Preview ADAC GT Masters – Sachsenring

Am diesem Wochenende findet auf dem Sachsenring das vorletzte Rennwochenende (der Link führt direkt zum Rennbericht) der diesjährigen ADAC GT-Masters Saison statt. Nur eine Woche später steht dann in Hockenheim bereits das Saisonfinale an. Im Fokus steht schon bei dieser Runde der Titelkampf: Philipp Eng will versuchen, Jules Gounon die Meisterschaft doch noch wegzunehmen.

„Ich liebe den Sachsenring“, so Gounon. „Er hat viele schnelle Kurven, die unserer VALVOLINE Corvette C7 liegen, und es geht ständig bergauf und bergab. 2016 haben wir dort ein Rennen gewonnen. Ich kann jedoch noch nicht einschätzen, ob wir in diesem Jahr auch so wettbewerbsfähig sind. Zuletzt auf dem Nürburgring hatten wir ein schwieriges Wochenende.“ Gounon teilt sich das Fahrzeug am Wochenende wieder mit dem Niederländer Renger van der Zande.

Der Österreicher Eng, der den einzigen BMW M6-GT3 im Feld pilotiert und bereits vor 6 Wochen auf dem Nürburgring seinen Rückstand zu Gounon verkleinerte, ist optimistisch: „Der Sachsenring liegt unserem Auto. Ich hoffe, wir können das Potenzial nutzen und die Lücke zur Corvette weiter schließen, damit wir in der nächsten Woche in Hockenheim um den Titel kämpfen können.“ Wie schon in Zandvoort und auf dem Nürburgring teilt sich Eng den Schnitzer BMW mit seinem niederländischen BMW Werksfahrerkollegen Nicky Catsburg.

Eine ganze Heerschar GT-Masters-Stammpiloten lassen sich am Sachsenring wegen Terminüberschneidungen mit anderen Meisterschaften entschuldigen. Stefan Mücke, regulärer Partner von Asch, ist an diesem Wochenende wieder für Chip Ganassi Ford in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft in Austin, Texas, unterwegs. Markus Winkelhock, Ezequiel Perez Companc, Christian Engelhart, Mirko Bortolotti, Frank Stippler, Filip Salaquarda, Rolf Ineichen und Daniel Keilwitz , der nach seinem Schienbeinbruch zuletzt für das Frikadelli Racing Team gemeinsam mit Norbert Siedler bei VLN 6 am Nürburgring wieder im Einsatz war, sind alle beim Lauf des Blancpain GT Series Sprint Cup am Nürburgring gemeldet. Die Terminüberschneidung mit der Blancpain Serie zieht Konsequenzen in Bezug auf die Fahrerpaarungen in einigen Teams nach sich. So werden bei BWT Mücke Motorsport die Fahrzeuge mit der #24 und der #25 neu besetzt. Auf dem kfzteile24-Audi R8 werden sich Audi-DTM-Pilot Jamie Green und der Belgier Alessio Picariello, 2013 für Mücke Motorsport Champion in der ADAC Formel Masters, abwechseln.

Jamie Green äußerte sich im Vorfeld: „Ich freue mich auf das Wochenende und auf das Aufeinandertreffen mit meinem DTM-Rivalen Lucas Auer. Es wird jedoch etwas komisch sein, für das gleiche Team zu starten – auch wenn wir weiterhin mit zwei verschiedenen Marken antreten. Natürlich möchte ich schneller sein als er. Ich starte das erste Mal auf dem Sachsenring. Ich habe sehr viel Gutes über die Strecke gehört. Jeder sagt, wie toll sie ist. Ich bin schon gespannt.“

Mike David Ortmann wird auf dem pinken BWT Audi R8 von Filip Salaquarda unterstützt. Die beiden drittplatzierten Audi-Piloten Markus Pommer und Kelvin van der Linde (46 Punkte Rückstand) möchten das Titelrennen, nach dem Aust Premierensieg am Nürburgring, bis zum großen Finale in Hockenheim offen halten. Van der Linde, Champion 2014, hat drei seiner bisher vier GT Masters Siege auf der Rennstrecke bei Hohenstein-Ernstthal erzielt.

Der bestplatzierte Mercedes-AMG-Fahrer Sebastian Asch, gewann im letzten Jahr das Rennen am Samstag. Auf dem Nürburgring holte der Tabellenfünfte zusammen mit Lucas Auer wie bereits gesagt, den ersten Saisonsieg für Mercedes. „Ich habe immer gesagt, dass Aufgeben nicht mein Ding ist“, so Asch. „Ich habe 48 Punkte Rückstand. Es gibt noch vier Rennen und damit 100 Punkte zu holen. Und deshalb kämpfe ich, bis ich entweder zum dritten Mal Meister bin, oder es keine Chance mehr gibt. Grundsätzlich sollte unser Mercedes AMG GT am Sachsenring super funktionieren. Alle Vorzeichen passen also, wir müssen es jetzt nur noch umsetzen.“

Darüber hinaus haben auch Mathieu Jaminet und Michael Ammermüller (KÜS Team75 Bernhard Porsche #17) sowie die Vorjahreschampions Connor De Phillippi und Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport Audi #1) noch mathematische Titelchancen. Mit mindestens 55 Punkten Rückstand können sie nur von Fehlern der Konkurrenten profitieren.

Bei den bisherigen Rennen der ADAC GT-Masters Saison 2017 gab es bereits 19 verschiedene Sieger von insgesamt acht Teams. Na, wenn das keine natürliche Spannung ist. Da könnte sich die ein oder andere deutsche Rennserie eine gehörige Scheibe abschneiden!

Ganz aktuell vermeldete das Mercedes-AMG Team Zakspeed in einer Pressemitteilung am Dienstag noch einen Wechsel in der Fahrerbesetzung des Autos mit der #20. Der Niederländer Yelmer Buurman wird den Dänen Nicolai Sylvest bei den restlichen Rennen dieser Saison unterstützen. Das Team begründet den Schritt "mit Blick auf das neue Motorsportjahr 2018."
Ebenfalls am Dienstag hieß es in einer Pressemitteilung des GRT Grasser Racing Teams, "dass wir an diesem Wochenende auf das ADAC GT Masters am Sachsenring verzichten müssen. Aber bei solchen Termin-Überschneidungen muss man einfach Prioritäten setzten – und da geht der Titelkampf in der Blancpain Serie einfach vor." Das Team war am vergangenen Sonntag noch mit Rolf Ineichen und dem Franzosen Tom Dillmann bei den offiziellen Testfahrten am Sachenring angetreten. Aber dann fiel die Entscheidung von Ineichen doch zugunsten der Blancpain Serie, weil dort auch Gaststarter punkteberechtigt sind und er das Team im Kampf um die Meisterschaft unterstützen möchte.

Mittwochmittag dann die letzte Änderung. BWT Mücke Motorsport gibt bekannt, dass Lucas Auer durch seinen DTM-Kollegen Edoardo Mortara ersetzt wird. Auer ist derzeit ein höchst gefragter Mann und hatte Zweifel daran geäußert, sich angemessen auf den ihm unbekannten Sachsenring vorbereiten zu können, um seinen Partner Sebastian Asch im Kampf um dessen dritten GT Masters Titel effektiv zu unterstützen. Respekt, eine sehr professionelle Entscheidung. Das Team trägt diese Entscheidung übrigens voll und ganz mit. Beim letzten VLN Lauf (VLN 6) war man mit Mortaras Leistung an der Seite von Christian Hohenadel beim Mücke-Debüt auf der Nordschleife überaus zufrieden.

Allerletzte Änderung im Fahrerkader dann am Donnerstagabend. Markus Pommer ist kurzfristig erkrankt und wird von Kelvin van der Lindes Bruder Sheldon ersetzt, der damit ein anstrengendes Wochenende mit dem Paralleleinsatz bei der TCR Germany hat.

Und zum Schluß, die aktuelle BoP für die Rennen am Sachsenring (Bulletin Nr. 08/2017 vom 06.09.2017; DMSB-Reg.-Nr.: 907 / 17) enthält gegenüber dem letzten Event am Nürburgring keine Änderungen.

Keyfacts, Sachsenring, Hohenstein-Ernstthal, Deutschland, Saisonläufe 11 und 12 von 14

Streckenlänge: 3.671 Meter
Layout: 14 Kurven (vier Rechts-, zehn Linkskurven), gegen den Uhrzeigersinn befahren
Sieger 2016, Rennen 1: Sebastian Asch/Luca Ludwig (AMG Team Zakspeed, Mercedes-AMG GT3)
Sieger 2016, Rennen 2: Jules Gounon/Daniel Keilwitz (Callaway Competition, Corvette C7 GT3-R)
ADAC GT Masters auf dem Sachsenring im TV: Beide Rennen werden live bei SPORT1 übertragen (Samstag und Sonntag jeweils ab 13.00 Uhr). Online sind die Rennen im Livestream unter sport1.de, adac.de/motorsport und youtube.com/adac zu sehen.