Verfasst von Hans Theis Schmidt am . Veröffentlicht in DMV-GTC
Im tschechischen Most wurden Erinnerungen wach. Exakt vor 11 Monaten fand dort das UHSport-Divinol-Cupfinale-2005 statt. Highligts wie die allerersten Ferrari-Führungskilometer des Schweizers Pierre v. Mentlen oder der Erfolg des Österreiches Grasser sowie der hauchdünne Sieg von Tom Probst im Finalrennen, nur einen Wimpernschlag vor einem furios fahrenden Klaus Horn - das schien kaum zu toppen.
Rennen 1 sah vom Start weg einen entfesselten Klaus Horn. Der Pfälzer wußte, nur ein Sieg schiebt alle Probleme bezüglich Tabellenführung und Meisterschaftsambitionen zunächst mal auf die Seite. „Wally“ Wallenborn folgte Horn wie ein Schatten und bog nach 5 Runden als Erster in die Zielgerade ein. Nun liefs umgekehrt. Horn biss sich bei Wallenborn in dessen dickem Heck fest. „Wally“ justierte an der Kennfeldverstellung etwas nach und konnte sich so wieder Luft verschaffen. Probleme bei Chikhani, „Doc Henry“, Nickel und Herold halfen dem hier großartig sortierten Schweizer Milan Bezak seinen Porsche GT3 als Gesamtdritter hinter Wallenborn und Horn aufs Treppchen zu katapultieren.
Vor Rennen 2 konnten die kränkelnden GT’s wieder repariert werden. Vom Start weg schoß – das darf man mit Fug und Recht so sagen – Wallenborn auf seinem schwarzen Porsche 997 in Führung. Die Reifenwahl war perfekt und das Motorkennfeld bedurfte keiner weiteren Korrektur. Horn, in diesen Momenten als Zweiter wohl untröstlich, sah rot. Herold kam von hinten näher. „Ich habe es gleich nach dem Start gefühlt“, so der Landauer später. „Meine Leistung war im Keller“. Aber er konnte seinen 2. Platz gegen die Angriffe von Bezak, Herold und einem von ganz hinten kommenden Chaouki Chikhani verteidigen. „Was wäre da heute für mich drin gewesen, wenn ich nach einem Schaden an der Radbefestigung nicht aus der Box gestartet wäre“, schüttelte der Libanesische Ingenieur Chikhani den Kopf. Platz 3 hinter Wallenborn und Horn war eine satte Leistung. Horn stellte nach dem Rennen wie schon befürchtet einen Laderschaden fest. „Hört das bei mir damit nie auf“, fluchte er.
In der UHSport-Divinol-Cup-Tabelle und in der UHS-EM-Trophy liegt Robert Wallenborn (Porsche 996 GT2) nach Most auf Platz 1. Doppelsieger Robert Wallenborn, Klaus Horn, Martin Zajicek, Jens Smollich und auch Thomas Probst könnten den UHSport-Divinol-Cup-2006 übrigens noch für sich entscheiden. In Dijon und Hockenheim wird der Sack in der EM und der DM zugemacht. Die EM-Trophy-Entscheidung fällt bereits in 14 Tagen im französischen Dijon.
Nach zehnwöchiger Sommerpause wird die Französische GT-Meisterschaft am 09./10.09. fortgesetzt. Die im Gesamtklassement souverän führenden Bruno Hernandez / Soheil Ayari (Oreca-Saleen S7R) sind auch in Albi die Top-Favoriten. Im Lager ihrer bislang stärksten Gegner, der Corvettes des PSI-Teams, könnte eine Änderung bei der Besatzung der C5R anstehen: Angeblich ist die Weiterführung der Saison für David Hallyday wegen ausbleibender Sponsorgelder gefährdet. Auf der provisorischen Entryliste finden sich insgesamt 20 GT1, 6 GT2 sowie 9 Fahrzeuge der Cup-Kategorie.
Nun ist es soweit: Das US-amerikanische Team van der Steur Racing konnte seinen bestellten Radical SR9 in Empfang nehmen. Somit wird nach den Fahrzeugen von Rollcentre Racing und Team Bruichladdich der dritte Radical LMP2 zu Rennehren kommen. Das Debüt ist für den Klassiker, das Petit Le Mans, vorgesehen. Hierbei werden die beiden regulären van der Steur-Fahrer Ben Devlin und Gunnar van der Steur durch Radical Mitbesitzer und Bruichladdich-Teamchef Tim Greaves unterstützt. Erste Testfahrten sind auf den 13. September datiert, Ort des Geschehens wird die Rennstrecke von Summit Point sein.
Gerüchten zu Folge könnte bereits beim übernächsten Lauf zur ALMS in Laguna Seca ein weiterer Radical am Start stehen: Team Bruichladdich wird nachgesagt, entsprechende Pläne in der Schublade zu haben - eine offizielle Bestätigung steht jedoch noch aus.
Wieviele Porsche-Kunden für einen RS Spyder wird es im kommenden Jahr in der LMS geben? Bislang kann diese Frage nicht eindeutig beantwortet werden. Wenn man Teams und Insider befragt, dann stösst man meistens auf Ernüchterung bei der Nennung der Summen, die angeblich inklusive aller Nebenkosten für den Einsatz eines der LMP2 anfallen sollen. Auch wenn Porsche eine bei der Bord-Elektronik und -Sensorik abgespeckte Version für die Kundenteams planen soll, so werden doch Summen kolportiert, die noch deutlich über den 1,2 Mio Euro liegen sollen die zuletzt für einen Wagen im Gespräch waren. Inklusive aller Einsatzkosten für eine laufende Saison machten in Donington Gerüchte von dem Doppelten bis Dreifachem dieser Summen die Runde. Angesichts der Tatsache dass die Konkurrenz von Lola und Courage für diesen Preis auch schon gut ausgestattete LMP1-Wagen anbietet, überlegen sich viele Teams die Investition noch.
Bislang zeichnet sich in Europa lediglich das Cirtek-Team als konkreter Interessent für einen RS Spyder ab, wobei eine konkrete Bestätigung seitens des Teams noch aussteht. In den USA gilt eine Fortsetzung des Engagements von Penske als wahrscheinlichste Option, ob nun weiterhin als LMP2-Speerspitze oder mit einem von Roger Penske favorisierten Aufstieg in die LMP1-Klasse ist hier noch offen. Die Teams von Flying Lizzard und Krohn Racing, wo das nötige Kleingeld mit Sicherheit vorhanden ist, haben noch keine offiziellen Verlautbarungen bekannt gegeben und auch White Lightning & Alex Job Racing würden sich wahrscheinlich mit den geforderten Summen schwer tun. Daher wird erst nach dem Saisonende der ALMS in Laguna Seca mit endgültigen Informationen zu potentiellen LMP2-Teams zu rechnen sein.
In Donington Park wurde das Bruichladdich Radical Team von dem Briten Ben Devlin als 3. Piloten auf dem SR9 des Werksteams verstärkt. Devlin, der bislang in der ALMS im van der Steur LMP2-Team auf einem älteren Lola B2K/40 unterwegs war, wurde so die Gelegenheit gegeben die Fahreigenschaften seines neuen Einsatzgerätes vorab schon einmal kennen zu lernen. Der Gastpilot, der vorbildlich vom Team betreut wurde (siehe Foto) äusserte sich auch optimistisch bezüglich der ersten Eindrücke. „Im Vergleich zum Lola ist der Radical viel direkter zu fahren und er spricht sehr gut vom Handling her auf die Lenkbewegungen an. Man fühlt sich direkt wohl im Fahrzeug.“ Damit bestätigte Devlin die Eindrücke die auch schon Martin Short an dem SR9 festgestellt hatte.
In diesem Jahr hatte das van der Steur-Team lediglich drei Einsätze in Houston, Mid Ohio und Lime Rock Park unternommen. Derzeit wird alles für das Debüt des sich im planmäßigen Aufbau befindlichen SDR9 vorbereitet der beim Petit Le Mans debütieren soll. Radical Stammpilot Tim Greaves soll dort neben Devlin und Gunnar van der Steur als 3.Pilot auf dem neuen LMP2 teilnehmen. Dagegen ist der 2. Rollcentre-SR9 wohl endgültig passé. Bruichladdich will das vakante Chassis als zweiten Werkswagen einsetzen.
Erstmals in dieser Saison stand kein Lucchini-Pilot auf den Podium eines Laufs zur Italienischen Prototypen-Meisterschaft:
Pole-Sitter Fabio Francia (Osella PA21P-Honda, Kategorie CN2) gewann das 30-Runden-Rennen in Varano vor Franco Ghiotto (Norma M20evo-Honda, CN4, Bild) und Raffaele Giammaria (Norma M20evo-Honda, CN2). Erst auf den Rängen 4 und 5 kamen die Mit-Favoriten Filippo Francioni (Lucchini P1 03-Alfa Romeo, CN4) und Davide Uboldi (Lucchini P1 03-BMW, CN4) ins Ziel.
In der Gesamtwertung liegt Vorjahresmeister Francioni mit 104 Punkten weiterhin vor Francia und Uboldi (je 80) sowie Ghiotto (62) voran. Der nächste C.I.P.-Lauf ist für 17.09. in Magione angesetzt.
Verfasst von Harald Musileck am . Veröffentlicht in Australische GT
Turbulent verlief das Wochenende für die Spitzenreiter der Australischen GT-Meisterschaft: Am Porsche von Vorjahresmeister Bryce Washington trat schon in einem der freien Trainings ein Motorschaden auf - für sein Adrad-Team begann danach die fieberhafte Suche nach einem Ersatzfahrzeug. Tabellenführer Greg Crick (Dodge Viper ACR) hatte hingegen eine problemlose Rennvorbereitung und sicherte sich die Pole-Position. Am Renntag lief es dann umgekehrt: Crick verzeichnete schon bald nach dem Start des ein-Stunden-Rennens einen Reifenschaden, der ihn um zwei Runden zurückwarf. Washington - in einem ausgeborgten 996er-Cup-Porsche - startete vom Ende des Feldes und konnte trotz Bremsproblemen viele Plätze gutmachen. Den Kampf um das Podium fochten jedoch andere aus: Sven Buchartz (Bild rechts) feierte schließlich nach fehlerfreier Fahrt seinen ersten GT-Sieg vor James Koundouris sowie dessen Bruder Theo Koundouris (alle Porsche 996GT3-Cup).
Bryce Washington wurde Vierter, für Greg Crick reichte es nach einer Aufholjagd noch für den siebten Platz.
Die Entscheidung um den Titel fällt somit beim Saisonfinale im Oktober in Eastern Creek zwischen Crick (588 Punkte) und Washington (545) - genau diese Konstellation gab es übrigens auch schon im Vorjahr. Chancen auf den dritten Platz in der Meisterschaft haben noch James Kondouris (452), Theo Koundouris (405) und Sven Buchartz (347).
Verfasst von Johannes Gauglica am . Veröffentlicht in Britische GT
Bei Duller Motorsport ist das Puzzle für das große britische 24-Stunden-Spektakel in Silverstone jetzt komplett: das neue BMW Z4 M Coupé ist für renntauglich befunden - und an den Fahrern solls auch nicht liegen. Dieter Quester und Dirk Werner standen bereits fest, hinzu kommen zwei sehr schnelle Briten, genauer gesagt, Schotten. Gerade noch vermelden die Printmedien die Verpflichtung Robin Liddell und Tim Mullen, da haben die Internet-Yogis wieder die Nase vorne: statt GrandAm-As Liddell kommt Jamie Campbell-Walter zum Einsatz.
Man muß ihn nicht groß vorstellen: am ehesten wird "JC-W" von Sportwagenfans auch heute noch mit den schwarzen Flugobjekten von Lister assoziiert. Am Steuer des Jaguar-motorisierten Storm holte er auch seine größten Erfolge, wie den britischen Titel 1999 oder die FIA-GT-Meisterschaft 2000. Seit 2004 fährt er für Creation Autosportif, das jüngste LMS-Rennen in Donington beendete er gemeinsam mit Felipe Ortiz und Beppe Gabbiani auf dem dritten Platz.
Den Namen Tim Mullen hört man meist im Zusammenhang mit den schnellen Rennern aus Maranello. Für das schottische "Nationalteam" Scuderia Ecosse fährt er GT2-Ferraris in der FIA-GT-Meisterschaft und der britischen Meisterschaft. Zuletzt war er Klassenzweiter beim FIA-Rennen in Paul Ricard, davor siegreich in der nationalen Serie in Brands Hatch. Die britische Wertung führt er momentan auch an, in der FIA-Fahrertabelle der GT2 liegt er auf Rang 4.
Verfasst von Johannes Gauglica am . Veröffentlicht in Britische GT
Das Interesse britischer Racer an ihrem heimischen 24-Stunden-Rennen ist dieses Jahr sehr groß: auch WTCC-Fahrer Rob Huff hat einen Platz ergattert. Der Werkspilot für Chevrolet, im letzten Tourenwagenrennen in Brünn erstmals siegreich, sitzt in einem vergleichsweise bescheidenen Fahrzeug, aber bei einem erfolgreichen Team.
Mardi Gras Motorsport hat 2005 mit einem Honda Civic Type R und einem Integra einen Doppelsieg in der Klasse errungen, immerhin auf den respektablen Gesamträngen 9 bzw. 12. In einem Civic wird auch Huff dieses Mal Platz nehmen, sein Teamkollege unter anderem: Phil Bennett.
Nach Anfangs-Problemen in den bisherigen Läufen hat das Team Hoffmann Racing nun vor einer Woche ein planmäßiges Rennwochenende im tschechischen Most verzeichnen können. Mit einem neuen Unterboden versehen belegte im ersten Zeittraining Karl-Heinz Matzinger den dritten Platz. Im ersten Lauf fiel er nach einer leichten Kollision und Dreher beim Kampf um Gesamtrang 3 fast ans Ende des Feldes zurück. Mit der schnellsten 2l-Runde im Rennen holte er aber wieder auf und beendete den 1. Lauf auf dem dritten Klassenrang.
Der tschechische Regen bescherte Matzinger Elektronik-Probleme so dass er am 2. Zeittraining nicht teilnehmen konnte und den zweiten Lauf am Sonntag vom letzten Startplatz in Angriff nehmen musste. Doch wie schon am Samstag zeigte sich Matzinger und der vom Team Hoffmann Racing vorbereitete Sportprototyp PRC-Challenge C3 gut in Form. Der Oberösterreicher zeigte auf der zuerst nassen und dann auftrocknenden Strecke eine Aufholjagd, die ihn mit der erneut schnellsten Runde auf den 2. Platz in seiner Klasse und den dritten Gesamtrang (unter 24 Startern) brachte. Teamchef Roman Hoffmann zeigte sich sehr zufrieden: „Wir sind beide Rennen durchgefahren, das Auto ist jetzt endlich schnell und zuverlässig, Karl-Heinz ist beide Male die schnellste Runde gefahren."
Carlo Bermes (D), Sieger der Team-Hoffmann Nachwuchs Sichtung, trat in Most erstmals in einem PRC-CN an. Leider war er in beiden Läufen mit Getriebeproblemen gehandikapt und musste jeweils ein paar Runden vor Schluss aufgeben. Möglicherweise kommt Bermes beim Langstrecken-Rennen in Monza erneut zum Einsatz.