Wolfgang Kaufmanns Erfahrungsbericht aus Bahrain

bahrainsieger.jpg1993 verlor Wolfgang Kaufmann den Gesamtsieg bei den 24h Nürburgring um 53 Sekunden. Am Steuer eines Freisinger Porsche mit der Ring-Legende Edgar Dören musste er sich nur der Mannschaft von Franz Konrad geschlagen geben. Bei der Erstausgabe der 24h Bahrain saß er nun gemeinsam mit Franz Konrad, seinem damaligen Hauptgegner, am Steuer eines von Konrad Motorsport  eingesetzten Porsche 996 GT3 RSR und fuhr nach 24h als Gesamtsieger über die Ziellinie.

Zusammen mit seinen Teamkollegen Franz Konrad, Michael Schrey, Miro Konopka und Luciano da Silva begann Wolfgang das Rennen aus der 3. Startreihe. Dabei hatte die Konrad Motorsport Mannschaft zu Beginn des Rennens mit mangelndem Grip an der Hinterachse zu kämpfen. In den Trainingssitzungen hatte man versucht, dieses Problem zu beheben, schaffte dies in der knappen Zeit vor dem Rennstart jedoch nicht. In der Folge musste das Team mit einem deutlich erhöhten Reifenverschleiß kämpfen. Die Wende kam im letzten Renndrittel. Es begann in den frühen Morgenstunden in der Wüste heftig zu regnen. Nun spielten die Haftungsprobleme an der Hinterachse keine Rolle mehr - jeder hatte nun mit mangelnder Haftung auf dem 6140m langen Asphaltband zu kämpfen.

In der 8. Rennstunde lag das Team mit komfortablen Abstand zum drittplatzierten JMB-Ferrari auf Rang 2 und konnte nach technischem Defekt des bis dahin führenden Land-Porsche den Lohn für eine einwandfreie Teamleistung einfahren - die Gesamtführung. In der Morgenstunde kollidierte man mit einem zur Überrundung anstehenden Porsche, da dessen Pilot den Konrad Porsche in der Gischt schlichtweg übersehen hatte. Die dadurch bedingten Reparaturen kostete das Team drei wertvolle Runden an der Box.

100 Minuten vor Rennende gab es eine erneute Schrecksekunde. Als Michael Schrey die Box zu seinem letzten Turn verließ, wollte sich der Speedlimiter am Ende der Boxengasse nicht ausschalten lassen. Eine komplette Runde musste im Schneckentempo von 60km/h absolviert werden, bevor das Problem mit einem erneuten Boxenhalt behoben werden konnte.

Nach 486 Runden gebührte dem Molsberger Kaufmann die Ehre den Porsche als Gesamtsieger über die Ziellinie zu pilotieren - mit zum Rennende nachlassender Leidensfähigkeit der vorderen Stoßdämpfer. Die Emotionen nach der Zieldurchfahrt waren nach einem nicht gerade mit Rosen ausgelegten Motorsportjahr für Wolfgang überschäumend. Sein besonderer Dank geht daher an seinen Teamchef Franz Konrad, der ihm mit diesem Einsatz auf dem Porsche 996 GT3 RSR die Chance zu diesem Sieg ebnete.

Rockenfeller & Luhr werden Audi-Werksfahrer

rockyuluhr.jpgLucas Luhr (27, rechts auf dem Bild) und Mike Rockenfeller (23 - links) verstärken 2007 den Audi Fahrerkader in der DTM und bei Sportwagen-Einsätzen mit dem Audi R10 TDI. Die beiden Deutschen wechseln damit direkt aus dem Porsche-Werkskader in die Werksfahrerriege von Audi.

Der 27-Jährige Lucas Luhr stammt aus der Nachwuchsschule des Hauses Porsche. Den Durchbruch schaffte er 1999 mit dem Gewinn des Porsche Carrera Cup. In den folgenden sieben Jahren entwickelte sich der aus Koblenz stammende Luhr zu einem der besten Sportwagen-Piloten der Welt. 2002 und 2003 gewann er den GT-Titel in der American Le Mans-Serie, 2006 den LM P2-Titel. Mit 23 Klassensiegen ist der Wahlmonegasse einer der erfolgreichsten Fahrer der US-Sportwagen-Rennserie. Zudem gewann Luhr die FIA GT-Meisterschaft 2004 und ist mit fünf Klassensiegen Rekordhalter beim 12-Stunden-Rennen in Sebring. Auch bei den 24 Stunden von Le Mans stand er bereits ganz oben auf dem Podium, als er 2002 und 2003 aufeinanderfolgend den GT2-Klassensieg mit den Mannschaften von Racers Group und Alex Job Racing auf Porsche erzielen konnte.

Mike Rockenfeller gilt als eines der größten deutschen Nachwuchstalente. Trotz seines jungen Alters kann der aus Neuwied stammende Pilot bereits auf eine eindrucksvolle Karriere zurückblicken. 2003 trug sich Rockenfeller in die Geschichtsbücher ein: Mit seinen damals 19 Jahren gelang ihm als jüngster Fahrer ein Sieg bei einem Rennen des im Rahmen der Formel 1 ausgetragenen Porsche Supercup. Nur ein Jahr später gewann Rockenfeller den Porsche Carrera Cup – ebenfalls als jüngster Pilot aller Zeiten. Mit zahlreichen Siegen war er der dominierende Fahrer in den Porsche-Markenpokalen, den es zu schlagen galt. Es folgten viele Erfolge bei Sportwagen-Rennen in aller Welt, darunter ein Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans (2005 auf Alex-Job Porsche), in Spa und der Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2006 mit dem Manthey-Porsche.

Luhr und Rockenfeller werden 2007 ihr Debüt in der DTM geben. Die beiden Youngster hat Audi jedoch nicht nur mit Blickrichtung der Werks-Silhouettenserie verpflichtet. "Uns ist wichtig, dass unsere Piloten bei Bedarf auch in das Sportwagen-Projekt mit dem Audi R10 TDI eingebunden werden können", betont Audi Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich. "Lucas und Mike erfüllen dieses Kriterium. Ich bin sicher, dass sie eine Verstärkung für unseren Fahrerkader sind und gut zu Audi passen werden."

Folgeausgabe der 24h Bahrain geplant

Bereits am Samstag wurden die Weichen für die Abhaltung des 24h Race of Bahrain im kommenden Jahr gestellt. „Die Zusammenarbeit zwischen dem MSC Ruhr-Blitz-Bochum e.V. im ADAC und den Verantwortlichen des Bahrain International Circuit ist im Verlauf der vergangenen Woche gereift“, wurde Organisationsleiter Horst Helmut Bube zitiert. „Wir waren uns schnell einig, dass wir bereits im Januar mit den Planungen für die zweite Ausgabe 2007 beginnen werden.“ Martin Whitaker, Geschäftsführer des Bahrain International Circuit, zeigte sich von der Premierenveranstaltung angetan. „Natürlich gibt es immer Raum für Verbesserungen, aber wir haben gemeinsam den Grundstein für eine längerfristige Zusammenarbeit gelegt“, sagt Whitaker. „Ein Termin im November oder im Februar zählt genauso zu den primären Zielen, wie eine größere Anzahl an Teilnehmern (Anm.: nur 28 Starter in diesem Jahr waren zusammengekommen). Für den BIC und das Land Bahrain ist das 24h Race of Bahrain eine wunderbare Gelegenheit, sich und das Land den Menschen zu präsentieren. Dies wollen wir durch eine verstärkte Kooperation mit den Organisatoren erreichen.“

Ein Rennbericht des ersten 24h-Rennens in Bahrain kann unter diesem Link eingesehen werden.

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