Der Rennbericht zu den 6h von Spa-Francorchamps 2019...

... der 7. Runde der FIA Langstrecken Weltmeisterschafts-Supersaison 2018/19 ist unter diesem Link auf unseren Seiten zu finden. 34 Mannschaften werden heute bei mutmasslich widrigen Bedingungen die Ardennen-Achterbahn unter die Räder nehmen. Toyota hat sich die Doppelpole gesichert, hat aber dank der neuen nun endlich deutlich Privatteam-freundlicheren EoT weit weniger Abstand auf die privaten LMP1 als noch vor einem Jahr. Der Bericht der vorangegangenen Sessions sowie zahlreiche Bilder und der heute noch folgende Bericht vom Rennen kann man in unserem Rennbericht finden.

Die Starter des Audi R8 Seyffarth Cup 2018

An AudiR8Cup 3diesem Wochenende startet der Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup in Hockenheim in seine zweite Saison. 14 fest eingeschriebene Piloten sind für den Saisonauftakt des Markenpokals gemeldet. An der Spitze der Nennliste steht dabei Rahel Frey, die im Audi R8 Cup außerdem die Rolle der Mentorin für die anderen Fahrer übernimmt. Dem neuen Champion und Nachfolger von Vorjahresmeister Kris Heidorn winkt als Preis eine Testfahrt in einem DTM-Fahrzeug aus dem Hause Audi.

Mit Frey messen sich in diesem Jahr 13 Piloten aus Deutschland, Polen, der Schweiz und Italien, darunter auch vielversprechende Nachwuchstalente. Der 19-jährige Maximilian Paul schaffte beispielsweise schon in dieser Saison den Sprung ins ADAC GT-Masters, er bleibt dem Audi R8 Cup aber weiterhin treu. Auch das Trio Robin Rogalski, Mike Hesse und Patrick Schneider, das im vergangenen Jahr die Ränge 4-6 der Gesamtwertung belegte, hat sich erneut eingeschrieben.

Starterfeld 2019 (Stand 02. Mai 2019):
3 Rahel Frey (CH)
4 Mike Hesse (D)
6 Fabio Citignola (D/I)
24 Christian Wicht (D)
27 Jedrzej Szczesniak (PL)
29 Patrick Schneider (D)
30 Max Zschuppe (D)
32 Tim Reiter (D)
35 Rudolf Ryhn (CH)
44 Matthias Kämpf (D)
71 Maximilian Paul (D)
77 Robin Rogalski (D)
83 Christian Neubecker (D)
94 Tom Spitzenberger (D) 

In den Wintermonaten hat die Organisation des Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup um Leiter Rüdiger Seyffarth weiter am sportlichen Reglement gefeilt und leichte Nachbesserungen vorgenommen. Wenn ein Fahrzeug nun ohne Verschulden des betreffenden Fahrers vor Ort irreparabel beschädigt wird, darf dieser unter Umständen in ein Ersatzfahrzeug steigen. Dabei wird jeder Fall von der Rennleitung, den Sportkommissaren und der Leitung des Cup einzeln geprüft.

AudiR8Cup 1

Debrief ADAC GT Masters – Oschersleben

Am vergangenen Wochenende (der Link führt direkt zum Rennbericht) fanden in der Motorsport Arena Oschersleben die beiden ersten Rennen der diesjährigen ADAC GT Masters Saison statt. Bei wechselhaften Witterungsbedingungen kamen immerhin gut 25.000 Zuschauer in die Magdeburger Börde.
Oschersleben 2019 fight
Das gesamte Veranstaltungspaket konnte sich sehen lassen. Neben dem GT Masters stand erstmals die neue ADAC GT4 Germany auf dem Programm, dazu ADAC TCR Germany und ADAC Formel 4. Als einzige Top-Serie des Gesamtpakets fehlte in Oschersleben der Porsche Carrera Cup Deutschland.

31 GT3-Fahrzeuge von acht verschiedenen Herstellern traten zu den Läufen 1 und 2 der neuen Saison an. Nur gut zwei Wochen zuvor hatte man sich an gleicher Stelle zu den alljährlichen Vorsaisontests verabredet.
Anstelle der im letzten Jahr von Schubert Motorsport eingesetzten Honda NSX, gibt es heuer die Rückkehr von Aston Martin unter der Bewerbung von PROpeak Performance zu sehen. Das Auto #99 wird von Daniel Keilwitz und AMR-Werks- und Ex-BMW-DTM-Fahrer Maxime Martin pilotiert.Osch 99

Um es gleich vorwegzunehmen, das Debüt des Teams hatte Licht und Schatten. Nach Startplatz 15 und Position 10 am Samstag für Keilwitz / Martin sowie Startplatz 16 und Position 14 am Sonntag, also auf Anhieb zweimal in den Punkten, wurde das Fahrzeug jeweils nach der technischen Kontrolle im Parc fermé disqualifiziert.
Am Samstag wegen eines nicht aktivierten Feuerlöschers, am Sonntag ebenso wie das Schwesterfahrzeug #98 mit Hugo de Sadeleer und Valentin Hasse-Clot wegen Abweichungen beim Overboost Druck des Turbos.
Ein Problem, von dem auch in der Vergangenheit andere Teams, die Fahrzeuge mit Turbomotoren eingesetzt haben, ein leidvolles Lied singen können!
Trotzdem gibt die Gesamtperformance des Teams allen Grund zu Optimismus.

Apropos Licht und Schatten, die gab es auch gleich wieder zu Saisonbeginn auf offizieller Seite. Zugegeben, die Startprozedur gab diesmal wenig Anlass zur Beanstandung. Dafür kam es beim Rennen am Sonntag zu einem Eklat.

Der Polesitter, der ORANGE1 by GRT Grasser Lamborghini Huracán GT3 Evo #63 mit Christian Engelhart und Mirko Bortolotti wurde nach dem Boxenstopp völlig zu Unrecht wegen eines Verstoßes gegen Art. 39.2 des GT Masters Reglements zu einer Durchfahrtstrafe verdonnert und wurde damit um den Sieg oder zumindest um die Chance auf einen Podestplatz gebracht.
Startaufstellung Osch R2
Zwischenzeitlich hat man von offizieller Seite versucht die Panne aufzuklären.
Bei der Einfahrt des Lamborghini #63, mit schleichendem Plattfuß, in die Boxengasse, wurden fälschlicherweise zwei Zeitnahmeimpulse ausgelöst. Ein regulärer und ein schwächerer, sogenannter Phantomimpuls. Das Auftreten eines solchen Phantomimpulses hat es auch in der Vergangenheit immer wieder einmal gegeben.
Dieser ist scheinbar auch von den jeweiligen baulichen Gegebenheiten (enge Boxengasseneinfahrt etc.) sowie den technischen Einrichtungen für die Zeitnahme (Verlauf, Zustand der Induktionsschleifen u.ä.) abhängig.
Wegen des notwendigen Reifenwechsels wurde die minimale Boxenstoppzeit nach Reglement um 10 Sekunden verlängert. Allerdings wurde der verspätete zweite (Phantom)Impuls zur Ermittlung der Dauer des Boxenstopps herangezogen. So ergab sich fälschlicherweise eine Unterschreitung der Mindestzeit.
Offenbar ohne gründliche Prüfung (wie man bei der späteren Überprüfung feststellte, war dies das erste Mal überhaupt an diesem Wochenende, dass ein Phantomimpuls auftrat), wurde der Reglementverstoß an die Rennleitung gemeldet. Diese verhängte umgehend die dafür vorgesehene Sanktion in Form einer Durchfahrtstrafe.
Oschers R2 EFP12 Spin
In der Rückschau also im Prinzip eine Kombination von technischem und menschlichem Versagen. Erst trat ein technisch bedingter Fehler auf, der dann nicht mit der gebotenen Sorgfalt manuell überprüft und deshalb auch nicht rechtzeitig erkannt wurde.
Und genau aus dieser Erkenntnis ergeben sich die Optionen einer zukünftigen Vermeidung eines solchen Zwischenfalls.

Erstens ist es möglich, automatisiert, technisch zu detektieren, ob innerhalb einer definierten, logischerweise sehr kurzen, Zeitspanne ggf. ein zweiter Impuls für dasselbe Fahrzeug ausgelöst wurde. Der Fehler sollte dann automatisch erkannt und manuell überprüft, respektive korrigiert werden.

Zweitens ist es möglich, einen definierten Schwellenwert für die Stärke eines aufgetretenen Impulses festzulegen, oberhalb dessen überhaupt erst eine Impulserfassung erfolgen soll. Das ist nach Angaben von offizieller Seite z.Zt. bereits praktisch so im Einsatz, müsste aber evtl. ein Feintuning erfahren.

Und zu guter Letzt müsste jede Unterschreitung der vorgeschriebenen Boxenstoppdauer immer erst manuell sorgfältig geprüft werden, bevor eine Meldung an die Rennleitung erfolgt.
Die Zeit dazu wäre, man befindet sich schließlich erst etwa bei der Hälfte der Renndistanz. Ob eine etwaige Durchfahrtstrafe eine Runde früher oder zwei später verhängt wird, ist in der Regel nicht so gravierend, wie eine nicht wieder rückgängig zu machende, Ergebnis beeinflussende, Fehlentscheidung.Oschers R2 Ineichen Grasser

Dennoch muss man an dieser Stelle auch klar feststellen, dass Fehler, gleich welcher Art, immer und überall im Leben und damit auch im Motorsport, nicht nur im Fußball, möglich sind und es nie eine hundertprozentige Sicherheit für nichts geben wird.

Wie GT-EINS in Erfahrung bringen konnte, hat sich die Zeitnahme beim Teamchef von ORANGE1 by GRT Grasser, Gottfried Grasser persönlich, für den Fehler entschuldigt. Das ist gut und nicht mehr als richtig!
Natürlich ist es trotzdem super schade, denn gerade Mirko Bortolotti und Christian Engelhart hätte man nach den vorangegangenen Problemen an diesem Wochenende, einen Erfolg am Sonntag mehr als gegönnt!

Nun aber zurück zu den sportlichen Ergebnissen. Beim Qualifying am Samstagmorgen gab es eine handfeste Überraschung in Form der Pole position von Marvin Dienst, bei der Rückkehr von Schütz Motorsport im Mercedes-AMG #36 sowie des zweiten Platzes von Mattia Drudi im Team EFP Car Collection by TECE Audi R8 #12. Christian Schütz hätte vor lauter Freude platzen können.
Auch die vierte Startposition von David Jahn in der Corvette C7 #13, bei seiner Rückkehr zu RWT Racing von Gerd Beisel, sorgte für Aufsehen.
Osch Start R1
Sieger des Rennens am Samstag waren letztlich nach einer megastarken Leistung, Markus Pommer und Marvin Kirchhöfer, von P5 gestartet, in der Callaway Competition Corvette #77, vor Patric Niederhauser und Kelvin van der Linde (Startposition 3) im HCB Rutronik Audi R8 #31, ein verdammt starkes Debüt des Teams, und Jeffrey Schmidt und Christopher Haase im pinken BWT Mücke Motorsport R8 LMS #25. Auch dies eine sehr solide Leistung.Oschers R1 Kirchoefer Parc Ferme


Am Sonntagmorgen sicherte sich Mirko Bortolotti im ORANGE1 by GRT Grasser Lamborghini #63 unter schwierigen Bedingungen die Pole vor seinem italienischen Landsmann Matteo Cairoli im KÜS TEAM75 Bernhard Porsche #18. In der zweiten Reihe das Meisterauto von Precote Herberth Motorsport #1 mit Thomas Preining am Volant. Daneben ein in den wechselnden Konditionen stark fahrender Dries Vanthoor im R8 LMS #28.
Osch R1 63118

Am Ende ging der Sieg an Thomas Preining und Robert Renauer im Porsche 911 GT3 R #1 vor Vanthoor und seinem Partner Ricardo Feller, der im Rennen ebenfalls einen super Job machte.

Etwas Konsolidierung für ORANGE1 by GRT Grasser mit dem dritten Platz von Franck Perera und Rolf Ineichen im Huracán #82 sowie dem fünften Rang für Marco Mapelli und Michele Beretta im Lamborghini #19. Für Bortolotti / Engelhart blieb am Ende nur der enttäuschende 21. Platz.

Nach dem ersten Schlagabtausch der Saison, läßt sich selbstverständlich noch kein klarer Favorit für den Titel ausmachen. Aber, es gab bereits einige positive Überraschungen. Wie bereits im letzten Jahr, dürfen wir einen überaus spannenden Kampf und enge Rennverläufe erwarten.

Weiter geht es in drei Wochen, vom 17. bis 19. Mai 2019, in Most, CZ.

Die ganze Spannung und wie immer, alle Hintergrundinformationen zum Wochenende, sind in unserem ausführlichen Rennbericht nachzulesen.

6h Spa 2019 starten heute

Am heutigen Donnerstag starten die ersten Sessions zum vorletzten Event der FIA Langstrecken Weltmeisterschafts-Superseason 2018/19, den zum 2.Male im Kalender vorkommenden 6h von Spa-Francorchamps. Ein Feld von 34 Wagen – 7 LMP1, 8 LMP2, 10 GTE-Pro und 9 GTE-Am – wird an diesem Wochenende bei kalten bis ungemütlichen Bedingungen (die Wettervorhersagen sprechen von +7 bis -1°C!) in den Ardennen erwartet.

Aus dem regulären Feld fehlt lediglich der gestern vermeldete Dragonspeed BR1, dafür kommt mit dem durch die TDS-Mannschaft eingesetzten G-Drive Oreca ein Gaststarter hinzu. Auf dem SMP Racing BR1 ersetzt zudem der belgische Pilot Stoffel Vandoorne Jenson Button, der seine WEC-Saison vorzeitig wegen mehrerer Terminüberschneidungen beendet hat. Zudem haben die privaten LMP1-Teams nun anders als beim Saisonauftakt vor einem Jahr an selber Stelle keine Begrenzungen beim Treibstoffverbrauch verordnet bekommen, müssen dafür allerdings im Falle der Saugermotoren von Rebellion Racing und ByKolles Racing 6kg auf somit 824kg Gesamtgewicht zuladen. By Kolles Racing tritt erstmals mit dem Gibson-Motor statt dem Nissan-V6-Aggregat im Heck an. Vom Premierenrennen sollte man daher trotz zuvor absolvierter Tests nicht all zu Viel erwarten. Daneben dürfen sich die Fans auf eine neue Lackierung der #37 Jackie Chan DC Racing Wagens freuen.

In Spa-Francorchamps könnten die ersten Vorentscheidungen in Bezug auf dei Meistertitel fallen. Zumindest Porsche hofft in der GTE-Pro den Herstellertitel vorzeitig unter Dach und Fach bringen zu können. Nach dem Crash beim Qualifying zu den 8h von Sebring wird zudem Clearwater Racing mit einem neuen Chassis auf der belgischen Traditionsrennstrecke auflaufen.

Die Sessions beginnen mit dem ersten freien Training heute um 12 Uhr. Das Qualifying findet am Freitag um 15.35 Uhr statt, während das sechsstündige Rennen am Samstag ab 13.30 Uhr angesetzt ist. Ein Rennbericht auf unseren Seiten ist ebenfalls eingeplant.

Hartley ersetzt Alonso bei Toyota

Toyota hat im Vorfeld der 24h von Spa-Francorchamps das Ende des FIA Langstrecken Weltmeisterschafts-Engagements von ex F1-Weltmeister Fernando Alonso bekannt gegeben. Der 2-malige F1-Weltmeister wird seinen Sitz nach dem Ende der Super-Saison beim 24 Stunden Rennen von Le Mans 2019 zugunsten des neuseeländischen ex-Porsche-Werkspilot Brendon Hartley (Bild rechts)  räumen. Während Hartley – 2015 und 2017 LMP1-Weltmeister mit Porsche sowie 2017 Le Mans Sieger – als neuer Teamkollege von Mike Conway, Kamui Kobayashi, José María López, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima bei Toyota einsteigt, will sich Alonso unter dem Dach von TOYOTA GAZOO Racing neuen Herausforderungen im Motorsport widmen.

Die angloamerikanischen Kollegen von Sportscar 365 gerüchteln bereits ein Interesse des Spaniers an einer Teilnahme an der Dakar-Ralley im Offroad-Bereich. Zuvor will Alonso versuchen seinen Le Mans Sieg aus dem Vorjahr gemeinsam mit Sebastian Buemi und Kazuki Nakajima zu verteidigen.

Dragonspeed LMP1 aus Spa zurückgezogen

Die amerikanische Dragonspeed-Mannschaft hat die Nennung ihres BR1-Gibson LMP1 für die am Wochenende anstehenden 6h von Spa-Francorchamps zurück gezogen. Die amerikanische Mannschaft gab auf ihren Social Media-Seiten an, dringend benötigte elektronsiche Komponenten für die Instandsetzung des Wagens seit dem letzten Rennen in Sebring nicht rechtzeitig erhalten zu haben. Damit wäre eine Teilnahme am Rennen nunmehr nicht möglich.

Damit schrumpft das LMP1-Feld der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft in Belgien auf 7 Wagen (je 2 Toyota , SMP Racing-BR1 und Rebellions sowie der mit einem neuen Gibson-Motor ausgestattete  ByKolles Racing ENSO-CLM) zusammen. Dragonspeeds LMP2 Fahrzeug steht ungeachtet der Probleme beim Top-Auto am Start.

Gestohlene Podiumsergebnisse in Oschersleben

Im Rahmen des ADAC-Wochenendes in Oschersleben (der Link führt zum dieses Mal besonders ausführlichen Rennbericht auf unseren Seiten) gab es mit dem Debüt der GT4 Germany Serie und dem Saisonstart der 13. GT-Masters Saison sicher viele positive Glanzlichter zu besprechen. Doch zumindest 2 Teams werden Oschersleben im allgemeinen und das ADAC-Wochenende im Speziellen nicht so gut in Erinnerung behalten. Nicht weil sie durch Pech oder Selbstverschulden Ausfälle erleben mussten, sondern weil ihnen durch Fehlentscheidungen der Rennkommissare Podiumspositionen oder gar Siege entgangen sind, was sicherlich jeden derart Betroffenen ärgerlich zurück lässt.

In der neuen GT4 Germany betraf es im ersten Lauf True Racing KTM-Pilot Reinhold Kofler. Der war 12 Minuten vor dem Ende in einen Infight mit GetSpeed Performance Mercedes AMG GT4-Pilot Jusuf Owega verwickelt. Ausgangs der Shell Esses flog Owega dabei in den Kies der Mibau Kurve ab, was die Rennleitung dem Augenblicke zuvor neben dem Wagen befindlichen Kofler ankreidete. Der 4 Minuten später schon in der Rennführung befindliche KTM wurde daher 8 Minuten vor dem Rennende zu einer Durchfahrtsstrafe herein zitiert.

Kofler: „Eine krasse Fehlentscheidung: weder habe ich den Mercedes berührt noch gibt es irgendwelche Kontaktmarken am Lack unseres Autos. Wir waren zwar auf annähernd gleicher Höhe aber es hat beim Einlenken definitiv keine Berührung gegeben. Wir haben den Sieg dadurch ungerechtfertigter Weise verloren und mussten uns in Lauf 1 mit dem 9. Platz nach der langen Boxendurchfahrt abfinden.“

Untermauert wurde die Aussage durch eine Inboardaufnahme die Kofler dem Autor dieser Zeilen nur 2 Stunden nach dem Rennen präsentierte. Auf dieser war kein Kontakt zu erkennen. Auch die Wiederholungen der TV-Aufnahmen die wohl als Grundlage für die Entscheidung der Rennleitung diente, lassen keine klare Berührung zwischen den beiden Wagen erkennen. Man muss daher vermuten das die Ferndiagnose per TV-Bild zumindest nicht sorgfältig genug durchgeführt wurde.

Mindestens genau so ärgerlich war die Entscheidung der Grasser Racing Team-Mannschaft am Sonntag eine Durchfahrtsstrafe wegen einer angeblich zu kurzen Boxenstandzeit zu verhängen. Der auf P1 plazierte Lamborghini war kurz vor Schliessen des Boxenstoppfensters mit einem schleichenden Plattfuss an die Box gekommen. Im Falle eines Reifenwechsels verlängert sich die Boxenstandzeit in der Regel von 70 auf 80 s. Bei der Einfahrt wurden der Zeitnahme allerdings 2 Impulse des Transponders von der Software übermittelt – der reguläre und ein 3 s später auftretender Phantomimpuls. Dieser verspätet aufgezeichnete Impuls wurde dann zur Bestimmung der Boxenstoppdauer herangezogen und führte dann trotz einer exakt eingehaltenen Zeit zur fehlerhaft ausgesprochenen Strafe.

Zwar fiel der Fehler dem ADAC noch während des Rennens auf, da hatte jedoch Christian Engelhart die schon ausgesprochene Strafe bereits in der Boxengasse abgesessen – Resultat: statt auf dem theoretisch möglichen Podiumsrang 3 fand sich das Duo Engelhart / Bortolotti auf Rang 21 ausserhalb der Punkte wieder.

Ja: es ist in der Regel wünschenswert wenn eine Rennleitung auf Grundlage schneller und korrekter Entscheidungen Regelverstösse zeitnah ahnden und Vorteilsnahmen unsportlich agierender Teilnehmer unterbinden kann. Es wird allerdings zur Farce wenn die Regelverstösse sich im Nachhinein als unbegründet herausstellen und die dennoch ausgesprochenen Strafen renn- oder meisterschaftsentscheidende Konsequenzen haben. Während im Falle der Grasser Racing-Strafe wohl dem ADAC ein bislang unbekannter technischer Bug der Zeitnahme zum Verhängnis wurde – den man auch offen eingestand und der nun von den Technikern analysiert wird - muss bei der Strafe für den True Racing KTM appelliert werden, dass man hier in Zukunft bei der Sichtung des Videomaterials mehr Sorgfalt walten lässt und im Zweifelsfall in Zukunft besser wartet, bis das Videomaterial der Inboardaufnahmen – jedes Team ist heutzutage mit entsprechenden Kameras ausgestattet – zur Verfügung steht. Das würde helfen, die Autorität der Rennkommissare zu stärken, statt diese durch wacklige Entscheidungen zu untergraben.

GTE-Werksautos bekommen Fuelflow-Meters

Die FIA hat den verpflichtenden Einbau von Treibstoffdurchflussmessgeräten, sogenannten fuel-flow-meters, für die GTE-Pro Klasse der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft spätestens zum Testtag des 24 Stunden Rennen von Le Mans angeordnet. Der Verband will damit bei den Werksteams dieselben Geräte etablieren die auch schon bei den LMP1 verbaut sind. Zwar gibt es derzeit noch keine Vorgaben über maximale Verbrauchsmengen wie bei den Top-Prototypen, allerdings wollen FIA und ACO wohl schon beim 24h-Rennen an der Sarthe mit einer entsprechenden Datenerfassung beginnen, die in der Folge in entsprechende Regularien für die kommende Saison münden könnte.

Schulze und Hirsch holen STT-Siege in Oschersleben

Michael stt oleben nissanSchulze im Nissan GT-R Nismo GT3 und Mario Hirsch im Mercedes AMG GT3 holten sich die Auftaktsiege der Spezial Tourenwagen Trophy in Oschersleben. Beim ersten Rennen musste Hirsch nach der Pole noch an Schulze abgeben. Rennen 2 münzte Hirsch in einen Start- und Zielsieg um.

Im ersten Rennen feierte Michael Schulze seinen ersten Sieg in der Spezial Tourenwagen Trophy . Souverän siegte der Nissan-Pilot mit einem Vorsprung von über 14s auf Jürgen Bender in der Corvette Z06.R GT3 und Ulrich Becker im Porsche 997 GT3 R. Polesitter Mario Hirsch musste sich mit Rang 4 begnügen. Der Mercedes-Fahrer klagte darüber, dass der AMG GT3 nur schwer fahrbar war. Womöglich eine Folge eines Trainingsunfalls.

Nachdem er im ersten Heat seine Pole nicht verteidigen konnte, siegte Mario Hirsch dann im zweiten Rennen der Spezial Tourenwagen Trophy. In einem von einigen Safety-Car Phasen geprägten Rennen feierte Mario Hirsch letzten Endes einen souveränen Erfolg. „Die Safety Car Phasen waren Fluch und Segen zugleich. Einerseits war mein Vorsprung wieder aufgebraucht und die Arbeit vorher umsonst. Andererseits hat es mir doch in die Karten gespielt, weil ich durch die vielen Safety Car Phasen nie auf zu Überrundente aufgelaufen bin. stt oleben hirschFür mich, der eher konservativ vorbei fährt, ist es immer ein Nachteil, wenn ich dabei in Zweikämpfe verwickelt werde. Es hat alles gepasst“, freute sich Hirsch über seinen Sieg. U

lrich Becker blieb zwar über die gesamte Distanz am Heck des Mercedes AMG GT3, kam jedoch nicht vorbei. Da in diesem Jahr Gaststarter keine Punkte erhalten, sahnte der Marler die volle Punktzahl ab. Dahinter ging es äußerst turbulent zu. Josef Klüber führte das Verfolgerfeld an, wo sich neben dem Mercedes-Piloten Heiko Neumann (Porsche 997 GT3 R), Jürgen Bender, Michael Schulze und Ferrari-Pilot Andreas König packende Positionskämpfe lieferten.

In der Division 2 gelang Jens Grothmann ein Doppelsieg. Zweimal Gesamtrang acht hieß das starke Ergebnis des Wochenendes. Dahinter war es Torsten Klimmer (Porsche 991 GT3 Cup), der in beiden Rennen jeweils den zweiten Platz in der Division 2 belegte. Im zweiten Heat musste sich Klimmer jedoch erst an Sophie Hofmann (Seat Leon TCR) vorbeikämpfen, die zweimal Platz drei belegte. Mit seinen beiden zweiten Plätzen räumte Klimmer jedoch als bester eingeschriebener Teilnehmer der Division 2 die volle Punktzahl ab.

T3 Motorsport - GT Masters Premiere gelungen

Nach einigen Monaten der Vorbereitung war es am heutigen Samstag so weit, das Team T3 Motorsport startete erstmals im ADAC GT Masters. In der Motorsport Arena Oschersleben wusste die Mannschaft aus Dresden mit den beiden 19-jährigen Fahrern Simon Reicher und Maximilian Paul auf Anhieb zu überzeugen.

ADACGTM Oschers R1 T3Wie beim ADAC GT Masters üblich, stand am Vormittag zunächst das Qualifying auf dem Programm. Maximilian Paul absolvierte das Zeittraining und glänzte dabei mit einem elften Platz. „Dieses Resultat war sensationell – vor allem, wenn man bedenkt, dass sowohl das Team wie auch die beiden Fahrer zum ersten Mal im GT Masters starten“, war Teamchef Jens Feucht begeistert.

Als Elfter durfte Paul dann den Start und die erste Rennhälfte bestreiten. Zu Beginn verlor er zwar eine Position, doch den zwölften Platz konnte er bis zum obligatorischen Fahrerwechsel halten. Dabei umrundete er gerade einmal eine Position hinter Robert Renauer, dem amtierenden Champion des ADAC GT Masters, die 3,667 Kilometer lange Piste in Sachen- Anhalt. „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Ich konnte im Laufe des Rennens einige Dinge ausprobieren und so weitere Erfahrungen sammeln.“ Diese bezogen sich unter anderem auf die Abstimmung des Audi R8 LMS. „Das Auto war im dritten Sektor besser als in den ersten beiden Streckenabschnitten. Für den zweiten Lauf, der am morgigen Sonntag stattfindet, werden wir nun die Daten analysieren und die Abstimmung etwas ändern.“

Gegen Rennmitte übernahm Simon Reicher den T3-Renner. „Aufgrund technischer Probleme wusste ich nicht exakt, wie lange ich an der Box stand“, erklärt Reicher, der beim Boxenhalt deshalb vier Sekunden auf seine Rivalen verlor. Als 18. reihte sich der Österreicher wieder im starken Feld ein. „Anfangs waren meine Rundenzeiten gut und ich konnte auf meine Vorderleute aufholen. Doch dann bekam ich Probleme mit den Reifen und es wurde ein Kampf, das Auto überhaupt auf der Strecke zu halten.“ Reicher meisterte diese Aufgabe mit Bravour, obwohl es gegen Rennende zu regnen begann und die Bedingungen damit noch schwieriger wurden. „Leider bin ich wegen der Reifenprobleme bis auf den 23. Rang zurückgefallen. Das ist sehr schade, denn wir waren auf einem guten Weg und hätten ein tolles Ergebnis nach Hause bringen können.“

Tobias Paul, technischer Leiter des Teams, zog dennoch ein positives Fazit: „Wir wollten das Auto heil ins Ziel bringen und das haben wir geschafft. Uns war vorher schon klar, dass bei unserem ersten Auftritt nicht alles perfekt laufen würde und wir als Neuling in einer so hochklassigen Serie wie dem ADAC GT Masters noch einiges lernen müssen. Aber ich finde, wir haben uns mit unseren jungen Fahrern sehr gut geschlagen. Max und Simon haben heute definitiv ihr Potenzial gezeigt.“

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