FFSA-GT – Saisonrückblick 2008

08ffsa907rEntgegen allen Vorhersagen hielt sich die GT1-Klasse auch in der abgelaufenen Saison als Top-Kategorie der Französischen GT-Meisterschaft. Das GT1-Feld war aber gegenüber den Vorjahren deutlich kleiner, meist waren dort sieben oder acht Fahrzeuge am Start. Insgesamt konnte die FFSA-GT jedoch mit GT1, GT2 und GT3 regelmäßig ein attraktives Entry von über dreißig Wagen aufbieten.

Von Saisonbeginn an lagen Patrick Bornhauser / Christophe Bouchut (Larbre Competition-Saleen S7R, Bild links; alle Fotos: Ralf Kieven, www.racerspics.de) an der Spitze der Punktetabelle. Als ihr stärkster Gegner erwies sich Bruno Hernandez mit der SRT-Corvette C6.R. Ein Abflug von dessen Co-Piloten Soheil Ayari im Qualifying für die Läufe in Spa brachte aber eine Vorentscheidung - SRT musste dort auf einen Start verzichten. In der Folge trennten sich die Wege des Teams und der beiden Fahrern, in Albi und Magny-Cours fuhren Ayari / Hernandez eine Corvette C6.R von Luc Alphand Aventures.

Bornhauser / Bouchut nutzten die vorübergehende Schwäche ihres Hauptkonkurrenten und brachten den Gesamtsieg mit 268 Punkten souverän über die Runden - für Patrick Bornhauser war es nach 2004 und 2005 der dritte FFSA-GT-Gesamt-Titel. Bruno Hernandez (248 P.) belegte in der Abschlusstabelle Rang 2 vor Jean-Phillippe Dayraut und Yvan Lebon (220 P.), die heuer mit DKR-Corvette C6.R je ein Rennen in Nogaro bzw. Ledenon gewinnen konnten. 08ffsa935rHinter Soheil Ayari (204 P.) platzierten sich Eric Debard / Olivier Thevenin (Team Tarres-Saleen S7R, 186 P.) - sie krönten ihre solide Saison mit einem Laufsieg in Albi.

Die GT2 steht in Frankreich seit jeher im Schatten der GT1 – meist waren fünf oder sechs Porsche in dieser Klasse am Start. Eric Mouez / David Loger (Nourry-Porsche 996RSR, Bild rechts) gewannen die GT2-Trophy-Wertung gegen die Besatzungen der wesentlich stärkeren IMSA Performance-Porsche 997 RSR, die jedoch erst später in die Meisterschaft eingestiegen waren.

Zahlenmäßig stark vertreten waren die GT3-Fahrzeuge, die mittlerweile mehr als die Hälfte des FFSA-GT-Feldes stellen. Auch in dieser Kategorie blieb die Meisterschaft bis zuletzt spannend - bemerkenswerterweise lagen zum Schluss eher jene Mannschaften in den Top-Rängen der Klassenwertung, die über die Saison hinweg eifrig Punkte gesammelt hatten: David Tuchbant / Antoine Leclerc (First Racing-Lamborghini Gallardo GT3, Bild unten) erreichten nach zwei Laufsiegen am Saisonbeginn sowie weiteren guten Platzierungen 220 Zähler und hielten mit guten Platzierungen James Ruffier / Arnaud Peyroles 212 (Ruffier Racing-Lamborghini Gallardo GT3, 212 Punkte, vier Siege) und Mike Parisy / Didier Moureu (AS Events-Ferrari F430 GT3, 212 P., ein Sieg) auf Distanz. 08ffsa954rSogar fünfmal gewannen heuer Julien Briche / Bruno Dubreuil mit dem zweiten First Racing-Lamborghini in der GT3-Kategorie, insgesamt reichte es jedoch nur für 184 Zähler und den vierten Platz im Endklassement. Franck Morel / Fabien Rosier (160 P.) verbuchten als einzige Viper-Besatzung, die heuer auf die oberste Stufe des FFSA-Podiums kam, zwei volle Erfolge.

Einmal mehr ist nun die Rede davon, dass die abgelaufene Meisterschaft das letzte Jahr der GT1-Boliden in der FFSA-GT gewesen sein soll - die Zukunft dürfte wohl auch in Frankreich den GT3-Wagen gehören.

V de V Historic Endurance – Saisonfinale - Estoril - Vorschau

08vdev6h17aDas letzte Rennen der diesjährigen VdeV-Historic Endurance findet am 22.11. in Estoril statt. Für den sechs-Stunden-Lauf sind laut vorläufigem Entry 27 Fahrzeuge aus Baujahren zwischen 1954 und 1976 genannt.

Unter den sieben Prototypen im Feld finden sich fünf Chevron (ein B26, drei B16, ein B8) sowie zwei Elva Mk 8. In den GT- und Tourenwagen-Klassen sollen 17 Porsche sowie je ein Lotus, Austin-Healey und Alfa Romeo an den Start gehen. Die Entscheidung in der Gesamtwertung der Serie fällt zwischen den Schweizern Patrick Biehler / Marc De Siebenthal (Porsche 911 3,0 RSR, Bild / 239,5 Punkte) und den Briten Geoff McConville / Hal Catherwood (Chevron B16 / 220 P.).

Dominik Farnbacher - 2 Teams mit "T"

dominik Dominik Farnbacher beendete seine 2008´er Saison mit einem weiteren Klassensieg im fernen Japan. Was vielleicht die Wenigsten wissen: Mittlerweile hat der ALMS-GT2-Vizemeister (auf dem Tafel Racing-F430) der abgelaufenen Saison recht gute Verbindungen zum Taisan-Team und wurde von diesem schon zu mehreren Einsätzen auf dem in der GT300-Klasse startenden Porsche herangezogen – mit einer mittlerweile ansehnlichen Erfolgsbilanz - von sechs Läufen bei denen der Deutsche antrat, konnte man drei gemeinsam gewinnen. Mehrere Quellen hatten in der letzten Woche angedeutet, dass der Einsatz des Taisan-Porsches der letzte für das Team gewesen sei. Grund genug für uns, nachzufragen, ob die Gerüchte über eine Schliessung der auch in Europa über ihre Le Mans Einsätze bekannten japanischen Mannschaft Substanz besitzen.

„Nein, die Taisan-Mannschaft wird weitermachen. Man ist neben der Super GT sogar an der Teilnahme am Fuji 1000km der geplanten Asiatischen Le Mans Serie interessiert. Es war halt nach dem jetzigen Stand nur das letzte Rennen des 996 GT3 RS des Teams. Der Wagen ist nun schon mehrere Jahre alt und mit ziemlich viel Carbon-Bodywork auf den letztem Stand aufgerüstet. Die Mannschaft von Herrn Chiba will weitermachen, muss dafür aber nun auf einen neuen Wagen setzen, für den schon ein Sponsor parat steht. Was das für ein Auto wird, steht noch nicht genau fest. Es werden derzeit auch andere Hersteller als Porsche in die Überlegungen mit einbezogen, aber eine definitive Entscheidung ist da bislang noch nicht gefallen.“

taisan996Auch in der ALMS sieht Farnbacher Jr. für das kommende Jahr wieder ein spannendes Aufgabenfeld auf sich zukommen: „Dieses Jahr haben wir mit Tafel Racing den Titel ja nur knapp gegen Flying Lizzard Motorsport verloren. Im Grunde genommen hat uns der Anlasserschaden aus Detroit aus dem Titelrennen geworfen. Von daher ist die Mannschaft hochmotiviert. Das letzte was ich gehört habe, ist dass das Team 2009 wieder mit zwei Ferrari F430 in der ALMS antritt. Ich gehe davon aus, dass unser Duo mit mir und Dirk (Müller) wieder als eine der Besatzungen gesetzt ist. Zusammen mit den zwei Risi Competitione-Ferraris würden wir dann wieder vier Ferraris stellen, wobei derzeit noch nicht raus ist, ob eventuell ein drittes Team mit einem fünften Ferrari hinzukommt.“

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