ADAC GT Masters - Rennbericht Sachsenring

Am vergangenen Samstag und Sonntag fand auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal, der Geburtsstadt von Karl May, das sechste und vorletzte Rennwochenende (die beiden vorherigen Links führen direkt zum Rennbericht) der diesjährigen ADAC GT Masters Saison statt.

Besonders am Samstag gab es wieder jede Menge Action direkt nach dem Start. Bereits in der ersten Kurve kam es zum Tumult. Auslöser war Christopher Zanella im HB Racing Huracán #6 dessen Heck beim Anbremsen und Herunterschalten einen unbändigen Drang nach vorne verspürte und dabei kräftig abräumte. Zwei Kurven weiter erwischte es auch Sebastian Asch nach einer kleinen Berührung mit Nicolai Sylvest im Kampf um Platz Zwei. Insgesamt ein sehr „unruhiges“ Rennen. Am Ende siegten die Titelverteidiger von Montaplast by Land-Motorsport, Connor De Phillippi und Christopher Mies im Audi R8 #1, vor den beiden Zakspeed-Piloten Nicolai Sylvest und Yelmer Buurman im Mercedes-AMG #20 sowie Indy Dontje und dem Lokalmatador Marvin Kirchhöfer im Mann-Filter HTP Mercedes-AMG #48. Insgesamt stand das Wochenende für Mercedes-AMG unter einem guten Stern!

Am Sonntag sah es oberflächlich betrachtet etwas „ruhiger“ aus. Dennoch fehlte es auch dann nicht an Dramatik. Nachdem die ersten vier Startplätze von Fahrzeugen aus Affalterbach belegt wurden, kam es auch im Rennen zu einer eindrucksvollen Machtdemonstration der Mercedes Phalanx. Auf dem Weg dorthin hatte Titelaspirant Gounon seine Valvoline Corvette mit einem, von einem aufgewirbelten Stein verursachten, Loch im Kühler abstellen müssen und blieb damit punktlos.

Im Ziel glaubte man einen Doppelsieg der Zakspeed-Mannschaft gesehen zu haben. Das war allerdings ein großer Irrtum! Um 19:42 Uhr wurde die Entscheidung der Rennkommissare bekanntgegeben und traf wie ein Paukenschlag: Disqualifikation des Mercedes-AMG Teams Zakspeed mit den Fahrern Sylvest / Buurman (Platz 2 am Samstag und Sonntag) sowie Stolz / Ludwig (Platz 22 am Samstag und Platz 1 am Sonntag) wegen einer Unregelmäßigkeit in der Ventilsteuerung!

Peter Zakowski legte natürlich sofort Berufung gegen diese Entscheidung ein. Damit ergibt sich die, mit Verlaub gesagt, vollkommen perverse Situation, dass es zum jetzigen Zeitpunkt kein offizielles Endergebnis der Rennen des Wochenendes gibt, genauso wenig wie eine Punktetabelle, die Aufschluss über die Situation in der Meisterschaft gäbe. Die beiden Zakspeed Teams erhalten keine Punkte, aber die nachfolgenden Teams rücken vorerst auch nicht auf!

Wir müssen uns an den Gedanken gewöhnen, dass wir in wenigen Tagen in Hockenheim die beiden letzten Rennen dieser Saison erleben werden und am Sonntagabend bei der bereits fest angesetzten Meisterfeier möglicherweise nicht sicher wissen werden, wer denn nun tatsächlich der ADAC GT Masters Champion 2017 ist!!!
Wie erklär ich's dem Vater, der Mutter, der Kinder siebenköpfiger Schar???

Für den Augenblick halten wir fest. Auch im wunderschönen Osten der Republik konnte Jules Gounon mit der Valvoline Corvette seine Führung in der Meisterschaft mit jetzt 129 Punkten behaupten. Allerdings hat sich sein Vorsprung auf seinen nach wie vor schärfsten Verfolger, Philipp Eng (109 Punkte) im Schnitzer BMW M6 GT3, von 38 auf 20 Punkte beinahe halbiert.
Gounons regulärer Mitstreiter, Daniel Keilwitz, war am Sachsenring nicht am Start. Da er aufgrund seiner Verletzung, die er sich bei einem Test zugezogen hatte, ohnehin zwei GT Masters Wochenenden aussetzen musste und nichts mehr mit dem Ausgang der Meisterschaft zu tun hat, zog er es vor, seine Titelchancen in der Blancpain GT Series am Nürburgring zu wahren. In Hockenheim kann Gounon aber wieder auf seine Unterstützung hoffen.

Neue Dritte in der vorläufigen Punktetabelle sind die amtierenden Meister De Phillippi / Mies von Land-Motorsport (96 Punkte), knapp vor Kelvin van der Linde (95 Punkte), der am Sachsenring ein Team mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Sheldon, der sonst in der TCR Germany an den Start geht, bildete.
Sein bisheriger Teamkollege Markus Pommer, jetzt Siebter mit 81 Punkten, lag mit dem Verdacht auf einen Virusinfekt im Krankenhaus.

Trotz des Missgeschicks am Samstag, befindet sich Sebastian Asch (94 Punkte), dank des im Moment dritten Platzes am Sonntag wieder voll im Kampf um den Titel.

Unser Rennbericht liefert wieder alle Details eines dramatischen Rennwochenendes, bevor es in nur fünf Tagen, vom 22. bis 24. September 2017, auf dem Hockenheimring für die unbestritten beste Rennserie Deutschlands (wenn man von dem oben geschilderten Dilemma absieht) in die letzte Runde der diesjährigen Meisterschaft geht.