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Eurointernational siegt beim ersten "Road to LeMans"-Lauf

Das roadtolm1adritte Rennen des Michelin Le Mans Cup in Le Mans ist am Donnerstag mit dem Sieg des Eurointernational Ligier JS P3 LMP3 von Mikkel Jenssen und Kay van Berlo zu Ende gegangen. Das dänisch-niederländische Duo aus der ELMS behauptete sich vom Start weg an der Spitze und war ab dem Boxenstop unangefochten in Front. Der Abstand auf das am Ende zweitplazierte Team von United Autosports mit dem Duo John Falb und Sean Rayhall betrug am Ende 19,505s.

Auf dem dritten rang und als bestes Team des regulären Michelin Le Mans Cup-Starterfeldes konnte sich erneut das DKR Engineering-Duo Jens Petersen und Léonard Hogenboom durchsetzen. Zwar hatte Jens petersen nach einem verharzten Qualifying das Rennen nur von Platz 14 aufnehmen können, doch nach dem Boxenstop war sein niederländischer partner hoogenboom wieder eine Klasse für sich und schnupfte Konkurrent um Konkurrent auf. Das Norma-Duo hatte bereits die ersten beiden Rennen der Serie in Le Castellet und Monza gewinnen können und ist damit auf Meisterschaftskurs.

Mit der schnellsten Rennrunde konnte sich der zweite deutsche Pilot im LMP3-Feld, Laurens Hörr in Szene setzen. Nach einem total verkorksten Qualifying (jeweils 2x rote Flagge auf der schnellsten Runde) von P40 gestartet übergab Hörrs Partner Anthony Pons den Ligier auf P30 an Hörr, der allerdings trotz reihenweise schnellster rennrunden durch eine unmittelbar vor ihm geschaltete Slowzone alle Chancen auf einen Top-10 platz verlor. Am Ende stand P19 für das deutsche Sportwagentalent aus dem französischen CD Sport Team zu Buche.

Den Sieg in der GT-Klasse errang das Ferrari Duo Perrazini/Cioci im AF Corse F488 GT3.

Der zweite Lauf des Michelin Le Mans Cup findet am Samstag vor dem Start des 24h Rennens statt.

Project 1 vor Le Mans Premiere

Dieproject1 abnahme deutsche Project 1-Mannschaft steht in Le Mans an diesem Wochenende vor ihrer ultimativen Feuertaufe im Langstreckenbereich. Die erfahrene deutsche Carreracup-Truppe aus Lohne hatte im vergangenen Jahr beschlossen zum 25-jährigen Teamjubiläum mit dem Einstieg in die höchste Stufe des Porsche Kundensportprogramms einen wichtigen Schritt zu einer Ausweitung ihres Rennprogramms zu machen. Schon beim Debüt in Spa-Francorchamps konnten wir uns kurz mit GTE-Teammanager Axel Funke über die Motivation hinter diesem Schritt unterhalten.

Project 1 besteht ja nun schon im Kern seit fast 25 Jahren, auch wenn der Name ursprünglich ein anderer war. Das Team ist aus der ehemaligen tolimit-Mannschaft entstanden. Wegen unserer Ausrichtung sowohl als Rennteam als auch als Eventagentur mussten wir aus Gründen der externen Kommunikation und der Strategie beider Unternehmen das Rennteam unter einer anderen Struktur aufbauen, die halt jetzt den Namen Project 1 trägt. Nach all den Jahren im Porsche-Clubsport und im Carrera- und Supercup hat es uns dann gereizt mit Porsche etwas auf dem höchsten Niveau zu starten. Und das ist zur Zeit nun mal die FIA Langstrecken Weltmeisterschaft.“

Obwohl man gegenüber den etablierten Mannschaften noch Lernbedarf hat, ist der Enthusiasmus beim Team von Teamchef Hans-Bernd Kampe deutlich greifbar, wie Funke weiter erläutert. „Die Zusamenarbeit mit der WEC und dem ACO ist einfach mega! Die PR-Arbeit und die ganzen Social-Media-Kanäle werden in enger Zusammenarbeit mit der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft betrieben und das bedeutet für unsere Sponsoren einen echten Mehrwert, den wir so in keiner anderen Meisterschaft hätten. Wir finanzieren uns das Auto auch nicht aus eigener Tasche wie manche Privatiers das in der GTE-Am machen, sondern haben einen Mix aus Pilotengeldern und Sponsorengeldern für das Budget zur Verfügung.“

Wie project1 porsche dunlopFunke uns erzählte gehen die Planungen für das Team weit über die laufende Supersaison der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft hinaus: „Das Projekt ist nicht nur als klassisches 3-Jahres-Projekt geplant oder budgetiert. Wir wollen uns auf lange Sicht als Porsche Einsatzteam in der GTE-Klasse etablieren, damit wir ein Kundenprogramm anbieten können das eine Leiter beginnend von unseren Speedacademy-Programmen über den Porsche Carrera Cup Deutschland und den Porsche Mobil1 Supercup bis hinauf in den internationalen Langstreckensport ermöglicht. Dabei ist die GTE-Am für uns die ideale Spielwiese. In der GTE-Pro können und wollen wir nicht mit den Werken konkurrieren und ein LMP-Programm wäre uns auch deutlich zu aufwändig und zu komplex. Statt dessen würden wir lieber das GTE-Programm mit weiteren Einsatzwagen ausbauen. Denkbar wäre auch das man im kommenden Jahr ein weiteres Programm in der Europäischen Le Mans Serie oder der Asiatischen Le Mans Serie startet, aber das sind derzeit noch unverbindliche Überlegungen.“ Funke deutete dabei an das ein zweiter Einsatzwagen noch dieses Jahr an das Team ausgeliefert werden könnte, auch wenn ein Einsatz noch in dieser Saison eher unwahrscheinlich wäre.

Für den Start des WEC-Programms hat man sich nicht nur mit ehemaligem LMP1-Personal aus dem Porsche-Werk verstärkt, – als Teammanager zeichnet Francis Schammo für das Team verantwortlich - sondern auch Jörg Bergmeister als GTE-Spezialisten mit an Bord geholt. „Zudem haben wir eine Zusammenarbeit mit der amerikanischen Park Place Mannschaft aus der Weather Tech-USCC-Serie gestartet. Unser Pilot Patrick Lindsay kommt von dort und hat im Gegenzug unser Carrera-Cup-Talent David Kolkmann in seinem Team als Fahrer in der IMSA-Porsche-Serie untergebracht.“

Nachlese ADAC GT Masters – Red Bull Ring

Am vergangenen Wochenende fand auf dem Red Bull Ring in der Steiermark (der Link führt direkt zum Rennbericht) das dritte Rennwochenende der diesjährigen ADAC GT Masters Saison statt. Der Event zählt schon seit jeher zu den besten im Kalender. Es ist die Strecke mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit. Das Umfeld ist phantastisch, in einer einmaligen Kulisse gelegen und von der Infrastruktur der Strecke mit Boxenanlage, Media Center, dem gebotenen Service und der Freundlichkeit des gesamten Personals ganz zu schweigen. Ein riesengroßes Kompliment und ein herzliches Dankeschön an alle Verantwortlichen!
Keilwitz Kirchhofer RBR
36 GT3-Fahrzeuge von acht verschiedenen Herstellern traten zu den Läufen 5 und 6 der aktuellen Saison an.

Das Wochenende war definitiv gezeichnet von einer starken, teilweise erdrückenden Leistung des amtierenden Meisterteams Callaway Competition, um Vizemeister Daniel Keilwitz und seinen Co, Marvin Kirchhöfer, in der Valvoline Corvette C7 GT3-R mit der #1.

Die Mannschaft von Team-Besitzer Ernst Wöhr ließ mit zwei Pole positions und Siegen in beiden Rennen keinen Zweifel aufkommen, dass sie auch in diesem Jahr zu den absoluten Mitfavoriten auf den Titel zählt. Aber Callaway Competition war in Spielberg traditionell immer stark.

Die wahren Kräfteverhältnisse stellten sich aber am Sonntag wieder ein, nach einer Klatsche für die Konkurrenz am Samstag, als Kirchhöfer mit einer Superzeit dem zweiten des Qualifyings eine halbe Sekunde Abstand verpasste.
Keilwitz war in Q2 am Sonntagmorgen, trotz einer ebenfalls sehr guten Zeit, nur gerade mal 90 Tausendstel schneller als ein exzellenter Luca Ludwig im zweiten Ausnahmeteam des Wochenendes und genau genommen vielleicht sogar der bisherigen Saison, HB Racing aus Neumarkt, unweit des Red Bull Rings.
Renauers RBR
Die Besonderheit im Team von HB Racing an diesem Wochenende, war die Unterstützung von Stammfahrer Ludwig durch den Teamchef von Precote Herberth Motorsport, Alfred Renauer, dessen Zwillingsbruder Robert wie gewohnt im Porsche 911 GT3 R #99 des Teams aus dem bayerischen Jedenhofen antrat. Der Grund, weshalb Renauer im Ferrari 488 GT3 mit der #7 Platz nahm, war eine Verletzung von Dominik Schwager, die er sich bei einem Verkehrsunfall zugezogen hatte. Wir wünschen ihm gute Besserung und eine baldige Genesung!

Erfreulich der Besuch von Callaway Competition Mit-Eigentümer Giovanni Ciccone, der sich rechtzeitig vor Saisonbeginn aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen und seine Funktion als Teamchef an Cheftechniker Mike Gramke weitergegeben hatte. Seine analytischen Fähigkeiten suchen nach wie vor ihresgleichen!

Eine starke Leistung zeigte auch der junge Dries Vanthoor im EFP by TECE Audi R8 LMS #12, den er sich mit Florian Spengler teilt, der ebenfalls eine sehr solide Leistung zeigte und wieder sichtlich Freude am Fahren gefunden hat.
GRT Orange1 63 RBR
Erwähnenswert die Leistungen von Dennis Marschall im Schnitzer BMW M6 GT3 #43, der sich immer wohler fühlt und dies mit einer starken Performance demonstrierte sowie der gesamten MRS GT-Racing Mannschaft von Carsten Molitor mit Jens Klingmann und Christopher Zöchling, im speziell lackierten BMW M6 GT3 #14.

Außerdem war da ein im Regen am Sonntag wieder sehr starker Frank Stippler im Audi #33 von Team I.S.R. sowie die eigentliche Sonntagsshow, Mirko Bortolotti im ORANGE1 by GRT Grasser Lamborghini Huracán GT3 mit der #63. Er pflügte, nachdem Andrea Caldarelli von P24 ins Rennen gegangen war, nach dem Pflichtboxenstopp so unaufhaltsam durchs Feld, dass nur das Ende des Rennens ihn von Größerem abhalten konnte.

Zum Schluß war es Rang Zwei im Gesamklassement und damit ein Platz auf dem Podium! Gratulation an beide Piloten und die Mannschaft von Gottfried Grasser aus dem ebenfalls nahegelegenen Knittelfeld!

Die ganze Spannung und wie immer, alle Hintergrundinformationen zum Wochenende, sind in unserem ausführlichen Rennbericht nachzulesen.

Weiter geht es leider erst in acht Wochen, vom 3. bis 5. August 2018, am Nürburgring.

Le Mans Vorschau 2018 - 13 GTE-Am

13 GTE-Am – 6 Porsche 911-RSR GTE, 5 Ferrari F488 GTE und 2 Aston Martin Vantage GTE - komplettieren in diesem Jahr das Feld des 86.ten 24 Stunden Rennens von Le Mans. Auch in dieser Klasse wird es während des Rennens hoch hergehen, denn schon im Vorfeld haben die Ergebnisse der Auftaktrunde in Spa-Francorchamps und beim Testtag gezeigt, das der etwas andere Fahrzeugmix in der Klasse, sowie die verstärkte Gewichtung auf die Privatfahrer die besten Voraussetzungen für ein spannendes Rennen geben könnten.

Die Porsche hatten zumindest bei den Qualifyingzeiten in Spa-Francorchamps einen leichten Vorteil der sich aber beim Testtag komplett relativierte. Einzig die älteren Aston Martin schienen noch etwas Unterstützung bei der BoP zu benötigen – vorausgesetzt man hat wirklich alles gezeigt was man kann. In Anbetracht von Zeiten die 6s langsamer waren als wie die schnellsten Rennrunden der Aston Martin 2017 sind da mehr als leichte Zweifel angebracht. Alleine der Wechsel von den letztjährigen Dunlops auf Michelins, die nun wieder die Alleinausstatter der Klasse sind, kommt als alleiniger Erklärungsgrund kaum in Frage.

Porscheprotonteams abnahme ist dieses Jahr mit gleich 6 Wagen in der GTE-Am vertreten – was zusammen mit den 4 Pro-Autos mit 10 Porsche das grösste GT-Feld seit einigen Jahren an der Sarthe darstellt. Auch in der GTE-Am-Klasse bläst man damit auf den Sieg – den man hier lediglich erst einmal 2013 einfahren konnte. Gleich 3 Wagen sind unter dem Banner von Proton Competition unterwegs. Neben den beiden WEC-Crews Ried/Andlauer/Campbell und AlQubaisi/Cairoli/Roda hat man der amerikanischen Black Swan Racing Mannschaft einen Porsche vermietet, der mit dem Trio Long/Pappas/Pumpelly antritt. Komplettiert wird die Porsche-Streitmacht von 3 weiteren Einzelnennungen der Teams Gulf Racing (Wainwright/Barker/Davison), Ebimotors (Nielsen,Babini/Maris) und Project 1 (Bergmeister, Lindsey, Perfetti), wobei die beiden letzteren Teams ihre Le Mans Premiere absolvieren.

Ferrari, die die letzten 3 Rennen in der Klasse für sich entscheiden konnten, sind mit den 5 Teams Spirit of Race, Clearwater Racing, MR Racing, JMW-Motorsport und Keating Motorsports vor Ort. Hinter den ersten 3 steckt das Einsatzteam von AF Corse, das sich um die technischen Belange der F488 aus der Schweiz, Singapur und Japan kümmert. Die letztjährigen Klassensieger von JMW-Motorsport sind als einzige Ferrari-Mannschaft auf eigene Rechnung unterwegs, stemmen den Einsatz allerdings in Kooperation mit der Weather Tech Truppe aus der IMSA , während Keating Motosports die Unterstützung der texanischen Truppe von Risi Competitione in Anspruch nehmen, die dafür auf einen eigenen Einsatz an der Sarthe verzichten.

Aston Martin scheint nach dem Testtag stark von der BoP benachteiligt zu sein, allerdings legt der Zeitenvergleich mit den Rennzeiten aus dem Vorjahr bei den selben Autos (6s langsamer wie im Vorjahr) doch einen gelinden Sandbagging-Verdacht nahe. Zudem die alten GTE-Am-Vantage in Spa-Francorchamps gegen Rennende mächtig aufgeigten und sich in den Ardennen den Doppel-Klassensieg sichern konnten. Sowohl die Werksunterstützte Crew von Paul Dalla Lana, dem neben Pedro Lamy auch wieder Matthias Lauda assistiert, als auch die britische TF Sport Crew mit dem schnellen Trio Yoluc / Hankey / Eastwood sollten daher nicht voreilig abgeschrieben werden.

Auch in dieser Klasse gönnen wir uns einen Blick auf die bisherigen Klassensieger seit ihrer Einführung:
2017: JMW-Motorsport Ferrari F488; Smith/Stevens/Vanthoor; 333 Rd./(schnellste Rd.: 3:54,461)
2016: Scuderia Corse F458 Italia; Sweedler/Bell/Segal; 331 Rd. / (3:56,671)
2015: SMP Racing F458 Italia; Shaitar/Bertolini/Basov; 332 Rd./(3:56,165)
2014: Young Driver-AMR Aston Martin Vantage GTE; Poulsen/Thiim/Heinemeier-Hansson; 334 Rd. / (3:55,798)
2013: IMSA-Performance Porsche 997 RSR; Narac/Bourret/Verney; 306 Rd. / (3:59,057)
2012: Larbre Competition Corvette-C6-ZR1; Bornhauser/Canal/Lamy; 329 Rd. / (3:58,534)
2011: Larbre Competition Corvette-C6-ZR1; Bornhauser/Canal/Gardel; 302 Rd. / (4:06,478)

Doppelsieg für Preining beim PCC-Heimlauf

Nach pcc4bseinem ersten Saisonsieg am Samstag überquerte Thomas Preining beim Porsche Carrera Cup Deutschland auf dem Red Bull Ring auch am Sonntag die Ziellinie in Spielberg als Erster. „Das war ein perfektes Wochenende. Michael Ammermüller hat mich zu Beginn unter Druck gesetzt, aber ich bin cool geblieben und habe ihm keine Möglichkeit zum Überholen gelassen“, sagte Preining. Den zweiten Platz erreichte BWT Lechner Racing-Teamkollege Michael Ammermüller aus Deutschland. Der Niederländer Larry ten Voorde belegte im Project 1-Porsche beim vierten Saisonlauf Rang drei.

Preining begann das Rennen bei Sonnenschein und Temperaturen von 29 Grad Celsius von der Pole-Position des aus 35 Fahrzeugen bestehenden Feldes. Der 19-Jährige konnte die Führung nach dem Start verteidigen. Ammermüller ging von Platz zwei ins Rennen und blieb seinem Teamkollegen dicht auf den Fersen. Für zusätzliche Spannung sorgte das Safety-Car, das in der fünften Runde auf die Strecke musste. Das Feld rückte dicht zusammen, aber Preining gab die Spitzenposition über die gesamte Renndistanz nicht mehr ab. Nach 17 Runden beendete der Youngster aus Linz das Rennen 1,1 Sekunden vor Ammermüller als Sieger. Gleichzeitig war er damit bester Fahrer des Nachwuchsprogramms des nationalen Markenpokals, dem Porsche Carrera Cup Deutschland Talent Pool.

Aufpcc4a der Berg-und-Tal-Strecke in der Steiermark erreichte ten Voorde den dritten Platz. Eine Sekunde hinter dem 21-Jährigen überquerte der französische Gaststarter Florian Latorre (Martinet by ALMERAS) die Ziellinie. Den fünften Platz sicherte sich Raceunion-Pilot Igor Walilko. Der Pole beendete das Rennen auf der 4,318 Kilometer langen Strecke damit als bester Rookie. MRS GT-Racing-Pilot Glenn van Parijs aus Belgien wurde Sechster. Eine große Aufholjagd legte Lechner-Pilot Dylan Pereira hin: Der Luxemburger, der am Sonntag seinen 21. Geburtstag feierte, fuhr von Startplatz 31 bis auf P7 vor. Durch einen Reifenschaden im neunten Umlauf war das Rennen für Pereira aber bereits nach 9 Runden vorbei.

Bester Fahrer in der Amateur-Klasse wurde Jörn Schmidt-Staade (D/Cito Pretiosa) gefolgt von seinem deutschen Teamkollegen Stefan Rehkopf und Gaststarter Wolfgang Triller (D/Raceunion).

Nach vier Läufen rangiert Ammermüller in der Meisterschaft weiterhin auf dem ersten Platz. Mit 90 Punkten liegt der 32-Jährige vor Preining, der 64 Zähler sammeln konnte. Den dritten Platz belegt ten Voorde mit 53 Punkten. An der Spitzenposition in der Rookie-Klassifizierung steht Pereira und konnte 71 Punkte sammeln. Bester Fahrer in der Klasse für Amateur-Fahrer ist Schmidt-Staade. Der Düsseldorfer führt mit 100 Zählern.

Le Mans-Vorschau 2018 - die GTE-Pro

17 GTE-Pro Autos – je 4 von Porsche und Ford, 3 von Ferrari und je 2 von Corvette, Aston-Martin und BMW – versprechen den in diesem Jahr härtesten 24h-Sprint den diese Klasse bislang an der Sarthe erlebt hat. Erstmals kämpfen wieder 6 Hersteller gegeneinander. Die Frage ist nur: ist die für Le Mans streckenspezifische BoP – die für ein Austarieren des Produktionssportwagenfeldes unerlässlich ist – in diesem Jahr so gleichmässig austariert wie bei der vergangenen Ausgabe 2017 und können die neuen Modelle von Aston Martin und BMW schon auf einem Niveau mit den etablierten Konstruktionen von Porsche, Ford, Corvette und Ferrari mithalten?

Sowohl in Spa-Francorchamps als auch beim Testtag schienen Ford und Porsche einen Vorteil zu haben, wobei Gerüchte um ein Sandbagging zumindest eines scheinbar unterlegenen Herstellers im Nachhinein die Runde machten. Auch kann noch nicht erwartet werden, das Aston Martin , die einen Wagen nach einem fulminanten Abflug bei Indianapolis beim Testtag als rothmans sauTotalschaden abschreiben mussten und BMW mit dem neuen M8 schon alle Feinheiten ihrer neuen Boliden im Griff haben.

Porsche kommt mit 4 Werkswagen (2 von Manthey ,2 von Core Autosport/Porsche NA) an die Sarthe deren Besatzungen auf höchstem Werksfahrerlevel zusammen gestellt worden sind. Die Trios Lietz/Bruni/Makowiecki („Rothmans“-Porsche), Christensen/Estre/Vanthoor („Sau-reloaded“), Pilet/Tandy/Bamber und Dumas/Bernhard/Müller (beide Core) sind durchweg für einen Klasssensieg gut. Porsche hat nach dem LMP1-Rückzug alle Weichen auf einen Sturmangriff auf den ersten Gesamtsieg in der GTE seit 2013 gestellt und möchte im Idealfalle einen Dreifachsieg erringen.

Das will allerdings auch Ford: Die Flundern aus den USA haben es Porsche quasi vorgemacht und bringen schon seit 2 Jahren sowohl die beiden Werkswagen aus der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft als auch die beiden amerikanischen Einsatzfahrzeuge an die Sarthe. Mit den ebenfalls bärenstarken Fahrertrios Mücke/Pla/Johnson, Priaulx/Ticknell/Kanaan, Hand/Müller/Bourdais und Briscoe/Westbrook/Dixon belegte man beim Testtag durchgängig die Ränge 3-6. Das unterstreicht die These das sowohl Ford als auch Porsche im Vorfeld auf Sandbagging-Attitüden verzichtet haben sollen. Ford findet sich in diesem Jahr am Ende eines 3-Jahresprogramms wieder und hat jede Menge Erfahrungen mit dem Boliden in den vergangenen 2 Jahren sammeln können. Daher ist es mehr als wahrscheinlich das man diese in ein 24-stündiges Feuerwerk am kommenden Wochenende umsetzen wird.

Ferrari bzw. AF Corse haben im Vorfeld ihr Kontingent auf 3 Werkswagen beim Klassiker aufgestockt. Mit den Trios Piergiudi/Calado/Serra, Rigon/Bird/Molina und dem zusätzlich eingesetzten #52 Wagen von Vilander/Giovanazzi/Derani und einem 2018´er Evo-Modell des bislang in der Klasse sieglosen 488 versucht man gegen Ford und Porsche gegen zu halten. Bislang waren die Ergebnisse sowohl in Spa-Francorchamps als auch beim Testtag eher unauffällig und so ist hier das Lamentieren über die BoP bei den „Roten“ aus Maranello am ausgeprägtesten. Allerdings ist das Evo-Paket, das mehr Downforce, weniger Luftwiderstand und mehr Zuverlässigkeit bringen sollte von der BoP anscheinend bereits berücksichtigt und zurechtgestutzt worden.

Corvette bringt in diesem Jahr das älteste Auto an die Sarthe. Die 2014 erstmals eingesetzte C7.R kommt bei ihrem fünften Auftritt als ausgereiftes Auto daher, das sich allerdings zunehmend schwer gegen die Konkurrenz tut. Mit Mike Rockenfeller/Garcia/Magnussen und Marcel Fässler/Gavin/Miller sitzen zumindest 2 deutschsprachge Top-Piloten aus dem ex-Audi-LMP1-Kader mit in den Cockpits, was den Wagen, deren Nachfolger noch nicht feststeht, auch die Symphatien der hiesigen Fans sichern dürfte.

Aston Martin hat sich mit einem riesigen Knall in diesem Jahr an der Sarthe eingeführt. Der war allerdings weithin vernehmbar und verbog die Fangzäune bei Indianapolis am Testtag um einen satten Meter als Marco Soerenson den neuen Vantage in entsprechender Höhe in die Sicherheitszäune abwickelte. Es spricht für die Stabilität der Sicherheitszelle das der Pilot den Crash ohne schwerwiegende Blessuren überlebte – anders als das Chassis das nach dem Zwischenfall ein Fall für den Container war. Aston-Martin hat ein neues Rennchassis aufbauen müssen – aber das ist nicht das einzige Problem der Briten, die mit dem Erarbeiten eines Setups für die Sarthe noch trotz ihrer langjährigen Erfahrung noch ganz am Anfang stehen und daher beim Testtag bis zu 5s hinter der Spitze zurücklagen. Beim erst zweiten Rennen des neuesten Chassis wird der Rennsieg noch nicht ernsthaft auf dem Programm stehen. Daran wird auch Nicki Thiim wenig ändern können, der sich auf dem neu aufgebauten Vantage zusammen mit Marco Soerensen und Darren Turner das Lenkrad teilt.

Schliesslich beschliesst Newcomer BMW mit 2 M8 GTE das Feld. Die Münchner haben mit ihren beiden von Tomczyk/Catsburg/Eng und Farfus/DaCosta/Sims pilotierten Boliden auch eher ernüchternde Ergebnisse erzielt, waren dabei allerdings nicht so unterlegen wie Aston Martin . Rang 8 am Le Mans Testtag war ein Lichtblick auf dem die MTEK-Truppe aufbauen wird. Auch hier hofft man auf Zugeständnisse bei den letzten BoP-Anpassungen.

Somit kämpfen in diesem Jahr 6 Hersteller um den Klassensieg in der GTE-Pro die in den vorangegangenen 7 Jahren seit Einführung der zweigeteilten GTE-Klasse die folgenden Sieger zu verzeichnen hatte:
2017: Aston-Martin; Tuner/Adam/Serra; 340 Rd. (schnellste Runde: 3:50.950)
2016: Ford-CGT-USA; Hand/Müller/Bourdais; 340 Rd. (3:51,840)
2015: Corvette-C7.R; Gavin/Millner/Taylor; 337 Rd. (3:54,823)
2014: AF Corse-F458; Bruni/Fisicella/Vilander; 339 Rd. (3:54,566)
2013: Porsche AG Team Manthey-991 RSR; Bergmeister/Bernhard/Pilet; 315 Rd. (3:55,453)
2012: AF Corse-F458; Bruni/Fisicella/Vilander; 336 Rd. (3:56,953)
2011: Corvette-C6-ZR1; Millner/Garcia/Beretta; 314 Rd. (4:00,553)

Preining siegt beim Carrera-Cup-Heimrennen

Beim pcc3adritten Lauf des Porsche Carrera Cup Deutschland am Red Bull Ring feierte Porsche-Junior Thomas Preining einen besonderen Erfolg: Der Österreicher siegte in seinem BTW Lechner Racing Porsche 911 GT3 Cup bei seinem Heimrennen in der Steiermark. Den zweiten Platz sicherte sich am Samstag Preinings Teamkollege Michael Ammermüller aus Deutschland vor dem Niederländer Larry ten Voorde vom Team Deutsche Post by Project 1. „Ich wollte dieses Rennen unbedingt gewinnen und bin total glücklich über den Heimsieg. Durch die Safety-Car-Phase wurde es am Ende nochmal spannend, aber ich habe mich beim Re-Start nicht aus der Ruhe bringen lassen“, sagte Preining.

Bei sonnigem Wetter und Temperaturen von 26 Grad Celsius rollten die 35 Fahrzeuge in die Startaufstellung. Angeführt wurde das Feld von Preining. Nachdem die Startampeln erloschen, setzte sich der 19-Jährige vom Feld ab. Hinter Preining überholte der von Rang drei gestartete Ammermüller bereits in der ersten Kurve ten Voorde. Preining baute seinen Vorsprung auf 2,8 Sekunden aus, bis in der 14. Runde das Safety-Car auf die Strecke kam und das Feld wieder zusammenrückte. Eine Runde vor Schluss wurde das Rennen wieder freigegeben, wodurch die Zuschauer ein spannendes Finale sahen. Preining verteidigte seine Position und beendete den Lauf nach 17 Umläufen als Sieger. Ammermüller erreichte 0,4s dahinter Platz zwei.

Den dritten pcc3bPlatz auf dem Podium sicherte sich der 21-jährige ten Voorde. Eine Sekunde hinter dem Fahrer aus dem niederländischen Boekelo belegte Porsche-Junior Julien Andlauer vom Team Martinet by ALMERAS den vierten Rang. Der Franzose nutzte das Rennen als Generalprobe für den Porsche Mobil1 Supercup, bei dem er Ende Juni im Rahmenprogramm des Formel-1-Rennens in Spielberg an den Start gehen wird. Als Fünfter überquerte Gaststarter Florian Latorre (Martinet by ALMERAS) aus Frankreich vor Luca Rettenbacher (HRT Motorsport) die Ziellinie. Den siebten Platz auf der 4,318 Kilometer langen Rennstrecke erreichte der Pole Robert Lukas (Förch Racing).

Bester Rookie wurde der US-Amerikaner Jacob Eidson (Team Project 1). Der 23-Jährige belegte den achten Rang. In der Amateur-Klassifizierung hatte Gaststarter Wolfgang Triller im Raceunion-Porsche den Spitzenplatz inne. Den zweiten Platz in dieser Klasse sicherte sich Jörn Schmidt-Staade (D/Cito Pretiosa) vor Sören Spreng (D/Black Falcon).

Le Mans-Vorschau 2018 - LMP2

20 LMP2 Team starten in diesem Jahr bei den 24h von Le Mans. 9 Oreca, 8 Ligier und 3 Dallara-Teams stehen auf der Nennliste. Zudem gibt es auch einen (eingeschränkten) Reifenkrieg zwischen Dunlop und Michelin in dieser Klasse, wobei die Franzosen mit 5 ausgestatteten Teams gegen 15 Dunlop bereifte Wagen antreten.

Die Oreca-Teams hatten nach dem Testtag immer noch einen leichten Vorteil auf dem Circuit de la Sarthe zu verbuchen, wobei der Abstand dank der vom ACO genehmigten Updates an den Konkurrenzchassis etwas geringer ausfällt. Dennoch fehlten beim Testtag des ACO den besten Ligier-Teams etwa 2s und den besten Dallara-teams circa 2,7s auf die Bestzeit des Dragonspeed-Orecas mit einer 3:27,228. Daher dürfte auch in diesem jahr mit einem Oreca-Sieg in der klasse zu rechnen sein – ob das beste Team in der Klasse es dabei auch wie schon im Vorjahr auf das Gesamtpodium schafft (2 LMP2-Mannschaften flankierten den siegreichen Porsche 919 Hybrid nach einem denkwürdigen Rennen im vergangenen Juni) scheint angesichts der mittlerweise bewiesenen Zuverlässigkeit der Chassis zumindest nicht ganz unmöglich zu sein.

Die 9 Oreca-Mannschaften sind die im letzten Jahr haarscharf am Gesamtsieg vorbeigefahrene Jackie Chan DC Racing-Mannschaft mit 2 Autos, G-Drive-Racing, deren beide Autos von 2 verschiedenen Teams (TDS Racing und Graff Racing) betreut werden, TDS Racing mit einem eigenen Wagen, Dragonspeed, die mit ex-F1-Profi Pastor Maldonado einen mehr als schnellen Piloten an Bord haben, die Renault-unterstützte Signatech-Alpine-Mannschaft, die man nie vorschnell aus dem Kampf um einen Klassensieg abschreiben sollte, IDEC-Sport und Graff Racing. Unter diesen Teams setzen Dragonspeed und IDEC-Sport auf Michelin-Reifen – und beide Teams erzielten beim Testtag die Bestzeiten in der Klasse.

Ligiers Einsatzteams sind United Autosports mit 2 Autos, die unter anderem Paul di Resta und Juan-Pablo Montoya im Team haben, 2 weitere Autos von Jackie Chan DC-Racing, die ihre zusätzlichen Entries aus der Asiatischen Le Mans Serie in 2 Ligiers umformierten und somit die Möglichkeit eines direkten Vergleichs zwischen den beiden französischen Herstellern in diesem Jahr haben, Panis-Barthez Competition, Algarve Pro Racing, Eurasia Motorsport, die sich entschieden haben den Entry von Tracy Krohn an den Start zu bringen und Larbre Competition, die wie auch Panis-Barthez auf eine Michelin-Bereifung setzen.

3 Dallara-Teams stehen am Start: Im Racing Team Nederland-Dallara – dem einzigen der Wagen auf Michelins - absolviert Jan Lammers in diesem Jahr seinen 24. Le Mans Auftritt bevor er seinen Fahrerplatz danach an den jüngeren Nyck de Vries abgibt. Ein Le Mans Abschied soll es für den 61-jährigen Ex-Sieger des Klassiker allerdings noch nicht sein. SMP Racing hat den ELMS-Dallara mit einem neuen Pilotentrio (Shaitar/Newey/Nato) ausstatten müssen, da die beiden Stammpiloten im LMP1 antreten. Die italienische Scuderia Villorba Corse komplettiert das Le Mans Feld.

Nicht in diesem Jahr mit dabei, sind die ursprünglich noch auf der Reserveliste stehenden Teams von KCMG, High Class Racing, Racing Engineering und Brian Alder mit dem einzigen auf der Liste stehenden Riley. Noch im Vorfeld hatten ARC Bratislava und IDEC Sport ihre auf der Reserveliste stehenden Wagen (im Falle der Franzosen wäre es das zweite Auto gewesen) kurz nach der Bekanntgabe der Liste zurück gezogen.

Belcar Spa Euro Race

Beim alljährlichen Spa Euro Race in Francorchamps, welches mittlerweile eine mehr als 25 jährige Tradition aufweist, fand der zweite Saisonlauf der Belcar Endurance Championship statt. 38 Fahrzeuge nahmen die 7 Kilometer lange Ardennen Achterbahn in Angriff. Im Vergleich zum ersten Rennen in Zolder Anfang April vergrößerte sich das Feld um fünf Autos. Trotz eines großen Unwetters am Freitag der Teile des Fahrerlagers unter Wasser setzte und einen Tunnel flutete flutete konnte der Rennbetrieb ohne größere Einschränkungen statt finden zumal sich das Wetter für Samstag und Sonntag deutlich besserte.

Im Qualifying am Samstag sicherte sich der Deldiche Racing Norma die Pole Position für das dreistündige Rennen am Sonntag. Nach dem Start übernahm man auch gleich die Führung.

In der belcar spa thiers normaAnfangsphase konnten sich die vier Norma etwas vom Rest des Feldes absetzen. Dahinter folgten der Domec Racing Radical und der Belgium Racing Porsche. Als nach einer Stunde das Safty Car zum ersten Mal auf die Strecke kam nutzen alle Teams diese Gelbphase zum ersten von zwei Pflicht Boxenstopps. Kurz nach dem Neustart verunfallte der No Speed Limit Porsche in La Source was eine zweite Neutralisation nach sich zog. An der Führung der vier Norma änderte sich dadurch allerdings nichts. Größere Probleme gab es für den Oracle Radical der mehrfach unplanmässig an die Box musste. Am Ende kam man als letzter ins Ziel. Auch der QSR Racing Mercedes AMG mit Kenneth Heyer am Steuer verbrachte viel Zeit an der Box. Noch schlechter lief es für die beiden Saker. Belcar spa 24Einer schied zur Rennmitte aus. Der andere konnte nach Problemen im Training am Rennen gar nicht erst teilnehmen.

Nach 70 Runden überquerten Hans Thiers, Magnus Gilles und Jeffrey van Hooydonk im DVB Racing Norma als Sieger die Ziellinie. Auf Platz zwei folgte der Deldiche Racing Norma mit Luc de Cock, Tim Joosen und Thomas Piessens am Steuer. Als dritte schafften Marc Goossens, David Houthoofd, und Francois Bouillon im Aqua Protect Racing Norma den Sprung auf das Podest. Der MDK Motorsport Norma von Thomas und Pierre Vauterin beendete das Rennen als vierter. Auf Platz fünf kam mit dem PK Carsport Porsche von Anthony Kumpen, Bert Longin und Tom Boonen der Sieger der GT Klasse ins Ziel. Dahinter folgte der PG Motorsport Porsche von This Heezen und Jos Menten vor dem Independent Motorsport Porsche mit Kris & Koen Wauters sowie Xavier Stevens. Auf dem achten Platz wurde der Domec Racing Radical von Patrick Engelen abgewunken gefolgt von Dylan Derdaele und Nicolas Saelens im Belgium Racing Porsche sowie dem Speedlover Porsche von Paque / Paisse / Meurens. In der GT4 Klasse siegten Stienes Longin und Marnik Battryn im Porsche Cayman.

Das nächste Belcar Rennen findet am 01. Juli beim Super Prix in Zolder statt.

Le Mans Vorschau 2018: die LMP1

In 8 Tagen starten die 86.ten 24h von Le Mans. Das Traditionsrennen sieht in diesem Jahr ein Feld von 10 LMP1, 20 LMP2, 17 GTE-Pro und 13 GTE-Am am Start Als ersten Teil der Vorschau blicken wir heute auf die Top-Klasse der LMP1: 2 Toyota TS050 Hybrid, je 2 Wagen der Privatteams von Rebellion Racing, SMP Racing und Manor GP sowie je einer der ByKolles Racing-Mannschaft und des Dragonspeed-Teams treten 2018 an.

Toyota scheint in diesem Jahr ohne Konkurrenz zu sein. Die Japaner mit der Entwicklungsbasis in Köln sind das einzige verbliebene Werksteam das noch auf einen Hybrid-LMP1 setzt. Und dieser ist entgegen der zuerst geäusserten Zusagen des ACO gegenüber den Privatiers nicht auf das selbe Performancelevel herunter gebremst worden sondern hat theoretisch einen Rundenzeitenvorteil von 0,5s und kann per definiertem Benzinverbrauch eine Runde mehr als die private Konkurrenz fahren. Was der Testtag vor einer Woche zumindest enthüllte, ist das diese theoretischen Zahlen, die im Vorfeld nach der dominanten Performance der Toyotas beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps bezweifelt worden waren, zumindest auf dem besonders speziellen Circuit de La Sarthe halbwegs zu stimmen scheinen. Toyota hat zudem mit der Vepflichtung Fernando Alonsos im Vorfeld der Saison einen fulminanten PR-Cuoup gelandet und würde wahrscheinlich in diesem Jahr nicht vor einer Teamorder – so wie schon in Spa-Francorchamps - zurückschrecken um dem ex-F1-Weltmeister mit einem Sieg an der Sarthe den Weg zur Triple Crown zu ebnen. Der Spanier blüht jedenfalls im Toyota richtig auf und hat nach langer Durststrecke in der F1 beim ersten Renneinsatz im LMP zumindest einen Sieg erzielt - der allerdings durch die Teamorder etwas entwertet wurde.

Nicht wenige eingefleischte Le Mans-Fans haben sich daher von den bisherigen Underdogs Toyota abgewandt und ihre Sympathien auf Rebellion Racing und ihre neuen R13 verlagert. Die Gibson-befeuerten Orecas haben in diesem Jahr nach dem Testtag Zeiten abgeliefert die innerhalb der selben Sekunde wie Toyotas Bestzeiten lagen. Allerdings kämpfen die Piloten der als inoffizielle Oreca-Werkswagen anzusehenden Boliden mit dem technischen Nachteil den vorgeschriebenen Treibstoffverbrauch nicht mit so ausgefeilten Softwaretools wie die Toyota-Werkspiloten kontrollieren zu können, die dadurch immer am Limit der TS050 operieren können. Wie bei allen privaten LMP-Teams kommt hinzu das Rebellion Racing , SMP, Dragonspeed und Manor GP zudem auf nagelneue Konstruktionen bauen die ihren ultimativen Härtetest noch vor sich haben – und der lautet nun mal per Definition Le Mans. Erst nach diesem Rennen, das gleich das zweite im Kalender der Supersaison ist, wird man jeweils wissen wie zuverlässig die neuen Autos wirklich sind.

Was die Zuverlässigkeit angeht, sind Dragonspeed und SMP Racing mit ihren nagelneuen BR1 bereits gebrannte Kinder. Nach dem Katastrophenwochenende von Spa-Francorchamps wo SMP mit dem Unterluftüberschlag des neuen Autos die Höchststrafe für eine Neukonstruktion kassierte und Dragonspeed ihr erstes Auto mit einem Einschlag in Eau Rouge verschrottete sind die Dallarachassis mit einem Sicherheitsupdate versehen worden das mehr Abtrieb an der Vorderachse generiert, dafür aber auch die Wagen langsamer macht als die Konkurrenz. Daher dürften die Mannschaften beider Teams eher auf ein Finish aus sein als ernsthaft an der Spitze in den Kampf zwischen Toyota und Rebellion Racing einzugreifen. SMP hat mit der Verpflichtung von F1-Pilot Jenson Button einen späten PR-Coup gelandet der an Toyotas Alonso-Deal angelehnt ist und zumindest die britischen Fans auf Seite der russischen Crew ziehen dürfte.

Die gleiche Motivation gilt für die ByKolles Racing -Mannschaft die zwar mehr Erfahrungen mit ihrem privaten Projekt als die Mitkonkurrenten hat, allerdings von vornherein sich auf ein endlich mal problemloses Finish konzentrieren möchte. Dafür hat die Mannschaft nicht nur an der Performance und der Zuverlässigkeit des Wagens gearbeitet, sondern auch die Crew mit F1-erfahrenen Kräften verstärkt.

Letztlich hat auch Manor GP die Finanzierungsprobleme vom Saisonauftakt fürs erste überwunden und beide Ginetta- Mecachrome-LMP1 zumindest für diese Le Mans Ausgabe an den Start bringen können – was danach kommt wird man sehen. Dank direkter finanzieller Unterstützung von Ginetta-Chef Lawrence Tomlinson will man die Leistungsfähigkeit der britischen Konstruktion unter Beweis stellen. Da man in Spa-Francorchamps aus finanziellen Gründen überhaupt keine ernsthaften Runden absolvierte und erst beim Le Mans Testtag die ersten 94 Runden unter Wettbewerbsbedingngen absolvieren konnte, sollten die Fans Gnade walten lassen und von den beiden Mannschaften der blauen Boliden nicht all zu viel erwarten.

In diesem Jahr konzentriert sich das deutschsprachige Fahrerkontingent in der Top-Klasse auf 2 Autos: Auf derm Rebellion Racing mit der #1 werden André Lotterer und Neel Jani an der Seite von Bruno Senna starten. Auf dem ByKolles Racing ENSO-CLM P1/01-Nismo startet der Salzburger Dominik Kraihamer neben Oliver Webb und Tom Dillmann.

Für alle LMP1-Teams gilt es, angesichts der zu erwartenden Zuverlässigkeitsprobleme auch die LMP2-Teams im Auge zu behalten, die weniger als 10s pro Runde hinter den Top-Teams zu finden sind. Auch Toyota wurde im vergangenen Jahr von den LMP2 geschlagen – und es gibt nicht wenige Fans die daher auf den Gesamtsieg eines LMP2 in diesem Jahr setzen.

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