24h Dubai: Ein Blick in die Historie

Bevor im Januar die 20. Ausgabe der 24 Stunden von Dubai gestartet wird, wollen wir einen kleinen Blick zurück in die Geschichte des Rennens werfen:

24h Dubai 20062006 war die erste Ausgabe. Für viele Teams als erstes Rennen auf der Strecke und mit dem Veranstalter noch eine Herausforderung (zumal hier noch aufgrund von Staatstrauer das Training/Qualifying spontan geändert werden musste), hat sich das Rennen doch schnell etabliert. Das Premieren-Rennen konnte Duller Motorsport im BMW M3 E46 für sich entscheiden, mit der Besatzung Dieter Quester, Hans-Joachim Stuck, Philipp Peter und Toto Wolff; 10 Runden Vorsprung, einen größeren Abstand sollten wir nicht mehr sehen. Ein breit gemischtes Feld von 67 ins Rennen gestarteten Fahrzeugen sahen wir. Beispiel gefällig? Der Maeder Motorsport-Honda S2000 auf Gesamtrang 5, der Schubert-BMW 120d auf Rang 9 oder auch die beiden aus Australien stammenden Mitsubishi Mirage RS auf den Rängen 14+15. Sogar der VW Touran von H&R Spezialfedern ist angetreten, und hat auf Rang 23 das Rennen beendet.

Im Folgejahr konnte Duller Motorsport ebenfalls den24h Dubai 2009 Sieg für sich holen, diesmal im BMW Z4 M Coupe, nun waren auch vermehrt die verschiedenen Porsche-Modelle in den Top10 zu finden. Zurückblickend erinnern wir uns hier an den Oktanas-Porsche, der mit Uwe Alzen am Steuer furios unterwegs war, von seinen Teamkollegen aber mit Verschaltern nicht gerade pfleglich behandelt wurde. 2008 folgte dann der Sieg von VIP Pet Foods im Porsche 997 GT3 RSR, ab hier sahen wir im Feld zB auch die Renault Megane Trophy (ein Silhouetten-Tourenwagen in Megane-Optik). Den Sieg 2009 sicherte sich Land Motorsport in einem Porsche 997 GT3 Cup mit einem Vorsprung von 49,676 Sekunden auf das heranstürmende BMW Z4 M Coupe von Al Faisal Racing. Mit dem Porsche 997 GT3 RSR gelang dem Team IMSA Performance Matmut im Jahr 2010 der einzige Sieg eines Fahrer-Trios. In dieser Zeit fuhren auch noch Exoten wie der Holden Commodore von Mal Rose oder der Ascari KZ1 R GT3 mit.

Ab 2011 haben die GT3-Fahrzeuge das Zepter übernommen, und nicht mehr abgegeben. Beginnend mit dem Sieg vom BMW Z4 GT3 des Teams Need for Speed Schubert (Augusto Farfus, Edward Sandström, Tommy Milner, Claudia Hürtgen) gingen alle Siege in Folge an GT3-Fahrzeuge. Einzig die Chevrolet Corvette C6 von V8 Racing als ehemaliges GT1-Fahrzeuge konnte mit Nicky Pastorelli am Steuer 2014 mit der Pole Positions noch ein Ausrufezeichen setzen.

24h Dubai 2011 SchubertDie Vormachtstellung der deutschen Hersteller ist seit dem ersten Rennen ungebrochen. Auf den Schubert-Sieg folgen 2 Mal Abu Dhabi by Black Falcon im Mercedes-Benz SLS AMG GT3 (2012 mit dem aktuellen Distanzrekord von 628 Runden) und Stadler Motorsport im Porsche 997 GT3 R und nochmal Black Falcon im SLS. Ab 2016 mischt sich auch Audi in die Vergabe der Rennsiege mit ein, der Belgian Audi Club Team WRT holte sich den Sieg im Jahre 2016. So erfolgreich Herberth Motorsport auch in der 24h Serie ist, in Dubai gelang nur der Sieg 2017 mit der alten Stammbesatzung Daniel Allemann, Ralf Bohn, Alfred und Robert Renauer, unterstützt von Brendon Hartley. Es folgen wieder Black Falcon (Mercedes-AMG GT3) und Car Collection Motorsport (Audi R8 LMS Evo 2019).

Das Jahr 2020 bleibt als das kürzeste Rennen in Erinnerung. Black Falcon gewinnt im Mercedes-AMG GT3 nach nur 168 Runden bzw. ca. 7 gefahrenen Rennstunden. Starkregen wie ihn die Region normalerweise nie sieht hat einen Abbruch erzwungen, die Wüstenstrecke war darauf nicht eingestellt und das Wasser konnte nicht abfließen. GPX Racing hat den bislang letzten Sieg für Porsche im Modell 911 GT3 R (991 II) 2021 einfahren konnte. 2022 ging an MS7 by WRT im Audi R8 LMS Evo, 2023 ebenfalls an das Team WRT nach dem Herstellerwechsel im BMW M4 GT3 mit dem bislang knappsten Vorsprung von 31,761 Sekunden vor dem Herberth Motorsport-Porsche. Die letzte Ausgabe im Januar diesen Jahres konnte das österreichische Team Eastalent Racing im Audi R8 LMS Evo II für sich entscheiden.

24h Dubai 2022 by NightWie in vielen anderen Rennserien haben wir auch bei der 24h Serie bzw. den 24 Stunden von Dubai im Speziellen den Wandel der Fahrzeuge gesehen: Von vielen Eigenbauten ging es immer mehr in Richtung GT3, GT4 und Cup-Fahrzeuge; der Erfolg der Fahrzeugklassen spricht aber auch für sich.

Zusammenfassend haben wir in den bisherigen 19 Jahren folgende Siegermarken gesehen: 6x Porsche (2x 997 GT3 RSR, 1x 997 GT3 Cup, 1x 997 GT3 R, 1x 991 GT3 R, 1x 991 GT3 R II), 5x Mercedes-Benz/-AMG/ (3x SLS AMG GT3, 2x AMG GT3), 4x Audi (2x R8 LMS Evo 2019, 1x R8 LMS, 1x R8 LMS Evo II) und 4x BMW (1x M3 E46, 1x Z4 M Coupe, 1x Z4 GT3, 1x M4 GT3). Die meisten Siege bei den Teams hat Black Falcon mit deren 5 geholt (2012, 2013, 2015, 2018, 2020), vor 3x Team WRT (2016, 2022, 2023) und 2x Duller Motorsport (2006, 2007). 66 Fahrer konnte sich bislang in die Siegerlisten eintragen, mit je 3 sind Khaled Al Qubaisi, Jeroen Bleekemolen und Hubert Haupt hier die erfolgreichsten.

Ein kurzer Blick auf die Starterzahlen: Nach deren 67 im Premierenjahr und 69 in 2007 haben wir zwischen 2008 und 2014 immer zwischen 70 und 86 tatsächlich ins Rennen gestarteten Fahrzeuge gesehen. Ab 2015 ging es mit 89 nochmal hoch, 2016 wurde mit 98 gestarteten Fahrzeugen der Höchstpunkt erreicht, um bis 2019 mit 74 wieder auf die vorher gewohnten Zahlen zu sinken. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie bewegen wir uns (mit Ausnahme 2022) im mittleren fünfziger-Bereich, auf der aktuellen Entry List für die 20. Ausgabe im Jahr 2025 finden wir 66 Fahrzeuge, vom 10.-12.01.2025 findet das Rennen statt.

NLS 2025: 325i Challenge und NLS-Light

An dieser Stelle möchten wir auf zwei Newsmeldungen der NLS hinweisen: Zum einen wird es mit der "BMW 325i Challenge" in 2025 eine neue Cup-Klasse geben, zum anderen ist ein "NLS-Light-Rennen" geplant, bei dem auf die "großen" Klassen verzichtet wird.

Bei der BMW 325i Challenge BMW 325i Challenge NLS 2025 (hier der NLS-Artikel) richtet sich der Blick hauptsächlich auf den Breitensport und Amateurfahrer, die zum großen Teil ausschließlich auf dem Nürburgring unterwegs sind. Wie der Name schon sagt, sind hier BMWs des Typs 325i aus dem Jahren 2004-2011 startberechtigt (Baureihe E90), von denen es laut Bericht noch ca. 100 rennfertige Fahrzeuge gibt. Das Reglement ist angelehnt an die Serienwagen-Klasse V4. Diese hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Starter im 2-stelligen Bereich geliefert, aber zunehmend Teilnehmer zB an die RCN verloren. Die möchte man mit einem überzeugendem Reglement und niedrigem Nenngeld zurück in die NLS holen.

 

 

Verkehr NLS Light 2025Als zweite News ist zu vermelden, dass das NLS-Rennen am 05.07.2025 (direkt im Anschluss an die 24h Le Mans, 24h Nürburgring, 24h Spa-Francorchamps) als NLS-Light-Rennen (hier der NLS-Artikel) ausgetragen werden soll. Auch aufgrund der drei vorhergehenden 24 Stunden Rennen möchte man an diesem Termin auf die Klassen SP9 (GT3), CUP2 (911 Cup), SP-X und SP-Pro verzichten. Dadurch will man Teilnehmern anderer Serien die Möglichkeit geben, einfachen Zugang zur NLS zu finden - es werden nur die Permits B und C zur Teilnahme benötigt. Viele Fahrer beklagen den Speedunterschied zu den GT3s im ersten Rennen, dem kann man nun aus dem Weg gehen.

 

Leider gibt es hier eine Terminkollision mit der 24h Serie, die zeitgleich ein 12 Stunden Rennen in Misano veranstaltet. Andererseits war man sich seitens der NLS sicherlich auch bewusst, dass einige GT3-Teams mehrere der genannten 24 Stunden Rennen bestreiten - und daher auf das anschießende NLS-Rennen verzichtet hätten. Der Autor dieser Zeilen freut sich auf jeden Fall über die Neuerungen in der NLS und den Blick in die Zukunft.

NLS6: Sieg für Landgraf, Titel für Adrenalin

Landgraf AMG GT3 NLS6 2024Mit NLS-Lauf Nummer 6 ist auch die Saison 2024 der Nürburgring Langstreckenmeisterschaft NLS am vergangenen Samstag zu Ende gegangen. Den Sieg sicherten sich hier Lucas Auer und Mikael Grenier im Team Landgraf-AMG GT3, nachdem Lucas Auer mit einer 7:51,376 min auch die Pole Position erzielen konnte. Ärgster Verfolger war lange Zeit der Scherer Sport PHX-Audi R8 LMS GT3 Evo II, ehe Markus Winkelhock diesen nach Rennhalbzeit abstellen musste. So folgte auf Platz 2 der Manthey EMA-Porsche 911 GT3 R von Ayhancan Güven und Morris Schuring, auf Platz 3 lief der PROsport-Racing-Aston Martin Vantage AMR GT3 von Marek Böckmann, Nico Bastian und Adam Christodoulou ein.

Mit Anlasserprobleme musste Dörr Motorsport den Premieren-Einsatz des McLaren 720S GT3 Evo vorzeitig beenden. Dafür errang die Dörr-Truppe mit ihrem Vantage GT4 die SP10-Wertung. Sieger der Cup2, der Cup-Klasse für Porsche 911 GT3 Cup war die AVIA W&S-Mannschaft von Daniel Blickle, Tim Scheerbarth und David Jahn.

2024 Meister NLS Adrenalin BMW M240i CupMit dem Klassensieg in der BMW M240i-Klasse konnten Sven Markert, Ranko Mijatovic und Toby Goodman die Meisterschaft für sich holen, gleichzeitig der siebte (!) Titel in Folge für die Adrenalin Motorsport-Mannschaft. Dabei hatte man schon am Trainingsfreitag mit technischen Problemen am ABS gekämpft, die sich auch bis in das Qualifying zogen - danach aber endgültig gelöst wurden. Der härteste Gegner um die Meisterschaft von AVIA W&S Motorsport, das Trio Joshua Bednarski, Lucas Daugaard und Moritz Oberheim, blieben kurz nach Rennhalbzeit mit technischem Defekt Ausgangs Karussell stehen. Die erste und verständliche Enttäuschung wisch aber der Erkenntnisse, dass die Truppe mit dem Sieg in der Cup3, der GT4 Germany und im Porsche Sports Cup ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich hat.

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