ACO und Creventic im Disput um neue Prototypenserie

Zwischen der niederländischen Creventic-Agentur, dem Veranstalter der 24 Stunden-Serie sowie der 24h-Tourenwagen-Serie und dem mächtigen französischen ACO ist ein offener Disput über die geplante Teilnahme von LMP3-Autos an der neuen Prototypenserie der Truppe um den Niederländer Gerrie Willems ausgebrochen. Dieser gipfelte in dieser Woche in 2 Pressestatements in denen die beiden Organisatoren sich gegenseitig mangelnde Absprachen bezüglich der Teilnahmeerlaubnis der LMP3-Boliden in der neuen von Creventic geplanten Serie mit 4 für 2017 geplanten Rennen vorwarfen. Mittlerweile sollen wohl die Anwälte das Heft in den Verhandlungen übernommen haben...

Was war passiert? Creventic hatte am Rande der ELMS-Runde in Spa-Francorchamps erste Infos über die neue geplante Prototypenserie für CN, LMP3 und andere Prototypenkonstuktionen verlauten lassen (wir berichteten). Nur wenige Tage später liess der ACO seinem Missfallen darüber, in die Pläne der Niederländer nicht rechtzeitig eingebunden worden zu sein, ungewohnt freien Lauf. Man hätte Creventic gegenüber weder sein Einverständnis für eine Prototypenserie die auch LMP3 umfasst erklärt, noch hätte man den Niederländern die Erlaubnis für die Verwendung des LMP3-Reglements und der „Marke“ LMP3 erteilt. Das gar fast sämtliche Teams aus der Europäischen Le Mans Serie sich auf der Nennliste des Pilotevents in Dubai wiederfänden wäre ohne Wissen und gegen den Willen des ACO erfolgt. Daraufhin sähe man seine Rechte als Rechteinhaber an der „LMP3-Marke“ verletzt und würde sich rechtliche Schritte vorbehalten.

Indscsupersports1a.jpg einer ersten Stellungnahme äusserten sich Willems und seine Creventic-Mannen erst mal verwundert durch das scharfe Statement und signalisierten Kommunikationsbereitschaft um eventuelle Missverständnisse und Rechtestreitigkeiten auszuräumen. Als jedoch statt eines klärenden Anrufs beim ACO statt dessen Post von französischen Anwälten bei Creventic eintrudelte war es auch bei den Niederländern mit der sprichwörtlichen holländischen Entspanntheit schlagartig vorbei. Creventiv-Mitorganisator Ivo Breukers liess gegenüber unseren Kollegen von Dailysportscar.com verlauten für eine Prototypenserie mit CN, Radicals und LMP3 bräuchte man keine Erlaubnis vom ACO. Zahlreiche Teams und auch die Hersteller (Ligier, Ginetta, Wolf, Radical) wären im Vorfeld kontaktiert worden und hätten grossen Enthusiasmus für eine solche Serie gezeigt. Das der ACO sich verbitten würde einen Nennliste mit zahlreichen in der ELMS vertretenen Teams vorab abnicken zu lassen sei schlicht nicht notwendig und das man statt eines persönlichen klärenden Telefonats nun die Anwälte mit einer Unterlassungserklärung bezüglich der Serie und der Verwendung der „LMP3-Marke“ vorschicke würde jetzt lediglich den Kampfgeist der Creventicgruppe im Interesse ihrer Kunden – der Teams, Piloten und Hersteller – wecken.

Breukers sprach zwar von weiteren Bemühungen sich mit dem ACO auf eine einvernehmliche Lösung zu einigen, aber nach aussen sieht alles nach einer sehr verfahrenen Situation aus. Warum die ACO-Manager ausgerechnet der Creventic Gruppe so vehement den Krieg erklären scheint rätselhaft. Die LMP3-Teams haben aufgrund der zusätzlichen Serie schon weitere Bestellungen an LMP3-Autos bei den Herstellern deponiert – alleine bei Onroak-Ligier sollen in diesem Zusammenhang schon 10 weitere Bestellungen an Ligier JS P3 LMP3-Chassis eingegangen sein. Will der ACO im Zuge der „french connection“ der VdeV-Serie unter die Arme greifen, die am ehesten einen Teilnehmerschwund aufgrund einer starken Prototypenlangstreckenserie zu befürchten hätte? Ob der ACO wirklich im reklamierten Umfang die Rechtevergabe an einer LMP3-Klasse hat, wird nebenbei eine rechtlich noch zu klärende Frage sein, die weitere Serienveranstalter quer durch Europa hochrangig interessieren wird. Wir bleiben am Ball...