Team Parker Crew für die Gulf 12h

Das britische Team Parker Racing hat die Besatzung seines Bentley Continental GT3 evo für die Gulf 12 hours in Bahrain Ende dieser Woche bekannt gegeben: Derek Pierce, Andy Meyrick und Euan McKay werden das erstmals auf dem Sakhir Bahrain International Circuit ausgetragene Rennen im Bentley bestreiten.

Das Team Parker welches das Fahrzeug letztes Jahr im GT World Challenge Europe Endurance Cup powered by Amazon Web Service einsetzte hat noch keine Einsatzpläne für 2021 bekannt gegeben. Wie bereits berichtet will Bentley spätestens Ende 2021 die Unterstützung für die an Kundenteams ausgegebenen Modelle des GT3-Boliden einstellen. Somit ist es durchaus denkbar das der Einsatz der Privatmannschaft 2021 der letzte Renneinsatz des Boliden überhaupt ist, nachdem man 2013 den allerersten Einsatz ebenfalls bei den Gulf 12 Hours absolvierte.

LMP2-Daytona Debüt für Mies und Schiller

Das amerikanische Dragonspeed Team hat nun auch die Besatzung des zweiten Oreca LMP2 für die 24 Stunden von Daytona fixiert – und dabei auch 2 deutsche Piloten mit in den Kader berufen. An der Seite von Kundenpilot Eric Lux sollen Christopher Mies und Fabian Schiller sowie Devlin de Francesco die Besatzung des #18 Oreca 07 Gibson bilden.

Während es für den 31-jährigen Mies, u.a. Champion des ADAC GT-Masters, der Blancpain Endurance Serie und des FIA GT3-Europacups sowie 2-facher Sieger des 24 Stunden Rennen am Nürburgring, das erste Engagement in einem LMP ist, hat der 23-jährige Schiller, u.a. Silver-Cup Sieger im Blancpain GT Endurance Cup sowie Meister im Renault Sport RS1-Cup , bereits 2017 erste Erfahrungen in der AsLMS in einem LMP2 der älteren Generation sammeln können. Beide deutsche Piloten waren in den letzten Jahren vorzugsweise in der GT3-Szene unterwegs, Mies als Mitglied des Audi- Werkskaders und Schiller als Angestellter der GetSpeed Performance Mercedes AMG GT3 Mannschaft.

Mit dem 20-jährigen Kanadier und Indy-Lights-Piloten de Francesco haben beide zudem einen Piloten mit im Cockpit der Erfahrungen aus der DPi-Klasse bei den letzten 2 Ausgaben des Klassikers in Florida mitbringt. Auch Mies ist die Strecke nicht unbekannt – 2017-19 war er dort 3 Jahre in Folge im Land Motorsport Audi R8 LMS GT3 in der GTD-Klasse unterwegs.

Damit hat die amerikanische Dragonspeed-Truppe von Teamchef Elton Julian beide Besatzungen für ihre 2 in Daytona geplanten Autos fixiert, nachdem man schon vor einer Woche Rinus Veekay, Ben Hanley, Garett Grist und Rob Hodes als Fahrer auf dem Schwesterauto bekannt gegeben hatte. Die LMP2-Siegermannschaft der letzten 2 Ausgaben des Klassikers will auch bei dessen anstehender 59.Ausgabe wieder den Klassensieg zum dann dritten Mal in Folge einfahren. Allerdings wird dieses Mal die Konkurrenz wohl so zahlreich wie bislang noch nie auftauchen. Schätzungen gehen von einem LMP2-Feld von an die 10 Autos aus.

GT Rebellion Serie

Eines der im letzten Jahr auf unseren Seiten etwas zu kurz gekommenen Themen war die für 2021 geplante Schaffung einer neuen Langstreckenserie durch die SRO . Die GT-Rebellion Serie soll die aus der GT World Challenge Europe verloren gegangenen Bronze-Fahrer als solvente Kundengruppe wieder unter den Schirm der Organisation von Stephane Ratel zurück holen. Die 4 Runden umfassende Serie soll dabei parallel bei den Meetings der GT Sports Club Veranstaltungen – quasi der 2. Liga der europäischen SRO-Veranstaltungen - ausgetragen werden.

Während sich das Rennformat der GT-Rebellion an dem Grundkonzept des zunehmend nur noch von Profis frequentierten GT World Challenge Europe-Endurance-Cups orientiert (3h-Rennen mit Fahrerwechsel) will man hier ein Format schaffen das speziell auf Bronce-Fahrer als Wageneigentümer zugeschnitten ist. So sollen nur noch 2 Bronce-fahrer, also Piloten mit Amateureinstufung, sich ein Fahrzeug und die Gesamtfahrzeit von 3h teilen. Die Rennen sollen dabei prinzipiell in 4 Stints a 45 Minuten mit 3 Boxenstopps aufgeteilt werden, so das jeder Pilot 90 Minuten Fahrzeit bekommt. Zusätzlich sind mindestens 2 Fahrzeugklassen für die aktuelle vierte Generation der GT3-Fahrzeuge und eine für die vergangene dritte Generation der GT3 (z.B. Ferrari F458, BMW Z4, Mercedes SLS) sowie optional auch eine Klasse für GT4-Fahrzeuge angedacht. Die Teams sollen zudem ermuntert werden sich für die Am-Klasse des 24 Stunden Rennen von Spa-Francorchamps einzuschreiben.

Stephane Ratel will mit der Einrichtung der neuen Serie die er im Rahmen seiner traditionellen Pressekonferenz bei den 24h von Spa vorstellte, der zunehmenden Abwanderung der GT-Amateure in andere Serien entgegentreten. Angesichts der zwar spektakulären aber zunehmend robusteren Fahrweise in der GTWCE haben sich immer mehr Bronce-Piloten, die zunehmend bei den Rennen unter die Räder der schnelleren Profis geraten, aus der SRO-Szene in alternative Serien wie die 24 Stunden-Serie, den Michelin Le Mans Cup, die GT-Open oder die diversen nationalen Serien zurückgezogen. Um diesen Serien wieder die Kunden abzujagen soll nun das neue Format diese Stammkundschaft an die SRO binden.

Mittlerweile haben schon die ersten 4 Mannschaften ihre Teilnahme an dem neuen Langstreckenformat bestätigt. So hat Rinaldi Racing gleich 3 Nennungen eingereicht: je einen Ferrari F488 GT3 für die Piloten Manuel Lauck und Christian Hook, sowie Pierre Ehret und einem noch zu bekannt gegebenden Piloten sowie einen noch nicht besetzten Ferrari F458 GT3 Italia für die Gen3-Klasse. AKKA ASP will 2 Mercedes AMG GT3 beisteuern, während die Ferrari-Mannschaft der Scuderia Villorba Corse einen weiteren Ferrari an den Start bringen will. Letztes bislang bekanntes Team ist Barwell Motorsport, die zumindest einen Lamborghini Huracán GT3 evo eingeschrieben haben.

Der Kalender der GT-Rebellion Serie, die ihren Namen vom ehemaligen Hauptsponsor des Rebellion Racing Teams bezieht der nun seine Unterstützung in das Umfeld der SRO verlagert hat lautet wie folgt:
15-17 April: Monza (GTWC Europe)
14-15 Mai: Hockenheim
25-27 Juni: Silverstone 500 (British GT)
1-3.Oktober: Circuit Paul Ricard (FFSA GT)

24h Dubai in der Krise?

Mit 53 Wagen startet in etwas mehr als einer Woche vom 14 bis zum 16 Januar die 16.Ausgabe der 24h von Dubai in die 2021´er Saison der 24 Stunden-Serie . Was sich auf den ersten Blick wie ein gut gefülltes Feld anhört lässt bei tieferer Berachtung doch ein wenig Sorge aufkommen. Denn diese Zahl markiert mit 23 Teams weniger wie im Vorjahr das kleinste Feld in der 16 jährigen Geschichte des Wüstenenduros. Damit unterbietet man noch klar die Feldgrösse der Auftaktausgabe 2006 die immerhin 66 Mannschaften an die damals noch mitten in der unbebauten Wüste liegende Strecke zog. Mit der augenblicklich sich auf dem Höhepunkt befindlichen Corona-Pandemie und den selbst auferlegten Reisebeschränkungen vieler Teams und Piloten ist die Ursache schnell benannt, doch könnten deren Auswirkungen auch tiefer greifen – doch dazu später...

Insgesamt starten bei der geplanten Ausgabe 17 GT3-Mannschaften (Vorjahr: 23), 4 GTX-Teams (8), 9 Porsche Cup-Mannschaften (11), 6 GT4-Wagen (12), 12 TCR-Teams (16) und 5 weitere Equipen in der TCX-Klasse (5) zeigen einen Rückgang in allen Klassen auf.

Die Nennliste verzeichnet immerhin mit Stand vom 3.1. Mannschaften aus 18 Nationen , wobei das deutsche Kontingent mit 19 Autos das grösste im Feld stellt. Mit 4 Schweizer TCR-Teams sowie je einem Auto aus Luxemburg und Österreich steigt das deutschsprachige Kontingent der Starter sogar auf 25 Wagen an – mithein fast die Hälfte des Feldes. Weitere Teams kommen aus den vereinigten arabischen Emiraten (wobei lediglich 2 Teams sich eine Teilnahme am „Heimspiel“ gönnen), Italien., Belgien, Frankreich, Italien, Belgien Frankreich den Niederlanden, Gross-Britannien, der Slovakei, Polen, Ungarn, Dänemark, den USA, Kanada, Japan und Thailand.

Bei der Zahl der engagierten Hersteller sinkt die Anzahl in diesem Jahr auf 12 - lediglich Porsche Audi, BMW, Mercedes, VW, Dodge, McLaren, Lamborghini, Aston Martin, Ginetta, Vortex und Cupra sind als Hersteller in diesem Jahr präsent.

Da 3 Autos laut aktuellem Stand der Nennliste noch keine Besatzung aufweisen, könnte die Anzahl der Starter beim Wüstenklassiker in diesem Jahr noch weiter sinken. Das wäre ein Indiz das der Teilnehmermangel der 24h-Serie in diesem Jahr (der sich im letzten Jahr mit einigen Rennen die mit weniger als 20 Startern abgehalten wurden schon deutlich abgezeichnet hatte) fortsetzen wird. Die 24h-Serie täte gut daran, jetzt schon auf den sich abzeichnenden Trend zu reagieren und ihren Kalender 2021 Pandemie-bedingt von 8 Rennen auf eine machbare Anzahl von 3-4 Events zu reduzieren, was den teilnehmenden Teams und Piloten eine Teilnahme an der gesamten Saison vereinfachen würde.

Auf die Teilnehmer in den einzelnen Klassen werden wir in den nächsten Tagen in lockerer Reihenfolge im Detail eingehen.

Zahlenspiele zur GT4 Germany 2020

startr2Die beiden Allied Racing-Piloten Jan Kasperlik und Nicolaj Møller Madsen wurden 2020 die Fahrer-Champions in der ADAC GT4 Germany. Das Porsche 718 Cayman GT4-Duo sammelte in 12 Saisonrennen insgesamt 4 Laufsiege. Kein anderes Gespann war so erfolgreich. Dazu kamen noch 4 weitere Podiumsplatzierungen.

- Neben den Champions konnten auch die True Racing-Piloten Florian Janits und Reinhard Kofler im KTM X-Bow GT4-Evo sowie Julien Apothéloz und Luca Trefz im Mann-Filter Team HTP-Winward im Mercedes AMG GT4 mehr als einen Laufsieg feiern. Beide Duos erzielten jeweils zwei Triumphe.

- Fünfmal wechselte die Tabellenführung während der Saison. 3 Fahrerpaarungen hatten mindestens einmal die Spitze inne. Außer den Meistern Kasperlik/Møller Madsen waren dies Apothéloz/Trefz und auch Michael Schrey und Gabriele Piana im Hofor Racing by Bonk Motorsport BMW M4-GT4. Alle drei Duos befanden sich am Saisonende in den Top-3 der Gesamtwertung.

fpnring schütz- Neben dem Porsche 718 Cayman GT4, Mercedes AMG GT4 und KTM X-Bow GT4-Evo trugen sich noch zwei weitere Rennwagen in die Siegerlisten der ADAC GT4 Germany 2020 ein. Dabei handelte es sich um den BMW M4-GT4 und den McLaren 570S GT4.

- Insgesamt waren 18 Teams in der Saison 2020 mit dabei. 16 Mannschaften hatten eine Vollsaison-Nennung eingereicht. Dazu kamen noch die zwei Gaststarter: das Porsche Zentrum 5 Seen Motorsport in Hockenheim und Prosport Racing am DEKRA Lausitzring.

- Das Team Allied Racing setzte in der ADAC GT4 Germany 3 Porsche 718 Cayman GT4 ein. Auch Dörr Motorsport hatte bei zwei Rennwochenenden 3 Rennwagen im Einsatz. Zu den beiden in Vollzeit eingeschriebenen McLaren 570S GT4 gesellte sich in Hockenheim und auf dem Red Bull Ring noch ein weiterer McLaren, der mit einem Steer-by-Wire-System ausgestattet war. Hofor Racing by Bonk Motorsport setzte 2 BMW M4-GT4 ein. Das DLV-Team Schütz Motorsport vertraute mit dem Mercedes-AMG GT4 und dem Porsche 718 Cayman GT4 auf zwei unterschiedliche Rennwagen. Alle anderen Rennställe traten mit jeweils einem Fahrzeug an.

startesw- Über die Saison haben 52 Piloten an der ADAC GT4 Germany teilgenommen. Die meisten kamen aus Deutschland. Aber auch Fahrer aus Österreich, der Schweiz, Bulgarien, Rumänien, Tschechien, Russland, Dänemark, Norwegen, Luxemburg, Großbritannien und Italien waren vertreten.

- Mit den Zwillingen Alesia und Jacqueline Kreutzpointner (beide MRS GT-Racing), Claudia Hürtgen im Hofor Racing by Bonk Motorsport-BMW sowie Patricija Stalidzane im Dörr Motorsport McLaren starteten 4 Frauen in der Serie.

- Julien Apothéloz und Luca Trefz waren das einzige Fahrer-Duo, das in allen 12 Rennen Punkte eingefahren hat. Die Mercedes-AMG GT4-Piloten schafften es final auf Platz drei der Meisterschaft. Bemerkenswert: Beide Piloten sind noch unter 20 Jahre alt und haben somit bereits früh in ihrer Karriere enorme Konstanz bewiesen.

- Zwei Piloten der ADAC GT4 Germany gehörten auch zum Förderkader der ADAC Stiftung Sport. Dabei handelt es sich um Luca Trefz sowie T3 Motorsport-Pilot Hugo Sasse. Im Audi R8 LMS GT4 schaffte es Sasse dreimal auf das Podium. Sein bestes Ergebnis war Platz zwei im Sonntagsrennen auf dem Lausitzring.

- Jan Marschalkowski gewann die Juniorwertung der ADAC GT4 Germany. Der 17-jährige wechselte während der Saison vom BMW M4-GT4 von AVIA AVIA Securtal Sorg Rennsport auf einen Mercedes AMG GT4. Marschalkowski holte vier Klassensiege. Im Samstagrennen auf dem Sachsenring gelang ihm gemeinsam mit Hendrik Still sogar der Gesamtsieg.

team75 2021- Stephan Grotstollen und Georg Braun im Team Lillestoff-BMW triumphierten in der Trophy-Wertung der ADAC GT4 Germany. Die beiden Rennfahrer gründeten vor der Saison ihren eigenen Rennstall und waren gleich im Premierenjahr erfolgreich. Grotstollen/Braun schafften es bei zwei Klassensiegen in zehn von zwölf Rennen auf das Trophy-Podium.

- 43 Fernsehsender berichteten weltweit über die ADAC GT4 Germany, Bilder wurden in 123 Ländern ausgestrahlt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz war die Saison  2020 über 120 Stunden im TV zu sehen.

WRT´s Dubai-Besatzung

wrt gulfaudi 2020Für die in knapp 10 Tagen anstehenden 24h von Dubai hat nun auch das Belgian Audi Club Team WRT seine Besatzung benannt. Auf dem in Gulf-Farben antretenden Audi R8 LMS GT3 der Siegermannschaft des Wüstenenduros von 2016 werden Dries Vanthoor, Kelvin van der Linde, Benjamin Goethe, Frank Bird  und Louis Machiels ins Steuer greifen. Letzterer war wie auch Goethe (hier abgebildet bei einem seiner GT-Masters-Gaststarts 2020) in den vergangenen Jahren vorrangig in der GT World Challenge Europe unterwegs, allerdings dort auf einem Ferrari F488 GT3.

Superdrink KTM GTX-Projekt

superdrink KTMTeichmann Racing hat ein erstes Kundenprojekt für den KTM GTX auf der Nürburgring-Nordschleife bekannt gegeben. Für die ersten 3 Läufe der NLS einschliesslich des 24 Stunden Rennen am Nürburgring wurd man unter den Nennung von Superdrink Racing einen GTX für die Piloten Felix von der Laden Laura Kraihamer, Hendrik Still, Felix Hirsiger und Peter Terting an den Start bringen.

Damit bringt die Truppe von Karl-Heinz Teichmann neben den bislang eingesetzten an den KTM X-Bow GT4 angelehnten Cup-versionen des österreichischen Renn-Roadsters dieses Jahr auch einen der stärkeren Modelle an den Start. Neben den 3 Nordschleifen- und KTM-erfahrenen Kraihamer, Still und Terting werden der 22 jährige Schweizer Hirsinger und der aus der GT4-Szene bekannte von der Laden als Nordschleifennovizen ins Lenkrad greifen. Dem GTX werden Ergebnisse im Leistungsumfeld der GT3-Fahrzeuge auf der Nordschleife zugetraut.

Scuderia Corse D24h-Besatzung

scuderiacorse sideDie amerikanische Scuderia Corse hat die komplette Besatzung des für die 24 Stunden von Daytona vorgesehenen Ferrari F488 GT3 für die GTD-Klasse benannt. Ryan Briscoe, Brett Curtis, Ed Jones und Marcos Gomes werden den Ferrari in der GTD-Klasse pilotieren. Damit tritt die Mannschaft zumindest beim ersten Rennen der IMSA-WeatherTech SportsCar Championship noch in der GT3-Klasse an, während man letztes Jahr unseren amerikanischen Kollegen gegenüber einen Umstieg in die GTLM-Klasse für 2021 anvisiert hatte.

Was soll man dazu noch sagen ...?

Wieder einmal ist ein Sportwagenjahr vorüber – oder fast vorüber? Dank zunehmender Wintersaisons oder -Events fällt es zunehmend schwerer wie früher einen scharfen Trennstrich zwischen den verschiedenen Saisons zu ziehen. Alleine im kommenden Januar stehen die (erstmals in Bahrain ausgetragenen Gulf 12 hours , die 24h von Dubai und die 24h von Daytona an, gefolgt im Februar von der Asiatischen Le Mans Serie-Kompaktsaison in Abu Dhabi und den 12h von Sebring im März – und da beginnt mit der Nürburgring Langstrecken Serie auch irgendwann mal die reguläre Saison.

Also blicken wir zurück auf dieses Jahr, was war da nochmal ? ...

Unsere Kollegen von Endurance-Info.com haben den hierzu äquivalenten Artikel mit „2020 – ein Scheissjahr?“ tituliert. Wir wollten jetzt nicht so weit gehen den selben Titel zu wählen und lediglich ein Ausrufezeichen statt des rhetorischen Fragezeichens zu verwenden. Aber es kommt dem schon ziemlich nahe!

019 michelinracingusaDie im Januar sich andeutende und im Februar endgültig eskalierende Entwicklung um die weltweite COVID-19 Pandemie war vor exakt 366 Tagen wohl für niemanden übersehbar. Der sich wortwörtlich materialisierende hintergründige „chinesische Fluch“ - den wir in unserer Jahresvorschau vor genau einem Jahr hier an dieser Stelle beschworen - hat sich in etwas anderer Form als gedacht als Büchse der Pandora nicht nur über die Sportwagenszene geöffnet. Die abgelaufene Saison war nicht nur in der Geschichte des Motorsports wohl einzigartig. Das der weltweite Sportbetrieb in nahezu allen Disziplinen (Simsport mal ausgenommen) 3 Monate lang ruhen musste, war selbst in der weltweiten Sportgeschichte ein nie zuvor so erlebter oder dokumentierter Vorgang. Angesichts der weltweiten Bedrohung durch das neuartige Virus rückten andere, wichtigere Lebensaspekte in den Vordergrund – und diese werden mit ihren noch gar nicht voll in Erscheinung getretenen Folgen der immer noch anhaltenden Pandemie auch die kommende Saison prägen.

Ein Saisonstart im vergangenen Juni (endlich hatten wir mal eine dringend benötigte Erholungsphase!) liess dann unterschiedliche Strategien der einzelnen Serien erkennen, die zum Teil mit Programmkürzungen, Terminverlegungen, Absagen und strukturellen Änderungen ihrer Gesamtkalender ihre Saisons abspulten. Trotz teilweise spannender Rennen blieb kaum Zeit für richtungsweisende Innovationen, wenn mal mal von den ungewohnten Terminen der verschobenen Klassiker und deren Begleitumstände absieht. "Business as usual as possible" war dieses Jahr die Devise. Deutlich mehr Probleme hatten die kleineren Serien im Breitensport- und Markenpokalbereich, die – wenn überhaupt – nur ein Teilprogramm absolvieren konnten. Es war jedenfalls ein Jahr, in dem es sich streckenweise nicht lohnte Terminverschiebungen in die Kalender-Apps einzutragen – wir hoffen das wird sich zumindest 2021 ändern.

Denn überstanden ist die Pandemie-Situation nicht – die derzeit laufende zweite bzw. landesspezifisch schon dritte Welle ist was die Opferzahlen anbelangt weit heftiger als die erste die zum weltweiten Stillstand führte. Daher sind die geplanten Events bzw. Saisonauftakte für 2021 trotz der Zulassung erster Vakzine noch keine ausgemachte Sache, speziell was die nun aufgetretenen Mutationen anbelangt. Vor dem Sommer 2022 werden wir daher voraussichtlich noch keine normale Saison mehr erleben.

Damit werden auch die anstehenden technischen und reglementatorischen Änderungen in der Szene dieses Jahr nur angedeutet zu erleben sein. Immerhin hat der aufgrund der Pandemie gestrichene Winterkalender der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft den wenigen übriggebliebenen Hypercar-Debütanten nun die nötige Atemluft gegeben um bis zum geplanten Saisonauftakt in Sebring die Autos funktionsfähig zu entwickeln. Das der ACO zudem endlich die Daytona Prototype-Idee der Shiluetten-Prototypen mehr oder weniger adaptiert hat, wird dann ab 2022 hoffentlich dem Werkssport in der WM die Bühne eröffnen die er schon seit Jahren hätte haben können. Und im kommenden Jahr werden wir zudem erleben was sich die noch an der GT3 interessierten Hersteller – es gab ja bereits erste Rückzüge – als nächste und vermutlich letzte Generation der GT3-Boliden vorstellen.

Denn hinter dem Horizont lauert schon der nächste Umbruch: neben der Pandemie, lastet auch der emissionsreduzierte Umbau des Mobilitätsangebotes als dringende Herausforderung auf den Automobilherstellern – und der lässt sich mit Vehikeln die weiterhin 45l/100km verbrauchen (man berechne Tankinhalte und Reichweiten der derzeit gebräuchlichen GT3-Boliden um diesen Wert zu verifizieren) nicht mehr marketingtechnisch vermitteln. Der ACO hatte schon vor Jahren erkannt das eine effiziente Energienutzung der Schlüssel für eine zukunftsträchtige Motorsportformel sein muss – freilich ohne diesem Prinzip konsequent zum Durchbruch zu verhelfen  - man vergleiche die Verbräuche der LMP2 vor 20 Jahren und jetzt mal mit dem Level der GT3.

audi e tron gtDie FIA ist da schon einen Schritt weiter und treibt aus diesem Grund die Einrichtung einer Electric GT-Plattform voran, auf deren erste Rennen wir aber noch ein wenig warten werden müssen. Der Motorsport wird sich wandeln – ob aufgrund der Pandemie langsamer (wegen nicht mehr so freigiebig sprudelnder Werksbudgets) oder schneller (wegen wachsendem legislativen Druck auf die Hersteller und ihre Marketingabteilungen) wird die Zukunft zeigen.

Uns sollten die damit verbundenen Begleitaspekte egal sein, solange spektakulärer Sport weitergeführt werden kann. Viel wichtiger wäre ein anderer Punkt: das der Verlauf der Pandemie es uns als Fans mal wieder erlaubt sich wie früher zu Mehreren Gleichgesinnten an der Strecke zu treffen und ohne Bedenken vor gesundheitlichen Folgen bei einem Bier (oder 2-3 oder 4....) über vergangene, jetzige und zukünftige Tage zu fachsimpeln. Das ist der Aspekt der alle Verschiebungen, Absagen, Rückzüge usw. in den Hintergrund treten lässt und von dem wir weiter optimistisch hoffen das er sich eher früher wie später realisieren lässt.

In diesem Sinne wünschen wir allen Lesern vom gesamten GT-Eins-Team ein vor allem erst mal gesundes 2021. Passt auf euch auf, damit wir die Rückkehr zur Geselligkeit vielleicht schon Mitte der kommenden Saison, aber auf jeden Fall 2022 erleben dürfen. Hier findet ihr auf jeden Fall auch nächstes Jahr ein Forum und eine informative Anlaufstelle für alle Sportwagenfans.

Warum GT-Eins seine Facebook Seite schliesst

Die meisten unserer gelegentlichen Leser werden vielleicht schon mitbekommen haben das die GT-Eins-Facebook-Seite seit einigen Wochen nicht mehr regelmässig mit neuen Einträgen gefüttert wird. Dies hat konkrete Gründe, die - wie wir feststellen mussten - leider ausserhalb unserer Einflusssphäre liegen. Facebook hat offenbar beschlossen GT-Eins auf unauffällige Art aus seinem Social-Media-Universum zu entfernen. Ob absichtlich oder unabsichtlich ist uns nicht bekannt – und mittlerweile angesichts des von der Plattform offen an den Tag gelegten sehr arroganten und gleichgültigem Verhalten auch ziemlich egal. Wir müssen hiermit die Konsequenzen ziehen und unsere Facebook-Seite offiziell für geschlossen erklären. Warum - das bedarf eine ausführlichen und in der Konsequenz recht deprimierenden Erklärung.

„Warum denn schliessen?“ werden sich jetzt diejenigen fragen die nach wie vor auf die Inhalte zugreifen können. Damit hat es sich allerdings schon. denn für uns als Seitenbetreiber sieht die Facebook-Seite nach dem Versuch sich einzuloggen seit knapp 2 Monaten etwa so aus:

Facebook FehlermeldungNatürlich haben wir schon einige Arbeits-Stunden (bzw. -Tage?) darauf verbracht sämtliche Einstellungen in Eigenexperimentalarbeit auf verschiedensten Geräteplattformen auszuprobieren was allerdings keinen Erfolg gezeitigt hat. Hilfestellung von Seiten von Facebook – was eigentlich die einfachste und laut dem 2.Vorschlag in nebenstehender Meldung eigentliche Lösung wäre – ist entgegen naheliegender Erwartungen jedenfalls nicht zu erwarten. Unsere Erfahrungen mit dem Supportsystem waren in den letzten 7 Jahren sehr ernüchternd. Ratschläge wie „Schau in den Hilfeseiten deiner Facebook-Seite nach wie du das Problem lösen kannst“ und die dann völlig unpassende Problemstellungen verweisen zeigen das das weltweit agierende Unternehmen trotz seiner Bedeutung seinem Kundenservice - solange es sich um nicht monetäre Dienstleistungen betrifft - eine erschreckend unterirdische Bedeutung beimisst. Die empathielosen Antworten die man bekommt sind ein eindeutiger Hinweis dafür das man hier eine Support-KI bemüht und somit als Kunde des Unternehmens kaum noch mit Menschen zu tun hat.  Die wenigen noch bekannten „Support“-Mailadressen die das in Deutschland weitestgehend automatisierte Unternehmen sich noch leistet, (unabhängige Support-Foren sind von Facebook offensichtlich vor einiger Zeit geschlossen worden) liefern uns daher trotz mehrfacher Hinweise keine brauchbaren Antworten mehr. Bestes Beispiel:  trotz Hinweisen in der Betreffzeile der schon im flehentlichen Ton formulierten Mails das die Hilfeseiten nicht zugreifbar sind wird immer wieder auf diese verwiesen. In diesem Falle von einer künstlichen „Intelligenz“ zu sprechen ist schon sehr anmassend...

Damit müssen wir uns trotz mittlerweile verheerender Folgen für die Zugriffszahlen unserer Seite damit abfinden das das Experiment eines Social Media-Kanals für GT-Eins krachend gescheitert ist. Facebook hat in den letzten 8 Jahren seit dem Start des Kanals zudem alle negativen Befürchtungen die wir von Anfang an hegten nicht nur bestätigt sondern sogar noch weit übertroffen. Sei es den immer mehr wachsenden Arbeitsaufwand zum Posten und korrekten Verteilen einzelner Meldungen, die dysfunktionalen Pflegetools, die nur mangelhaft wachsende organische Reichweite (wir haben im Gegensatz zu einigen Mitbewttbewerbern von Anfang an darauf verzichtet uns per Geldüberweisung an entsprechende Dienstleister einige tausend Fake- oder Bot-Accounts zur scheinbaren Reichweitensteigerung zu kaufen), den immer mehr eingeschränkten Zugang auf den Admin-Bereich, die falsche grafische Darstellung der aufwändig editierten Meldungen, nur noch unterirdisch zu nennende Response-Zeiten beim Zugriff auf die aufgezwungenen und immer komplexeren Editor-Tools, die zeitweisen Aussperrung von der für die gezielte Verteilung der Postings wichtige Funktion der Facebook-Gruppen, .....;

Es gäbe etliche weitere Gründe hier anzuführen die im Endeffekt dazu geführt haben, das wir zum Schluss pro Eintrag auf der Seite bis zu 20 Minuten beschäftigt waren - nur um am Schluss per Zufall festzustellen das diese seit Jahren nicht so aussahen wie von uns gewünscht. Dies ist ein Zeitaufwand den man sich heutzutage angesichts des damit verbundenen Ärgers nicht mehr leisten kann.

Hinzu kam im letzten Jahr ein aufgrund eskalierender Probleme von uns als befremdlich bis schikanierend empfundenes Verhalten der Plattform in Bezug auf den Kundenservice sowie den Umgang von Facebookgruppen und dem offensichtlichen Mangel an Support und Reglementierung den wir erleben mussten. So wurde GT-Eins 2 mal wegen angeblichen „Spammens“ von Meldungen in befreundete Facebookgruppen mit einer mehrwöchigen allgemeinen Zugriffssperre auf alle externen Gruppen belegt. Der Versuch in direkten Kontakt mit der Plattform zu treten um Hintergründe und Kriterien für diese Sperrungen zu erfragen um diese in Zukunft vermeiden zu können, liess uns angesichts der unspezifischen und offen fehlerhaften Antworten der Service-KI mit dem Gefühl zurück, das dem des Deliquenten in Franz Kafkas „Der Process“ ähneln mag: man wird beschuldigt ein schlimmes Vergehen begangen zu haben aber Niemand will einem das genaue Vergehen sowie das Strafausmass mitteilen. Sonderlich nur, das ähnlichen mit GT-Eins konkurrierenden Seiten diese Praxis des mehrfachen Teilens in diversen FB-Gruppen durchaus erlaubt wurde. Die Tatsache das ein solch marktbeherrschendes Unternehmen wahrscheinlich auch aus Gründen der Ertragsmaximierung scheinbar sämtlichen Support auf eine KI übertragen hat und diese zunehmend untaugliche Antworten lieferte, war auch nicht hilfreich (hier ist ein umfangreiches Protokoll des skurril zu nennenden Schriftwechsels zu lesen den wir in diesem Zusammenhang führen mussten).

Zur Erinnerung: es geht bei alldem nicht um die Seiten einer skurrilen Gruppe von Qanon-Anhängern, Querdenkern oder Verschwörungstheoretikern sondern um ein von engagierten Fans seit 20 Jahren betriebenes Sportinformationsportal und einer Motorsport-Community mit zum Schluss 1500 Followern und weiteren 1000 Forumsmitgliedern. Wir wurden aber von FB wie die erstgenannten Gruppen behandelt.

Leider korreliert unsere negative Erfahrung mit diesem Medium umgekehrt proportional mit einer wachsenden Bedeutung in der Szene der Motorsportfans. Facebook als Mitglied der „GAFAM“-Liga ist mittlerweile wohl der „one stop-shop“ in dem viele Fachinteressierte vornehmlich hineinschauen und sich nur noch von dort aus auf die andere Seiten verteilen. Dies konnten wir bereits in der Vergangenheit anhand von stetig sinkenden Zugriffszahlen auf unsere dem Qualitätsjournalismus verpflichteten Fachseiten erkennen. Diese betragen nach dem Aus der mittlerweile dysfunktionalen FB-Seite nur noch ein Viertel der zu Spitzenzeiten registrierten Werte (was sicherlich auch bei uns zu suchende Gründe hat, die ausserhalb der FB-Seite liegen). Wenn eine Community wie die Unsrige nun – absichtlich oder unabsichtlich – von einem solch marktmächtigen Social-Media-Portal schikaniert und im Endeffekt ausgegrenzt wird macht sich das zugestandenermassen empfindlich in den Zugriffszahlen bemerkbar.

Hinzu kommt das Facebook trotz gegenteiliger Beteuerungen eine zunehmend ambivalente Marktmacht entwickelt. Das weitestgehend ungeregelt agierende Unternehmen ist bekannt dafür als Plattform für aggressiv ausgetragene, manipulative Meinungskriege in einer zunehmen vernetzteren Welt zu agieren. Das Unternehmen zeigt zudem Ansätze alleine über seine Marktmacht das freie Internet zunehmend durch eine gefilterte und seiner Kontrolle unterstehende Version zu ersetzen. Die Datensammelfunktionen von Facebook sowie der aufgekauften Plattformen Instagram und Whatsapp werden von autokratischen Systemen mittels zugekaufter oder eigenentwickelter Tools mehr oder weniger offen zur gezielten Unterdrückung oppositioneller Vereinigungen genutzt. Das man Funktionen wie den Support aus Kostengründen in eine KI auslagert ist mittlerweile auch dem Unternehmen selbst nicht ganz geheuer – unser Fall zeigt wohin das ggf. führen kann.

Acht Jahre Arbeit in der Erstellung einer eigenen FB-Community sind somit - ohne das wir einen Einfluss darauf nehmen konnten – von Seiten der von uns vertrauensvoll gewählten Plattform zunichte gemacht worden. Noch einmal von vorne mit einer separaten Community auf der selben Plattform anzufangen nur um nach kurzer Zeit auf die selben Probleme zu stossen verbietet sich ohne umfangreiches Entgegenkommen der anderen Seite von selbst angesichts des Ärgers der zum Schluss damit verbunden war. Einen Versuch mit einer alternativen Social Media-Plattform wie Twitter, Instagram (gehört übrigens auch Facebook) oder MyVZ ähnliche Reichweiten zu generieren könnte über kurz oder lang in einem ähnlich frustrierenden Desaster enden.

Wir können daher nur noch achselzuckend zur Kenntnis nehmen das unsere Reichweite erstmal für das kommende Jahr mindestens halbiert worden ist und viele potentiell interessierte Leser vorerst nicht mehr auf unsere Seiten kommen werden. Es bleibt zu hoffen das sich das langfristig nicht auf die Möglichkeiten unserer Berichterstattung auswirkt. Es sei denn die potentiellen Leser sind sich der manipulativen Marktmacht von derart filternden Social-Media Communitys bewusst und schauen bei entsprechendem Interesse regelmässig auf unseren eigenen Seiten unter GT-Eins.de oder der Newsseite vorbei. Wir würden uns das für das kommende Jahr gerne von einer zunehmenden Zahl von Sportwagenfans wünschen. Denn statt Unternehmen mit einem solchen Gebaren wie dem oben beschriebenen zwecks deren Gewinnmaximierung zuzuarbeiten werden wir unsere Arbeit in Zukunft lieber direkt in die Newsmeldungen, Rennberichte und Forumsbeiträge von GT-Eins stecken.

Meistgelesene Einzel-Artikel der letzten 2 Wochen