Porsche siegt bei den 100 Meilen in Oschersleben

avd100oscha.jpgEs war vor einer Woche in Oschersleben schon eine kleine Sensation, mit der niemand so recht gerechnet hatte. Nach 2 Jahren holte sich mal wieder ein GT den Gesamtsieg bei den AvD 100 Meilen. Zuletzt gelang dies Jürgen Bender und Martin Dechent bei ähnlichen Bedingungen am Nürburgring. Überhaupt war es erst der vierte Gesamtsieg eines Porsche in der deutschen Langstreckenserie.

In der trockenen Anfangsphase gaben zunächst die Sportwagen den Ton an. Roman Hoffmann (PRC-Honda) schob sich genau wie Turi Breitenmoster (PRC WPR60 Turbo) im Startgetümmel an Polesitter Hubert Jouhsen im PRC WPR60 Turbo vorbei. Jouhsen musste seinen Wagen wenig später abstellen, nachdem er von einem anderen Fahrzeug getroffen worden war. Damit kam Sven Barth, der die Pole herausgefahren hatte, nicht mehr zum Einsatz. Einen gewaltigen Sprung nach vorne hatte außerdem Tommy Tulpe auf seinem PRC WPR60-Cosworth gemacht. Von P11 aus gestartet, lag der PRC-Sportwagen nach der ersten Runde bereits auf Gesamtrang 3. avd100oschc.jpgDahinter positionierte sich bereits das spätere Siegerduo mit dem gelb-schwarzen Cup 911er. Startfahrer Thomas Langer konnte gleich einige Plätze gutmachen, musste dann aber Henry Uhlig im Norma-CN-BMW passieren lassen.

Als sich die Streckenbedingungen durch den einsetzenden Regen verschlechterten, ging Langer wieder vorbei. Bis zur 25 Runde zögerte die Porsche-Crew den Stopp hinaus. Dies sollte sich als die richtige Strategie erweisen, denn der Regen ließ bald nach und die Strecke trocknete schnell wieder ab. Während die Konkurrenz einen zusätzlichen Boxenhalt einlegen musste, vergrößerte Rainer Noller nach dem Stopp den Vorsprung. Nach 45 Runden hatte der Porsche eine Runde Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Der Wechsel auf Regenreifen war definitiv die falsche Entscheidung. Sowohl Turi Breitenmoser als auch Dr. Norbert Groer, der von Roman Hoffmann das Volant übernommen hatte, entschieden sich für die profilierten Pneus. Roman Hoffman, der die ersten sieben Runden an der Spitze gelegen hatte, war in der 21 Runde als Gesamtzweiter an die Box gekommen. Danach ging nichts mehr, denn die Regenreifen verloren fast 10s pro Runde. So reichte es am Ende nur zu Gesamtrang 8 und dem zweiten Platz in der Division 2. Auch Turi Breitenmoser hatte durch die falsche Reifenwahl einen möglichen Gesamtsieg verschenkt, so dass sich der Schweizer mit Gesamtrang 4 zufrieden geben musste. Henry Uhlig hatte sich dagegen für Slicks entschieden. Als Breitenmoser erneut in die Boxengasse einbog, übernahm Uhlig P2. Den gab der Berliner bis zum Fallen des schwarz-weiß-karierten Tuchs nicht mehr ab. Damit glückte der erste Einsatz des neuen Norma-Chassis, das einen soundstarken BMW V8 implantiert bekommen hatte. Den dritten Platz auf dem Treppchen holte sich Division 2-Pilot Jay Boyd, der knapp 30s hinter Uhlig die Zielflagge sah.

avd100oschb.jpgWomöglich hätte es für Tommy Tulpe ebenfalls für einen Platz auf dem Gesamttreppchen gereicht. In der aller letzten Rennrunde knallte der Sportwagenpilot noch eine 1:31,915 hin und war damit klar der schnellste Mann auf der Strecke. Doch die Elektronik des sensiblen Cosworth-Motors zickte, so dass der PRC WPR60 als Gesamtfünfter über den Zielstrich rauschte. „Mit meinem Auto hatten wir erneut Elektronikprobleme vom Kabelbaum her. Deshalb mussten wir auch drei Boxenstopps einlegen. Am Schluss fiel dann auch noch das Paddleshift aus. Ohne die Probleme hätten wir heute wirklich vorne sein können“, so Tommy Tulpe.

Platz 2 bei den GT-Fahrzeugen holte sich Thorsten Klimmer im Porsche 993 GT2. Auf Platz 6 wurden die Sieger der Division 2 - Dr. Robert Schönau und Hans Christoph Behler  im Radical SR3 - gewertet. Während der Boxenstoppphase lag der Radical zeitweise sogar an der zweiten Gesamtposition. Dritter in Division 2 wurde hinter Groer / Hoffmann PRC-Honda-Pilot John Shephard, der Prinz Marcus von Anhalt im Radical SR3 hinter sich lassen konnte.

Nach diesem spannenden Rennwochenende geht es für die AvD 100 Meilen zum zweiten Mal auf den Red Bull Ring. Auf der anspruchsvollen Berg- und Talbahn findet vom 24.-26.08. der vierte Saisonlauf statt.