ADAC GT Masters Pre-season Test, Tag 2

Mittwoch, Tag zwei der offiziellen Vorsaisontests des ADAC GT Masters in Oschersleben. Anders als am Vortag ist es am Morgen trocken. Die erste Session des Tages begann kurz nach 10 Uhr und dauerte eine Stunde. Alle Teams, die bereits am ersten Testtag teilgenommen hatten, waren auch am zweiten Tag dabei.

Neu dagegen ist die Mannschaft von GRT Grasser-Racing, mit zwei der bereits aus der letzten Saison bekannten, giftgrünen Lamborghini Huracán GT3. Als Fahrer waren Neuzugang Ezequiel Perez Companc und Mirko Bortolotti für das Auto #19 anwesend, für die #63 Rolf Ineichen. Um es gleich vorwegzunehmen, der Ausflug in den Osten Deutschlands hat sich für die Truppe aus Knittelfeld kaum gelohnt. Die beiden Huracán GT3 fuhren an diesem zweiten Testtag gerade mal 89 Runden, entsprechend 329 km. Nach Aussage von Gottfried Grasser gab es an beiden Autos Probleme mit dem Motor, weswegen man es vorzog, zeitig wieder einzupacken, bevor ein größerer Schaden entstanden wäre. Schade für die sympathischen Männer aus der unmittelbaren Nachbarschaft des Red Bull Rings. Aber so ist Motorsport. Außerdem ist es besser die Probleme jetzt auszusortieren, als in zwei Wochen, wenn es ernst wird.

Schnellster in Session vier war Klaus Bachler im bigFM Racing Team Schütz Motorsport Porsche 911 GT3 R (1:26.852 min.). Dahinter der erste Audi R8 mit Ex-Champion Kelvin van der Linde, der für den zunächst vorgesehenen Pierre Kaffer ins Team von Frank Aust kam (1:26.985 min.) und der Mercedes-AMG GT3 #21 vom Team Zakspeed (Luca Stolz / Luca Ludwig; 1:27.365 min.).
Zakspeed 21 is rev
Porsche 99 jr revIn Session fünf am frühen Nachmittag, diesmal über zwei Stunden, war es wieder der Porsche #98 von Precote Herberth Motorsport, der die Pace setzte. Diesmal war es eine 1:26.784 min. (Kévin Estre), immerhin die am Ende des Tests insgesamt drittschnellste Zeit. Zweiter das Schwesterauto mit der #99 in den Händen von Robert Renauer, der eine blitzsaubere 1:26.976 min. hinzauberte, vor Philipp Eng im Schnitzer BMW M6 GT3 (1:27.102 min.).

BMW 42 jr rev


Die letzte Session im unmittelbaren Anschluss dauerte zweieinviertel Stunden (bis 18 Uhr) und lief teilweise wieder auf nasser Piste. Ohnehin hatten einige Teams auf die Teilnahme verzichtet und waren bereits mit dem Einpacken beschäftigt. Der schnellste Mann saß erneut in einem Fahrzeug aus Zuffenhausen, aber diesmal konnte sich endlich das KÜS Team75 Bernhard in Szene setzen.
Porsche 18 jr rev

Im Cockpit des 911 GT3 R mit der #17 saß der französische Porsche-Junior Mathieu Jaminet, Dritter des letztjährigen Porsche Mobil 1 Supercup (1:27.100 min.). Er lag damit 0.223 s vor dem erneut Zweitschnellsten Philipp Eng (1:27.323 min.) im GT3 aus München. Dritter war schließlich Patric Niederhauser im Audi R8 LMS #4 von Aust Motorsport (1:27.353 min.).

Die Top 5 des zweiten Tages im Überblick

1. Kévin Estre (Porsche 911 GT3 R), 1:26,784 min.
2. Klaus Bachler (Porsche 911 GT3 R), 1.26,852 min.
3. Robert Renauer (Porsche 911 GT3 R), 1.26,976 min.
4. Kelvin van der Linde (Audi R8 LMS), 1.26,985 min.
5. Mathieu Jaminet (Porsche 911 GT3 R), 1.27,100 min.

30 Fahrzeuge nahmen insgesamt an den zweitägigen Tests auf der Rennstrecke in der Magdeburger Börde teil, auf der auch am 28. April offiziell die ADAC GT Masters Saison 2017 beginnt. Auch wenn die gefahrenen Zeiten nur bedingt Aussagen über die wahre Leistungsfähigkeit der Konkurrenten zulassen, war die Leistungsdichte des Feldes erneut sehr hoch. In der dritten Session am Dienstag lagen ganze 17 Fahrzeuge innerhalb von nur einer Sekunde. Drei der vier schnellsten Zeiten des Tests wurden in Porsche 911 GT3 R des Teams Precote Herberth Motorsport gefahren.

Die Top 5 beider Tage kombiniert

1. Kévin Estre (Porsche 911 GT3 R), 1:26,501 min.
2. Sven Müller (Porsche 911 GT3 R), 1.26,745 min.
3. Klaus Bachler (Porsche 911 GT3 R), 1.26,852 min.
4. Robert Renauer (Porsche 911 GT3 R), 1.26,976 min.
5. Kelvin van der Linde (Audi R8 LMS), 1.26,985 min.

Vom 28. bis 30. April wird das ADAC GT Masters in der Motorsportarena Oschersleben, Nahe Magdeburg, in seine 11. Saison starten. Erst im Qualifying zum ersten Rennen am Samstag wird es möglich sein, sich ein klareres Bild von den wirklichen Kräfteverhältnissen in diesem Jahr zu machen. Bis dahin bleibt jede weitergehende Interpretation der Testzeiten reine Spekulation. Vielleicht ist es aber trotzdem nicht so ganz falsch anzunehmen, dass der Porsche 911 GT3 R in der Saison 2017 das Fahrzeug eines oder mehrerer Titelkandidaten sein könnte.

Erfreulich auch, dass zwei höchst professionelle Teams, namentlich Mücke und Schnitzer, die beide aus der DTM kommen, das Niveau im GT Masters weiter anheben werden. Beide werden aber wohl auch noch ein wenig Zeit zur Eingewöhnung an das neue Umfeld brauchen. Der Umgang untereinander, wie auch der Kontakt zu Fans und Medien, ist im GT Masters deutlich weniger distanziert. Eines der Erfolgsrezepte der Serie. Und das ist gut so. Aber ich bin sicher, dass dieses aneinander gewöhnen sehr schnell gelingen wird.
Bereits die allerersten Kontakte anlässlich des ersten Laufs zur VLN Ende März, genau wie jetzt bei den Vorsaisontests in Oschersleben (Gespräche u.a. mit Peter Mücke und Charly Lamm), waren ein klares Indiz dafür. Ich freue mich auf die gemeinsame Arbeit und eine tolle Saison mit geilem Motorsport.

Die Zusammenarbeit mit dem TV-Sender SPORT1 geht nun schon ins dritte Jahr. An dieser Stelle muss einmal erwähnt werden, dass der Wechsel zu Beginn der Saison 2015 der Serie gut getan hat. Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ist deutlich gestiegen, auch wenn eine noch größere Präsenz wünschenswert und hochverdient wäre. Darüber hinaus wird es einen Wechsel im Kommentatoren-Team geben. Julia Josten, die in den beiden letzten Jahren an der Seite von Experte und Ex-Rennfahrer Patrick Simon nicht nur optisch eine gute Figur bei den Liveübertragungen gemacht hatte, das mit der Optik ging jetzt wirklich nicht gegen Dich, Patrick ;-), ist schwanger und wird in dieser Saison durch Sarah Valentina Winkhaus ersetzt. Sie war früher unter anderem bei Sky Sport Italia tätig.
SPORT1 wird auch 2017 alle Rennen des ADAC GT Masters live und in voller Länge im Free-TV übertragen.