Australische GT – Saisonfinale – Sandown – Vorschau

08agtc500sNach mehr als drei Monaten Pause stehen am 29./30.11. die beiden abschließenden 60-Minuten-Läufe der Australischen GT auf dem Programm. Das Feld der GT-Championship-Klasse erhält - wie zuletzt schon berichtet - Zuwachs: Ross Lilley (Dodge Viper Competition Coupe) und Kim Burke (Porsche 997 GT3 Cup S) werden zwei für diese Serie neue Wagen steuern. In der Viper wird der ehemalige GT-Meister Greg Crick als zweiter Pilot antreten.

Die Entscheidung um den Titel fällt auf dem Sandown International Raceway bei Melbourne zwischen Mark Eddy (Lamborghini Gallardo), John Kaias (Aston Martin DBRS9) und Ross Lilley, dessen weiterverkauften Lamborghini diesmal Dean Grant und Andrew Taplin fahren werden. Weitere GT3-Teilnehmer sind Allan Simonsen / Nick O’Halloran (Ferrari F430), John Bowe / Ted Huglin (Lamborghini Gallardo), Tony Quinn (Aston Martin DBRS9) sowie Ivan Capelli, Rod Wilson und Jim Manolios in drei Maserati Trofeo Light. Die GT Challenge-Kategorie ist mit sechs Cup-Porsche und einem Challenge-Ferrari besetzt, die GT Production-Klasse wird aus vier Lotus Exige bestehen – insgesamt enthält das vorläufige Entry somit 21 Nennungen.

ACO-Regeln 2009 (2) - nichts Neues bei den GT1

Aston & LamboEbenso wie bei den GT2 ist auch das ACO Regelwerk für die GT1-Klasse für 2009 nun in einer aktuellen überarbeiteten Version erhältlich. Wer hier in der Vergangenheit erwartet hatte, dass ACO und FIA nun einen Weg gefunden hätten, die Kostenexplosion in der Klasse einzugrenzen und die GT-Szene neu zu strukturieren, wird bitterlich enttäuscht sein. Die Neufassung des Reglements enthält lediglich Detailanpassungen wie bei den GT2. Auch in der Vorausschau auf das 2011-Reglement werden die GT mit keinem Wort erwähnt.

Zwischen den Zeilen und aus vereinzelten Statements von ACO- und SRO/FIA-Vertretern war in den vergangenen Wochen zu entnehmen, dass die beiden Verbände unterschiedliche Stoßrichtungen bei den GT-Reglements verfolgen. So setzt SRO-Chef Stefan Ratel in seiner Entwicklungsstrategie für die Zukunft des GT-Sports (wir berichteten) auf die Einsatzteams und Tuner, während der ACO das Gespräch mit den Herstellern sucht, die aber ihre Vorstellungen nur schwer in eine neue Linie gepresst sehen möchten. Zumindest wird hinter vorgehaltener Hand von einem erbitterten Tauziehen zwischen Herstellern wie Aston Martin und dem ACO um die Zukunft des Top-GT-Sports berichtet. Ob es in den kommenden Jahren hier nun wirklich zu einer Vereinigung der Klassen GT1 und 2 zu einer gemeinsamen Produktionssportwagenklasse kommt oder ob die beiden Kategorien einen Downgrade (GT2 wird zu GT1 und GT3 zu GT2) erleben werden, ist also noch offen – somit bleibt für 2009 vorläufig alles beim Alten.

Zu den Fakten:Corvette

  • Der Gurney an den Heckflügel der GT1 wird für das kommende Jahr von 15 auf 25mm erhöht.

  • Der maximale Lärmpegel wird wie bei den GT2 auf 112dB (gemessen 15m von der Strecke entfernt) beschränkt.

  • Während der Betankung muss wie bei den GT2 durch einen Sensor ein Start des Motors unterbunden werden, solange der Tankstutzen mit dem Auto verbunden ist.

  • Die maximale Cockpittemperatur wird wie bei den GT2 auf 32°C festgelegt. Zur Kontrolle ist ein Sensor vorgeschrieben, der diese Temperatur permanent überwacht. Zeigt dieser eine Überschreitung an oder fällt er aus, wird das Fahrzeug vom ACO an die Box zitiert.

  • Sauerstoff- und Ethanolgehalt des Benzins wurden neu definiert.

  • Ebenso sind die Restriktortabellen komplett hin zu kleineren Größen überarbeitet worden. Für die Aston Martin und Corvette-Fahrzeuge bleibt es bei den zusätzlichen Zuladungen von 25kg.

Hier spricht der Chef: Walter Pedrazzas Saisonbilanz

Walter Pedrazza ist das Multitalent des österreichischen Rennsportes: Chef der Sports Car Challenge, Chef des Teams PRC Racing, Chef der Firma PRC. Er resümiert in dreifacher Eigenschaft die Saison 2008!

pedrazza3-400Fangen wir mit dem Serien-Chef an. Wie hat sich deiner Meinung nach die Meisterschaft heuer entwickelt?
„Die Meisterschaft ist konstanter geworden, die Starterzahlen sind stabil, bei keinem Rennen unter 20 Autos. Ich denke, dass sich die Sportwagen etabliert haben.“

Was ist dir besonders positiv aufgefallen?
„Ganz einfach: heuer hatte die Sports Car Challenge die größte Starterzahl bei den einzelnen Rennen seit Bestehen der Serie. Das ist der deutlichste Gradmesser für erfolgreiche Entwicklung.“

Und womit warst du nicht so happy?
„Mit den zwei Absagen heuer, Spa und Lausitzring. Das belgische Rennen war die erste Absage seit Bestehen der SCC, leider fiel das Ersatzrennen ohne unser Zutun ebenfalls ins Wasser. Das hat für eine übermäßig lange "Sommerpause" gesorgt, und wir mussten bei den letzten beiden Meetings jeweils drei Rennen fahren.“

Ein Wort zur Entwicklung der Starterfelder; welche Klasse war heuer die sportlich beste?
„Die Division 1 der Autos über 2 Liter Hubraum. Vor einigen Jahren war diese Klasse schwach besetzt, jetzt hat sie sich deutlich erholt.“

Wie siehst du die Situation in der GT- und der Crosslé-Klasse sowie in der Classic Trophy?
„Die GT-Felder bekommen wir momentan nur dann ausreichend zusammen, wenn wir mit den AvD 100 Meilen zusammen fahren, wo einige GT-Teams die Chance auf den Doppelstart wahrnehmen. Die Zusammenarbeit mit den AvD Raceweekends rund um Rudi Philipp ist übrigens tadellos! Die Crosslé 9S passen gut in die SCC, allein schon wegen der Classic Trophy, die an sich schon eine Bereicherung ist.“

Wie beurteilst du die Partnerschaft mit den AvD Raceweekends? Geht es 2009 weiter?
„Ja, auf alle Fälle! Wir arbeiten bei sechs Veranstaltungen wieder zusammen; dazu fährt die Sports Car Challenge separat beim tschechischen Truck-GP in Most und eine Veranstaltung in Brünn.“

Was wird für 2009 geändert?
„Nichts! Es wird acht Rennwochenenden geben, das Regelwerk bleibt unverändert.“

Zum Teamchef: was war das Highlight aus der Sicht von PRC Racing?
„Aus meiner Sicht war das das VdeV-Rennen in Jarama, dort hatten wir mit dem PRC-Honda die Pole Position. Es freut mich auch, dass das Auto mit dem 3l-BMW-Schiebermotor ein starkes Auto ist, wenn der richtige Fahrer drin sitzt.“

Bist du insgesamt mit der Teamleistung zufrieden?
„Ja, ganz sicher, vor allem bei dem Arbeitspensum, das die Mechaniker zu bewältigen hatten. Auch fahrerisch hat's gepasst, wenngleich wir im SCC-Titelkampf knapp verloren haben. Das wollen wir 2009 richtigstellen!“

Zur Firma PRC: was wird man tun, um sich 2009 den Titel wieder zurückzuholen?
„Nun, vom Produkt her ist das möglich. Wir kennen die engültige Fahrer-Besetzung noch nicht; aber wenn beispielsweise ein Drei-Auto-Team mit Sabrina Hungerbühler, Bruno Küng und Wolfgang Payr in 3l-Autos antritt, könnte das schon reichen, um den Titel zu holen. Siegmar Pfeifer bekommt einen neuen Wagen, Hubert Jouhsen wird auch wieder fahren, wenn alles gut geht.“

Außerdem geht die Mannschaft von Mirco Schultis verstärkt in der VdeV an den Start, ein drittes Langstreckenauto steht noch zur Verfügung – ist das der Beginn eines noch stärkeren internationalen Auftrittes von PRC?
„Sofern Mirco seine Autos weiter bei PRC betreuen lässt, was wir natürlich hoffen, werden wir an der Teamstruktur etwas ändern. Wir würden die beiden Teams dann voneinander trennen, da käme dann Emanuel (Pedrazza, der Junior-Chef von PRC, Anm.) zum Zug, ein eigenes Team zu gestalten - mit eigenem Transporter und Leuten. 2008 waren bis zu sieben Autos in einem Team, das geht auf die Dauer nicht.“

Weitere Projekte: was kann man schon für nächstes Jahr verraten?
„Es gibt einen neuen Honda 2l C/N, der dem Hill sehr ähnlich ist. Mit anderem Outfit, und klarerweise auch technisch verbessert  - wir wollen ja auch in der Division 2 schnell sein. Die Zweiliter sind die Klasse, in der man sich international behaupten muss.“

Welche weiteren Projekte verfolgt PRC im nächsten Jahr?
„Ein neuer Power-Puch für Georg Pacher ist in Arbeit - ich sage nur: V8, Hewland-Getriebe, usw.!“

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