Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans Series ( LMS )
Ein Feld von 38 Wagen ist laut der aktuellen Nennliste für den Saisonabschluss der LMS in Jarama genannt worden. Diese teilen sich über die Klassen in 7 LMP1, 8 LMP2, 7 GT1 und 16 GT2 auf. In der LMP1-Klasse ist das Streckendebüt des Lavaggi LS1 (Foto) angekündigt. Dafür fehlt der Lister, der in Donington demnach sein letztes Rennen gesehen haben dürfte. Die letzte Absage in der LMP2-Klasse betrifft (wie erwartet) den SCI-Lucchini. Aus deutschsprachiger Sicht dürfte hier das vermeldete Debüt von Norbert Siedler im Kruse-Courage zu beachten sein. In der GT1 verstärkt David Brabham nun als 3. Fahrer die Mannschaft des Team Modena Astons. Die 2. PSI-Corvette ist zwar noch auf der Liste verzeichnet, dürfte aber ein Wackelkandidat sein. In der GT2-Klasse schließlich ist nur noch ein Farnbacher-Porsche gemeldet, nachdem Lars Erik Nielsen noch aus gesundheitlichen Gründen aussetzt. T2M und Seikel haben schon im Vorfeld ihre Wagen verkauft und bereiten die kommende Saison vor.
Die vollständige Nennliste findet ihr hier.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Sportscar Challenge ( SCC )
Eigentlich hätte das Automotodrom Brno den Rahmen für den Auftakt der Sports Car Challenge 2006 bieten sollen; letztlich starteten die Sportwagen in Italien in ihre elfte Saison. Am 23./24. September ist es aber wieder soweit: Dann gehen die Sportprototypen wieder auf dem Brünner Masaryk-Ring auf die Jagd nach Punkten für die Sports Car Challenge und die parallel ausgetragene Österreichische Meisterschaft für Sportprototypen. Vor den beiden Läufen auf der traditionell bei den Aktiven sehr beliebten Strecke führt in der Division 1 Wolfgang Payr vor Tony Sinclair. Der Österreicher mit französischer Lizenz hat bei 241 Punkten 21 Zähler Vorsprung auf den Briten, dessen Motto heuer „Sieg oder Ausfall“ ist. Einiges drinnen ist auch noch für den Drittplatzierten Gerd Beisel aus Deutschland, der 40 Punkte hinter Payr liegt. Payr fährt den großen PRC BB05 mit Cosworth-V8-Motor, Sinclair vertraut auf den von ihm selbst konstruierten Jade mit IES-V6. Beisel wechselt heuer zwischen seinem vertrauten PRC mit BMW-Sechszylinder und dem Norma M2000 mit Achtzylinder-BMW-Aggregat. Payr vor Sinclair heißt auch die Reihenfolge in der Österreichischen Meisterschaft, dort wurden vier Läufe der bisherigen SCC-Saison gewertet. Payrs 97 Punkte stehen 75 Zählern für Sinclair und 63 für Beisel gegenüber. Die Division 2 steht bislang ganz klar im Zeichen von Pius Truffer. Der Schweizer hat mit seinem BMW-getriebenen PRC eine fulminante Saison und führt die Klassenwertung mit 205 Punkten an. Damit ist er auch noch im Rennen um den Titel des Gesamtsiegers der Sports Car Challenge. 15 Punkte dahinter der Deutsche Gerhard Münch, Teamkollege von Gerd Beisel bei RWT, im Norma M20 mit Honda-Motor. Immer besser in Schwung kommt Karl-Heinz Matzinger, er pilotiert einen PRC mit Opel-Antrieb. Während er in der Sports Car Challenge bereits 68 Punkte hinter dem führenden Truffer zurückliegt, geht es für der Tourenwagen-Umsteiger aus Österreich in parallel ausgetragenen OSK-Pokal noch um alles. Dort sieht das Bild nämlich anders aus: Truffer ist mit 60 Punkten nur Dritter hinter Münch (74) und Matzinger (69), die Abstände sind also hauchknapp. Zum ersten Mal ist auch die neue GT-Klasse mit in Brünn dabei, beim letzten Rennen in Most gab es bereits ein halbes Dutzend Starter. Ein klarer Aufwärtstrend ist also zu verzeichnen, nächstes Jahr wird diese Klasse ebenfalls offiziell um den SCC-Titel mitfighten. Am selben Wochenende werden auch alle Klassen der tschechischen Meisterschaft und am Samstagabend auch ein Drei-Stunden-Rennen zu sehen sein. Bilder: Meike Kerstin |
Verfasst von Johannes Gauglica. Veröffentlicht in Sportscar Challenge ( SCC )
Als Test für die im nächsten Jahr vorgesehenen 75-Minuten-Rennen innerhalb der Sports Car Challenge reiste das Team von Pedrazza Racing Cars zum 100-Meilen-Rennen im französischen Dijon. Ein zweites Rennen nahm die österreichische Mannschaft quasi zum Drüberstreuen auch noch mit – und all das mit Erfolg.
Für Walter Pedrazza und seine Mannschaft war es in doppelter Hinsicht ein wichtiger Test: Einerseits war es die erste Erprobung des neuen Langstreckenformates in der Praxis, andererseits auch ein wichtiger Test des neuen PRC mit Honda-Aggregat unter Langstreckenbedingungen. Das Format der Rennen über 1 bis 2 Stunden – Mittel-Langstrecke, „Mini-Enduros“ oder wie immer man sie nennen will – wird neben den klassischen Langstrecken-Distanzen international immer beliebter; auch kleinere Teams finden hier den idealen Kompromiß aus Herausforderung und überschaubaren Kosten.
Drei Autos kamen aus Vorarlberg nach Frankreich: Zum einen Pius Truffer mit seinem PRC-BMW, in der Sports Car Challenge heuer ein beinah unschlagbares Gespann. Zum anderen gab Mirco Schultis seine Endurance-Premiere im Sportprototypen.
Der Deutsche hat bereits Langstrecken-Erfahrung in der holländischen Super Car Challenge gesammelt, dort mit einem seltenen Panoz Esperante. Auf den Sportprototypen ist er aber erst heuer umgestiegen; nach einer längeren Kunstpause (erzwungen durch einen Motorradunfall) bestritt er sein erstes Rennen mit dem brandneuen PRC-Honda in Most/CZ Ende August. Ein weiterer PRC mit 2l-Honda-Motor wurde von Emanuel Pedrazza gesteuert.
Auf dem Terminkalender dieses Meetings tauchte sozusagen in letzter Minute ein weiteres Rennen auf – 30 Minuten Dauer, für alle Fahrzeuge offen. Walter Pedrazza und seine Crew nahmen diese Gelegenheit für einen zusätzlichen Test unter Rennbedingungen spontan wahr. Auf diese Weise wurde quasi ein Wochenende der Sports Car Challenge 2007 simuliert; auch dort wird es bei vier Veranstaltungen neben den Sprintrennen zusätzlich einen 75-Minuten-Langstreckenbewerb geben.
Das Starterfeld war, wie für ein so kurzfristig angesetztes Rennen nicht anders zu erwarten, mit 12 Autos eher schütter. Gegen Pius Truffer und seinen PRC-BMW hatten sie alle nichts auszurichten: er fuhr Zeiten im 1:16-Bereich und entschied das Rennen ganz klar für sich. Großartig auch die Leistung von Emanuel Pedrazza – vom letzten Startplatz aus. Die Rundenzeiten der ebenfalls Honda-motorisierten Boliden der CN-Konkurrenz von Norma aus Frankreich stellte er mit Leichtigkeit ein; eine Serie 1:19er Runden führte ihn bis auf den zweiten Gesamtrang nach vor. Mit Mirco Schultis als Drittplatziertem war das PRC-Podium komplett.
Am Sonntag also das 100-Meilen-Rennen: Pius Truffer ging als Solist an den Start, Mirco Schultis holte sich Verstärkung. Die 25jährige Schweizerin Sabrina Hungerbühler fährt in der Sports Car Challenge einen Osella-BMW, dieses Mal stieg sie in den blau-gelben „Dress-for-Less“-Boliden.
25 Starter, darunter neben den drei PRC auch einige Radical-Sportwagen, bildeten das schöne Starterfeld zum 100-Meilen-Rennen; anfangs hatte auch ein Radical die Oberhand. Bernd Rübig im SR8 führte vor Truffer, der sich nicht abschütteln ließ. Nach dem Boxenstop übernahm der Schweizer dann das Kommando, später hatte Rübig auch noch Technik-Pech; er kam nach Motorschaden nicht ins Ziel. Es war wieder der Tag des Truffer, er nahm der gesamten Konkurrenz zwei Runden ab und gewann in souveräner Manier. Dahinter hatte die aus der zweiten Reihe gestartete Sabrina Hungerbühler zunächst den Rückstand einer Stop & Go-Strafe aufzuholen – während einer Safety-Car-Phase war ein anderer Teilnehmer etwas übervorsichtig beim Abstandhalten zum Führungsfahrzeug, der Schweizerin ging schließlich die Geduld aus. Danach fuhr sie im CN-Auto 1:20er-Zeiten und war bis zum Fahrerwechsel wieder auf Platz 2. Mirco Schultis brachte mit dem PRC-Honda den Vorsprung von einer Runde auf den Drittplatzierten über die Distanz; er steigerte sich während seines Turns um eine Sekunde pro Runde und kam ebenfalls auf respektable Zeiten um die 1:21. Damit gab es auch im 100-Meilen-Rennen von Dijon einen Doppelsieg für die Marke PRC.
Walter Pedrazza, Firmenchef von PRC und Promoter der Sports Car Challenge, zeigte sich von diesem Rennformat begeistert, „und das nicht nur, weil wir gewonnen haben!“ – er bestätigte an Ort und Stelle, dass es 2007 bei vier SCC-Veranstaltungen ein 100-Meilen-Rennen geben wird. Die Resonanz von Seiten interessierter Teilnehmer ist jedenfalls vorhanden.
