Sports Car Challenge Lauf 12, Brno

Das Qualifikationstraining zum Sonntag-Rennen der Sports Car Challenge in Brno brachte zwei Knalleffekte. Den einen gab es in Tony Sinclairs Motor: der Sieger des Samstages musste mit einem irreparablen Maschinenschaden an seinem Jade die Heimreise antreten. Der zweite Knalleffekt war die Gesamt-Pole für den schnellsten Division-2-Fahrer, Pius Truffer. Zum ersten Mal führte ein Fahrzeug der kleineren Klasse das Feld in ein SCC-Sprintrennen.

Neben ihm in Reihe 1: Wolfgang Payr im PRC-Cosworth, der Division-1-Leader, dahinter Gerd  Beisel im wieder genesenen PRC-BMW und Emanuel Pedrazza im nächsten der „Lights“, dem PRC-Honda. Auch GT-Fahrzeuge traten wieder an, die Herren Peter, Bernhard und Dragoun qualifizierten ihre Porsche 996.

Noch in der Startaufstellung wurde am Lucchini des Italieners Mauro Prospero gearbeitet und Öl nachgefüllt – ein Vorzeichen der Dinge, die da kommen sollten.

Resultat Qualifying:
1. Pius Truffer/CH, PRC-BMW (Div.2), 2:01,343
2. Wolfgang Payr/A, PRC-Cosworth (Div.1), -0,701
3. Gerd Beisel/D, PRC-BMW (Div.1), -0,821
4. Emanuel Pedrazza/A, PRC-Honda (Div.2), -1,499
5. Mauro Prospero/I, Lucchini-Alfa (Div.1), -3,868
6. Peter Kormann/D, PRC-BMW (Div.2), -4,479
7. Gerhard Münch/D, Norma M20 (Div.2), -4,585
8. Norbert Groer/A, PRC-Opel (Div.2), -7,653
9. Mirco Schultis/D, PRC-Honda (Div.2), -8,180
10. Thomas Wolfert/D, MRP-Opel (Div.2), -10,274
11. Kurt Peter/CH, Porsche 996 (Div.4), -14,695
12. Otto Dragoun/A, Porsche 996 (Div.4), -15,719
13. Henry Uhlig/D, PRC-Opel (Div.2), -18,126
14. Petr Bernhard/CH, Porsche 996 (Div.4), -18,718
15. Georg Hallau/D, MRP-Honda (Div.2), -22,489

Am Start wurde Pius Truffer von Prospero im Lucchini „abgeschossen“ - beide konnten das Rennen fortsetzen, aber Gerd Beisel hatte jetzt die Führung. Er wurde seinerseits von Payr verfolgt, der sich Ende der zweiten Runde an die Spitze setzte. Dahinter hielt sich Truffer seinen Klassen-Rivalen Pedrazza vom Leib und Prospero im Lucchini mischte ebenfalls in den Top 5 mit.

Das Duell zwischen Beisel und Truffer war auf der Strecke die Show des Rennens, in der Boxengasse sorgte Mauro Prospero für Aufregung. Knalleffekt Nummer 3: Der Lucchini fing vor seiner Box Feuer, die Marshals legten einen großzügigen Schaumteppich, das Team wird einige Arbeit mit Reinigung und Reparatur haben.

Wolfgang Payr hatte in Abwesenheit seines größten Konkurrenten Sinclair einen ruhigen Tag an der Spitze des Feldes und streifte volle Punkte ein; er sieht mehr und mehr wie der Divisionssieger des Jahres aus. Beisel und Truffer hingegen kämpften bis zur Ziellinie – der Schweizer hätte es als sicherer Division-2-Leader ebenfalls ruhig angehen können, aber die Rennlaune siegte an diesem Tag über die Vernunft: 0,248 Sekunden zugunsten Gerd Beisel im PRC-BMW lautete der Abstand im Ziel.

Den zweiten Erfolg für die Schweiz brachte Kurt Peter ein, er entschied die GT-Klasse für sich.

Resultat 2. Lauf:
1. Wolfgang Payr/A, PRC-Cosworth (1. Div.1), 10 Runden in 20:20,792
2. Gerd Beisel/D, PRC-BMW (2. Div.1), -22,246sec.
3. Pius Truffer/CH, PRC-BMW (1. Div.2), -22,504
4. Emanuel Pedrazza/A, PRC-Honda (2. Div.2), -29,266
5. Peter Kormann/D, PRC-BMW (3. Div.2), -59,061
6. Gerhard Münch/D, Norma M20, -59,887
7. Mirco Schultis/D, PRC-Honda, -1:26,242
8. Norbert Groer/A, PRC-Opel, -1:49,410
9. Thomas Wolfert/D, MRP-Opel, -1:50,708
10. Kurt Peter/CH, Porsche 996 (1. Div.4), -1 Runde
11. Otto Dragoun/A, Porsche 996 (2. Div.4)
12. Henry Uhlig/D, PRC-Opel
13. Peter Bernhard/CH, Porsche 996 (3. Div.4)
14. Georg Hallau/D, MRP-Honda, -4 Rd.
15. Mauro Prospero/I, Lucchini-Alfa, -6 Rd.

Die Sports Car Challenge geht langsam in die Zielgerade, das vorletzte Wochenende geht bereits am 30.9./1.10. in Monza über die Bühne.

Französischer Porsche Carrera Cup – Beltoise vorzeitig Meister

Anthony Beltoise (Sofrev ASp-Porsche 997GT3 Cup) - www.superserieffsa.comBereits in Rahmen der vorletzten Runde des Französischen Porsche Carrera-Cups fiel die Titelentscheidung: Anthony Beltoise (Team Sofrev-ASP) führt nach den Rennen in Albi mit 212 Zählern uneinholbar vor Frederic Makowiecki (Larbre, 130,5) und Morgan Moulin-Traffort (116). Obwohl er in Albi bei einem Lauf seinem Teamkollegen Moulin-Traffort den Vortritt liess, hält Beltoise nunmehr dieses Jahr bei eindrucksvollen neun Siegen und zehn Poles aus zwölf Rennen. Zum Saisonabschluss des Cups folgen Mitte Oktober noch zwei Läufe in Magny-Cours.

Jarama Statistiksplitter

PescaroloWie gewohnt - Daten, Fakten und Statistiksplitter von der letzten LMS-Runde:

- Mit dem sechsten Sieg in Folge (nun 7 Gesamtsiege) hat Henri Pescarolo den von Audi gerne als „erfolgreichsten Sportwagen aller Zeiten“ bezeichneten R8 zumindest in der LMS von dieser Position verdrängt (anbei ein Foto aus Istanbul 2005, wo der C60H vor dem R8 ins Ziel kam). 6 Siegen des R8 (mit insgesamt drei verschiedenen Chassis) stehen 7 Siege des Pescarolo-Courages gegenüber. Vielleicht ist dies endlich Motivation genug für Audi, im kommenden Jahr wieder mit einem eigenen Wagen zurückzukehren. Nur wird man, genau wie Pescarolo, der nun ein eigenes Chassis zum Einsatz bringen wird, in der Statistik von ganz unten anfangen müssen.

- 18 Fahrersiege für die „Grande Nation“ sind nun verzeichnet – das ist mehr als alle anderen Nationen zusammen (16 für GB + J + DK + D) auf die Waage bringen.

- Der Lola B05/40 hat von der Anzahl der LMP2-Siege mit dem Courage C65 gleichgezogen – nur haben die französischen Chassis keine Zukunft mehr, da sie nach dem Hybrid-Reglement (bis Ende 2006 gültig) konstruiert sind.

- Mittlerweile streiten sich 7 Piloten um die Ehre der erfolgreichste LMP2-Pilot der Serie zu sein. Die aktuellen Sieger Burgueno, de Castro und Amaral des ASM-Teams sind neu in die Liste der Fahrer mit je drei Siegen hinzu gekommen.

- In der GT1 wurde der erst 2. Sieg eines nicht bei Prodrive gebauten Wagens notiert – wieder vom Oreca-Saleen.

- Mit der Disqualifikation des GPC-Ferraris verpassten die Italiener die Gelegenheit, sich als erfolgreichste Fahrernation in der GT2 einzutragen. Nun haben die Engländer mit dem 2. Panoz-Sieg in Folge diese Gelegenheit genutzt.

- 17 Boxenstopps bei 27 Runden – das dürfte auch einen Rekord darstellen. Ob das Lavaggi-Team sich diesen allerdings in die Annalen eintragen wird, darf bezweifelt werden. Dabei dürfte die Schuld daran wohl am Motor zu suchen sein – mehr dazu an anderer Stelle in den kommenden Tagen.

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