Jim Glickenhaus im Gespräch am Ring

Eines der Highlights des diesjährigen 24h-Rennens am Nürburgring war sicher die Pole des Scuderia Cameron Glickenhaus-Teams durch Jeff Westphal im Qualifying. Der Amerikaner konnte mit der schon im Qualifyingrennen gut auftrumpfenden Spezialkonstruktion den besten Profit aus den Malaissen der Michelin-bereiften Teams ziehen und mit einer 8:15,427 die schnellste Zeit im Top-30-Qualifying markieren. Damit machte er seinem Chef James Glickenhaus den Gefallen das der Name seines Teams schon in der 2.Reihe der von ihm gestifteten Glickenhaus Trophäe für den schnellsten Piloten im Qualifying des Ringklassikers eingraviert werden dürfte.

James Glickenhaus war im vergangenen Sommer mit einigen interessanten Projekten in Zusammenhang gebracht worden, so der Wiederbelbung der Marke Gumpert, die auch wir auf unseren Seiten vermeldet hatten, was Jim (Kurzform von James) uns auf Nachfrage allerdings am Ring umgehend vehement dementierte: „Nein – ich bin nicht an dieser Sache beteiligt!. Das ganze ging von einer Investorengruppe aus Hong Kong aus, die selber einen Supersportwagen konstruieren will und sich dafür die Namensrechte einer Reihe von Sportwagenfirmen – darunter Gumpert – gesichert hatte. Sie hatten mich angesprochen ob ich Interesse hätte bei ihnen einzusteigen und nach den ersten Gesprächen ist wohl eine dementsprechende PR-Meldung erschienen. Ich habe aber schnell den Eindruck gewonnen, das sie nicht genau wussten was sie mit den Markenrechten anfangen sollten und das es ihnen lediglich um ihr eigenes Super-Sportwagenprojekt ging das so gar nichts mit Gumpert und dem Apollo zu tun hatte. Daher habe ich ihnen speziell nach dieser verfrühten Mitteilung viel Glück gewünscht und mich nicht weiter dafür interessiert. Ich weiss auch nicht nicht welchen Stand das Projekt jetzt hat.“

Viel mehr beschäftigt ihn neben dem erfolgreichen Auftritt seiner Rennmannschaft seine eigene Sportwagenkonstruktion, die er jetzt sogar offiziell als Kleinserienhersteller aufnehmen wird. „Wir haben die amerikanische Zulassung als Kleinserienhersteller in einem Bundesstaat bekommen. Diese kann man beantragen wenn man nicht mehr als 25 Autos pro Jahr baut und sie hat gegenüber der bundesweiten vollwertigen Herstellerlizenz den Vorteil das dort die Abgas- und Sicherheitsnormen nicht ganz so streng sind. 25 Autos würden wir eh nicht vom SCG 003 Stradale verkaufen können. Das Stradale-Modell besteht aus dem selben Chassis wie der 003C, ist aber mit einem 4,4lV8 Twin-Turbo von BMW motorisiert, während die Rennwagen von Honda-Motoren angetrieben werden. Wir wollen dieses Jahr mit dem Aufbau von 5 Stradale beginnen und dieses Level in etwa beibehalten, da der Preis mit einem siebenstelligen Bereich wohl keine grösseren Absatzzahlen erlauben dürfte.“ Verschiedene Quellen kolportieren einen Einstiegspreis von 2,5 Mio $ für das Strassenmodell.

Bei dieser Gelegenheit gab Glickenhaus uns auch eine Aufstellung der bislang gebauten Chassiszahl, die sich mit gerade mal 5 zur Zeit sehr übersichtlich präsentiert: „Hier bringen wir im Rennen die Chassis #2 und #4 zum Einsatz die beide einem Privatier gehören. Das Chassis #1 aus dem letzten Jahr, der schwarze Wagen, gehört mir und ist mittlerweile zu einem strassenzugelassenen Modell konvertiert worden. Alle diese 3 Wagen werden von einem Honda HPD-Motor angetrieben. Chassis #3 ist der Prototyp für den Stradale, bei dem erstmals ein BMW-Triebwerk im Heck verbaut ist. Als #5 haben wir ein erweitertes Modell, den 003 CS Competition-Stradale gebaut, dessen Heck und Motorisierung ausgetauscht werden kann und der dann je nach Konfiguration als Renn- oder Strassenzugelassene Version laufen kann. Das war der weisse Wagen den wir letztes Jahr unter anderem bei der DMV-GTC eingesetzt hatten.“

Während es nach Einschätzung von Glickenhaus wohl wegen der Kosten bei den 2 ½ existierenden Rennwagen des Scuderia Cameron Glickenhaus SCG003 - Stückpreis 3,5 Mio € - bleiben wird, laufen im Hintergrund schon Planungen für ein weiteres Rennmodell des Herstellers, über das Jim allerdings am Ring noch keine offiziellen Worte verlieren wollte – man darf gespannt sein was dort in wohlmöglich einem Jahr an den Start gebracht wird...

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