Bilanz der Horag-"Spydermen" in Monza

lammerstheyslienhardtDas Autodromo Nazionali di Monza stellt offenbar ein gutes Terrain für das Thurgauer Horag Racing -Team dar. Nach dem Vorjahressieg beim klassischen 1000 Kilometer-Rennen von Monza fuhren die „Spydermen“ Jan Lammers, Didier Theys und Fredy Lienhard (auf dem Foto von links nach rechts) mit dem Porsche RS-Spyder beim Quasi-Heimspiel mit Platz 3 wiederum aufs Podium. Im Rennen klassierte sich der LMP2-Porsche beim zweiten Lemans Serie -Lauf im Gesamtklassement an 10. Stelle. Insgesamt absolvierten Lammers/Theys/Lienhard auf der 5,793 Kilometer langen Traditonsstrecke im königlichen Park 164 Runden und lagen bei Schachbrettflagge nach ziemlich exakt fünf Stunden Fahrt gerade eine Runde hinter den beiden Porsche-Kundensport-Schwesterautos zurück. In der LMP2-Kategorie siegte das dänische Essex-Team knapp vor der niederländischen Van Markstaijn-Mannschaft.

Mit dem dritten Platz zeigten sich Sportwagenroutinier Fredy Lienhard und Teamchef Markus Hotz glücklich, denn die kleinen Thurgautruppe zeigte sich nach dem großen Reifentohuwabohu von Barcelona ziemlich jetzt ziemlich konkurrenzfähig und für die nahe Zukunft als durchaus siegverdächtig. Als niederländischer Shootout alter F1-Haudegen offenbarte sich im Nachhinein die Qualifikation, in welcher Jos Verstappen seinen Landsmann Jan Lammers knapp auf Platz zwei verweisen konnte. „Die Michelin-Reifen lassen gerade zwei superschnelle Runden zu. Leider habe ich dieses Fenster etwas verpasst,“ knurrte Lammers ob der verlorenen Pole Position, als Ex-Le Mans-Sieger wohlwissend wie unwichtig eine Prestigezeit im Training für ein die Langstreckenrennen von Bedeutung ist.

horagmonzaDer „Flying Dutchman“ übernahm den Startstint und hielt sich in der Anfangsphase der Rennens auf Schlagdistanz zur Spitze zwischen Platz zwei und fünf. Lienhard übernahm den Porsche an zweiter Stelle liegend und kreiste auf dem Hochgeschwindigkeitsstrecke mit Durchschnittstempi von knapp 210 Kilometern pro Stunde. Ähnlich schnell wie die späteren Sieger unterwegs hatte der Sportwagenroutinier mächtig Vergnügen am schnellen Vorwärtskommen. „Wir haben zwar hier mit dem Lola im letzten Jahr gewonnen, aber das Fahren hat jetzt eigentlich noch viel mehr Spass gemacht,“ taugte es dem alten Rennsporthaudegen. „Wir sind jetzt volle vier-fünf Sekunden schneller als im Vorjahr unterwegs!“ Ex-Champcar-Pilot Didier Theys übernahm das 486-PS-Gefährt an zweiter Stelle und hielt einen kleinem Respektabstand Tuchfühlung zur Spitze. Im Rennverlauf kam es zu einer wahren „Rushhour“ als Theys in einen Pulk von langsameren GT-Fahrzeugen aufgehalten wurde, als gerade das Führungsübernahme möglich schien. In der kniffligen ersten Lesmo-Kurve wollte der Belgier deshalb Zeit gutmachen, verlor beim Anbremsen jedoch „das Heck“ auf der von Öl und Sand verschmutzten Piste und strandete mit einem Dreher im tiefen Kiesbeet. Die fast ewige Zeit von zwei Runden gingen durch die Berge-Aktion verloren, bis ein Traktor den Arizona-„Beachboy“ wieder auf die Strecke gezogen hatte. Der Horag-Prototyp wurde so bis auf Rang sieben durchgereicht. Bis zum Boxenstop hatte er bereits zwei Plätze wieder gutgemacht. Lammers oblag die Aufgabe den Schlussstint zu fahren. Der nahm das Messer zwischen die Zähne und konnte in den letzten Rennphase noch vier Konkurrenten aufschnupfen um so den nicht unverdienten Podiumsplatz sicherzustellen. Grosse Genugtuung bei Teamchef Markus Hotz nicht nur wegen des Resultats: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Kruse Schiller Motorsport mit starker Aufwärtstendenz in Monza

krusemonza Kai Kruse hatte nach den 1000km von Monza allen Grund entspannt zu sein: 6. Rang und 3 Punkte in der LMP2, 3. Nicht-Porsche im LMP2-Klassement der 1000km von Monza und 13. Wagen im Gesamtklassement. Obendrein gab es noch einen Gesamt-5. Rang in der Wertung der Michelin Energy-Endurace-Challenge. Zwar sprang in den Vorjahren jeweils ein 5. LMP2-Rang mit dem Courage bzw. Pescarolo auf der italienischen Hochgeschwindigkeitsstrecke für das Kruse-Schiler-Motorsport Team heraus, doch kam man damals nur auf 122 bzw. 139 absolvierte Runden während man heuer 162 Runden drehte.

„Das war das erstemal seit wir diesen Kram machen das wir wirklich ein absolut fehlerfreies Rennen abgeliefert haben. Abgesehen von dem Problem in der Aufwärmrunde mit dem nicht funktionierenden Getriebesensor (Anm: deshalb erfolgte der Start für das Team aus der Boxengasse) lief der Lola danach wie ein Uhrwerk. Wenn man die Porsche RS-Spyder vorne abzieht, die budgetmässig in einer anderen Liga fahren, dann hätten wir heute sogar auf dem Podium gestanden. Aber das Level ist halt in der Klasse gewaltig angezogen worden. Was mich freut ist das die Änderungen im Paket gegriffen haben und wir zeigen konnten was im Team und im Wagen steckt. Für Spa-Francorchamps gilt es nun darauf aufzubauen.“

Als Hauptgrund für den Sprung benennt Kruse den neuen Renningenieur des Wagens, Johannes Gruber, der kurz vor Monza vom Team verpflichtet wurde. „Ich kenne Johannes schon lange persönlich und er ist ein Mann dessen Background bis in die Gruppe C-Ära zurückreicht. In der Kürze der Zeit hat er an diesem Wochenende einiges aufgeholt, was in den letzten Wochen liegen geblieben war und wie professionell er den Wagen aufgemöbelt hat, spiegelt sich in unserem Rennverlauf wieder. Wenn er in dem Tempo weitermacht, dann macht mir das viel Hoffnung für die kommenden Runden in Spa-Francorchamps und in Le Mans. Wir haben noch einige Zonen am Wagen ausgemacht wo wir noch schneller werden können und das wird sich eventuell dann schon bis zum nächsten Rennen realisieren lassen.“

Es gab durchaus noch kleinere Probleme: Hideki Noda hatte im Rennen zwischenzeitlich mit einem verschobenen Sitz zu kämpfen, der seinen Brems-Fuss beinahe einschlafen liess. Ein unrunder Boxenstopp kostete weitere 20s, so das objektiv ein Platz in Monza verloren ging. Für die nächste Runde in den belgischen Ardennen lohnt es sich den Aufwärtstrend im Team weiter interessiert zu betrachten.

Asia Supercar Challenge: Rennen in Macao?

Wenn es nach Presseberichten in China geht, könnte der Grand Prix von Macao heuer um eine Attraktion reicher werden. Neben dem WTCC-Finale, den Superbike-Läufen und sportlichen Herausforderungen wie dem Scooter-Rennen könnten auch GT3-Fahrzeuge sich ihren Weg über den Circuito da Guia bahnen.

Der „Macau GT Challenge Cup“ soll ein Einladungsrennen mit GT3- und Markenpokal-Autos für die besten asiatischen GT-Fahrer sein, aber auch Stars der internationalen Szene erfassen. Am 15./16. November werden wir den Erfolg dieser Bemühungen beurteilen können.

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