Reiter Engineering im Masters ohne passende Reifen
Am Nürburgring kehrte die Truppe von Hans Reiter mehr oder weniger erfolgreich wieder in die FIA-GT Weltmeisterschaft (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) und die Blancpain Endurance Serie zurück. Während in der Sprintserie ein Sieg im Qualirennen – der erste FIA-GT-Sieg für Pilot Peter Kox seit 2005! - und ein Podium im Meisterschaftslauf heraussprangen, musste Pilot Marc Hayek einen Abflug mit anschliessendem Einschlag in der Dunlop-Kehre hinnehmen, der das Rennen der süddeutschen Truppe vorzeitig beendete.
Im ADAC-GT-Masters ist hingegen kein Comeback in Sicht – zumindest soweit sich dort die Reifensituation nicht ändert. Das erklärte uns Teamchef Hans Reiter am Nürburgring. „Wir hatten anfangs der Saison dort einen Reifen mit dem wir halbwegs zurechtkamen. Dann hat Yokohama allerdings die Konstruktion geändert, weil man wohl Angst hatte, eine mangelnde Haltbarkeit an den Tag zu legen. Seitdem haben wir die Yokohama-Reifen nicht mehr auf unseren Autos zum Funktionieren bekommen. Wir kriegen einfach während des Rennens nicht genug Temperatur in die Reifen, damit diese anfangen Grip aufzubauen – egal was wir auch immer versucht haben. Das sind Probleme die wir in der FIA-GT Weltmeisterschaft mit Pirelli und in der Blancpain Endurance Serie mit Michelin nicht haben. Es ist auch kein Problem nur unseres Teams oder des Lamborghinis. Wenn du dir die Performance der Ferraris, McLarens oder auch der Audis anschaust dann sieht du, dass im Grunde alle Mittelmotorautos davon betroffen sind.“
Reifenpartner Yokohama hatte die heuer im ADAC GT-Masters verwendeten Pneus 2011 vorrangig mit Entwicklungspartner Mercedes erarbeitet. Reiters Bemerkung lässt die Vermutung aufkommen, dass man nun den Focus dabei zu sehr auf die Frontmotorautos gelegt hat. Porsche als einzige Heckmotorkonstruktion scheint auch mit den Reifen des japanischen Alleinausrüsters der Meisterschaft klarzukommen.
Die Probleme mit der Bereifung haben für Hans Reiter auch wirtschaftliche Folgen. „Mit dem Rückzug einer Reihe von Kundenteams und unserer eigenen Mannschaft ist uns natürlich auch das Geschäft in dieser Meisterschaft eingebrochen. Das ist schon erst mal zu verdauen, da wir anfangs der Saison schon in die Infrastruktur investiert haben und die nun nicht auslasten können.“
Wenigstens das Geschäft mit den anderen Meisterschaften brummt dafür zumindest. Hans Reiter zählte zusammen das man mittlerweile schon 45 Modelle vom Gallardo LP600 und LP560 gebaut hätte. Angesichts 49 verkaufter Modelle vom Vorgänger LP520 dürfte wohl demnächst der Bau des 100.sten Renn-Gallardos aus der Schmiede von Reiter Engineering zu vermelden sein.