Le Mans Vorschau 2018: die LMP1

In 8 Tagen starten die 86.ten 24h von Le Mans. Das Traditionsrennen sieht in diesem Jahr ein Feld von 10 LMP1, 20 LMP2, 17 GTE-Pro und 13 GTE-Am am Start Als ersten Teil der Vorschau blicken wir heute auf die Top-Klasse der LMP1: 2 Toyota TS050 Hybrid, je 2 Wagen der Privatteams von Rebellion Racing, SMP Racing und Manor GP sowie je einer der ByKolles Racing-Mannschaft und des Dragonspeed-Teams treten 2018 an.

Toyota scheint in diesem Jahr ohne Konkurrenz zu sein. Die Japaner mit der Entwicklungsbasis in Köln sind das einzige verbliebene Werksteam das noch auf einen Hybrid-LMP1 setzt. Und dieser ist entgegen der zuerst geäusserten Zusagen des ACO gegenüber den Privatiers nicht auf das selbe Performancelevel herunter gebremst worden sondern hat theoretisch einen Rundenzeitenvorteil von 0,5s und kann per definiertem Benzinverbrauch eine Runde mehr als die private Konkurrenz fahren. Was der Testtag vor einer Woche zumindest enthüllte, ist das diese theoretischen Zahlen, die im Vorfeld nach der dominanten Performance der Toyotas beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps bezweifelt worden waren, zumindest auf dem besonders speziellen Circuit de La Sarthe halbwegs zu stimmen scheinen. Toyota hat zudem mit der Vepflichtung Fernando Alonsos im Vorfeld der Saison einen fulminanten PR-Cuoup gelandet und würde wahrscheinlich in diesem Jahr nicht vor einer Teamorder – so wie schon in Spa-Francorchamps - zurückschrecken um dem ex-F1-Weltmeister mit einem Sieg an der Sarthe den Weg zur Triple Crown zu ebnen. Der Spanier blüht jedenfalls im Toyota richtig auf und hat nach langer Durststrecke in der F1 beim ersten Renneinsatz im LMP zumindest einen Sieg erzielt - der allerdings durch die Teamorder etwas entwertet wurde.

Nicht wenige eingefleischte Le Mans-Fans haben sich daher von den bisherigen Underdogs Toyota abgewandt und ihre Sympathien auf Rebellion Racing und ihre neuen R13 verlagert. Die Gibson-befeuerten Orecas haben in diesem Jahr nach dem Testtag Zeiten abgeliefert die innerhalb der selben Sekunde wie Toyotas Bestzeiten lagen. Allerdings kämpfen die Piloten der als inoffizielle Oreca-Werkswagen anzusehenden Boliden mit dem technischen Nachteil den vorgeschriebenen Treibstoffverbrauch nicht mit so ausgefeilten Softwaretools wie die Toyota-Werkspiloten kontrollieren zu können, die dadurch immer am Limit der TS050 operieren können. Wie bei allen privaten LMP-Teams kommt hinzu das Rebellion Racing , SMP, Dragonspeed und Manor GP zudem auf nagelneue Konstruktionen bauen die ihren ultimativen Härtetest noch vor sich haben – und der lautet nun mal per Definition Le Mans. Erst nach diesem Rennen, das gleich das zweite im Kalender der Supersaison ist, wird man jeweils wissen wie zuverlässig die neuen Autos wirklich sind.

Was die Zuverlässigkeit angeht, sind Dragonspeed und SMP Racing mit ihren nagelneuen BR1 bereits gebrannte Kinder. Nach dem Katastrophenwochenende von Spa-Francorchamps wo SMP mit dem Unterluftüberschlag des neuen Autos die Höchststrafe für eine Neukonstruktion kassierte und Dragonspeed ihr erstes Auto mit einem Einschlag in Eau Rouge verschrottete sind die Dallarachassis mit einem Sicherheitsupdate versehen worden das mehr Abtrieb an der Vorderachse generiert, dafür aber auch die Wagen langsamer macht als die Konkurrenz. Daher dürften die Mannschaften beider Teams eher auf ein Finish aus sein als ernsthaft an der Spitze in den Kampf zwischen Toyota und Rebellion Racing einzugreifen. SMP hat mit der Verpflichtung von F1-Pilot Jenson Button einen späten PR-Coup gelandet der an Toyotas Alonso-Deal angelehnt ist und zumindest die britischen Fans auf Seite der russischen Crew ziehen dürfte.

Die gleiche Motivation gilt für die ByKolles Racing -Mannschaft die zwar mehr Erfahrungen mit ihrem privaten Projekt als die Mitkonkurrenten hat, allerdings von vornherein sich auf ein endlich mal problemloses Finish konzentrieren möchte. Dafür hat die Mannschaft nicht nur an der Performance und der Zuverlässigkeit des Wagens gearbeitet, sondern auch die Crew mit F1-erfahrenen Kräften verstärkt.

Letztlich hat auch Manor GP die Finanzierungsprobleme vom Saisonauftakt fürs erste überwunden und beide Ginetta- Mecachrome-LMP1 zumindest für diese Le Mans Ausgabe an den Start bringen können – was danach kommt wird man sehen. Dank direkter finanzieller Unterstützung von Ginetta-Chef Lawrence Tomlinson will man die Leistungsfähigkeit der britischen Konstruktion unter Beweis stellen. Da man in Spa-Francorchamps aus finanziellen Gründen überhaupt keine ernsthaften Runden absolvierte und erst beim Le Mans Testtag die ersten 94 Runden unter Wettbewerbsbedingngen absolvieren konnte, sollten die Fans Gnade walten lassen und von den beiden Mannschaften der blauen Boliden nicht all zu viel erwarten.

In diesem Jahr konzentriert sich das deutschsprachige Fahrerkontingent in der Top-Klasse auf 2 Autos: Auf derm Rebellion Racing mit der #1 werden André Lotterer und Neel Jani an der Seite von Bruno Senna starten. Auf dem ByKolles Racing ENSO-CLM P1/01-Nismo startet der Salzburger Dominik Kraihamer neben Oliver Webb und Tom Dillmann.

Für alle LMP1-Teams gilt es, angesichts der zu erwartenden Zuverlässigkeitsprobleme auch die LMP2-Teams im Auge zu behalten, die weniger als 10s pro Runde hinter den Top-Teams zu finden sind. Auch Toyota wurde im vergangenen Jahr von den LMP2 geschlagen – und es gibt nicht wenige Fans die daher auf den Gesamtsieg eines LMP2 in diesem Jahr setzen.

D60-Rennen am Red Bull Ring

Bevor start d60 rbrwir an diesem Wochenende das ADAC GT-Masters am Red Bull Ring in aller Ausführlichkeit beleuchten wollen wir noch einen Blick auf die Rennen des DMV-GTC auf selber Strecke werfen.

Das DUNLOP-60-Rennen nahmen am Samstag vor 2 Wochen 17 Teams in Angriff. Der Pagani Zonda von Antonin Herbeck schien in Richtung eines Start-Ziel Sieges unterwegs zu sein. Doch nach 32 Runden rollte der Bolide 10 Minuten vor dem Rennende in Führung liegend mit eine Defekt aus. Den Platz an der Spitze erbte der HCB Rutronik Racing Audi R8 LMS GT3 von Fabian Plentz und Kevin Arnold, die nach 39 Runden auch den Sieg einfahren konnten.

Nur 10s dahinter kreutzte der Mercedes AMG GT3 der equipe vitesse des Duos Josef Klüber und Kenneth Heyer die Ziellinie. Im Kampf um Platz 3 setzte sich der Mercedes AMG GT3 von Haggenmüller/Alzen gegen den Audi des Audi Sport Slovakia-Teams durch.

Hypercar-LMP1 ab 2020 geplant

Der astonmartinvalkyrederzeit in Manila tagende Weltrat der FIA hat laut einem Bericht unserer Kollegen von Sportscar 365 am heutigen Donnerstag einen Entwurf für das neue ab 2020 geplante LMP1-Reglement zur Beratung bekommen. Demzufolge planen der ACO und die FIA-Endurance-Komission die neuen LMP1 auf Basis eines Hypercar-Konzepts zu homologieren. Das soll zum einen eine deutlichere Seriennähe der Top-Autos in Le Mans zur Folge haben. Zum Anderen ist die Rede davon das im gleichen Zuge die Budgets zum Einsatz eines solchen Autos um bis zu 75% sinken sollen - vor derzeit über 100Millionen Euro auf nur noch 30 Millionen Euro pro Jahr und Hersteller.

Der toyota GR super sport conceptzur Diskusssion stehende Entwurf ist das Ergebnis von über 9-monatigen Beratungen an denen auch die hersteller Toyota, Aston Martin, Ford, Ferrari und McLaren beteiligt waren. Aston Martin hat mit dem Valkyre-Hypercar ein Modell vorgestellt das perfekt in dieses Hypercar-Konzept passen würde. Auch Toyota präsentierte im letzten Jahr ein ähnliches Konzept. Unter den Hypercarherstellern haben auch Ford mit dem aktuellen GT, (der mehr einem Prototyp den einem Strassenwagen ähnenlt) McLaren mclaren senna back( mit dem kürzlich vorgestellten Senna) und Ferrari (LaFerrari-Hybrid) bereits mehr oder wenige passende Konzepte im Portfolio.

Im Gespräch ist ebenfalls eine Übernahme der neuen LMP1-Regeln für die IMSA-Weather Tech-USCC-Serie - zumindest nach Meinung des ACO. Allerdings haben die dort in der Top-Klasse der DPi engagierten Hersteller Nissan, Cadillac/GM und Mazda derzeit keine Hypercars im Portfolio und waren wohl auch nicht an den Gesprächen beteiligt.

Weitere Details des Konzept will der ACO im Rahmen der Pressekonferenz vor den 24 Stunden Rennen von Le Mans im Laufe der nächsten Woche veröffentlichen.

Belcar Spa Euro Race

Beim alljährlichen Spa Euro Race in Francorchamps, welches mittlerweile eine mehr als 25 jährige Tradition aufweist, fand der zweite Saisonlauf der Belcar Endurance Championship statt. 38 Fahrzeuge nahmen die 7 Kilometer lange Ardennen Achterbahn in Angriff. Im Vergleich zum ersten Rennen in Zolder Anfang April vergrößerte sich das Feld um fünf Autos. Trotz eines großen Unwetters am Freitag der Teile des Fahrerlagers unter Wasser setzte und einen Tunnel flutete flutete konnte der Rennbetrieb ohne größere Einschränkungen statt finden zumal sich das Wetter für Samstag und Sonntag deutlich besserte.

Im Qualifying am Samstag sicherte sich der Deldiche Racing Norma die Pole Position für das dreistündige Rennen am Sonntag. Nach dem Start übernahm man auch gleich die Führung.

In der belcar spa thiers normaAnfangsphase konnten sich die vier Norma etwas vom Rest des Feldes absetzen. Dahinter folgten der Domec Racing Radical und der Belgium Racing Porsche. Als nach einer Stunde das Safty Car zum ersten Mal auf die Strecke kam nutzen alle Teams diese Gelbphase zum ersten von zwei Pflicht Boxenstopps. Kurz nach dem Neustart verunfallte der No Speed Limit Porsche in La Source was eine zweite Neutralisation nach sich zog. An der Führung der vier Norma änderte sich dadurch allerdings nichts. Größere Probleme gab es für den Oracle Radical der mehrfach unplanmässig an die Box musste. Am Ende kam man als letzter ins Ziel. Auch der QSR Racing Mercedes AMG mit Kenneth Heyer am Steuer verbrachte viel Zeit an der Box. Noch schlechter lief es für die beiden Saker. Belcar spa 24Einer schied zur Rennmitte aus. Der andere konnte nach Problemen im Training am Rennen gar nicht erst teilnehmen.

Nach 70 Runden überquerten Hans Thiers, Magnus Gilles und Jeffrey van Hooydonk im DVB Racing Norma als Sieger die Ziellinie. Auf Platz zwei folgte der Deldiche Racing Norma mit Luc de Cock, Tim Joosen und Thomas Piessens am Steuer. Als dritte schafften Marc Goossens, David Houthoofd, und Francois Bouillon im Aqua Protect Racing Norma den Sprung auf das Podest. Der MDK Motorsport Norma von Thomas und Pierre Vauterin beendete das Rennen als vierter. Auf Platz fünf kam mit dem PK Carsport Porsche von Anthony Kumpen, Bert Longin und Tom Boonen der Sieger der GT Klasse ins Ziel. Dahinter folgte der PG Motorsport Porsche von This Heezen und Jos Menten vor dem Independent Motorsport Porsche mit Kris & Koen Wauters sowie Xavier Stevens. Auf dem achten Platz wurde der Domec Racing Radical von Patrick Engelen abgewunken gefolgt von Dylan Derdaele und Nicolas Saelens im Belgium Racing Porsche sowie dem Speedlover Porsche von Paque / Paisse / Meurens. In der GT4 Klasse siegten Stienes Longin und Marnik Battryn im Porsche Cayman.

Das nächste Belcar Rennen findet am 01. Juli beim Super Prix in Zolder statt.

Preview ADAC GT Masters – Red Bull Ring

AmRed Bull Ring Statue kommenden Wochenende findet auf dem Red Bull Ring in der Steiermark das dritte Rennwochenende der diesjährigen ADAC GT Masters Saison statt. Es ist das zweite von drei Auslandsrennen dieser Meisterschaft. Das dritte, Zandvoort an der niederländischen Nordseeküste nahe Amsterdam, wird die übernächste Station im August sein.

Ganze 36 GT3-Fahrzeuge von acht verschiedenen Herstellern treten zu den Läufen 5 und 6 der aktuellen Saison an. Bei den bisherigen vier Rennen im Jahr 2018, haben wir genau wie im letzten Jahr, vier verschiedene Sieger gesehen.
Wir erinnern uns. Da war der Überraschungssieg von Max Hofer und Philip Ellis im Phoenix Audi R8 LMS #5 beim Debüt im ersten Lauf in Oschersleben.

Dann der Doppelsieg der Grasser Lamborghini Huracán am Sonntag mit der #63 und Mirko Bortolotti und Andrea Caldarelli auf P1.

Beim zweiten Event in Most gelang schließlich der erste Sieg für Stefan Mücke und Jeffrey Schmidt im Audi R8 LMS von BWT Mücke Motorsport am Samstag und ebenso die Premiere für Maxi Götz und Markus Pommer in der gelben Mamba #47 vom MANN-FILTER Team HTP am Sonntag.

In Österreich werden wir auch das Debüt von Alfred Renauer im HB Racing Ferrari 488 GT3 mit der #7, als Ersatz für den verletzten Dominik Schwager, auf dem schnellsten Kurs des Kalenders erleben.

Außerdem wird das HONDA Team Schubert Motorsport den zweiten Honda NSX GT3 an den Start bringen. Am Steuer werden Philipp Frommenwiler und Esteban Guerrieri sitzen (wir berichteten).
mrsliveryrbrDarüber hinaus hat sich MRS GT-Racing speziell für die Runde in der Steiermark ein neues Design für den BMW M6 GT3 überlegt. Es soll an den Sieg beim GT Masters hier an gleicher Stelle im Jahr 2011 erinnern. Als Fahrzeug diente damals allerdings ein Porsche 997 GT3.

In der Tabelle führen derzeit Robert Renauer / Mathieu Jaminet mit dem Precote Herberth Motorsport Porsche 911 GT3 R, vor Maxi Götz und Markus Pommer im Mercedes-AMG GT3 von MANN-FILTER Team HTP und dem Titelverteidiger Callaway Competition mit Daniel Keilwitz und Marvin Kirchhöfer.
Für ausreichend Spannung ist wie immer gesorgt.

Keyfacts, Red Bull Ring, Spielberg, Saisonläufe 5 und 6 von 14
Streckenlänge: 4.318 Meter
Layout: 10 Kurven (sieben Rechts-, drei Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
Sieger 2017, Rennen 1: Jules Gounon/Daniel Keilwitz (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R)
Sieger 2017, Rennen 2: Rolf Ineichen/Christian Engelhart (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3)
ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring im TV: Beide Rennen werden live bei SPORT1 am Samstag (Start um 13.15 h)
und am Sonntag (Start um 13:08 h) übertragen.
Außerdem sind die Rennen online im Livestream auf sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.

STT-Auslandsgastspiel in Assen

Nach den ersten beiden Veranstaltungen in Hockenheim und Oschersleben steht für die Spezial Tourenwagen Trophy am kommenden Wochenende das erste und einzige Auslandsgastspiel auf dem Programm. Gefahren wird im niederländischen Assen, wo man beim Hansa Pokal der RSG Hamburg zu Gast ist.

Beim benderoleben2Auftakt überzeugte Corvette-Pilot Jürgen Bender mit zwei Klassensiegen sowie mit jeweils einem Gesamterfolg. Folglich liegt der Neckarsulmer zusammen mit Ralf Glatzel an der Tabellenspitze der STT Wertung. In Assen wartet mit Michael Bäder im BMW M3 ein starker Klassengegner. Genau wie Bender startete auch Ford-GT-Pilot Jürgen Alzen mit Klassenerfolgen und zwei Gesamtsiegen in die neue Saison, musste aber beim letzten Rennen durch einen Ausfall einen leichten Rückschlag hinnehmen. In Assen bekommt er es in seiner Klasse wieder mit Ulrich Becker zu tun, der mit seinem Porsche 997 GT3 R durchaus ein weiterer Siegkandidat ist. Die Klasse zwei ist mit Andreas Schmidt (Audi R8 LMS Ultra), Berthold Gruhn (Audi R8 LMS Ultra) und dem Finnen Jorma Vanhanen (Porsche 997 GT3 WRS) sehr stark besetzt und verspricht recht viel Spannung um die Podestplätze.

In der Klasse 8 kämpft Johannes Kreuer im Donkervoort D8R gegen Henk Thuis im Pumaxs RT und Jörg Lorenz, der wieder im Porsche dp 935 mit dabei sein wird.

Los geht es für die Aktiven der Spezial Tourenwagen Trophy am Freitag um 18.45 Uhr mit einem Freien Training. Das erste Qualifying wird am Samstag um 10.05 Uhr gestartet. Das zweite Qualifying geht um 13.20 Uhr über die Bühne. Das erste Rennen wird am Samstagnachmittag um 16.00 Uhr gestartet. Der Startschuss zum zweiten Rennen fällt am Sonntagmittag gegen 13.00 Uhr.

Porsche baut 5 neue Kunden-RSR

Laut unseren Kollegen von Sportscar 365 erwägt Porsche nach den 8 ersten Kunden-GTE des neuen Porsche 911-RSR-GTE im laufenden Jahr 5 neue Chassis in einer zweiten Auflage von Kundenwagen an den Start zu bringen. Das hat Porsche-Motorsportchef Dr. Frank-Steffen Walliser unseren amerikanischen Kollegen in Le Mans eröffnet. Bislang sind neben den 4 Werkswagen (plus wahrscheinlich je ein Ersatzchassis für die Werksteams in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft und der Weather Tech-USCC-Serie) 8 Chassis gebaut worden die an die Kundenteams von Proton Competition (4 Autos), Gulf Racing (2), Ebimotors und Project 1 (je eins) gegangen sind.

Laut unseren amerikanischen Kollegen sind für die nun geplanten 5 neuen Chassis schon Kunden parat, wobei ein Teil der Bestellungen schon abgeschlossen wären. Alle 5 Chassis werden dabei nach Europa und Asien gehen. In Nordamerika wäre angesichts des Werkssportlevels in der Weather Tech-USCC-Serie laut Walliser kein Kundenprogramm zu realisieren. Die asiatischen Kunden profitieren wohl von der Öffnung der Asiatischen Le Mans Serie für GTE-Autos. Wer hingegen auf europäischer Seite die Autos bekommen soll ist hingegen noch nicht bekannt. Allerdings hat Project 1 GT-Eins gegenüber bereits bestätigt, das man plant ab Ende des Jahres ein zweites Chassis in Empfang zu nehmen.

Schubert besetzt den zweiten Masters-NSX

Rechtzeitig zweiterschuberthondavor der ADAC GT-Masters-Runde am Red Bull Ring hat Schubert Motorsport den Einsatz des zweiten Honda NSX GT3 fixieren können. Das zweite Auto des Teams wird vom Schweizer Philipp Frommenwiler und dem argentinischen WTCR-Piloten Esteban Guerrieri bewegt werden. Der in weiss gehaltene Bolide steht im Kontrast zum bislang in schwarz-rot antretenden ersten NSX der weiter vom deutsch-schweizer Youngster-Duo Christopher Dreyspring und Giorgio Maggi bewegt wird.

Mit esteban guerrieridem 33 jährigen Guerrieri, der nach einer langen Formelsportkarriere derzeit im deutschen All-Inkl.com Rennteam einen Honda-WTCR bewegt kommt ein Pilot zu Schubert der zwar nominell noch nicht viel GT-Erfahrung hat, aber genügend Grundschnelligkeit und generelle Rennerfahrung mitbringt um die Entwicklung des Wagens vorantreiben zu können. frommenwilerAuch Philipp Frommenwiler ist kein Unbekannter im GT-Masters und könnte seinem argentinischen Co-Piloten die vielleicht noch fehlenden letzten Kniffe im GT3 beibringen. Frommenwiler trat bereits 2013 und 2014 im GT-Masters an, wobei er in beiden Saisons einen GT3-Porsche der Farnbacher Racing-Mannschaft bewegte. In dieser Zeit erzielte er drei Podestplätze. Im laufenden Jahr ging er unter anderem bei den 24 Stunden am Nürburgring, dem 24-Stunden-Rennen von Daytona sowie den 12 Stunden von Sebring an den Start. Frommenwiler und das Honda Team Schubert sind bestens miteinander vertraut. Der 28-Jährige unterstützte in der Vergangenheit unter anderem die beiden Team-Junioren Dreyspring und Maggi als Referenzfahrer.

Teammanager Frank Link setzt grosse Hoffnungen in sein neues Duo: „Esteban hat in der Vergangenheit oft bewiesen, dass er auf Anhieb schnell ist. Nach seinem Test im Honda NSX GT3 habe ich daran überhaupt keine Zweifel. Mit Philipp verbindet uns eine ausgezeichnete Zusammenarbeit und wir freuen uns, dass er seine Erfahrung und seinen Speed nun auch für uns unter Rennbedingungen unter schuberthondansx9Beweis stellen kann.“

Auch Axel Randolph, der Technische Leiter des Teams, ist zuversichtlich, das Tempo bei der Entwicklung des NSX nun mehr als verdoppeln zu können: „Der Einsatz des zweiten Rennwagens ist für uns auch aus technischer Sicht sehr wichtig, um das Auto optimal weiterentwickeln zu können. Wir sind das einzige Team in Europa, das mit dem neuen Honda NSX GT3 antritt. Mit dem zweiten Auto steht uns eine perfekte Referenz zur Verfügung, um die Fahrzeuge unter Rennbedingungen miteinander vergleichen zu können.“

Erster Lexus Sieg beim 1000km-Krimi

Das 1000km Rennen des Blancpain GT Serien Endurance Cups in Le Castellet (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) ist am Samstag abend mit dem ersten Sieg eines Lexus RC-F GT3 zu Ende gegangen. Mit einem Überholmanöver in der letzten Runde in der ultraschnellen Signes-Kurve übernahm Emil Frey Racing-Pilot Albert Costa 1 Minute vor dem Rennende die Führung vom neuen Bentley Continental GT3 von ADAC GT-Masters-Champion Jukes Gounon, der durch eine lose Fronthaube mit einer gehandikapten Sicht auf dem dunklen Kurs zu kämpfen hatte. Das dramatische Finish in der letzten Rennminute bedeutete den ersten Gesamtsieg der schweizer Emil Frey Racing Mannschaft, den ersten Sieg für Lexus in einem von der SRO ausgerichteten Rennen und den ersten Sieg für das Lexus-Trio Marco Seefried, Christian Klien und Albert Costa, das nun vor dem Saisonhöhepunkt beim 24 Stunden Rennen von Spa-Francorchamps mit 35 Punkten nur 2 Zähler hinter den Tabellenführern Mies/Riberas/Vanthoor in der Gesamtwertung zu liegen kommt.

Die 50 startenden GT3-Teams lieferten ein kurzweiliges Rennen, obwohl es lange Zeit nach einem klaren Sieger aussah. Nachdem der von der Pole gestartete Aston Martin Vantage GT3 der R-Motorsportmannschaft wegen eines Elektronikproblems gleich am Start 15 Plätze zurückfiel holte sich die Garage59 McLaren-Mannschaft mit der #58 die Spitze. In den Top 10 dahinter ging es zwischen den verfolgenden Teams mit zahlreichen Positionswechseln eng und kurzweilig zu. Obwohl das Feld regelmässig durch Safetycarphasen zusammengestaucht wurde, konnte das McLaren-Trio Ben Barnicoat, Andrew Watson und Come Ledogar durchgehend die Führung verteidigen.

Erst in der letzten Rennstunde wurde es auch an der Spitze turbulent. Die wieder einmal stark auftrumpfende SMP Racing-Ferrari Mannschaft übernahm nach einem geschickten taktischen Schachzug – einem kürzeren „Joker-Stop“ der jedem Team zustand – nach der letzten Boxenstoprunde die Führung von der McLaren Mannschaft. Dort lief wiederum der Boxenstop schief; weil beim Losfahren des 650S ein Mechaniker zu viel ausserhalb der Box stand bekam die vormals führende Mannschaft eine Durchfahrtsstrafe die das Team aus dem Kampf um eine Podiumsposition warf. Gleichzeitig erlitt der Führende Ferrari einen Reifenschaden in der Signes-Kurve, die wieder zu einem Ausfall der russischen Mannschaft führte.

Damit lag nun plötzlich der Bentley des Trios Pepper/Kane/Gounon in Führung. Doch in diesem hatte Gounon mit einer sich auf der Mistralgerade anhebenden Motorhaube zu kämpfen, die ihm die Sicht für die Bremszone vor der Signes-Kurve raubte. Davon profitierte Lexus-Pilot Costa, der auf dem zweiten Platz liegend sich immer weiter an den Bentley heranrobben konnte – und in der letzten Kurve den entscheidenden Angriff lancieren konnte als Gounon zudem auf einen mit einem Reifenschaden durch die Sgnes-Kurve fahrenden Nissan auflief. Hinter dem Führungsduo profitierte die eigentlich schon geschlagene McLaren-Mannschaft von Zeitstrafen und Ausfällen der vor ihnen liegenden Konkurrenten und rutschte im letzten Augenblick noch auf den letzten Podiumsplatz.

Die Silver Cup Wertung gewann das Barwell Motorsport Trio Michele Beretta, Sandy Mitchell und Martin Kodric auf der #78 vor dem #6 Black Falcon Mercedes und dem #54 Emil Frey Racing Jaguar. Pro Am Sieger wurde das AF Corse Trio Duncan Cameron, Matt Griffin und Gianluca de Lorenzi vor dem Team Parker Racing Bentley und dem #5 Black Falcon Mercedes AMG GT3 . Der Sieg in der Amateurklasse ging erneut an die Garage 59 Piloten Chris Harris, Alexander West und Chris Goodwin vor der Barwell Motorsport- Lamborghini Huracán GT3 Mannschaft mit der #77 und dem Akka ASP-Team.

Rebellion jagt Toyotas beim Le Mans Testtag

Der toyota8 lmtestgestern absolvierte Testtag in Le Mans hat die nach dem Saisonauftakt der FIA Langstrecken Weltmeisterschafts-Supersaison in Spa-Francorchamps geäusserten Befürchtungen über eine Dominanz von Toyota teilweise zerstreuen können. Zwar absolvierte die Toyota-Mannschaft mit einer durch Fernando Alonso erzielten 3:19,066 die schnellste Zeit des Testtages, jedoch folgte mit dem Rebellion Racing R13 #3 mit einer 3:19,680 einer der privaten LMP1 mit dem vom ACO anvisierten Abstand von etwa einer halben Sekunde auf den schnellsten der Werks-Hybrid-Boliden. Toyotas zweiter Wagen wurde mit einer 3:20,008 0,3s hinter dem schnellsten Rebellion R13 notiert, desen Schwester-Auto auf Rang 4 weitere 1,3s auf den zweiten Toyota liegen liess. Somit hat Rebellion Racing für dieses Jahr offiziell die Rolle des „Toyota-Jägers“ inne.

Etwa auf dem Niveau des zweiten Rebellion folgten die beiden SMP Racing BR1. Die ByKolles Racing-Mannschaft erzielte auf Rang 7 mit einer 3:23,6 einen neuen persönlichen Qualifying-Rekord, während der nach dem Unfall in Spa-Francorchamps komplett neu aufgebaute Dragonspeed-BR1 mit einer 3:26,9 nur 0,277s vor dem LMP2 aus dem selben Team blieb.

Dragonspeedporsche93 lmtest übernahm damit die Bestzeit in der LMP2 vor der TDS-Mannschaft und den beiden Manor-LMP1-Ginettas. Rang 3 in der LMP2 ging an den G-Drive Oreca. Damit setzte sich die Dominanz der Orecas in der LMP2 weiter fort. Bester Ligier war auf Klassenrang 6 der United Autosports Ligier JS P2 LMP2 #22 mit gut 2s Abstand auf die LMP2-Bestzeit. Der schnellste Dallara liess in Form des Cetilar Villorba Corse P217 2,7s auf die Spitze vermissen.

In der GTE-Pro setzten sich mit dem amerikanischen #93 Porsche GTE (Patrik Pilet markierte hier die schnellste Zeit) und dem #91-Porsche im Rothmans-Design (Gianmaria Bruni) 2 Weissacher Chassis gegen die 4 Ford durch. Ferrari und besonders Aston Martin waren hier überhaupt nicht mit bei der Musik – die Briten verloren gar den neuen #95 Vantage nach einem schweren Unfall und müssen nun bis zum Rennen in 2 Wochen ein komplett neues Chassis aufbauen. Die Bestzeit in der GTE-Am ging an den Dempsey-Proton-Porsche.

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