Rückblick AvD 100 Meilen-Finale in Monza

avd100monz_groer.jpgIn Monza sicherte sich Dr. Norbert Groer auf einem PRC- Honda vor einer Woche den Sportwagentitel bei den AvD 100 Meilen, nachdem Porsche-Pilot Thomas Langer bereits als Champion der GT- und Tourenwagen festgestanden hatte. Den Gesamtsieg in einem hochspannenden Finale holten sich Dietmar Haggenmüller und Jürg Aeberhard im Ford GT. Beim letzten Saisonlauf in Monza behielt das deutsch-schweizerische Gespann gegenüber Rosa / Rosa auf einem Radical SR8 und den Audi R8 LMS GT3-Piloten Cvetkovic / van Dongen die Oberhand.

Dabei präsentierten sich die AvD 100 Meilen zum Saisonabschluss in Monza mit einem hochkarätigen Starterfeld. Mit im Feld integriert waren zudem einige Fahrzeuge der Dutch Supercar Challenge, wodurch über 30 Autos am Start standen. Nicht weniger als 10 Piloten durften sich noch Titelhoffnungen bei den Sportprototypen machen, wobei Tommy Tulpe, Jay Boyd und Dr. Norbert Groer die besten Karten hatten. Tommy Tulpe, der gemeinsam mit Jay Boyd startete, ging mit einem 8 Punktepolster ins entscheidende Finale. Im Qualifying brachte sich der PRC-Pilot hinter die Polesitter Barth / Jouhsen (PRC Turbo) in eine gute Ausgangslage. Knapp dahinter saßen aber schon die starken italienischen Gaststarter Rosa / Rosa im Nacken. Meisterschaftkonkurrent Dr. Norbert Groer hatte sich gemeinsam mit Walter Steding die zweite Startposition in der Division 2 gesichert. Schneller waren nur die beiden Schweizer Stoller / Häfliger im Wolf GB08. avd100monz_plenz.jpgDoch auch Groer / Steding hatten mit Fabian Plentz (PRC-Honda) einen starken Konkurrenten direkt dahinter.

Das Renngeschehen bestimmte zunächst Sven Barth, der mit einer 1.44,677 seinen letztjährigen Quali-Rekord noch einmal um fünf Tausendstel unterboten hatte. Nach Dijon hatte der Audi-Turbo Motor noch eine Revision in Liechtenstein bei Lehmann Motorentechnik erhalten. Der K.Motorsport-Pilot hatte bereits einen großen Vorsprung herausgefahren. Doch in der 16. Runde musste der PRC Turbo, nachdem sich ein Teil an der Frontverkleidung gelöst hatte, noch vor dem Pflichtstopp die Box ansteuern. Knapp 3 Minuten gingen flöten, wodurch Barth bis auf P10 zurückgereicht wurde. Am Ende reichte es zumindest noch zum zweiten Platz bei den Sportwagen vor Fabian Plentz.

Nutznießer wäre eigentlich Tommy Tulpe gewesen, der im PRC-BMW in der Anfangsphase des Rennens auf dem zweiten Gesamtrang lag. Der Titelaspirant war jedoch genauso wenig vom Glück verfolgt, als sich die Heckabdeckung löste. Bereits in Runde sechs steuerte der PRC daher an die Box. Zu diesem frühen Zeitpunkt lag Dr. Norbert Groer hinter Stoller / Häfliger und Fabian Plentz auf der dritten Position in der Division 2. In dieser Konstellation hätte Tommy Tulpe sogar noch ein vierter Platz in der Division 1 gereicht. Dann aber mussten Stoller / Häfliger den Wolf GB08 in der Box abstellen und zu allem Überfluss löste sich die neue Heckhaube an Tommy Tulpes PRC erneut. Als dann gleich zwei Saftey-Car Phasen das Feld für mehrere Runden einbremsten, war an eine Aufholjagd nicht mehr zu denken. Mehr als der vierte Platz in der Division 1 hinter Henry Uhlig im Norma-BMW war nicht mehr drin.

Dagegen hatte Dr. Norbert Groer, der inzwischen das Volant an Walter Steding übergeben hatte, die zweite Position in der Division 2 übernommen und brachte das Resultat souverän über die Zeit. Damit war die Entscheidung zugunsten des Sportwagenpiloten aus Österreich gefallen. „Das Pech, welches wir in dieser Saison schon gehabt haben, ist heute endlich ins Gegenteil umgeschlagen. Heute haben wir aber das Glück gehabt, das wir sonst nicht hatten. Wir hatten schon die Gesamtwertung im Hinterkopf, ausgegeben war aber auf die Klassenwertung zu gehen. Dass es jetzt mehr wurde, ist natürlich super. Wobei wir natürlich vom Pech von Tommy Tulpe profitiert haben“, erklärte der neue Sportwagen-Meister nach dem Rennen. Dritte in der Division 2 wurden die britischen Gaststarter Pollard / Black auf Crosslé vor Boyd / von Anhalt auf Radical SR3 und Dr. Schönau / Behler (PRC-Honda).

avd100monz_sieger.jpgIn Sachen Gesamtsieg waren die Sportwagen durch die ganzen Turbulenzen außen vor, zumal das GT- und Tourenwagenfeld sehr hochkarätig besetzt war. Jürg Aeberhard, der gemeinsam mit Dietmar Haggenmüller einen Ford GT bewegte, übernahm nach den unplanmäßigen Stopps der Sportwagen die Führung. Dietmar Haggenmüller übernahm den Retro-Renner als Zweiter, nachdem Danny van Dongen vorbeigegangen war. Nach den Stopps fiel Slobadan Cvetkovic zurück und musste zudem noch wegen einer Drive-Through einmal durch die Boxengasse. Am Ende reichte es aber noch zum dritten Platz hinter den Sportwagen-Sieger Rosa / Rosa vom Speed Factory Racing Team.

Zwar gingen an Haggenmüller kurz vor Schluss noch die beiden holländischen GT1-Corvettes von Werkman / van’t Hoff und Abresch / Pastorelli vorbei, doch der AvD 100 Meilen Sieg war der Ford GT Besatzung sicher. „Das Rennen war natürlich klasse. Trotz allem hat es viel Spaß gemacht und mit dem Ergebnis sind wir natürlich super zufrieden“, freute sich Dietmar Haggenmüller über den ersten Sieg im neuen Einsatzfahrzeug. Dritter bei den GT- und Tourenwagen wurde Thomas Langer, der es beim Finale mit dem schon sicheren Meistertitel eigentlich locker angehen lassen konnte. Als Gesamtzehnter sah der Heilbronner schließlich die Zielflagge.