Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in ADAC GT Masters
Ein turbulentes erstes Rennen des ADAC GT-Masters auf dem Hockenheimring (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) hat gestern das Feld der Meisterschaftskandidaten weiter zusammenrücken lassen. Nach dem ersten Lamborghini-Sieg seit knapp 2 Jahren gab es aber auch nach dem Rennen einen empfindlichen Rückschlag für einen der Meisterschaftsanwärter aus dem AMG-Lager zu vermelden.
Mit einem Start-Ziel Sieg für das von der Pole gestartete Duo Mirko Bortolotti und Marco Mapelli konnte Teamchef Gottfried Grasser einen gelungenen Schachzug feiern. Grasser hatte Bortolottis Co-Piloten erst vor diesem Wochenende ausgetauscht. Mit nun 131 Punkten liegt der Südtiroler nur 15 Punkte hinter dem Land Motorsport Duo Christopher Mies und Riccardo Feller die am Samstag als zweite hinter Bortolotti ins Ziel kamen. Das Drittplazierte SSR-Performance Porsche-Duo Mathieu Jaminet und Michael Ammermüller hält mit 140 Punkten ebenfalls auf Rang 3 noch Anschluss an die beiden Audi R8 LMS GT3-Fahrer während das Toksport-WRT-Duo Maro Engel und Luca Stolz mit P4 marginal Punkte einbüssten aber immerhin noch Meisterschaftsrang 2 mit 145 Zählern verteidigen konnten.
Einen Rückschlag erlebten nach dem Rennen das Team Landgraff-HTP-WWR-Duo Maximilian Buhk und Raffaele Marciello. Da Buhk in der Endphase P5 für den Geschmack der Rennleitung zu rustikal verteidigte und dabei 2 Konkurrenten ins Aus beförderte wurde nach dem Rennen eine 35s Durchfahrts-Ersatzstrafe auf das Rennergebnis aufaddiert. Das „Mamba“ Duo fiel damit aus den Punkterängen.
Eins ist somit klar: Die Meisterschaftsentscheidung wird noch nicht in Hockenheim sondern erst am Nürburgring in 2 Wochen fallen. Wie das 2. Rennen verlief werdet ihr heute Abend in unserem Rennbericht lesen können.
Verfasst von Frank Bresinski. Veröffentlicht in BeNeLux-GT
Das vorletzte Rennwochenende der Supercar Challenge fand beim Racing Festival in Spa Francorchamps statt. Es war der einzige Auftritt in diesem Jahr in den belgischen Ardennen nach dem das Spa Euro Race im Juni auf Grund einer Überschwemmung kurzfristig abgesagt werden musste. 57 Fahrzeuge hatten sich für dieses Rennen eingefunden. Schnellster im Zeittraining am Samstag war Max Aschoff im Ginetta LMP3 der sich damit die Pole Position sichern konnte.
Die beiden 60 minütigen Rennen fanden am Sonntag bei trockenen und sonnigen Bedingungen statt. Beim Start zum ersten Wertungslauf übernahm Aschoff auch gleich die Führung. Ein Zwischenfall mit einem BMW beim Überrunden zog einen Reparaturstop nach sich der zwei Runden kostete. Noch schlechter lief es für Javier Ibran Pardo der nach einem Motorschaden im Training an seinem Ligier LMP3 frühzeitig die Heimreise antreten musste. Die meisten Führungskilometer sammelte ohnehin das Saftycar. Drei lange Neutralisationen störten den Rennfluss gewaltig. Nach 21 Runden siegten Thomas Piessens und Tim Verbergt im Deldiche Racing Norma vor Dirk und Bas Schouten im BMW als Klassensieger der GT Division gefolgt von deren Markenkollegen Nicky Catsburg und Bart Arendsen. Den vierten Platz belegte Alain Berg im Norma vor dem PG Motorsport Porsche und dem Speedlover Porsche. Benjamin und Robert Van den Berg gewannen im BMW die Supersport Klasse.
Im zweiten Rennen kämpften die Piloten scheinbar vergeblich gegen einen heute übermächtigen Gegner. Die Streckenbegrenzung. Und die Rennleitung kämpfte darum den Überblick zu behalten. Mehr als 300 Track Limits Vergehen wurden registriert. So war es am Ende auch kaum verwunderlich das die Reihenfolge wie man sie auf der Strecke sah am Ende nicht mit der Ergebnisliste identisch war. Max Aschoff überquerte als erster die Ziellinie fiel aber auf Grund einer 15s Strafe auf Platz 2 zurück. Davon hätten beinahe Dirk und Bas Schouten profitiert die als zweite ins Ziel kamen. Aber anstatt als Sieger gekrönt zu werden bekamen auch sie eine Zeitstrafe und fielen auf Platz 3 zurück. Immerhin reichte es trotzdem zum Klassensieg bei denn GT´s.
Die eigentlich drittplatzierten Piessens und Verbergt erbten den Sieg. Damit hätte der Tag für die Norma Piloten von Deldiche Racing kaum besser laufen können. Catsburg / Arendsen belegten am Ende Platz vier gefolgt vom Speedlover Porsche, dem Xwift Racing Praga, dem Domec Racing Radical sowie den beiden Norma´s von Alain Berg und Tom Boonen. Dennis de Borst und Stan van Oord siegten im Hyundai TCR in der Supersport Klassen.
Das Saisonfinale findet am 30/31 Oktober in Assen statt.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Corvette Racing erwägt einem Bericht unserer Kollegen von Sportscar 365 zur Folge ein paralleles Engagement in der IMSA-WeatherTech SportsCar Championship und der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft für die kommende Saison 2022. Das hat Corvette-Sportchefin Laura Wontrop Klauser unseren Kollegen gegenüber erläutert. Demnach lautet eine Option für das kommende Jahr sich mit je einem für die ganze Saison eingeschriebenen Wagen in der neuen GTD-Pro-Klasse der IMSA-Meisterschaft als auch mit einer GTE-Corvette in der Langstrecken-WM zu engagieren.
Während man das amerikanische Engagement angesichts einer noch ausstehenden Konstruktion einer neuen, GT3-kompatiblen Variante der C8.R mit einem notdürftig von GTE auf GT3 umgebauten Vorjahreswagen bestreiten würde, würde das WM-Engagement unter dem Gesichtspunkt einer Vorbereitung des Cadillac LMDh-Programms ab 2023 Sinn machen. Logistisch wäre daher wahrscheinlich auch nicht mehr als ein 1-Wagen-Engagement in jeder Serie machbar, da von der C8.R GTE nur 4 Chassis existieren und für jeden Wagen bei professionellen Einsätzen ein Ersatzchassis in der Hinterhand verbleiben muss.
Zudem könnte Corvette Racing damit sein Le Mans-Engagement reifentechnisch deutlich besser vorbereiten. Während nämlich in der IMSA alle Hersteller auf einer Einheitsmischung von Michelin ausrücken müssen, werden die Mischungen in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft auf die Hersteller massgeschneidert. Ein weicher Slick von Ferrari passt daher zum Beispiel nicht auf einen Aston Martin oder eine Corvette - von Porsche mit ihrem Heckantrieb mal ganz abgesehen. Das Erfahrungsdefizit mit den auch in Le Mans gebräuchlichen WEC-Reifen war Corvette in der Vergangenheit öfters mal beim Klassiker auf die Füsse gefallen. Dies soll mit ein Grund sein warum ein entsprechendes Engagement in der WEC nun eine höhere Realisierungswahrscheinlichkeit hätte. Schon in der Vergangenheit hatte Corvette in der WEC daher gastauftritte im Vorfeld des Klassikers an der Sarthe bestritten. So startete man in diesem jahr bereits beim Saisonauftakt in Spa mit einem Wagen (Bild).