ACO ändert LMP1-EoT vor Le Mans

Der ACO hat im Vorfeld des Testtages zum 24 Stunden Rennen von Le Mans die EoT der LMP1-Klasse weiter angepasst - allerdings dabei wohl nicht den Erwartungen der meisten Teilnehmer entsprochen. Die in Spa-Francorchamps bei der Auftaktrunde der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft dominierenden Toyota haben keine weiteren Einschränkungen ihrer EoT-Einstufung bezüglich ihres Benzinverbrauchs von 80kg/h erfahren. Die Nicht-Hybrid-LMP1-Konkurrenz, die von den beiden TS050 in den Ardennen nur die Rücklichter zu sehen bekam, muss hingegen eine weitere Beschneidung ihrer Benzinmenge um etwa 2% hinnehmen: statt 110kg/h wie in Spa-Francorchamps wird man an der Sarthe vorläufig nur noch 108kg/h verfeuern dürfen. Da diese Menge auf ein kg-Equivalent pro Runde herunter gebrochen wird und im Falle einer Überschreitung Stop&Go-Strafen drohen waren die Teams schon in Spa-Francorchamps gezwungen eine Hybrid-ähnliche Fahrweise mit verkürzten Vollgas- und mehr Roll-passagen anzuschlagen. Ein Unterfangen das ohne die bei den Werks-Hybrid-Wagen gängigen Softwaretools eine zusätzliche Erschwernis für die teils sehr erfahrenen Piloten der neuen Konstruktionen bedeutete.

Angesichts des Vollgas-Kurses in Le Mans wird sich der Abstand der privaten LMP1 auf die Toyotas somit eher noch erhöhen, zudem den TS050 eine Stintlänge von 11 Runden (=148km) zugestanden bekommen haben, während die konventionellen LMP1 schon nach 10 Runden (135km) herein kommen müssen – also etwa alle 40 Minuten.

Als das Konzept der neuen LMP1-Privatierskategorie letztes Jahr vorgestellt wurde sprach man beim ACO noch davon die Teams mit den Werkswagen von Toyota auf annähernder Augenhöhe agieren zu lassen. Doch schon im Winter knickte der ACO vor dem einzigen verbliebenen Hersteller ein, und gestand Toyota einen umfangreichen Reichweiten und Leistungsvorteil zu, um die noch zögernden Japaner bei der Stange zu halten. Sollte der in Spa-Francorchamps offensichtliche Vorteil nun noch weiter ausgebaut werden, dann entwertet der ACO einen möglichen Toyota-Sieg damit schon im Vorfeld, zumal die Anfangsschwierigkeiten der neuen LMP1-Konstruktionen die Hauptkonkurrenz der TS050 eher bei den LMP2 als bei den neuen LMP1 vermuten lässt.