Toyota siegt in Shanghai

Toyota hat beim vorletzten WEC-Saison-Lauf in Shanghai (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) einen erneuten Sieg gegen Porsche erringen können. Nach dem glücklichen Heimsieg in Fuji zeigten die TS050 Hybrid-Teams dieses Mal allerdings eine dominantere Vorstellung. Dennoch kam am Ende nur der Wagen von Sebastian Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima aufs Podium. Dahinter belegten die beiden Porsche 919 Hybrid-Crews die Podiumsplätze und sicherten damit Porsche den Fahrer- und Hersteller-Titel (wir berichteten).

Dabei hatte Toyota, die ihre Wagen mit zusätzlichen Frontflaps zwecks mehr Abtrieb entscheidend verbessert hatten, durchaus die Gelegenheit zumindest den Titelkampf in der Herstellerwertung noch bis zum Finale in Bahrein mit einem Doppelsieg offen zu halten. Doch die verpuffte 40 Minuten vor dem Ende als Jose Maria Lopez im zweitplazierten Toyota beim Überrunden am GTE-Porsche von Richard Lietz hängen blieb. Die Kollision warf nicht nur Lietz aus dem Kampf um einen sicheren GTE-Klassensieg – den heimste dafür der Ford GT von Andy Priaulx und Harry Ticknell ein - sondern liess den Toyota des gesundheitlich angeschlagenen Toyota-Piloten mit einem Aufhängungsschaden aus dem Kampf um einen Podiumsplatz fallen. Porsche verzeichnete zudem einen Sensordefekt an der #1, der den Wagen eine Minute kostete.

In der LMP2 schwang das Pendel im Titelkampf nun zugunsten des Rebellion Racing-Teams aus. Während die britisch-schweizer Mannschaft mit einer starken Vorstellung besonders von Bruno Senna und seinen Teamkollegen Nicolas Prost und Julain Canal samt Klassensieg die Tabellenspitze übernehmen konnte, erlebte die zuvor führende Jackie Chan-DC-Racing Mannschaft ein Rennen zum Vergessen. Dreher, Kollisionen und Ausrutscher sorgten bei beiden Rennwagen für eher mässige Resultate (4. & 8. Platz) Die letzte Chance auf einen Podiumsplatz verspielte Pilot Ho Pin Tung in der bis dato meisterschaftsführenden #38 als er in Turn 1 den G-Drive Oreca von Debütant Nico Müller von der Strecke rammte, der bei seinem LMP-debüt eine saubere Arbeit ablieferte. Hinter dem Rebellion Racing-Oreca mit der #31 und dem Signatech Alpine kam auch der zweite Rebellion Racing-Wagen auf das Podium.

Während Ford vor Porsche das GTE-Pro-Podium beherrschte, bedeutete der 3.Platz des AF Corse Ferraris von James Calado und Alessandro Pierguidi den vorzeitigen gewinn der Hersteller-Wertung für Ferrari. Dabei mussten die ferraris sich mit riskaten Reifenstrategien über die runden retten, da man vom Speed her mit den Ford und Porsche nicht mithalten konnte. Porsche verbuchte zudem mit einem Motorschaden an der #92 einen schmerzhaften Ausfall. Während die Aston Martin in der GTE-Pro ähnlich chancenlos wie dieFferrari waren, dominierte der Northwest-Aston von Mathias Lauda, Paul dalla Lana und Pedro Lamy die GTE-Am-Klasse. Dahinter kamen die beiden Porsche von Gulf Racing und Dempsey Proton auf das Podium, nachdem Jackie Chan-Pilot Tristan Gommendy in einer Karambolage gleich beide GTE-Am Ferrari von der Bahn räumte.