Toyota dominiert in Sebring

Wir schulden euch noch einen kurzen Rückblick auf den Saisonauftakt der 11. WEC-Saison der am Wochenende mit den dritten 1000 Meilen von Sebring (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) absolviert wurde.

Toyota konnte sich dort bei der dritten Ausgabe der 1000 Meilen von Sebring einen Doppelsieg sichern. Nach 8 Stunden und 239 absolvierten Runden auf der 5,954km langen Strecke (=1423km oder 884 Meilen) kreuzten die beiden Toyota GR010 Hybrid im Abstand von 2,1s die Ziellinie, wobei am Ende der #7 Wagen von Mike Conway, Kamui Kobayashi und José Maria Lopez vor dem #8 Toyota von Sebastian Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa die Haube vorne hatte. Platz 3 auf dem Podium belegte am Ende das von der Pole gestartete Ferrari AF Corse 499P Hypercar von Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen, das sich in der Endphase gegen den lange auf P3 fahrenden Werks-Cadillac durchsetzen konnte.

Auch wenn man die Pole noch dem am Ende drittplazierten Ferrari überlassen musste - Toyota fuhr in einer eigenen Subkategorie und bewies das der Erfahrungsvorsprung mit dem Hypercar von der Konkurrenz nicht auf die Schnelle aufzuholen sein dürfte. Der #50 499P dürfte zwar in den ersten Runden Führungskilometer sammeln doch nach der ersten Gelbphase aufgrund eines Einschlags mit Überschlag des Richard Mille AF Corse Ferraris von Fahrer Luis Perez Companc in Turn 1 und dem folgenden frühen Boxenstopp des Ferraris waren beide GR010 nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Bei den schnellsten Runden führten beide Toyota das Feld klar an und spulten ab dort ein fast tadelloses Rennen ab.

Als einzige konnten die Ferrari den Speed der Toyota halbwegs mitgehen, wobei Probleme bei den Boxenstopps mit der Tankanlage, ein höherer Reifenverschleiss und Karambolagen der #51 mit einigen GTE-Wagen ein besseres Ergebnis verhagelten. Ferrari lieferte sich mit den beiden Porsche und dem Cadillac zu Mitte des Rennens eine ordentliche Schlacht um den verbleibenden Podiumsplatz, den man am Ende aufgrund Patzer der Gegner für sich entschied. Der gegen Ende des Rennens lange auf P3 liegende Cadillac musste den Platz gegen Ende des Rennens aufgrund der nicht ganz passenden Tankstrategie hergeben und kam nur 10s hinter dem Ferrari als Vierter ins Ziel.

Die beiden Porsche kämpften anfangs mit einem zu hohen Reifenverschleiss und in der 2. Hälfte mit kleineren technischen Gebrechen (defektes Lenkrad, bzw. Steuergerät) was die beiden 963-Hypercars auf den Gesamtplätzen 5 und 6 je 4 Runden Rückstand auf die Gesamtsieger einbrachte. Eine Überraschung war das Abschneiden des Floyd Vanwall-Hypercars der bei seinem Debüt trotz eines erschreckend schwachen Jacques Villeneuve und eines Heckschadens nach einem Rammstosses des #93 Peugeots von Mikkel Jensen noch vor den beiden Peugeot ins Ziel kam.

Das französische Werksteam präsentierte sich in Sebring hingegen total von der Rolle weil die Rüttelpiste ihre Wagen zerlegte und Schaltungsaktuator- und Hybriddefekte mehrere lange Boxenaufenthalte erforderlich machten. Dennoch erreichten beide Wagen am Ende abgeschlagen das Ziel. Der Glickenhaus schliesslich musste nach nur 2 Stunden einen Elektrikdefekt am Zündschalter verzeichnen, der zum einzigen offiziellen Ausfall der Klasse führte.

Das vollständige Endergebnis, weitere Bilder und Infos zu den beiden anderen Klassen sind im Rennbericht auf unseren Seiten zu finden.

Ferraris Überraschungspole in Sebring

Ferrari50polesebringFerrari hat sich mit eeinem 499P-Hypercar beim Debüt in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft gleich die erste Pole gesichert. Beim Qualifying zu den 12h von Sebring gelang Antonio Fuoco eine 1:45,067. Damit war er 0,214s schneller als Toyota Pilot Brendon Hartley der eine 1:45,281 notieren liess und sich damit vor seinem Teamkollegen Mike Conway (1:45,548) schieben konnte. P4 ging an den zweiten Ferrari vor dem Cadillac Hypercar des von Chip Ganassi eingesetzten Werksteams. Die beieden Porsche belegten mit je 2,1s Rückstand auf den Polesetter die Plätze 6 und 7 vor den beiden Peugeot, während die nicht-Hybrid-betriebenen Hypercars von Glickenhaus und Floyd-Vanwall alias ByKolles mit über 4s Abstand das Feld der Klasse im Qualifying beschlossen.

Die Pole in der LMP2-Klasse ging an United Autosports Pilot Oliver Jarvis der als einziger in seiner Kategorie mit einer 1:49,974 unter der 110s-Schallmauer blieb während die Pole in der GTE-Am-Klasse an Iron Dames Porsche-Pilotin Sarah Bovy fiel (1:58,949).

Die 1000 Meilen von Sebring starten heute um 16.30 Uhr und werden auf Eurosport bzw. Sport 1 live übertragen.

12 LMP2 zum WEC-Start in Sebring

12 LMP2 Oreca 07-Gibson starten an diesem Freitag zum Saisonauftakt der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft. Im Quasi Markenpokal innerhalb des WM-Feldes, der anders als in den Vorjahren keine Pro-Am-Subkategorie mehr beinhaltet, sind dabei 7 Mannschaften involviert. Zumindest ein kleines deutschsprachiges Fahrer-Kontingent aus verschiedenen Nationen sollte den hiesigen Fans dabei einige Identifikationsfiguren zum Mitfiebern bieten.

In der diesjährigen WM involviert sind die Mannschaften von United Autosports, Prema Racing, Team WRT, das Alpine Elf Team, Vector Sport, Team Jota und Inter-Europol Competition. Regulär sind 4 der Mannschaften – United, Team WRT , Prema Racing und Alpine – als 2-Wagen Teams in der WM engagiert. In Sebring werden es sogar 5 Teams mit 2 Oreca sein da das Team Jota angesichts des erst in Spa-Francorchamps zur Verfügung stehenden LMDh-Porsches sein paralleles LMP2-Programm wieder auf 2 Wagen aufgerüstet hat.

31prologVector Sport überbrückt mit dem LMP2-Programm ebenfalls die Wartezeit auf seine Einsätze mit dem von Michelotto konstruierten Isotta Fraschini Hypercar. Lediglich die Inter-Europol-Mannschaft will sich über die gesamte Saison auf lediglich einen Wagen konzentrieren.

Zumindest 3 deutschsprachige Piloten werden 2023 in der Klasse engagiert sein. Der 22 jährige Iserlohner David Beckmann war in den letzten Saisons bis in die Formel 2 aufgestiegen, ehe er in den Formal E-Kader von Porsche als Reserve-Fahrer berrufen wurde. In Sebring fährt er an der Seite von Yifei Ye und Will Stevens auf dem Hertz-Team Jota-Oreca. Der Österreicher Ferdinand Habsburg wird 2023 zusammen mit Sean Gelael und Robin Frijns auf dem #31 Team WRT-Oreca an den Start gehen. Auf dem Vector-Sport Oreca wird schliesslich der Liechtensteiner Matthias Kaiser zusammen mit Ryan Cullen und Gabriel Aubry in Sebring an den Start gehen.

48prologEs fällt auf das die LMP2-Klasse von den Teams zunehmend als Eintrittsklasse für die höhere Hypercar-Kategorie fungiert. Team Jota , Alpine, WRT und auch Prema Racing - wo mit Mirko Bortolotti und Andrea Caldarelli 2 Lamborghini Werkspiloten in der WM engagiert sind - haben mehr oder weniger Aufstiegsambitionen. Gerüchteweise sollen FIA und ACO schon an einem Ausstiegsszenario für die LMP2 was die WM angeht arbeiten: wenn genügend Hypercars vorhanden sind bräuchte man die LMP2-Klasse nach Verständnis der Organisatoren nicht mehr. Inwieweit das allerdings als Hürde für nachkommende Teams fungieren könnte, wird sich dann erweisen müssen.

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