Titelentscheidungen in Portimao

Beim Saisonfinale der Europäischen Le Mans Serie in Portimao (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) hat das G-Drive-Trio Roman Rusinov, Mikkel Jensen und Nyck de Vries die mittlerweile 4 Rennen anhaltende Siegesserie der United Autosports Mannschaft unterbrechen können und dem britisch amerikanischen Team damit die perfekte Saison verhagelt. Das unter russischer Flagge mit dem französischen Einsatzteam von TDS Racing antretende Trio setzte sich im Rennen gegen die bislang dominierende anglo-amerikanische Truppe durch, die sich im Hinblick auf das kommende 24 Stunden Rennen von Le Mans 2021 darauf konzentrierte sowohl den Vizemeistertitel für die #32 von Will Owen, Alex Brundle und Job van Uitert als auch den LMP3-Titel in trockene Tücher zu bringen. Dies gelang mit einem vierten Platz des Trios, die den letzten Podiumsplatz ihren Teamkollegen Felipe Alburquerque und Phil Hanson - den neuen, schon beim vorletzten Lauf in Monza zu den neuen Meistern der Serie 2020 gekrönten Piloten - überlassen mussten. Auf Platz 2 fuhr das Duqueine Racing Trio Tristan Gommendy, Jonathan Hirschi und Konstantin Tereschenko das beste Saisonergebnis des Jahres ein.

In der LMP3 holte sich United Autosports mit der #2 von Wayne Boyd, Tom Gamble und Robert Wheldon nicht nur stilgerecht den 4. Saisonsieg im 5. Rennen sondern auch den Klassentitel sowie die dritte Le Mans-Wildcard für das Team.

Der spannendste Kampf des Rennens war jedoch in der GTE-Am zu verfolgen wo sich die beiden Meisterschaftskontrahenten des Teams Dempsey-Proton Racing mt Christian Ried, Alessio Piccariello und Michele Beretta sowie Kessel Racing mit Michael Broniszewski, David Perel und Nikki Cadei ein Kopf an Kopf Duell um den Klassensieg und die Meisterschaft lieferten. Dieses mündete am Ende in die denkbar knappste Entscheidung der ELMS-Geschichte: Nachdem der Porsche die Ziellinie 32s von dem Ferrari kreuzte und beide Teams bei 99 Punkten und je 2 Siegen, 2 zweiten und je einem dritten Platz standen, entschied der erste erzielte Sieg beim Saisonauftakt durch Proton die Meisterschaft zugunsten der deutschen Porsche-Truppe, die damit den zweiten GTE-Meistertitel in der Serie nach 2018 einfuhr und damit zum ersten Team avancierte, das einen zweiten Titel seit 2013 - der Einführung einer einheitlichen GTE-Klasse – erringen konnte.

ELMS-Finale 2020 in Portimao

Mit einem Feld von 36 Teilnehmern geht an diesem Wochenende am Sonntag das Finale der ELMS 2020 im portugiesischen Portimao über die Bühne. 14 LMP2, 12 LMP3 und 10 GTE-Teams werden am Sonntag gegen 12 Uhr MEZ zum vierstündigen Finale der Serie starten. Auch wenn mit dem United Autosports Duo Phil Hanson und Felipe Alburquerque die neuen Meister schon feststehen, geht es noch um Titel in 2 Klassen und die damit zusammenhängenden Le Mans Einladungen.

In der LMP2 fehlt lediglich der Dragonspeed-LMP2-Oreca. In der LMP3 geht es zwischen dem United Autosports Trio Rob Wheldon, Tom Gamble und Wayne Boyd, sowie dem 10 Punkte zurück liegenden Inter-Europol-Piloten und schon 2-fachen ELMS-LMP3-Vizemeister Martin Hippe um den Titel in der kleinen Prototypenklasse. Hippe wird dabei wieder wie in Monza von Dino Lunardi im Ligier JS P320 LMP3 unterstützt. Chancen auf den Titel haben zudem noch das Realteam Racing Duo David Droux und Esteban Garcia.

In der GTE verstärken 2 WEC-Teams das reguläre Feld. Die Crew des AF Corse Ferraris #83 – Francois Perrodo, Emanuel Collard und Alessio Rovera wird dieses Mal mit der #88 zum Rennen antreten. Zudem startet der Gulf Racing Porsche mit Ben Barker, Andrew Watson und Michael Wainwright in Portugal. Der Titelkampf in der GTE-Am-Klasse entscheidet sich zwischen dem Kessel Racing Ferrari von David Perel und Michael Broniszewki und dem Proton Competition Porsche von Christian Ried, Michele Beretta und Alessio Piccariello, die um 7 Punkte getrennt an der Spitze ihrer Klasse liegen.

Insgesamt 5 Le Mans-Einladungen – je 2 an die Bestplazierten der LMP2 und GTE sowie eine an den Meister der LMP3 – werden am Ende der Saison in der Serie vergeben. Das Rennen startet um 12 Uhr MEZ am Sonntag und kann über die Website der Europäischen Le Mans Serie sowie dem Youtube-Kanal der Serie verfolgt werden.

Zweite Masters-Runde in der Lausitz

Am kommenden Wochenende hält das ADAC GT-Masters das sechste Saisonmeeting am Eurospeedway Lausitzring ab. Die ursprünglich in Zandvoort geplante und wegen der eskalierenden COVID-!9-Lage in den Niederlanden erneut an den Schauplatz des Saisonauftakts verlegte Runde hat ein Feld von 30 Teilnehmern angezogen. Zwei Mannschaften fehlen im Vergleich zur letzten Runde - dafür kommen die beiden am Red Bull Ring fehlenden Belgian Audi Club Team WRT-Audis wieder hinzu.

Neben dem lediglich in Österreich als Gaststarter engagierten YACO-Racing-Team fehlt beim zweiten Auftritt des Masters in der Lausitz auch der #17 KÜS Team 75 Bernhard Porsche von Simona di Silvestro und Klaus Bachler. Der 911´er verunfallte Anfang der Woche bei einem Testeinsatz in Oschersleben und konnte bis zum Meeting in der Lausitz nicht wieder in Ordnung gebracht werden. Zumindest Klaus Bachler hat einen Ersatzplatz gefunden – er wird an Bord des #99 Herberth Motorsport Porsches Sven Müller ersetzen der wegen Erkältungssymptomen die Runde an der Seite von Robert Renauer auslassen muss.

Auch sonst gibt es eine Reihe von Umbesetzungen zu vermelden. Zwar kommen die beiden WRT-Audis zurück doch statt Mirko Bortolotti und Rolf Ineichen starten in der #30 Benjamin Goethe und Frederic Vervisch. Da Rahel Frey an diesem Wochenende beim ELMS-Finale in Portimao gefragt ist, startet auf dem #4 Aust Audi Markus Winkelhock an der Seite von Hendrik von Danwitz. Auf dem #8 HCB Rutronik Racing Audi wird die erkrankte Carrie Schreiner von Hamsa Owega vertreten. Auf dem BKK-Mobil AMG #21 ersetzt Hendrik Still ex-Champion Daniel Keilwitz. Ernster sind dagegen die Fehlgründe der beiden BMW-Piloten Nick Yelloly und Jens Klingmann. Die beiden haben sich im Rahmen des Spa-Einsatzes mit dem COVID-19 Virus angesteckt und werden am Lausitzring durch Sheldon van der Linde (bei Schubert) und Augusto Farfus bei MRS GT-Racing ersetzt.

Im Rahmen der 2. Runde des Jahres auf der ostdeutschen Strecke leistet sich das Masters eine Premiere: erstmals wird die „lange“ 4,57km lange Streckenvariante benutzt, während die Serie bei den bislang absolvierten Auftritten lediglich die 3,48km lange Variante benutzt hat. Allerdings wirft die landesweit eskalierende Pandemielage auch unabhängig von den erkrankten Piloten einen langen Schatten über die Runde. Zuschauer sind nicht zugelassen und auch die bislang akkreditierten Pressevertreter werden von der Berichterstattung vor Ort ausgeschlossen.

Angesichts des landesweit am Montag in Kraft tretenden Lockdowns ist es mehr als wahrscheinlich, das die letzte Runde in Oschersleben gar nicht mehr ausgetragen wird und der Meister der Serie somit schon am Sonntag feststeht. Ein offizielles Statement der Serie dazu wird im Verlauf dieses Wochenendes zu erwarten sein.

Aus für die NLS 2020!

Das Finale der Nürburgring Langstrecken Serie 2020 findet nicht statt. Der für den 7. und 8. November geplante Double-Header ist aufgrund der aktuellen COVID-19-Entwicklung und den damit verbundenen Maßnahmen, das Infektionsgeschehen einzudämmen, nicht realisierbar. Dies hat die Serie eben just bekannt gemacht.

„Wir haben bis zuletzt daran gearbeitet, unsere Veranstaltung mit einem der Entwicklung der Pandemie angepassten Hygiene-Konzept durchführen zu können“, sagt Christian Stephani, Geschäftsführer der VLN VV GmbH & Co. KG. „Die am Mittwoch von der Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lassen, nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden, keinen Spielraum, unsere Rennen zu veranstalten. Unter anderem sollen jegliche Kontakte auf ein Minimum heruntergefahren werden. Dem tragen wir mit der Absage Rechnung. Unsere Saison ist somit vorzeitig beendet und wir stecken nun alle Energie in die Planungen für die Saison 2021.“

Schon der vorletzte sechste Saisonlauf war vor 10 Tagen aufgrund der aktuellen nationalen Entwicklungen bei der Pandemie-Situation abgesagt worden. Damit ist auch klar das das 48. TOTAL-24h Rennen am Nürburgring in diesem Jahr das Finale des Rennbetriebes auf der weltberühmten Nordschleife markiert hat. Meister der Serie 2020 dürften somit erneut die Adrenalin-Piloten Danny Brink, Phillip Leisen und Christopher Rink sein, die damit ihren 2 Titel nach dem Titelerfolg 2018 eingefahren hätten. Allerdings stehen noch die offiziellen Ergebnisse unter Berücksichtigung der Streichresultate aus.

Creventic plant 24 Stunden von Sebring

Die Creventic Gruppe hat kurz vor dem nach Mugello verlegten Finalwochenende 2020 (wir berichteten) bereits einen neuen Coup für das Saisonfinale der kommenden Saison verkündet: 2021 will man die Saison der Serie mit einem 24h Rennen im amerikanischen Sebring beschliessen. Dies hat man gestern abend auf Radio Le Mans verkündet. Demnach hat die Serie nach 3 Jahren auf dem Kurs im texanischen Austin – der vierte Auftritt in diesem Jahr fiel der COVID-Pandemie zum Opfer – einen neuen Austragungsort in Nordamerika gefunden.

Die niederländische Veranstalter-Gruppe, die schon seit einigen Jahren ihren europäischen Kalender um 2 internationale Events in Dubai und in Nordamerika ergänzt und daraus eine „Continental 24h Series“-Teilserie kreiert, übernimmt dabei jenen November-Termin von der IMSA den diese in der laufenden Saison für die aufgrund der COVID-Pandemie verlegten 12h von Sebring nutzt. Bisher hatte die IMSA dort das Michelin-Sportscar Encore Wochenende ausgetragen, das aber ab dem nächsten Jahr nicht mehr zur Austragung kommen soll. Mit dem für GT- und Tourenwagen geplanten 24h-Event am 12-14.November 2021 holt man sich einen adequaten Ersatz.

Das 24h-Rennen in Sebring wäre der bislang längste Event auf dem Traditionskurs in Florida. Zwar hält der Porsche Club of America jeden Winter dort ein “48 Hours of Sebring” Meeting ab aber dabei werden lediglich die Renndauer der Einzelrennen und Trainingssessions addiert. Die Strecke in Sebring hat jedenfalls den niederländischen Veranstaltern umfangreiche Hilfe bei der Bewerbung des neuen Events angekündigt.

Wie sich genau der Kalender der Saison 2021 der Serie zusammensetzen wird wird wohl erst nach dem Frühjahr nach einem witterungsbedingten Abebben der augenblicklichen COVID-19-Welle zu erfahren sein.

Abu Dhabi wird AsLMS-Stammstrecke 2021

Der ACO hat erneut eine Kalenderänderung für die Asiatische Le Mans Serie-Saison 2020/21 bekannt gegeben. Statt auf den beiden Kursen in Sepang und Burinam wie noch im Frühjahr verkündet, soll die nächste und 8.Saison des asiatischen Serienablegers komplett in Abu Dhabi auf dem Circuit Yas Marina abgehalten werden. Dort sollen zwischen dem 4. und 20. Februar an zwei um 2 Wochen auseinander liegenden Wochenenden jeweils 2 4h Rennen absolviert werden. Diese sollen zudem auf unterschiedlichen Streckenkonfigurationen und zu unterschiedlichen Tageszeiten stattfinden um der Saison die aufgrund der selben Location fehlende Vielfalt wieder zu geben.

Als Grund für die nochmalige Änderung führt der ACO die aufgrund der wiederaufflammenden COVID-19-Pandemie drohenden Einreisebeschränkungen im asiatischen Raum an. Diese könnten durch eine Beschränkung auf nur noch einen Veranstaltungsort am wirkungsvollsten abgefangen werden. Die Strecke in den arabischen Emiraten qualifizierte sich dabei durch einen hinreichend freien Veranstaltungskalender. Zudem werden für das Gros der europäischen Teilnehmer die Reisekosten etwas geringer ausfallen.

Auf der anderen Seite kommen auf die wenigen asiatischen Teams die man bislang gewinnen konnte nun möglicherweise etwas höhere Reisekosten zu. In den 7 Jahren ihres Bestehens ist die AsLMS bislang nur in Fernost angetreten. Im arabischen Raum tritt man erstmals an. Der Yas Marina Circuit ist die neunte Strecke in der Geschichte der Serie die zum Einsatz kommt. Die Vereinigten Arabischen Emirate repräsentieren die siebte Nation in der man seit der Gründung der Serie antritt.

MLMC Saison Finale in Portimao

mlmc startWie in Monza nehmen beim Michelin Le Mans Cup-Finale auf dem Autodromo do Algarve wieder 24 Teilnehmer das Rennen unter die Räder. Die GT3 Fraktion ist mit fünf Ferrari 488 GT3 vertreten, aufgeteilt in 3 Fahrzeuge von Iron Lynx und 2 von Kessel Racing . Und wie in Monza möchte der Porsche 911 GT3 R vom PZ Oberer-Zürichsee by TFT sicher wieder den Hecht im Ferrari Teich spielen. Mit 106 Punkten ist der Fahrer & Team Titel bereits an die #8 von Iron Lynx gegangen. Um den Vize Titel streiten sich der #74 Ferrari von Kessel Racing mit Michael Broniszewski und David Perel, welche 74 Punkte haben, mit der #2 Porsche 991 GT3 R Besatzung Nicolas Leutwiler & Julien Andlauer mit 55 Zählern auf dem Konto.

Bei den LMP3 können wir einen Dreikampf zwischen DKR Engineering und den Verfolgern von Cool Racing und Graff Racing erwarten. Die Punktestände vor dem letzten Rennen lt. MLMC Tabelle: #3 DKR 105 /#37 Cool Racing 85 /#26 Graff Racing 64,5 /#69 Cool Racing 59 Um den erneuten Titel zu verpassen müsste allerdings für Jean Glorieux und Laurents Hörr alles schieflaufen. Bereits mit dem erreichen der Pole Position und dem einen Bonus Punkt, würde schon vor dem Renn Start der Titel an DKR Engineering gehen.

Das Quali startet am 31.10.2020 um 10.55h und am gleichen Tag um 14.50h das 2 Stunden Rennen. Bilder und Live Timing gibt es wie üblich auf der Homepage des Michelin Le Mans Cup und bei youtube.

24 Serie verlegt Finale 2020

Die niederländische Creventic Gruppe hat heute die Verlegung ihres in 3 Wochen geplanten Serienfinales nach Mugello bekannt gegeben. Ursprünglich sollte der letzte Lauf der 24 Stunden-Serie 2020 mit einem 12h Rennen auf dem niederländischen Circuit Zandvoort stattfinden. Dies wäre das vierte Mal gewesen das die Serie ein solches Rennen auf dem designierten holländischen F1-Kurs absolviert hätte. Da die Niederlande aufgrund der eskalierenden Fallzahlen im Zuge der zweiten Covid-19-Welle nun Sportveranstaltungen aufgrund des national beschlossenen Lockdowns wieder ausgesetzt haben, wird man stattdessen nun die fünfte Ausgabe der 12h von Mugello bestreiten, die die Serie erstmals 2014 auf dem italienischen Kurs in der Toskana ausrichtete.

Gemäß einen Mitteilung der Serie haben sich 15 Teams bereit erklärt ihre für Zandvoort abgegebene Nennung auch in Mugello zum Einsatz zu bringen – unter anderem sind 2 Herberth Motorsport Porsche 991 GT3 R, ein Mercedes AMG GT3 der MP Motorsport Mannschaft und ein Renault RS 01 der Equipe Verschuur in der Nennliste verzeichnet. Der Serie liegen nach eigenen Angaben darüber hinaus auch Anfragen von CN Prototypen Teams vor, die das Feld bis in 3 Wochen noch verstärken könnten.

Mit den bislang absolvierten Runden in Dubai, Portimao, Monza, Hockenheim und Enna Pergusa hätte die 24h Serie inklusive Mugello dann 6 Rennen veranstaltet, was angesichts der Umstände eine ordentliche Saison wäre.

Lambo GT2 kommt nun doch!

leipert superttropheoAm Rande der traditionellen SRO-Pressekonferenz beim 24 Stunden Rennen von Spa-Francorchamps wurde beiläufig bekannt, das Lamborghini nach langem Zögern nun doch den lange vermuteten Einstieg in die neue GT2-Klasse mit einer speziellen Version des Lamborghini Huracán Supertropheo evo vollziehen wird. Wie Lamborghini Sportchef Giorgio Sanna unseren Kollegen von Sportscar 365 gegenüber bestätigte, haben die Arbeiten an einem entsprechenden Aerokit begonnen mit dem der mit dem GT3 verwandte Markenpokal-Bolide der Supertropheo auf den Leistungsstand der GT2-Klasse abgerüstet werden soll.

Lamborghini hatte diese naheliegende Variante des Huracan bislang nach einigen Prüfungen ausgeschlossen, vielleicht weil man sich mit dem Triebwerk eher am unteren Ende des angepeilten Leistungsspektrums der GT2 von 650-700 PS bewegt. Nachdem aber nun auch der lediglich 600 PS starke KTM GTX/GT2 in die Klasse eingeBoPt wurde und auch der lediglich 640 PS starke Audi GT2 als neue Referenz der Klasse angesehen wird, schwanden wohl die Bedenken seitens Lamborghini den 620 PS leistenden Boliden für die neue Gentleman-Pilotenklasse homologieren zu lassen.

Lamborghini kommt dabei entgegen das mittlerweile wohl an die 300 Wagen vom Supertropho Huracan gebaut worden sind und für die GT2-Charakteristik die Aerodynamik des diesbezüglich hochentwickelten Markenpokalfahrzeugs lediglich mittels eines speziellen Kits abgerüstet werden muss. Das eröffnet den Einsatzteams die Möglichkeit die Wagen nach kurzem Umbau sowohl bei den Markenpokaleinsätzen in den 4 existierenden Serien in Europa, Asien, der Golfregion und Nordamerika als auch in den noch kommenden GT2-Einsatzserien in diesen Regionen an den Start zu bringen.

Die GT2 war 2018 von der SRO eingerichtet worden um ambitionierten Privatpiloten eine leistungsstarke Alternative sowohl zur professionellen, aber aerodynamisch diffizilen GT3, als auch zur leistungsschwächeren GT4 zu bieten. Durch die überlegene Geradengeschwindigkeit, gepaart mit einer abgerüsteten Aerodynamik liegt die Rundenzeiten-Performance der GT2 dabei etwa zwischen der GT3 und der GT4. Für Langstreckeneinsätze, die die Wartungskosten in die Höhe treiben würden, sind die Autos nicht gedacht.

Mit Lamborghini bekennt sich nun der vierte Hersteller zur neuen SRO-Produktionssportwagenkategorie. Interessant dabei: alle 4 Marken haben einen Bezug zum Volkswagen-Konzern! Porsche, Audi und Lamborghini sind 3 der 8 Automobilmarken die unter dem Dach des Konzerns versammelt sind. KTM hingegen bezieht die Triebwerke von Audi. So werkelt im Heck des GTX/GT2 ein 5-Zylinder-Turbomotor von Audi auf Basis des EA 855 evo DAZA-Blocks.

Rowe Racing gewinnt zweiten 24h Klassiker 2020

Die 72.ten 24h von Spa-Francorchamps sind mit dem 8.Sieg eines Porsche in der 96 jährigen Geschichte des Klassikers zu Ende gegangen. Das britisch-neuseeländisch-belgische ROWE Racing Fahrertrio Nick Tandy, Earl Bamber und Laurens Vanthoor querte am Sonntag die Ziellinie mit einem für ein 24h-Rennen hauchdünnen Vorsprung von lediglich 4,6s auf den Audi Sport Attempto Racing Audi R8 LMS GT3 von Mattia Drudi, Patric Niederhauser und Frederic Vervisch. Platz 3 eroberte in der dramatischen Endphase des spannungsreichen Rennens ebenfalls eine Porsche-Crew. Das Dinamic Motorsport Trio Matteo Cairoli, Christian Engelhart und Sven Müller sicherte sich in der Endphase nach einem harten Kampf gegen den AF Corse Ferrari F488 GT3 den letzten Platz auf dem Podium.

Der ROWE Racing Mannschaft gelang somit nach dem BMW Sieg bei der Ausgabe 2016 der zweite Gesamtsieg beim belgischen 24h-Klassiker mit dem zweiten Hersteller. Zudem hat man dieses Jahr mit den 24h von Spa-Francorchamps und am Nürburgring die beiden wichtigsten 24h-Klassiker für GT3-Fahrzeuge für sich entscheiden können - mit 2 verschiedenen Marken! Porsche verbuchte nach dem Sieg der GPX-Mannschaft im Vorjahr schon den zweiten Sieg in Folge.

Dabei stand dieser in den letzten 2 Runden noch auf der kippe. Schlussfahrer Nick Tandy hatte in der vorletzten Runde einen Getriebeschaden am führenden Porsche erlitten, der erst in der nassen Endphase des Rennens seine Vorteile gegenüber der Konkurrenz ausspielen konnte und durch einen ausgelassenen Reifenwechsel beim letzten Boxenstop taktisch bedingt an der Spitze des Feldes landete. Doch weil dieser daraufhin eine Ölspur auf der nassen Strecke zu legen begann, konnte der knapp dahinter her rutschende Attempto-Audi von Frederic Vervisch nicht mehr auf den langsamer werdenden Porsche aufschliessen. Mit einem ziemlich lärmenden Getriebe, das wohl kaum eine Runde mehr überstanden hätte, kreuzte Tandy die Ziellinie und fuhr damit seinen bislang grössten Saisonerfolg ein.

8 Wagen befanden sich am Ende des Rennens noch in der Führungsrunde. Dies war auch darauf zurückzuführen das insgesamt 18 Full Course Yellow-Phasen mit insgesamt 14 darauf folgenden Safetycars das Feld immer wieder zusammen stauchten. Die bislang in der Spa-Geschichte einzigartige Herbst-Ausgabe – noch nie fand der Ardennenklassiker so spät im Jahr statt – sorgte mit wechselhaften Ardennenwetter für zahlreiche Zwischenfälle die immer wieder das Safetycar auf den Plan riefen. Nur 31 der 56 gestarteten Mannschaften konnten am Ende die Zielflagge entgegen nehmen. Richtig nass und somit zum Porsche-Wetter wurde es jedoch erst 3 Stunden vor dem Rennende.

Zuvor hatten bereits einige Favoriten die Waffen strecken müssen. Der von der Pole gestartete und lange führende AKKA-ASP Mercedes AMG GT3 von Raffaele Marciello & Co verlor in der Nacht nach einem massiven Bremsscheiben-Versagen ein Rad und wurde mit massiven Aufhängungsschäden vom Rennen zurück gezogen. Der danach lange führende FFF Racing Lamborghini Huracán GT3 evo von Lind/Mapelli/Caldarelli verunfallte nach 16 Rennstunden auf feuchter Strecke in der Radillion Kurve. Audis vielleicht aussichtsreichstes Auto, der #31 WRT-Audi von Mies/van der Linde/Vanthoor war schon nach 6h mit einem Motorschaden ausgeschieden. BMW´s einzige Top-Fahrzeuge, die beiden Walkenhorst-M6 wurden durch Karambolagen bzw Unfälle aus dem Rennen gerissen. Gegen Sonntag Morgen hatte sich ein Vierkampf an der Spitze zwischen den beiden Top-Audis von Sainteloc & Attempto Racing sowie den Ferraris von AF Corse und SMP Racing entwickelt. Doch die Ferraris wechselten bei einsetzendem Regen zu spät auf Regenreifen und Porsche hatte gegen Ende genügend Reserven um einen Reifenwechsel am späteren Siegerfahrzeug auszulassen.

Der Sieg in der Pro-Am-Klasse ging an die Barwell Motorsport Lamborghini-Mannschaft mit der Besatzung Leo Machitski, Sandy Mitchell , Ricky und Robert Collard. Die Silver-Klasse gewann der Haupt Racing Team Mercedes AMG GT3 von Sergey Afanasiev, Gabriele Piana , Michele Beretta und Hubert Haupt. Am-Sieger wurde auf dem 31.ten und Platz das französische CMR-Bentley-Quartett Romano Ricci, Stéphane Tribaudini, Stéphane Lémeret und Clément Mateu die als einziges Team in ihrer Klasse ins Ziel kamen.

Der vollständige Rennbericht vom Rennen 2020 kann mitsamt zahlreicher exklusiver Fotos unter diesem Link eingesehen werden.

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