über Eurosport 2 und über Sport1+ (hier auch im Stream) live verfolgt werden.