Preview ADAC GT Masters – Hockenheim

An diesem Wochenende findet auf dem Hockenheimring bereits das Saisonfinale (der Link führt direkt zum Rennbericht) der diesjährigen ADAC GT-Masters Saison statt. Im Rückblick ist es das Finale einer Saison, die sehr eigenartig verlaufen ist.
adac gt masters titelkandidaten 2018Zunächst gab es gleich zu Beginn die Überschneidung des Saisonstarts in Oschersleben mit dem 6h Qualifikationsrennen zum 24h-Rennen Nürburgring. Beide Veranstaltungen werden vom ADAC ausgerichtet und dennoch scheint keine interne Absprache zwischen dem ADAC Nordrhein in Köln und der ADAC-Zentrale in München möglich zu sein. Jede Seite beharrt scheinbar auf ihrem Vorrecht.

Eine Strecke wie der Nürburgring ist, bei allem gegebenen Respekt, sicherlich terminlich enger aufgestellt, als die Motorsport Arena Oschersleben. Daher könnte man denken, dass eine Verschiebung des GT Masters Starts in Oschersleben leichter möglich gewesen wäre, als einen Alternativtermin unter zusätzlicher Berücksichtigung des VLN-Kalenders an der Nordschleife, als Vorbereitung für die 24 Stunden zu finden. Umso mehr, wenn man bedenkt, dass eine ganze Reihe von Teams bekanntlich im GT Masters, den 24 Stunden und evtl. sogar noch in der VLN engagiert ist.
Dann folgte der zweite Event, die Premiere in Most, Tscheschien, im Abstand von 14 Tagen. Danach sechs Wochen Pause bis zum nächsten Rennwochenende in der Steiermark. Darauf folgte eine unendlich lange Sommerpause von sage und schreibe acht Wochen, während dieser Zeit fand eine ziemlich bedeutungslose Fußballweltmeisterschaft in Russland statt.
Zuletzt geht es nun Schlag auf Schlag, vier Rennwochenenden in nur sieben Wochen. Und schwupp, ist die Saison bereits wieder vorbei.

Aber viel entscheidender ist, dass es eine Saison voller Kontroversen, verbunden mit einem nicht zu unterschätzenden und keineswegs unerheblichen Imageschaden für eine, ich wiederhole mich, unglaublich tolle und hochkarätige Rennserie war.
Wer aufmerksam die Social Media verfolgt, kann und darf die Augen davor nicht mehr länger verschließen. Die Probleme sind längst beim breiten Publikum angekommen!

Anlässlich der beiden Läufe vor zwei Wochen am Sachsenring ist in unserem Rennbericht bezüglich der Safety car-Phase während des Pit stop windows im Sonntagrennen die Bemerkung „Inkompetenz pur!“ gefallen.
Für die unglückliche Wortwahl möchte ich mich hier ausdrücklich entschuldigen! Dahinter steckte nicht die Absicht, irgendjemandem persönlich zu nahe zu treten.
Dennoch muss man sich so langsam von offizieller Seite der wachsenden, teilweise offenen Kritik stellen. Die Anzahl der oft zu späten oder nicht nachvollziehbaren Entscheidungen der Rennleitung und/oder Rennkommissare ist leider stetig steigend.
Zu einem professionellen Sport gehören eben auch Profis auf allen Ebenen! Zum sportlichen Schaden, steht so ganz nebenbei auch eine ziemliche Menge Geld auf dem Spiel.

Leider ist es auch am Sachsenring erneut nicht ohne Kontroverse abgegangen. Gemeint ist die Gurney-Flap-Tape-Affäre (s. auch hierzu unseren Rennbericht) der Porsche 911 GT3 R von KÜS TEAM75 Bernhard und von Precote Herberth Motorsport, die am vergangenen Montag vor dem Berufungsgericht des DMSB in Frankfurt ihre unrühmliche Fortsetzung fand.

Letztlich wurde die Disqualifikation nach dem ersten Qualifying wegen eines Verstoßes gegen das technische Reglement bestätigt und Rüdiger Bernhards Berufung gegen die Entscheidung der Kommissare in Hohenstein-Ernstthal abgelehnt. Kommentar überflüssig!

Konzentrieren wir uns nun also wieder auf den Ausgang der Meisterschaft. Die aktuellen Punktestände erspare ich mir und verweise auf unsere Meldung vom 11.09.2018, die allerdings den neuen Sachverhalt (Sieg der van der Linde-Brüder für das Team Montaplast by Land-Motorsport) noch nicht berücksichtigt.

Änderungen in der Fahrerbesetzung gibt es auch zum Finale in Hockenheim. Patrick Assenheimer erhält bei seinem Heimrennen im AutoArenA Motorsport Mercedes-AMG GT3 #84 Unterstützung von Dominik Baumann.

Und zum Schluß, die aktuelle BoP für die Rennen am Hockenheimring (Decisions taken by the SRO GT Bureau 12/09/2018) enthält gegenüber dem letzten Event am Sachsenring ausschließlich Änderungen des BoP Ballasts. Die folgenden Teilnehmer dürfen allesamt Gewicht aus ihren Fahrzeugen herausnehmen:
Ferrari 488 GT3 -5 kg (Ges.gew. 1.290 kg)
Porsche 911 GT3 R -5 kg (Ges.gew. 1.250 kg)
Honda NSX GT3 -10 kg (Ges.gew. 1.280 kg)
Audi R8 LMS -10 kg (Ges.gew. 1.280 kg)
Chevrolet Corvette C7 GT3-R -5 kg (Ges.gew. 1.300 kg)
Lamborghini Huracán GT3 -15 kg (Ges.gew. 1.290 kg)
Mercedes-AMG GT3 -15 kg (Ges.gew. 1.315 kg)

Keyfacts Hockenheimring, Hockenheim, Deutschland, Saisonläufe 13 und 14 von 14
Streckenlänge: 4.574 Meter
Layout: 17 Kurven (neun Rechts-, acht Linkskurven), im Uhrzeigersinn befahren
Sieger 2017, Rennen 1: Jules Gounon/Daniel Keilwitz (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R)
Sieger 2017, Rennen 2: Rolf Ineichen/Christian Engelhart (GRT Grasser Racing Team, Lamborghini Huracán GT3)
ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring im TV: Beide Rennen werden live bei SPORT1 übertragen (Samstag, Rennstart um 15.00 Uhr und Sonntag, Rennstart um 13.05 Uhr). Online sind die Rennen im Livestream unter sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.