überzeugender ELMS - Auftakt in Silverstone
Neben der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft absolvierte auch die Europäische Le Mans Serie ihren Saisonauftakt am vergangenen Wochenende in Silverstone. Nicht wenige Beobachter und Zuschauer empfanden den 4h-Lauf am Samstag als das bessere Rennen des Wochenendes. Nicht nur das das Wetter deutlich besser war. Mit 38 Startern bot man auch fast ein Dutzend mehr Teilnehmer als die WM auf. Und an der Spitze kam es gegen Rennende zu einem spannenden Dreikampf um den Sieg, bei dem auch einige deutschsprachige Piloten ein gewichtiges Wort mitzureden hatten.
Das freie Training begann für die schweizer Mannschaft von Race Performance mit ihrem Momo-Oreca so schlecht wie der Testtag in Paul Ricard geendet hatte. Auch der 2. Oreca des Teams wurde am Freitag nach einem Off von Pilot Mailleux onduliert beim Team wieder abgeliefert. Zum Glück konnte die Truppe um Pilot Michel Frey die Beschädigungen am Unterboden schnell reparieren.
Im Qualifying machte der Franzose den Fauxpas wett indem er hinter dem Team Jota Zytek von McNish-Schützling Harry Ticknell die 2.schnellste Zeit erzielte. Pech hatte hingegen Christian Klien. Der in Sold des eidgenössischen Morand Teams stehende Österreicher rutschte auf seiner Out-Lap von der Strecke und beschädigte den Morgan-Nissan des schweizer Teams an der Karosserie. Nach einer Blitzreperatur gelang zwar noch eine Qualifyingrunde, die Jagd nach der vorderen Startreihe endete aber im Verkehr.
Nach dem Start des Rennens machte sich Audi-Werkspilot Fillipe Alburquerque auf dem Jota-Zytek an der Spitze auf und davon. Dahinter drehte der Murphy Prototypes-Oreca vor einem sich munter um die Positionen balgenden LMP2-Paket die schnellsten Runden, doch eine Stop&Go und ein Reifenschaden kosteten der im Schnitt schnellsten Crew an diesem Tag möglicherweise den sicheren Sieg. Als eine Stunde vor dem Rennende der bis dato führende Team Jota-Zytek von Simon Dolan in seiner letzten Runde vor dem Wechsel auf Schlussfahrer Ticknell nach einem misslungenem Überundungsmanöver ausgangs Chappel aufs Gras kam und frontal in die gegenüberliegende Streckenmauer einschlug, nahm das Rennen eine dramatische Wendung. Während Dolan aus dem Auto geborgen wurde – der Brite überstand den zunächst übel aussehenden Crash anscheinend ohne schwerwiegende Verletzungen – machten sich hinter dem Safety Car Michel Frey im Race Performance Oreca, Tristan Gommedy im TDS Racing-Morgan und Gary Hirsch im Morand-Morgan für den 20 minütigen Sprint zur Zielflagge bereit.
Was dann geboten wurde war Motorsport der allerfeinsten Sorte. Im Unterschied zu den schnellen Teams von Team Jota , Murphy Prototypes und Race Performance, die, wie die Rennstatistiken enthüllen , alle auf hohe Downforce-Werte in den schnellen Kurven setzten, besann sich TDS Racing auf hohen Topspeed auf den Geraden. Die mit unterschiedlichen Setup-Konzepten operierenden Teams lieferten sich mehrere Rad an Rad Duelle ehe das führende Momo-Auto von Frey 5 Minuten vor dem Rennende im Verkehr stecken blieb und für Gommedy und die TDS-Crew der Weg zum Sieg frei war. Den Schweizern blieb am Ende erneut der 2.Platz - wie schon beim Rennen im Vorjahr und beim Lauf 2011 . dahinter kam Morand Racing 4s hinter dem Sieger als dritte Mannschaft ins Ziel.
Den GTE-Klassensieg errang das AF Corse-Trio Duncan Cameron, Matt Griffin & Michele Rugolo. Die GTC-Klasse gewann der Team Ukraine Ferrari von Andriy Kruglyk, Sergi Chukanov & Alessando Pierguidi. Die nächste Runde der Europäischen Le Mans Serie findet am 18.Mai in Imola statt.