Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Corvette Racing hat heute ein Vollzeitengagement mit einer Corvette C8.R in der LMGTE Pro-Klasse der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft 2022 bestätigt. Der amerikanische Hersteller wird damit wie bereits im vergangenen Monat kolportiert den bislang etwas einseitigen Titelkampf zwischen Porsche und Ferrari als einzigen verbliebenen Herstellern in der Werks-Klasse in der kommenden Saison aufpeppen. Für das 24 Stunden Rennen von Le Mans ist ein Einsatz mit zwei Fahrzeugen geplant.
Als Piloten wurden bereits Tommy Milner und Nick Tandy benannt. Das Fahrzeug wird mit der Nummer 64 ausrücken und von Mobil 1 und SiriusXM an allen 6 Läufen der Weltmeisterschaft teilnehmen. Damit kämpft Chevrolet 2022 neben Ferrari und Porsche um die GT-Herstellerweltmeisterschaft kämpfen wird. Die Saison von Milner und Tandy beginnt mit den 1.000 Meilen von Sebring am 18. März, wo Corvette dann sowohl im FIA Langstrecken Weltmeisterschaft als auch im IMSA-fel des traditionellen 12h-Klassikers am Start stehen wird.
Corvette Racing will vorbehaltlich der Einladung durch den ACO wieder zwei Corvette C8.Rs für Le Mans antreten lassen. Dort soll Alexander Sims mit Milner und Tandy antreten, während das Trio Garcia/Taylor/Catsburg dann die traditionelle #63 steuern dürften. Es wäre der 22. Auftritt von Corvette beim legendären 24-Stunden-Klassiker.
Verfasst von Stefan Volk & Harald Gallinnis. Veröffentlicht in WT-USCC-Serie ( IMSA )
Am kommenden Wochenende startet mit der 24.Ausgabe des Petit Le Mans das große Finale der 2021er IMSA-WeatherTech SportsCar Championship. Insgesamt 43 Mannschaften – 7 DPi, 5 LMP2-Teams, ein Rekordfeld von 10 LMP3-Mannschaften, 6 GTLM und 15 GTD(=GT3) Wagen – werden das Saisonfinale der Nordamerikanischen Sportwagenserie bestreiten, das auch gleichzeitig als Finale der Michelin-Endurance Challenge fungiert.
In der Top-Klasse werden sich die beiden Acura von WTR und Meyer-Shank Racing mit den 4 Cadillac von Chip Ganassi, JDC Miller Motorsports, den beiden Action Express Caddys sowie dem Mazda-Werksteam eine Schlacht um den Gesamtsieg liefern. Für die Mazda-Mannschaft ist es das mutmasslich letzte Rennen nachdem der Hersteller schon zu Saisonbeginn seinen Ausstieg aus dem Motorsport-Topprogramm bekannt gegeben hatte. In der LMP2 kommt ein United Autosports Oreca als Gaststarter zu den 4 regulären Startern der Teams Tower Motorsports, Win Autosport, Era Motorsports und PR1-Mathiasen Motorsports hinzu.
Ein Rekordfeld mit erstmals 2-stelliger Starterzahl ist in der LMP3 am Start, wo 7 Ligier JS P320 LMP3 und 3 Duqueine M30-D08 LMP3 sich um den klassensieg beharken werden. Hier startet mit dem jungen Deutschen Niklas Krütten auch der einzige deutschsprachige Pilot im Prototypenfeld.
Zum Abschied der GTLM-Klasse tritt mit Werkunterstützung das Proton/WeatherTech Racing Team mit einem zweiten RSR-Porsche für Fred Makowiecki, Kevin Estre und Michael Christensen an. Beim allerletzten GTLM-Rennen sind auch die beiden RLL BMW's noch einmal mit der Stammbesatzung dabei. Je 2 Corvette, BMW und Porsche bilden somit das Feld der Produktionswagen-Top-Klasse, die im nächsten Jahr auf eine GT3-Pro-Klasse umgestellt wird. Auch in dieser Klasse startet mit Philipp Eng lediglich ein deutschsprachiger Pilot.
Ein weiteres Renndebüt gibt es in der GTD mit dem Inception Racing McLaren 720 S GT3. Dazu gesellen sich der #42 NTE Sport Audi, der #32 Gilbert/Korthoff Mercedes AMG GT3 und der #57 HTP Winward Mercedes in der mit 15 Fahrzeugen besetzten kleinsten Klasse. Auch hier hält sich mit den beiden Piloten Lars Kern auf dem Pfaff Motorsport Porsche und Maro Engel auf dem Winward Racing AMG die deutschsprachige Beteiligung sehr in Grenzen.
Laut aktuellen Wettermeldungen soll es das ganze Wochenende über sonnig und kühl bleiben. Lediglich für die Trainings-Sitzungen am Donnerstag steht wohl Dauerregen auf dem Programm. Der 2019er Distanz-Rekord von 465 Runden wird diesmal vermutlich nicht fallen, denn vor allem in der heißen Endphase des Rennens sollen die Temperaturen am niedrigsten sein.
Verfasst von Harald Gallinnis. Veröffentlicht in Le Mans ( WEC )
Parallel zum ADAC GT-Masters-Finale am Samstag absolvierte auch die FIA Langstrecken Weltmeisterschaft das Finale ihrer insgesamt schon neunten Saison. Beim zweiten Lauf auf der F1-Strecke von Bahrain innerhalb einer Woche (der Link führt zum Kurzbericht auf unseren Seiten) stand dieses mal ein 8h-Rennen auf dem Programm das im Unterschied zum Lauf in der vergangenen Woche weitestgehend in der Nacht absolviert wurde. Dabei fielen auch die letzten Titelentscheidungen.
Am Ende konnte auch ein weiterer Sieg der #7 Toyota Crew von Sebastian Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley de Schwestercrew auf dem #8 Toyota - Mike Conway, Kamui Kobayashi und José Maria Lopez – nicht mehr vom Titelgewinn abhalten. Der zweite Platz reichte um den Titelsack zu zu machen. Speziell für Kazuki Nakajima – tragischer Held der Le Mans Ausgabe 2016 – dürfte der Sieg dennoch eine Genugtuung gewesen sein. Der seit 9 Jahren im Top-Programm der Japaner engagierte Pilot hatte erst im unmittelbaren Vorfeld des Rennens seinen Rücktritt aus dem aktiven Toyota-Kader erklärt. Der erneute Toyota-Sieg sorgte für eine weitere Meisterschaftspremiere – denn noch nie zuvor waren alle Siege einer Saison an einen einzigen Hersteller gegangen. Dieser Umstand wurde allerdings durch die Tatsache befeuert das weder die um Verbrauchswerte ringende Alpine, die beim Finale in Bahrain zudem von Getriebeproblemen eingebremst wurde, noch die Glickenhaus mit dem halbherzig durchgeführten Programm dieses Jahr eine ernsthafte Konkurrenz für die japanischen Hypercars darstellten – ein Umstand der sich bis zum Ende der kommenden Saison auch nicht so bald ändern dürfte.
So war denn auch der Kampf um den LMP2-Titel die spannendere Show. Dort setzte sich wie auch in der ELMS am Ende das Team WRT mit dem durch Robin Frijns, Ferdinand Habsburg und Charles Milesi pilotierten Oreca knapp (14s Vorsprung) gegen die Meisterschaftskonkurrenten des Teams Jota (Gonzalez/Davidson/da Costa vor Gelael/Vandoorne/Blomqvist) durch. Damit sicherte sich das WRT-Trio vor dem drittplazierten Jota-Trio den Titel mit 20 Punkten Vorsprung. Der österreichische ex-DTM-Pilot Ferdinand Habsburg hat damit in seiner ersten vollen LMP2-Saison sowohl den Asiatischen Le Mans Serie- als auch den FIA Langstrecken Weltmeisterschafts-Titel in der Klasse einfahren können. Bei den ProAm-Teams und -Fahrern gewannen das Racing Team Nederland und dessen Teamchef Frits van Eerd den ersten Pro-Am-Titel.
Kontrovers endete die Entscheidung in der GTE-Pro-Klasse. Im Duell zwischen Porsche und den wieder auf Augenhöhe geBoPpten Ferraris brachte eine Kollision zwischen Alessandro Pier Guidi und Kevin Estré 15 min vor dem Ende die Entscheidung zugunsten der Ferraris, die mit nur einem Punkt Rückstand auf Porsche ins Finale gestartet waren. Zwar wurde dem Ferrari seitens der Rennleitung beordert die gewonnene Position wieder zurück zu geben, da der zuvor führende Porsche jedoch zu einem Stop hereinkam sah sich die AF Corse-Crew dazu nicht in der Lage. Gegen denr Titel für Pierguidi und James Calado sowie den Herstellertitel für Ferrari legte Porsche umgehend Protest ein – der allerdings recht schnell abgewiesen wurde. Fortsetzung folgt?
Zumindest der GTE-Am-Titel wurde klar entschieden – und zwar auch zugunsten eines AF Corse Ferraris. Nachdem gleich am Start der in der Meisterschaft zweitplazierte TF Sport Aston Martin von Ben Keating & Co durch eine markeninterne Kollision zurückgeworfen wurde war der Weg für Francois Perrodo, Nicklas Nielsen und Alessio Rovera frei. Statt auf Nummer Sicher zu gehen machte sich das Trio auf zu einem weiteren Klassensieg, den man von den beiden Porsche von Dempsey-Proton und Project 1. Die TF-Sport Crew musste hingegen nach einer weiteren Kollision mit Aufhängungsschaden das Rennen vorzeitig beenden. Daneben gab es nur einen weiteren Ausfall – den zweiten Proton Competition Porsche.