Bahrain ProAm 1000km in Planung

Parallel zu der 10. Ausgabe der Gulf 12 hours plant die irische Driving Force Events Gruppe um den italienischen Promotor Andrea Ficarelli in diesem Jahr einen zweiten Event in der Golfregion. Während die Jubiläumsausgabe des 12h Rennens in Abu Dhabi auf den Januar 2022 verschoben wurde (wir berichteten) soll am ursprünglichen Termin 4 Wochen zuvor nun ein weiterer Event auf dem Bahrain International Circuit ausgerichtet.

Das „Bahrain ProAm 1000“ ist vom Format her als 1000km-Rennen ausgelegt und soll den Gentleman-Piloten die in der Mehrzahl die Besitzer von Sportwagen der GT3, GT4 und Cup-Kategorie sind ein neues attraktives Betätigungsfeld eröffnen. Der am 11 Dezember 2021 geplante Event soll lauft Ficarelli zum einzigen GT Langstreckenrennen avancieren das exklusiv für Pro-Am-Besatzungen (also Amateurfahrer mit professioneller Unterstützung) massgeschneidert ist, um jedem Amateur eine Chance auf den Gesamt- (GT3) oder Klassensieg (GT4/Cup) zu ermöglichen. Die klassische 1000km-Distanz würde dabei 185 Runden auf dem F1-Kurs entsprechen.

Das neue Format folgt einem Pilotevent der im Januar diesen Jahres auf dem Kurs absolviert wurde und der als Gulf 12 hours Bahrain leider pandemiebedingt nur ein sehr übersichtliches Feld am Start sah (Bild). Mit dem Bahrain Pro-Am 1000, dem 10 Gulf 12 hours den eine Woche daruf stattfindenden 24h von Dubai der Creventic Gruppe und dem 1 Woche danach angesetzten 6h von Abu Dhabi der Creventic Gruppe ergäbe sich für europäische Teams die Möglichkeit 4 Langstreckenrennen über insgesamt etwa 48h Distanz innerhalb von 6 Wochen zu absolvieren. Somit könnte man eine volle Wintersaison in den arabischen Golf-Anrainerstaaten absolvieren, was die Kosten für eine Verschiffung des rollenden Materials (die in Ermangelung einheimischer Teams aus der Region für die Piloten nötig wird) angesichts einer potentiellen Vervierfachung der Cockpitplätze lukrativer werden lässt.

Andrea Ficarelli, Chef der Driving Force Events-Gruppe, glaubt an den Erfolg des neuen Konzepts: “Der Langstrecken-Motorsport verdankt seine Existenz und seinen Erfolg der Leidenschaft von Tausenden von Amateur- und Semi-Profi-Fahrern. Wir glauben, dass es an der Zeit ist, eine neue Veranstaltung ins Leben zu rufen, die ganz auf diese Fahrer zugeschnitten ist, und zwar auf einer der renommiertesten Rennstrecken der Welt.”

DTM Runde 4 am Nürburgring

DTM8aWir schulden euch noch die Ergebnisse der DTM Runde in der Vorwoche am Nürburgring. Dort gab es jeweils einen Sieg für Audi und Ferrari zu vermelden.

Lauf 1, der mit 23 startenden Wagen das grösste DTM-Feld der vergangenen Jahre markierte, endete mit dem dritten saisonsieg von Kelvin van der Linde. Der Abt Sportsline Audi R8 LMS GT3-Pilot, der von der Pole ins Rennen gegangen war, baute damit seine Tabellenführung aus. Als bester Gaststarter kam Luca Stolz im Toksport-WRT Mercedes AMG GT3 auf Platz 2 ins Ziel, gefolgt von Phillip Ellis im Winward AMG. Da Stolz als Gaststarter keine Punkte bekam gingen die Punkte für Platz 3 an den viertplazierten Mike Rockenfeller.

Im 2. Lauf am Sonntag feierte Alpha Tauri-AF Corse-Pilot Alex Albon seinen ersten Sieg und bescherte Ferrari dabei den zweiten Erfolg in der DTM-Geschichte. In einem ereignisreichen Rennen entging der für AlphaTauri AF Corse fahrende Thailänder, vom ersten Startplatz ins Rennen gestartet, allen Zwischenfällen und krönte sich zum sechsten Sieger im achten DTM-Rennen. Hinter ihm komplettierten Daniel Juncadella im Mercedes AMG GT3 des GruppeM-Teams und Walkenhorst Motorsport BMW M6-GT3-Pilot Marco Wittmann das Podium.

Der Umstieg auf das GT3-Format scheint sich somit für die DTM schon nach einer halben Saison auszuzahlen. Jahrelang nie gesehene Starterzahlen und dank der BoP und des nun obsoleten Herstellerengagements enge Positionskämpfe mit 4 Wagen nebeneinander sind Bilder die man in der DTM offensichtlich seit Jahren nicht gewohnt war. Man darf gespannt sein wie sich die immer noch vorhandene Attraktivität der Marke DTM und ihr Wiedererstarken auf die GT3-Enagagements in der Nürburgring Langstrecken Serie und im ADAC GT-Masters in den kommenden Jahren auswirken wird.

Gnadenbrot für die GTE

Im Rahmen des Le Mans Wochenendes haben FIA und ACO bei der Pressekonferenz am Freitag konkrete Pläne zu den in den ACO Serien zugelassenen GT-Klassen verlautbaren lassen. Die seit 2011 existierende GTE-Klasse die zuvor als GT2-Klasse bekannt war, wird in den ACO-Serien der Europäischen Le Mans Serie und der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft noch 2 weitere Jahre in der bestehenden Form als GTE-Pro und GTE-Am-Klasse ausgerichtet. Ende 2023 werden die Wagen dann in den Ruhestand geschickt – und auch in diesen Meisterschaften ab 2024 durch eine auf der GT3 basierende Klasse ersetzt. In dieser wird es dann keine Pro-Klasse mehr geben, da der ACO die GT-Wagen als Spielwiese für die Sportwagenprivatiers reservieren will. Damit schlägt man in diesen Meisterschaften einen anderen Weg ein als in der IMSA-WeatherTech SportsCar Championship, in der die mit den GTE identischen GTLM schon Ende dieses Jahres in den Ruhestand verabschiedet und ab nächsten Jahr von einer GTD-Pro-Klasse für werksengagierte Herstellerteams abgelöst werden. In der Asiatischen Le Mans Serie sind dagegen die GT3 schon seit jeher die oberste Klasse im Produktionswagensport und auch nur Privatteams vorbehalten.

FIA und ACO liessen dabei offen ob die neue Klasse die SRO-basierten GT3 weitestgehend übernehmen würde oder diese technisch weiter modifiziert als GT3+ mit eigener BoP definieren würde. Auf jeden Fall verdoppelt sich damit zumindest die Zahl der möglichen Hersteller die man in Le Mans und den beiden Serien in Europa und der WM an der Strecke erleben wird. Während die GTE seit Jahren nur auf Porsche, Ferrari, Aston Martin, Corvette und (zeitweise) BMW baute, werden mit den GT3 theoretisch Mercedes, Audi, Lamborghini, McLaren, Lexus, Nissan und Honda hinzu kommen können.

Damit wird das GTE-Pro-Duell zwischen Porsche und Ferrari (das eigentlich schon 2023 enden sollte) in der WM für 2 weitere Jahre festgeschrieben, wobei sich nach der Einführung der LMDh ab 2023 noch die Frage stellen wird ob beide Hersteller - die in die Top-Klasse wechseln werden – das Engagement auch bis zuletzt fortführen wollen. Für 2023 könnte es angesichts der auslaufenden Klasse auf ein Minifeld auch in der GTE-Am hinaus laufen, da sich neue Teams wohl kaum für nur ein Jahr ein Auto zulegen würden. Sollte angesichts der Herstellerschwemme in der Top-Klasse zudem die Anzahl der WM-Läufe steigen dann dürfte auch dort das Privatiers-gestützte Am-Feld zahlenmässig stark zurückgehen – denn auch ein engagierter Privatier wird sich kaum 8 oder 9 Rennwochenende aus den Rippen schneiden können.

Zumindest Corvette wird mit der aktuellen Entwicklung nicht glücklich sein – denn das amerikanische Werksteam ist durch den Wechsel in der IMSA-Serie schon 2022 gezwungen auf die GT3/GTD umzustellen um in der GTD-Pro antreten zu können. Extra für Le Mans wird man die GTE nicht vorhalten können und wollen. Und mit der Umwidmung auf eine reine Kundensport-Klassen kann man bei GM, die immer ein Werksprogramm in der WM und in Le Mans gewohnt waren, nicht wirklich warm werden. Hingegen haben Porsche, Audi und Ferrari die Idee einer Am-Only-Ausrichtung schon wohlwollend kommentiert – denn man sieht so weitere Absatzmöglichkeiten für die eigenen Produkte.

Mit der Zulassung in Le Mans würde auch der letzte grosse Sportwagenklassiker auf die GT3 setzen. Stephane Ratels 2006 geschaffene Klassenkreation hätte es dann nach 18 Jahren geschafft endlich alle grossen Rennen - von Daytona, über Spa-Francorchamps und dem Nürburgring und dann auch Le Mans - beschicken zu können.

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