Sonstige GT

Ein Meilenstein für GT-Eins...

Manche Fakten kommen nur durch Zufall ans Tageslicht. So wurde heute publik das der Rennbericht des Supersaison-Auftakts der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft in Spa-Francorchamps auf GT-Eins am vergangenen Wochenende der eintausendste Rennbericht auf diesen Seiten hier ist. GT-Eins verfolgt die internationale und nationale Sportwagenszene nun schon seit 20 Rennsaisons – und wir werden nicht müde dabei immer weitere Rennen ausführlich zu beleuchten.

Welche Fortschritte seitdem gemacht wurden mag man sich vor Augen halten wenn man die heutigen Berichte  - etwa den Rennbericht aus Spa-Francorchamps (=#1000) oder den von der ADAC GT-Runde aus Most (#999) mit denen der ersten Stunde vergleicht. GT-Eins – oder genauer das Vorgängerprojekt GT-One – ging am 15.4.1999 mit 3 vorbereiteten Rennberichten online. Der erste in dieser Reihe ist demnach der der 12h von Sebring 1999. Das Foto unten stammt aus einem der ersten Vorort-Berichte, dem ISRS-Lauf In Spa 1999. Seitdem hat sich qualitativ ofensichtlich einiges bei den Rennreports getan – und wir werden auch nicht müde werden weitere Info-Features und Produktivitätstools für zukünftige Berichte in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln bzw. neu einzuführen.

Der Dank geht vom Autor dieser Zeilen naturgemäss an alle Autoren und Fotographen die in den letzten 20 Rennsaisons an den Rennberichten von GT-Eins beteiligt waren und ohne deren unermüdliche Abeit das Gros dieser Berichte nie entstanden wäre. Dies sind (in einer Aufzählung die nur ohne Anspruch auf Vollständigkeit erscheinen kann): Jan Hettler, Timo Schumacher, Thomas Roth, Thomas Bauer, Ingo Schmitz, Frank Bresinski, Stefan Volk, Hardy Elis, Dr. Werner Koch, Andreas Lutz, Jürgen Ruhrmann, Rene Jüptner, Astrid Paulsen, Udo Katheder, Daniel Dodge, Werne Hebenstreit, Manfred Muhr, Mark Windecker, Michael Goodwin, Martin Traub, Johann van de Kerkhof, Burkhard Kasan, Julian Schmidt, Mathias Störch, Martin Berrang, Wolfgang Savelsbergh, Marko Tarrach, Patrick Liebertz, Daniel Schmichels, Heinz-Josef Hilger, Maximilian Metzenmacher, Sergio Aibar, Natascha Theissen, Christian Reinsch, Simon Sommer, Dr.Harald Musilek, Markus Ecker, Roland Neumann, Daniel Gensch, Markus Faber, Torsten Schnierstein, David Tarallo, Alexander Müller, Norbert Kratz, Max Stockfisch, David Heimann, Maximilian Graf, Horst Bernhardt, Sören Herweg, Reinhard Neubauer, Henning Stubbe, Fabian Wilkening, Markus Zieger, Patrick Zieger, Eike Funke, Oliver von Fragstein, Oliver Müller, Udo Klinkel, Patrick Holzer, Johannes Gauglica, Christian Freyer, Peter May, Guido Quirmbach, Markus Berns, Robert Prange, Udo Klinkel, Thomas Goellert, Ralph Monschauer, Rolf Schindler, Petra Paetsch und Uwe Winter.

Der Dank geht auch an alle augenblicklichen und auch vergangenen Sponsoren, die unsere Arbeit unterstützt haben, so an Oiltech, rennsportkasko.de, Scharnau/Tape for Race, Inter-Europol Competition , RN-Vision, Pierre Ehret, Driving Force Events Ltd., TMG, Mishumotors , racing one, Renauer Motorsport und die Sports Car Challenge.

Morgen schon geht es weiter für uns zu Rennbericht #1001 - den kommenden 24h am Nürburgring 2018...

Kalender der Gulf Sportscar Chmpionship

Die für den dubaistraightarabischen Raum geplante neue Gulf Sportscar Championship hat weitere Informationen zu ihrer ersten geplanten Saison heraus gegeben. So wurde mittlerweile der Kalender der Auftaktsaison der für 2018/19 geplanten Winterserie bekannt:

Rennen 1 & 2: 16 November 2018: Dubai
Rennen 3 & 4: 7 Dezember 2018: Dubai
Rennen 5 & 6: 25 Januar 2019: Dubai
Rennen 7 & 8: 8 Februar 2019: Abu Dhabi
Rennen 9 & 10: 22Februar 2019: Abu Dhabi

Die Meisterschaft wird in ihrer Auftaktsaison 10 Rennen verteilt über 5 Rennwochenenden umfassen. Jeder Lauf wird über 50 Minuten ausgetragen. Teams und Piloten haben die Gelegenheit pro Wochenende 3 Stunden an Fahrzeit und optional mehrere Stunden an inoffizieller Trainingszeit auf den Strecken wahrzunehmen. Das Klassement wird am Ende der Saison aus den besten 6 Rennergebnissen berechnet. Damit gibt es 4 Streichresultate in der 10 Rennen umfassenden Serie. Vorgesehen ist eine Pro-Am und eine Gentleman-Klasse, wobei mindestens ein Fahrer mit Bronze-Einstufung pro Wagen obligatorisch ist.

Die Gulf Sportscar Championship ist für GT-Fahrzeuge (GT3, GT4, Cup-Fahrzeuge von Porsche, Lamborghini, Audi und Ferrari), LMP3 (unter ACO-Lizenz) und ausgewählte Prototypen mit Carbon Monocoque ausgeschrieben. Teilnehmende Teams haben die Wahl ob man mit einem oder 2 Piloten pro Wagen antritt.

Alle Teams, die mindestens ein Fahrzeug in der von der Driving Force Events Gruppe ausgerichteten Gulf Sportscar Championship nennen, haben die Möglichkeit ein reduziertes Nenngeldpaket für die 8.ten Gulf 12 hours zu bekommen. Diese finden am 15.ten Dezember auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi statt. Die Nenngelder für die gesamte Saison betragen 11.450 US$ für GT3-Fahrzeuge und 9450$ für sonstige Renfahrzeuge. Einzelevent-Nennungen sind ebenfalls möglich.

Das Gesamtpaket ist mit dem Ziel einer preiswerten und unkomplizierten Teilnahme für Teams und Fahrer angelegt worden. Die Teams können dabei über einen Zeitraum von 4 Monaten Lager- und Werkstattkapazitäten am Dubai Autodrome nutzen und können in dieser Zeit zusätzliche private Testsessions unter warmen und trockenen Bedingungen buchen. Zusätzlich sind neben der 5 Meetings umfassenden Gulf Sportscar Championship Teilnahmen an den beiden großen Langstreckenevents in der Region – den Gulf 12 hours Hours und den 24 Stunden von Dubai – möglich.

Als eines der ersten Teams hat sich die ebenfalls in den Emiraten gemeldete Dragon Racing Mannschaft für die Gulf Sportscar Championship eingeschrieben. Die in Dubai stationierte Mannschaft will u.a. einen Ferrari F488 GT3, einen F488 Challange und einen Porsche Cayman GT4 in der neuen Meisterschaft an den Start bringen. Daneben plant die veranstaltende Driving Force Events Gruppe auch einige Teams aus der deutschen Rennszene für ein Antreten in der arabischen Rennserie zu begeistern. Als Incentive winkt deutschen Privatpiloten, die in der Serie antreten die Erlangung einer internationalen Rennlizenz.

Details zur GT Retro Serie

Die geplante neue GT Retro Serie hat weitere Details zur Klassenstruktur und dem Reglement der Veranstaltungsreihe veröffentlicht. Die vom deutschen Promotor Christoph Stoll und seiner Firma C&R Motorsport geplante Serie hat ihr Reglement vom DMSB absegnen lassen. Dennoch plant man eine europäische Veranstaltungsreihe bei der mit dem Finale am Nürburgring nur ein Meeting in Deutschland stattfinden soll (wir berichteten).

Gedacht ist die Serie für Besitzer älterer GT3, GT4, GT2 und GT1-Wagen wobei diese in verschiedenen Klassen antreten werden. Fahrzeuge mit einer Homologation nach 2012 sind aufgrund ihres höheren Tempos ebenso nicht zugelassen wie auch Profi-Piloten mit einem FIA-Status über Silber. Angetreten wird in 3 technischen Klassen: GT3-Fahrzeuge älterer Baujahre, die „GT-Lights“ für ältere GT4-Fahrzeuge und „GT-Open“ für GT1 und GT2-Boliden. Ob zusätzlich auch Fahrerkategorien eingeführt werden ist offen. Anders als in den aktuellen professionellen Serien wird es dabei keine BoP geben sondern die Fahrzeuge werden in der den Homologationspapieren entsprechenden Konfiguration gegeneinander antreten.

Pro Veranstaltung werden 2 Läufe mit einer Renndauer von 60 Minuten mit einem 4-minütigen Pflichtstop ausgetragen. Dabei ist den Teams freigestellt ob 1 oder 2 Piloten pro Fahrzeug antreten. Ein 30-minütiges Qualifying bestimmt die Startaufstellung für Lauf1. Lauf 2 wird gemäss des Zieleinlaufs des ersten Rennens gestartet. Die Punktevergabe wird analog der VLN Langstreckenmeisterschaft nach der Anzahl der Fahrzeuge in einer Klasse vorgenommen.

Stoll rechnet mit 15-20 teilnehmenden Teams für die Auftaktsaison. 3 der Rennwochenenden – in Navarra (Foto: der Auftritt der "GT1-WM" 2012 auf dem Kurs) , Imola und Barcelona – finden im Rahmen der 24 Stunden-Serie statt .

Sportliche Details zur Gulf Sportscar Championship

Die Driving Force Events Gruppe , Veranstalter der Gulf 12 hours, hat nun weitere Details zur ab dem kommenden Jahr zusätzlich geplanten Gulf Sportscar Championship veröffentlicht. So wurde für die 5 Wochenenden umfassenden Winterserie in den arabischen Emiraten die sportlichen Rahmenbedingungen festgezurrt.

Pro Rennwochenende sind 2 Rennen a 45 Minuten geplant. Ausgeschrieben sind insgesamt 5 Wagenkategorien. In der GT-Klasse starten GT3-Teams und vergleichbare Fabrikate (z.B. Renault RS 01). Die Cup-Klasse sieht Porsche- und Lamborghini-Cup-Fahrzeuge am Start, GT4 können in gleich 2 Kategorien (GTX1 für aktuelle Modelle und GTX 2 für ältere GT4-Modelle) starten und eine Prototypenklasse für CN-Autos ist ebenfalls geplant.

Die Meisterschaft ist als rein nationale Serie mit internationaler Beteiligung angelegt um Piloten mit einer internationalen D-Lizenz oder einer rein nationalen Lizenz die Teilnahme zu ermöglichen. Die Besatzungen werden gemäss FIA-Grading eingeteilt wobei Platin- und Gold- Piloten nicht zugelassen sind und Piloten mit einer rein nationalen Lizenz automatisch als Bronce-Piloten eingestuft werden. Eine Silber-Bronze-Paarung kann in der Pro-Am-Wertung gewertet werden. In der Amateur-Wertung können entweder ein oder 2 Bronze-Piloten auf dem jeweiligen Fahrzeug sitzen. Gewertet werden für die Meisterschaft die 6 besten der 10 möglichen Rennergebnisse, so das eine Teilnahme an 3 Eventwochenenden schon für die Teilnahme am Titelrennen ausreichend sein könnte.

Den entgültigen Kalender will man Ende März veröffentlichen – bis dahin gilt der folgende provisorische Kalender:
November 2018: Dubai
Dezember 2018: Dubai
Januar 2019: Abu Dhabi
Februar 2019: Dubai
Februar 2019: Abu Dhabi

Target Racing plant Supertropheo Programm

Die target supertropheoTessiner Target Racing Mannschaft weihte uns bei den Gulf 12 hours 2017 ebenfalls in ihre Saisonpläne 2018 ein. Nachdem man 2017 sowohl die 24h Dubai als auch die italienische GT-Meisterschaft als Einsatzteam des Black Bull Ferrari Teams bestritten hatte, liegt laut Teammanager Robert Venieri der Schwerpunkt 2018 auf den Lamborghini Supertropheo Einsätzen. So will man die Supertropheo Middle East Serie und anschliessend die europäische Supertropheo Serie bestreiten. Daneben baut man ein weiteres Standbein in der italienischen F4 Serie aus. Eine Fortsetzung des GT3-Programms ist für die Siegermannschaft der GTX1-Supertropheo-Klasse beim Langstreckenrennen am Golf derzeit noch nicht fixiert.

3 goldene Regeln für 2018

Es gibt gewisse, meist ungeschriebene Grundregeln in der Sportwagenszene, an denen kommen auch mächtige Verbände, Lobbyisten, Hersteller und Teams nicht vorbei – seien es der ACO, die FIA, die SRO , der ADAC Nordrhein oder seine Dachorganisation – ganz zu schweigen von den vielen privaten Veranstaltern die sich im Sportwagengeschäft tummeln.

Eine Grundregel ist: die Privatiers bilden die Basis der Sportwagenszene. Wagenbesitzer, Teams und Piloten im Kundenbereich sind die allererste Kundschaft die man mit einem schlüssigen, attraktiven und bezahlbarem Konzept überzeugen muss wenn man volle Felder und in der Folge ein reichhaltiges Budget zum Veranstalten eines interessanten Events oder einer interessanten Serie zusammen bekommen will.

Das dies selbst als schwerfällig bekannte Organisationen im Bedarfsfalle schnell kapieren, konnte man im Verlaufe des Jahres am ACO beobachten, der die Pläne zur Ausbau einer GTE-WM mit Qualifikationsrennen und Einschränkung der GTE-Am-Klasse nach dem Abschied von Audi und Porsche aus der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft flugs verwarf und in nationaler französischer Rekordzeit ein neues LMP1-Reglement aus dem Boden stampfte das die Anzahl der in der WM engagierten Privatteams von im Schnitt 0,5 in 2017 auf angekündigte 9 in 2018 mehr als verzehnfachte. Realistisch gesehen werden die ganzen neuen Teams es schwer haben Toyota von Seriensiegen in der „Superseason-WM“ 2018/19 – ein zudem interessantes Experiment das wir so auch noch nie im Sport hatten – abzuhalten, aber damit wird auch die Basis für die Lösung eines zweiten Problems gelegt:

Die zweite Grundregel ist: es gibt für Rennbudgets im Motorsport – denen ja nachgesagt wird das sie im Grunde nach ober hin offen sind – eine imaginäre Obergrenze. Die ist zwar sehr theoretisch aber durch eine Faustformel plakativ beschreiben: mit jeder Stelle vor dem Komma nimmt die Zahl der Werke, Teilnehmer und Teams die bereit sind diese jährliche Summe zu stemmen nach oben hin exponentiell ab.

Dazu ein stark vereinfachtes theoretisches Beispiel, dem wir uns am Besten von oben her nähern: Wenn man mal imaginär in die Motorsportgemeinde herein fragen würde wer bereit wäre 100.000.000€ (in Worten Einhundert Millionen Euro) pro Jahr für ein Rennprogramm auszugeben würde, dann würde man in der vieltausendköpfigen Gemeinschaft um den Globus nur 4-5 Finger sehen die dann nach oben gestreckt würden (die Mehrzahl der Finger würde da wahrscheinlich eher von der Seite her an den Kopf getippt werden). Im Vergangenen Jahr waren dies zum Beispiel die Teams von Porsche, Toyota , Ferrari, Mercedes und Red Bull – was uns beweist das die Sportwagenszene hier in direkter Konkurrenz mit anderen Motorsportkategorien steht. Bei einem Budget von 10.Mio€ steigt die Zahl jener die sich dazu bekennen würden schon auf 40-50 an – wobei aber auch die Anzahl konkurrierender Motorsportkategorien (DTM, Nascar) gleichermassen zunimmt. Bei einem Limit von einer Million reden wir schon über 400-500 Teams und auf jeden Fall vierstellig wird die Teilnehmerzahl dann, wenn wir im Bereich 100.000€ per anno kommen. Etwa so reguliert sich der Motorsport-Markt und die zur Verfügung stehenden Serien – wobei dann auch noch ein weiterer Aspekt hinzu kommt.

Denn die Fahrer, Teams und Wagenbesitzer kommen nur zu einer Veranstaltung wenn ihnen für die aufzuwendenden Budgets auch was geboten wird. Sei es ein prestigeträchtiger Titel, eine aussergewöhnliche Location, eine aussergewöhnliche fahrerische Herausforderung oder ein stimmungsvoller Event drum herum – alles zusammen macht die Anziehungskraft eines Events aus und erklärt in etwa warum ein 24h-Event am Nürburgring oder in Spa-Francorchamps weit mehr internationale Kundschaft anlockt wie einer in Thunderhill oder Portimao. Dies ist die dritte Grundregel nach der die Sportwagenszene funktioniert Trotz das die Motorsportszene in einer wirtschaftlichen Boomphase ohne Beispiel agieren kann funktioniert deshalb auch nicht jedes neue Serienkonzept – was zum Beispiel die Organisatoren der Creventic Prototypen-Serie in diesem Jahr schmerzhaft lernen mussten.

Was uns nun zum Ausblick auf das kommende Jahr bringt. Den können wir – da einige Schlussfolgerungen schon seit Jahren gelten - gestrafft zusammenfassen.

In der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft sind die Superseason – die mit der Umstellung auf einen jahresübergreifenden Kalender ein einmaliges Experiment darstellt – und der Umbau der LMP1 zu einer wieder mehr privatiersorientierten Klasse das grosse Thema. Der ACO scheint hier wieder willens zu sein die Fehlentwicklungen in Richtung überbordender Budgets zurückdrehen zu wollen – ob es gelingt werden die ersten Rennen zeigen. An der Spitze könnte die WM trotzdem etwas fad werden – es droht eine „perfekte Saison“ für Toyota. Zum Glück gibt es noch 3 andere Klassen in der Meisterschaft.

Die ACO-Ligen unterhalb der WM könnten die Spannung liefern, die der WM ggf. abgeht. In der Europäischen Le Mans Serie „droht“ ein übervolles Feld mit 40 Wagen – lediglich die Rennen sind mit 4h nach wie vor zu kurz. Besser macht es die Weather Tech-USCC-Serie, wo man mit den 4 längeren NAEC-Rennen 4 echte Klassiker im Programm hat. Wie speziell hier die ex-Audi Mannschaft von Joest mit den neuen Mazda DPi die Szene aufmischen wird dürfte hochinteressant sein.

In StartZandvoortPreviewder Blancpain GT Serie und seinen mittlerweile weltweit agierenden Ablegern pflegt Stephane Ratel weiter in gewohnter Manier seine Kundschaft und bietet mit der Intercontinental GT Challenge sogar eine alternatives WM-Konzept für die GT3-Hersteller an. Dieses wird er die nächsten 3 Jahre auch brauchen, da der immer teurer werdende GT3-Sport – hier sind wir bei mittlerweile siebenstelligen Budgets pro Auto – ein gewisses Hersteller-Engagement verlangt. Der Boom bei den GT4 (Bild) den Ratel geschlagene 10 Jahre nach Einführung dieser Klasse nun befeuert kommt nicht von ungefähr – nur hier ist noch ein Wachstumsmarkt für die grossen Hersteller vorhanden, die sich bei den GT3-Absatzzahlen darauf einstellen werden müssen das diese eher in den kommenden Jahren zurück gehen werden. Einem Tod der GT3-Szene werden wir hier dennoch nicht das Wort reden – zu oft wurde der prophezeit und die Szene präsentiert sich nach wie vor lebendig. Das „goldene Zeitalter der Sportwagen“ dauert dank der GT3 weiter an und wir sind noch mitten drin!

Das merken wir auch in der nationalen Szene. Im ADAC GT-Masters wird voraussichtlich wieder ein Feld von über 30 Autos zusammen kommen – nicht zuletzt befeuert vom organisatorischen Unvermögen einer hier lange dominierenden Tourenwagenserie die nun in ihrem voraussichtlich letzten Jahr immer mehr Teilnehmer in die GT-Szene verliert weil sie die 3 oben angeführten Grundregeln jahrelang konsequent missachtet hat. Wenn das Masters sich trotz einer gewissen „Ratel-Allergie“ an der organisatorischen Spitze noch dessen konsequenter Umsetzung einer Pro-, Pro-Am und Am-Aufteilung des Fahrerfeldes zu eigen machen würde, dann wäre die langjährige Zukunft dieser Serie auch gesichert.

Auch in den Serien der VLN Langstreckenmeisterschaft und der Creventic 24h-Serie erwarten wir nicht minder spannende Saisons wie in den letzten Jahren. Letztere hat nach langjährigem klugen Aufbau eine erste, aussergewöhnlich holprige Saison hinter sich in der man sich erstmals übernommen hatte und kehrt nun mit einem klug zusammen gestrichenen Konzept wieder auf sichere Schienen zurück.

Alles in allem wird die Sportwagenszene uns auch 2018 wieder mit interessanten Rennen versorgen daher wünscht euch das Team von GT-Eins an dieser Stelle eine guten Rutsch und ein interesantes, erfolgreiches und gesundes neues Jahr 2018!

Alpine A110 Cup

Alpinealpinea110cup hat für sein neues GT-Modell A110 einen Markenpokal in Vorbereitung der 2018 bei 6 Meetings im Rahmen verschiedenster europäischer Serien platziert werden soll. Der Pokal soll mit einer knapp 100.000€ teuren Variante des kommenden Strassenmodells, dem Alpine 110 Cup, ausgetragen werden. Das 270PS starke und nur 1080kg leichte Sportcoupé wird von einem 1,8l Turbo befeuert, der seine Power über ein 6-Gang Getriebe an die serienmässig aufgezogenen Michelin-Pneus weitergibt, die vor hin und wieder auf der Strecke erscheinenden Kurven bedarfsgerecht mit Material von Brembo verzögert werden können. Der Tank ist mit 65l für die geplanten 30 minütigen Sprintrennen ausreichend dimensioniert.

Bei Renault-Alpine plant man pro Meeting mit einer dreistündigen Tracktime bestehend aus je 2 Rennen, Qualis und Trainings von je 30 Minuten. Zum Preis des Wagens kommt noch eine Einschreibegebühr von 20.000€ für den Cup hinzu der kommenden Juni im Rahmen des Blancpain GT Serien Endurance Cup-Laufs am Circuit Paul Ricard in Le Castellet sein Debüt erleben soll. Danach soll nach einer Runde in Deutschland Anfang Juli der Cup noch bei der französischen GT4 in Dijon-Prenois, der GT-Open in Silverstone, der Europäischen Le Mans Serie in Spa-Francorchamps und dem GT-Open-Finale in Barcelona Halt machen.

Wie wir in Abu Dhabi am Rande der Gulf 12 hours erfuhren ist auch das Thema GT4 bezüglich des neuen Alpine noch nicht vom Tisch. Bei der französischen Marke liebäugelt man mit einem Kit das für einen moderaten Preis den Wagen auf das aktuelle Leistungsniveau der GT4 bringt. Dieses müsste dann zumindest einen grösseren Tank umfassen der die Teilnahme an Endurance-Läufen erlaubt. Bei dem angestrebten Preisniveau wäre der Alpine dann eher einer der preiswerteren GT4, wobei man nach Aussagen von Renault auch die laufenden Kosten pro Rennkilometer als Zielwert im Auge hat.

Die Gulf-12h-BoP

Bei den aktuellen Gulf 12 hours standen die Veranstalter vor dem Problem die LMP3 halbwegs auf das Tempo der GT3 einbremsen zu müssen. Das dies einigermassen gelang war nicht zuletzt auch das Verdienst von VLN Teamchef Mathias Holle, der schon zum wiederholten Male der Organisation um Promotor Andrea Ficarelli als technischer Kommissar unter die Arme griff. Holle erläuterte uns vor Ort die Grundzüge der für den Event spezifischen Balance of Performance:

"Die Einstufung der GT3 erfolgt auf Basis der von der GT-Open benutzten BoP. Diese haben wir zur Verringerung der Leistungsdifferenz zu den LMP3 ein wenig nach oben angepasst, indem wir bei den GT3 allgemein grössere Restriktoren, bei den Turbo-Autos mehr Ladedruck und bei allen Wagen etwas weniger Gewicht zugelassen haben. Bei den LMP3 haben wir wiederum 30kg zusätzlich reingepackt um diese etwas einzubremsen. Zudem müssen die Ligiers statt der gewohnten Michelin-Reifen die selben Pirellis benutzen die auch bei den GT3 zum Einsatz kommen. Das alles verringert die Rundenzeitdifferenz von ursprünglich 4-5s auf nur noch 1,5s. Da zudem bei den LMP3 mindestens ein Amateurfahrer mit einer definierten Stintlänge im Auto sitzt schaffen, wir es die schnellsten Pro-GT3 und die besten LMP3 auf ein Level zu nivellieren. Die GTX laufen hier nach den spezifischen Cup-Reglements - also Porsche Cup, Supertropheo und GT4."

Wie gut Holle die Aufgabe schaffte LMP3 und GT3 auf ein Level zu bringen zeigte sich gegen Ende des Rennens: die 3 Mannschaften auf dem Podium - die beiden schnellsten Ferraris von Kessel Racing und Rinaldi Racing sowie die Ultimate Racing LMP3-Mannschaft - lagen nach 302 Umläufen am Ende in einer Runde, wobei Ultimate sogar noch am Ende des ersten Rennabschnitts einen Schaltungsdefekt hinter dem Safetycar überstehen musste. An der Spitze hatten sich die GT3 und LMP3 über das gesamte Rennen hinweg einen interessanten Schlagabtausch geliefert, der Holle auch auf ein interessanten Aspekt für sein deutsches Teamengagement mit Mathol Racing brachte:

„Die LMP3 sind bei gleichem Tempo mit einem Grundpreis von 210.000€ deutlich preiswerter wie ein GT3, dessen Kosten in den kommenden Saisons immer weiter steigen werden. Eigentlich sollte man solch ein Fahrzeug auch mal auf der Nordschleife ausprobieren, weil ich glaube das man mit einer entsprechenden Einstufung ähnlich wie hier und einer zusätzlichen aerodynamischen Beschneidung die Autos auch dort zu einem gefahrlosen Einsatz bringen könnte. Ein Hauptaspekt wäre dabei, das man die Bodenfreiheit deutlich erhöht, was den aerodynamischen Groundeffekt des Unterbodens deutlich verringert und die Autos somit etwas langsamer machen dürfte als die GT3 die dann immer noch die Topklasse bilden würden. Das man solche Autos ohne Probleme in der SPX-Klasse an den Start bringen kann, haben ja schon die Glickenhaus SCG003 bewiesen, die ja auch nichts anderes als abgerüstete Prototypen sind.“

Daneben könnte sich Holle durchaus auch vorstellen sein eigenes Team einmal zu einem Einsatz bei den Gulf 12 hours an den Start zu bringen „Der Event ist noch einigermassen entspannt und hat einen gewissen Urlaubsfaktor für die Mannschaften die hier die Saison ausklingen lassen wollen. Die Location ist sowieso fantastisch und bietet für die Kundenpiloten ein aussergewöhnliches Rennen, speziell bei der Nachtatmosphäre hier. Falls ich mal nicht mehr als TK involviert bin werden wir sicher einen oder mehrere GT4 hier zum Einsatz bringen.“

Lagoona Motorpark (Saudi Arabien)

Anlagoonparkracewaylässlich der Gulf 12 hours bekamen wir auch Informationen zu einem weiteren arabischen Rennstrecken-Projekt zugespielt. Der Lagoona Motorpark ist eine in Saudi Arabien geplante Anlage die angeblich bereits im kommenden Jahr fertiggestellt werden soll. Die Anlage soll an der Küste des Roten Meeres im Umfeld der King Abdullah Economic City, einer umfangreichen, derzeit im Bau befindlichen Freihandels- und Tourismusmetropole am Roten Meer errichtet werden.

Für lagoonparkraceway2den Entwurf zeichnet die österreichische Firma Wurz Design – Test & Training International verantwortlich, die vom ehemaligen österreichischen Rennfahrer Franz Wurz und seinem Sohn, ex-Le Mans Sieger Alexander Wurz, geleitet wird. Geplanter Eröfnungstermin der Anlage, die zahlreiche Streckenvarianten ermöglicht und mit einer FIA Grade 1 Abnahme versehen werden soll ist Ende März 2018.

Gulf Sportscar Championship 2018/19

Im gsc1Rahmen der diesjährigen Ausgabe der Gulf 12 hours hat die veranstaltende Driving Force Events Organisation um Promotor Andrea Ficarelli die nächstjährige Ausrichtung der Gulf Sportscar Championship bekannt gegeben. Die als nationale Serie in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplante Rennserie soll in der Saison 2018-19 zwischen November und Februar als Winterserie 5 Sprintmeetings mit je 2 1h Rennen pro Wochenende in Abu Dhabi und Dubai abhalten.

Geplant ist ein Feld aus GT3, GT4, Cup-Autos und ausgewählten Prototypenkonstruktionen an den Start gehen zu lassen. Mit der Beschränkung als nationale Serie mit internationaler Fahrerbeteiligung will man europäischen Piloten mit nationaler A oder B-Lizenz die Möglichkeit geben über den Winter kurzfristig sich für eine internationale Rennlizenz zu qualifizieren, gsc2die für den Start z. B. im Blancpain GT Serien Endurance Cup oder der Europäischen Le Mans Serie notwendig ist. Streichresultate sollen zudem sicherstellen das die Reisekosten der europäischen Piloten sich in Grenzen halten können. Die unabhängig von den weiterhin separat organisierten Gulf 12 hours angelegte Serie soll auch der sich im arabischen Raum entwickelnden Sportwagenszene weiteren Schub geben.

Seit einem Managementwechsel in Dubai haben sich neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen den beiden kaum 100km auseinander liegenden Kursen Yas Marina Circuit und dem Dubai Autodrome ergeben. Man ist bereits mit einer Reihe einheimischer und europäischer Teams in Kontakt und plant in der ersten Saison ein Feld von 18 Autos an den Start zu bekommen. Mit der NGK-Series – einer Art „arabischer VLN“ - in der bisher GT und Tourenwagen zusammen fahren plant man ein gemeinsames Veranstaltungspaket zu schnüren. Für die Zukunft nach der Premierensaison schliesst man eine Erweiterung der Serie auch auf anderen Kurse in der Region - in Bahrain, Kuweit, oder Saudi-Arabien – nicht aus.

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