42 Autos in Silverstone erwartet
25 Prototypen (11 LMP1 und 14 LMP2) sowie 17 GT´s (3 GT1 und 14 GT2) stehen derzeit auf der Nennliste für die am kommenden Wochenende angesetzten 1000km von Silverstone, dem Finallauf der Le Mans Serie 2009. Nach dem historischen Dreifachsieg der Aston Martin LMP1 am Nürburgring kommen die bei Prodrive im nahen Banbury entworfenen Boliden als Titelfavorit auf den Kurs nach Milton Keynes. Da zudem der Mansell-Clan geschlossen auf dem LNT-Zytek (Vater Nigel und Sohn Greg) sowie dem Team Modena Ferrari (Leo) antritt, wird ein volles Haus bei den Motorsport-begeisterten Briten erwartet. Was steht sonst noch an?
Zumindest drei Titelentscheidungen - denn ausser in der schwach besetzten GT1-Klasse sind theoretisch noch alle Titel offen. In der LMP1 entscheidet sich das Rennen zwischen dem am Nürburgring erneut siegreichen #007-Aston von Stefan Mücke und seinen Teamkollegen Thomas Enge und Jan Charouz und dem Pescarolo mit der #16 von Boullion und Tinseau. Gegenüber dem Lauf am Ring taucht wie bereits berichtet der von den beiden Mansells und Lawrence Tomlinsont bewegte LNT-Ginetta-Zytek als Gaststarter auf. Oreca-Courage gibt mit einem ihrer Wagen ein erneutes Gastspiel, bevor man sich ans Verschiffen des Materials zum PLM nach Nordamerika macht. Und Aston Martin startet wieder mit drei Wagen, nachdem das dritte Chassis erneut ein Gastspiel in der Serie gibt. Somit kommt man in der LMP1-Klasse auf vier Lola(-Aston), je zwei Audi, Oreca-Courage und Ginetta sowie einen Pecarolo.
LMP2: Gegenüber dem Ring kommt hier wie just berichtet der Team WFR-Bolide hinzu. Das Auto ist auf der einen Seite zwar ein Gaststarter, gehörte aber Ende der vergangenen Saison zu den stärksten Nicht-Porsche. Inwieweit man die Titelkandidaten vom ASM-Quifel-Team am erneuten Klassensieg hindern kann, wird sich zeigen müssen.
Beim Abgesang der alten GT1-Klasse auf europäischem Boden gibt es trotz einiger Hindernisse noch einmal eine der klassischen GT1-Schlachten zu bestaunen. Das Gigawave-Team hat seinen Aston Martin DBR9 für das Finale als GT1-Starter genannt. Ryan Sharp und Peter Kox sollen gegen die eher aus dem Privatierslager kommenden Konkurrenten einen letzten Sieg für den alt-ehrwürdigen Boliden einfahren, um die Historie des im nächsten Jahr nur noch in der GT1-WM zugelassenen Boliden verkaufsfördernd aufzupeppen. Dagegen stemmt sich die Corvette-Mannschaft von Luc Alphand Aventures, die just einen ihrer Wagen (Chassis C6.R 003) nach dem Brand eines ihrer Renntransporter als Totalschaden verbuchen musste. Die verbleibende C6.R 004 wird das klassische Corvette gegen Aston Martin-Duell in Silverstone ausfechten, während der Saleen des Larbre Competition-Teams dahinter nach seinem Sieg am Ring erneut auf seine Chance lauern wird. Im kommenden Jahr sind nur noch GT1 nach den 2010´er Regeln bei den ACO-Serien zugelassen. Insofern stellt diese Rennen eine Zäsur, zumindest für die Le Mans Serie dar.
Auch in der GT2-Klasse gibt es einen britischen Gaststarter: Die James Watt Automotive-Mannschaft musste der wirtschaftlichen Lage als erste Tribut zollen. Aus dem angekündigten Programm mit zwei GT2 Vantage ist nun ein Gaststart mit dem alt-ehrwürdigen Porsche des Teams bei der Heimrunde geworden. Paul Daniels, Markus Patalla und Martin Rich bewegen das Gefährt. Derweil gibt der letzte der Vantages, der Team Drayson GT2, seine Abschiedsvorstellung in Silverstone, bevor die Mannschaft anlässlich des PLM mit einem neuen Lola in die LMP-Szene wechselt. Acht Ferrari, vier Porsche und ein Spyker (wahrscheinlich auch die letzte Vorstellung des C8-Laviolette als Einsatzwagen) sowie der Aston Martin bilden das Feld in der GT2-Klasse, in der der Titel zwischen dem Felbermayr-Proton-Porsche von Marc Lieb und Richard Lietz sowie dem JWM-Ferrari von Rob Bell und Gianmaria Bruni zur Disposition steht.