Interview mit Gerrie Willems (Creventic) - Teil 1

Auf creventic emsder Motorshow in Essen ist erstmals auch die niederländische Creventic-Organisation, der Veranstalter der 24 Stunden-Serie mit einem Stand vertreten. Wir nutzten am vergangenen Freitag die Gelegenheit uns mit Gerrie Willems zu unterhalten, der als Chef der niederländischen Organisation den verschiedenen Serienprojekten vorsteht. Immerhin geht seine Organisation schon in die 14.Saison, die man mit der entsprechenden Ausgabe des Kernrennens, der 24h von Dubai, im kommenden Januar beginnen wird.

„Bei der 14. Ausgabe rechnen wir mit einem Feld das etwas kleiner als die 13. Ausgabe anfangs dieses Jahres werden wird, bei der wir 91 Starter hatten . gerriewillemsAuf unserer Nennliste stehen zur Zeit knapp 80 Teams. Das ist zwar weniger wie die maximale Streckenkapazität die bei 107 Teilnehmern liegt und auch weniger wie bei der Rekordausgabe 2016, als wir 97 Teilnehmer hatten, aber es wird immer noch ein stark besetztes Feld mit einer hohen Qualität sein. Immerhin haben derzeit 24 GT3-Mannschaften gemeldet, was wieder einen interessanten Kampf um den Gesamtsieg verspricht. Und daneben sind Teams und Fahrer aus 40 Nationen vertreten.“

Für eine ganze Reihe von Fahrzeugklassen - so die GT4, die Porsche Cup-Fahrzeuge und die TCR - ist die 24 Stunden-Serie mittlerweile die einzige Plattform in der man im Rahmen der „Championship of the Continents“ um einen globalen Titel fahren kann. Würde es Willems reizen daher zusammen mit der FIA irgendwann einen offiziellen Langstrecken-WM-Titel ausloben zu lassen?

„Ich denke das würde dem Konzept der Meisterschaft widersprechen. Zum einen bräuchten wir nach meiner Einschätzung noch 2-3 Jahre um auf ein Level zu kommen, das wir genügend Teilnehmer hätten um wirklich eine Meisterschaft mit FIA-Prädikat daraus zu machen. Zum Anderen lockt ein solcher Titel sehr schnell Werksteams und Werksfahrer an und die würden dann dem Ausrichtungskonzept als Privatfahrer-orientierter Meisterschaft nicht entsprechen. Es soll immer noch ein Titel sein, den du mit einer engagierten Privatmannschaft erringen kannst.“

Der Kalender der europäischen Teil-Serie ist in diesem Jahr mit einigen gegenüber 2018 geänderten Events ausgestattet worden. Dahinter steckt laut Willems ein System.

„Mugello war zum Beispiel ein ausdrücklicher Wunsch der Teilnehmer, die sich ein erneutes Antreten auf dem Kurs in der Toscana gewünscht hatten. Wir haben in der Tat mehr Kurse auf denen wir antreten würden als wir dann auch wirklich in den Kalender aufnehmen könnten. Denn mehr als 5-6 Events sind für die Teams angesichts der Rennlänge nicht realistisch finanzierbar. Also werden wir in Zukunft versuchen 2-3 Rennen als Fixpunkte im Kalender zu behalten – das sind Spa-Francorchamps, Barcelona und wohlmöglich Mugello – und die restlichen Events dann alternierend auf verschiedenen Strecken stattfinden zu lassen. 2019 sind wir in Brünn und Portimao zu Gast. 2020 könnten eventuell der Red Bull Ring und der Circuit Paul Ricard in Le Castellet wieder in den Kalender zurück kehren.“

Speziell auf die zahlreichen deutschen Kunden hat die Creventic-Serie dabei besondere Rücksicht genommen:

„Wir haben hart daran gearbeitet sämtliche Terminüberschneidungen mit der VLN Langstreckenmeisterschaft in diesem Jahr zu eliminieren. Das ist uns letztlich gelungen und es ermöglicht einer unserer wichtigsten Gruppen im Kundenstamm, den deutschen Langstreckenteams, bei Bedarf ein Doppelprogramm aufstellen zu können.“

Mit dem derzeitigen Kalender sieht Willems zudem eine hinreichende Programmflexibilität für seine privaten Kundenteams gegeben.

„Du hast die Möglichkeit ein Programm zwischen 3, 5 und 7 Rennen mit uns zu planen. Entweder fährst du nur die Championship of the Continents und bist dann mit 3 Rennen in Dubai, einem der beiden europäischen Rennen und COTA dabei. Oder du bestreitest nur die europäische Serie mit 2 24h und 3 12h-Rennen oder du fährst alle 7 Rennen und hast dann ein Programm mit 4 24h-Läufen und 3 12h-Events zur Auswahl. Alle Programme verlangen verschieden grosse Budgets und dadurch das du auch als „Gaststarter“ bei den europäischen Events punkteberechtigt bist kannst du dir dein Programm quasi nach dem vorhandenen Budget passend zurecht schneiden.“