An das 1000-Kilometer-Rennen in Silverstone hat Audi beste Erinnerungen: 2004 siegte Allan McNish gemeinsam mit Pierre Kaffer, ein Jahr später triumphierte der Schotte in einer denkwürdigen Regenschlacht mit Stéphane Ortelli – beide Male am Steuer eines Audi R8. Der Erfolg in Silverstone im Jahr 2005 war der 59. von insgesamt 63 für den legendären R8, mit dem Audi mehr als sechs Jahre lang die Sport-Prototypen-Szene beherrschte.
In Silverstone startet der inzwischen drei Jahre alte Audi R10 TDI am 14. September zum letzten Mal in dieser Saison bei einem Rennen in Europa und erstmals in Großbritannien. Das Nachfolgemodell, das als Antwort auf die überlegenen 908 auf Kiel gelegt worden ist, wird den dreifachen Le Mans-Siegerwagen 2009 ablösen. Die beiden Audi Youngster Alexandre Prémat (26) und Mike Rockenfeller (24) haben in der Fahrerwertung der LMP1-Klasse nur zwei Punkte Rückstand auf das mit 32 Punkten führende Peugeot-Duo Marc Gené / Nicolas Minassian. In der Herstellerwertung liegt Audi sechs Punkte hinter Peugeot. "Beides lässt sich noch aufholen", sagt Dr. Wolfgang Ullrich. "Unsere Konkurrenz ist sehr schnell. Aber bei einem 1000-Kilometer-Rennen kann viel passieren. Und das Wetter ist in Silverstone oft sehr wechselhaft."
Um nichts dem Zufall zu überlassen, hat das Audi Sport Team Joest das Fahrzeug von Dindo Capello und Allan McNish für das Rennen in Silverstone neu aufgebaut. Die beiden Le Mans-Sieger hatten sich zuletzt am Nürburgring über ein ungewöhnliches Fahrverhalten ihres R10 TDI beklagt.
Audi startet nach 2000, 2004 und 2005 zum vierten Mal bei einem Sportwagen-Rennen in Silverstone. Das Audi Sport Team Joest fuhr zuletzt 2000 in Silverstone. Dindo Capello und Allan McNish starteten dort 2000 mit dem Audi R8R gemeinsam und belegten seinerzeit den dritten Platz. Mike Rockenfeller kennt die Strecke aus der FIA GT-Meisterschaft , Alexandre Prémat aus der GP2-Serie. Silverstone ist der 36. Renneinsatz des Audi R10 TDI, der bisher 19 Siege feierte.
Stattliche 38 Wagen sind insgesamt in den Klassen GT2, GT3 und GT Cup für die Läufe der Italienischen GT-Meisterschaft am 13./14.09. in Misano gemeldet. Bei Autorlando wird Wolf Henzler als Co-Pilot des in der GT2-Punktetabelle noch gut platzierten Portugiesen Francisco Cruz Martins aufgeboten. Den zweiten Porsche 997 RSR des Teams sollen Gianluca Roda und Patrick Pilet fahren. Unter den Nennungen für die GT3-Klasse erscheint ein Name erwähnenswert: Der mehrfache nationale Prototypen-Meister Filippo Francioni tritt gemeinsam mit Ferdinando Geri in einem der Racing Box-Lamborghini Gallardo an.
Am kommenden Samstag geht es nach zwei Monaten Sommerpause endlich weiter mit Europas beliebtester Breitensportserie. Die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft startet in ihr letztes Saisondrittel. Die rennfreie Zeit haben viele Teams genutzt, ihre Autos weiterzuentwickeln oder wieder aufzubauen. Land Motorsport wird am Wochenende mit ihrem wieder hergestellten Porsche 997 GT3 RSR an den Start gehen. Das Team aus Niederdreisbach musste den Zuffenhausener Sportwagen nach dem schweren Unfall von Johannes Stuck beim letzten VLN-Lauf auf einer Rohkarosse neu aufbauen. Das Duo Frank Stippler / Marc Basseng wird alles daran setzten den zweiten Saisonsieg für Land Motorsport einzufahren.
Doch sie werden harte Konkurrenz aus dem Porsche-Lager haben, bei Manthey Racing wechseln sich Arno Klasen, Marcel Tiemann und Timo Bernhard auf dem Porsche 997 GT3 RSR ab. Von Manthey werden noch zwei weitere Fahrzeuge in der SP7 an den Start gebracht - der Wochenspiegel-Porsche und der Porsche 996 GT3 MR. Der Porsche von Wolfgang Kohler, befindet sich nach seinem Unfall beim letzten Lauf noch im Neuaufbau. Kohler wird aber trotzdem am Rennen in einem Manthey-Porsche teilnehmen - er teilt sich ein normales Cup-Fahrzeug mit Christian Menzel.
Nachdem der Audi R8 von Michael Düchting beim letzten Lauf sein lang erwartetes Renndebüt gab, tritt man dieses mal wieder am Nürburgring an. Über die Sommerpause hat man einen Showauftritt beim Osnabrücker Bergrennen gehabt. Ein weiterer Farbtupfer im Starterfeld ist der Ferrari F430 GT von Academy Racing. Hier will man versuchen, endlich die erste Zielankunft für den italienischen Sportwagen einzufahren.
Bei den Fahrzeugen der Klasse Sp6 fällt vor allem die neue Besatzung auf dem BMW Z4 M Coupe von Schubert Motorsport auf. Maik und Heinz-Otto Schmersal sowie Christoph Koslowski werden sich am Volant des Z4 abwechseln. Die bisherige Stammfahrerin, Claudia Hürtgen, wird den 7. Lauf auf einem BMW 320d bestreiten.
Neben der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft startet am Wochenende auch die Youngtimer Trophy auf der Nordschleife, deshalb sieht der Zeitplan für den Samstag anders aus. Der Qualifikationstraining für die VLN beginnt um 8.00 Uhr und der Rennstart ist um 11.35 Uhr. Zwischen Zeittraining und Rennen werden die Youngtimer ihr Zeittraining austragen, der Wertungslauf findet nach dem Ende des VLN-Laufs statt.
Das Finale der Le Mans Serie steht bevor und damit biegen die führenden Teams in den Meisterschaftwertungen auf die Zielgerade in Richtung Startplätze Le Mans 2009 ein. Wie in jedem Jahr bekommen die beiden führenden Teams einer jeden Klasse eine Wildcard für den 24h-Klassiker. Wer kommt vor Silverstone nun dafür in Betracht?
In der LMP1-Klasse duellieren sich der Peugeot von Minassian/Gene (32 Punkte) und der Audi von Premat/Rockenfeller (30) um die Meisterschaft. Bezüglich der LM-Wildcard kann sich einzig der Peugeot von Lamy / Sarrazin mit 21 Zählern noch Hoffnung machen. In der LMP2 ist van Merksteijn als Champion mit 38 Zählern durch. Um Rang 2 und die Le Mans-Einladung geht es zwischen dem Porsche RS-Spyder des Team Essex (28 Pt.) und dem Pescarolo des Saulnier-Teams (21). Das Team Horag Racing muss schon auf den Gewinn der Michelin Energy Endurance Challenge hoffen, in der das Schweizer Team führt.
In der GT1-Klasse fehlt der Luc Alphand Corvette ein lächerliches Pünktchen zum Titel. 36 Zähler hat die französische Mannschaft. Um den verbleibenden Le Mans Startplatz geht es zwischen dem Team Modena (26) und der IPB-Spartak-Mannschaft (19). Auch in der GT2-Meisterschaft kommen nur noch 2½ Mannschaften für die Wildcards in Frage: Die Titelentscheidung fällt zwischen Virgo (30) und Felbermayr-Proton (27). Das JMB-Racing Team hat mit 19 Zählern allenfalls theoretische Chancen.
Nach dem fatalen Abflug des #7 Larbre Competition-Saleen S7-R im Warm-Up der Total 24 Hours of Spa, der aus dem Fahrzeug von Vincent Vosse und Greg Franchi ein Wrack machte, musste die französische Mannschaft während der Meisterschaftsrunde in Bucharest pausieren. Nun gab das Team bekannt, dass man auch den Lauf in Brünn aussetzen wird, aber bis Nogaro startklar sei. Derzeit ist das Auto zu 70 Prozent wiederaufgebaut.
„Wir haben das neue Chassis ebenso wie die fehlenden Teile erhalten, aber wir bekommen noch weitere Komponenten über den September verteilt“, erklärt Teamchef Jack Leconte. „Und wir haben einige Teile, wie den Auspuff, selbst reparieren müssen. Sogar den Motor, bei dem wir dachten, dass er noch intakt wäre, musste repariert werden.“
Vincent Vosse kommentiert: „Ich bin froh, mit dem Saleen zu den letzten Runden der Saison zurück zu sein. Ich bin ein wenig enttäuscht, in Brünn zu fehlen, da dies meine Lieblingsstrecke der Saison ist. Wir müssen am 30. September einen Test mit dem Fahrzeug absolvieren, um zu prüfen, ob alles okay ist, bevor es nach Nogaro geht.“
Eine vergleichbare Überschrift gab es hier bereits im Juli dieses Jahres – lediglich die Austragungsorte waren genau umgekehrt verteilt. Wieder einmal kollidieren also die Termine der Serien des Automobil Club d’Italia und der Peroni-Gruppe. Für die Italienische GT-Meisterschaft und die EGTS steht am 13./14.09. jeweils die vorletzte Saisonrunde auf dem Programm, die Prototypen bestreiten am 14.09. in Misano das siebte von neun vorgesehenen Rennen.
Bei den 1000km von Silverstone gehen einige Teams mit veränderten Besatzungen ins Finale der Le Mans Serie. Mit ein Grund ist der zeitgleich abgehaltene Lauf der FIA-GT Meisterschaft in Brünn an diesem Wochenende, der einige Teams zu Umbesetzungen zwingt.
In der LMP1-Klasse ist zum Beispiel Pescarolo Sport davon betroffen. Anstelle von Emanuel Collard, der das Lenkrad des Prototypen mit dem des Prospeed-Porsches tauscht, pilotiert Romain Dumas den LMP1 der Langstreckenlegende. Noch nicht entschieden ist der Partner von Steven Simpson im zweiten Creation - hier war am Nürburgring noch Liz Halliday die Teampartnerin. Im Saulnier-Pescarolo fehlt der Monegasse Marc Faggionato. Dafür kommt im Rollcentre-Pescarolo Charlie Hallings als Partner von Joao Barbosa und Vanina Ickx hinzu.
In der LMP2 hat WR mit Tristan Gommedy einen Profi an die Seite der beiden Salini-Brüder gestellt, wohl auch um das Potential des neuen Wagens einmal gründlich zu durchleuchten. Adam Sharpe wird - wie in Le Mans - an Bord des Trading Performance-Zyteks steigen.
In der GT1-Klasse verstärkt Aston Martin-Werksfahrer Darren Turner die beiden Strakka-Racing Stammpiloten Hardman & Leventis. Interessant wird es in der GT2-Klasse. Tom Coronel ersetzt im Werks-Spyker Peter Dumbreck. Über den Einsatz von Grand Am- und ALMS-Pilot Dirk Werner im Farnbacher-Porsche hatten wir bereits berichtet. Signifikanter ist der Einsatz von Jamie Melo anstelle von Gianmaria Bruni im Virgo-Ferrari. Bruni weilt ebenfalls in Brünn. Damit wird im Team alleine Rob Bell für den Fahrertitel in der GT2-Klasse in Frage kommen. Die weiteren Umbesetzungen betreffen das JWA-Team, das erstmals offiziell das Aston Martin Vantage GT2-Renndebüt angekündigt hat. Alan van der Merve, Michael Outzen und Tim Sudgen sind das Trio, das den ersten Einsatz stemmen will. Auf dem Porsche des Teams starten Paul Daniels, Peter Bamford und Matt Griffin.
Corvette Racing hat die Renn-Pläne für die kommende Saison bekannt gegeben. Doch interessant sind die am gestrigen Dienstag bekannt gegebenen Fakten nicht nur wegen der Ausblicke für 2009 und 2010 bezüglich der ALMS und der 24 Stunden von Le Mans. Die Meldung enthält auch Andeutungen bezüglich des kommenden GT-Reglements des ACO.
Zu Corvette selbst: Das Werksteam wird 2009 ein eingeschränktes GT1-Programm fahren. In der ALMS will man 2009 nur in Sebring und Long Beach antreten um sich auf die 24 Stunden von Le Mans 2009 vorzubereiten. Dort sollen die C6.R GT1 den Anlauf zum sechsten GT1-Sieg an der Sarthe unternehmen. Anschliessend wechselt die Priorität zur GT2-Klasse. Dort will Corvette mit einem eigenen Fahrzeug bei ausgewählten Rennen nach Le Mans auftauchen um dann 2010 einen werksseitigen Angriff auf den Titel in der dann vereinigten GT-Klasse zu unternehmen.
Insbesonders der letzte Satz lässt aufhorchen. Damit scheint sich der ACO nun in Richtung einer einzelnen GT-Klasse durchgesetzt zu haben. Bislang galt die Trennung GT1 für die Werksmannschaften und GT2 für die Privatiers analog der ähnlich lautenden Vorgaben bei den Prototypen. Zumindest bei den GT scheint dies sich nun zu ändern.
Die neue GT Corvette C6.R soll auf der Corvette ZR1 aufbauen, wobei das Chassis und das Bodywork des Serienmodells übernommen werden. Eine 6.0-Liter Version des LS7.R small-block V-8 wird die Corvette GT2 in der Übergangssaison 2009 befeuern. Für 2010 soll diese durch einen neu entwickelten 5.5-Liter GM small-block V-8 ersetzt werden, der extra entwickelt wird, um die neuen GT-Reglements ab 2010 zu erfüllen. Chassis und Antriebskonzept der neuen Corvette GT sollen sowohl dem ACO als auch der FIA zur Homologation vorgelegt werden.
Das Werksprogramm dürfte dem von Riley in der ALMS gestarteten GT2-Corvette Programm ein schnelles Ende bescheren. Das LG-Team von Lou Gigliotti hatte hier in der GT2 Klasse eine seriennahe Corvette bei einigen Läufen eingesetzt (siehe Bild). Da seitens Corvette ausdrücklich auch von einem Kundenprogramm für interessierte Teams gesprochen wird, können sich Porsche und Ferrari schon einmal auf wachsende Konkurrenz im GT-Lager einstellen.
Verfasst von Harald Musileck am . Veröffentlicht in Spanische GT
Gemäß einer Verlautbarung von Serien-Promotor GT Organizacion sollen bei der vierten Runde der Spanischen GT-Meisterschaft Ende September in Valencia auch zwei GT4-Wagen zum Einsatz kommen: RSV Motorsport wird demnach einen Aston Martin für Ronald Severin / Ni Amorim aufbieten. Weiters soll das Team RCA Racing einen Nissan 350Z an den Start bringen.
Verfasst von Harald Gallinnis am . Veröffentlicht in ADAC GT Masters
Mit den zwei überlegenen Siegen bei der ADAC-GT-Masters Runde am Eurospeedway Lausitzring (hier der Link zu unserem Rennbericht incl. aller Ergebnisse) haben sich Mühlner Motorsport und Tim Bergmeister den ersten Matchball zum Gewinn der Meisterschaft am Sachsenring gesichert. Mit 13 Punkten Vorsprung auf die einzigen verbliebenen Verfolger, Vorjahreschampion Christopher Haase und Vizemeister Albert von Thurn & Taxis, reicht der Mühlner-Mannschaft ein zweiter Platz im ersten Rennen am Sachsenring in zwei Wochen, um den Sack zuzumachen. Auch sonst gab es wieder einige bemerkenswerte Fakten in der Lausitz rund um das deutsche GT-Championnat zu sammeln:
Die beiden Siege des Mühlner Motorsport-Porsche GT3 Cup S brachten einige Verwerfungen in der Siegerstatistik der Meisterschaft mit sich. So rangiert Tim Bergmeister nun auf Rang 3 in der Liste der erfolgreichsten Piloten des GT-Masters, gemeinsam mit Klaus Ludwig, Dominik Schwager und Jos Menten.
Seine drei Siege verschaffen Mühlner Motorsport den Rang der zweiterfolgreichsten Mannschaft des Championnats. Auch zieht der neue Porsche mit nun insgesamt vier Siegen mit der Corvette gleich, die bislang als erfolgreichstes Auto hinter dem Lamborghini Gallardo geführt wurde.
Die erste Pole-Position eines Aston Martin DBRS9 in der deutschen Meisterschaft wurde in Lauf 1 durch Christian Hohenadel erzielt, der damit der 15. Pilot ist, der eine Pole im deutschen Championnat erringen konnte. Marc Hennericis Pole für Lauf 2 war seine zweite in diesem Jahr und schon die vierte Pole für einen Ford GT, womit das von Matech Concepts aufgebaute Muscle Car mit der Corvette von Callaway Competition gleichzieht.
Leider auch ein Negativrekord: Wieder erreichte kein Ford GT die Ziellinie. Zum zweiten Rennen traten beide Ford gar aufgrund von Defekten nicht an. Bei insgesamt 16 Starts haben die Ford GT des Aufbauteams jetzt nur viermal die Zielflagge erreicht, dabei zweimal als Sieger und jedes Mal auf dem Podium. Acht Ausfälle und vier Startverzichte bedeuten eine niederschmetternde Bilanz - hier ist Handlungsbedarf festzustellen. Dass der Ford ein potentieller Meisterschaftswagen ist, ist jedem klar, insbesonders wenn man sich die Bilanzen in den anderen GT3-Meisterschaften wie etwa Brasilien und England ansieht, in denen der Bolide am Start ist.
Christian Hohenadel und Phillipe Dumas waren die Fahrer Nr. 49 und Nr. 50 die sich in die Liste der Podiumspiloten des ADAC-GT-Masters eintragen konnten.
Bei den innerhalb der letzten zwei Jahre erzielten Podiumspositionen verbessert sich der Porsche GT3 Cup S auf Rang 3. Sieben Podien stehen für die neue Konstruktion aus Weissach nun zu Buche, gegenüber elf für die Corvette und 37 für die Gallardos. Bernhard Mühlner werden die Zahlen egal sein – Hauptsache sein Pilot steht in zwei Wochen am Ende ganz oben in der Tabelle.