Das ELMS-LMP2-Feld

Die Europäische Le Mans Serie wird auch in dieser Saison wieder an der Spitze vom wahrscheinlich stärksten und vielfältigsten LMP2-Feld weltweit dominiert werden. In der nach der ACO-Pressekonferenz am 2.Februar bekannt gewordenen Nennliste finden sich nun 13 LMP2 Teams. 5 Ligier JS P217, 4 Oreca 07 und 4 Dallara P217 bilden dabei ein deutlich vielfältigeres Feld als das der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft , das lediglich aus 10 Oreca besteht. Lediglich ein Riley-Multimatic fehlt in der europäischen Serie noch aus der Liste der approbierten Hersteller.

lmp2liste

9 idecligiertestbekannte und 4 neue Mannschaften finden sich in der Liste der teilnehmenden Teams, die wir Ende vergangenen Dezembers schon mal skizziert hatten. Auf Seiten der Ligier-Mannschaften setzen IDEC Sport Racing, Panis-Barthez-Competition und Algarve Pro Racing das Engagement mit dem ab dieser Saison obligatorischen neuen Modell des JS P217 fort, das mittels eines Umrüst-Kits aus dem Ligier JS P2 LMP2 konstruiert werden kann. Auf Seiten der letztjährigen Ligier-LMP3-Mannschaften kommen United Autosports und Tockwith Motorsports hinzu, wobei letztere Mannschaft ja auch Gastspiele in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft anvisiert.

Gleich jeweils 2 Oreca 07 setzten die beiden Teams von Dragonspeed und Graff Racing ein. Während Graff Racing ebenfalls aus der LMP3-Szene aufsteigt übernimmt Dragonspeed wie bereits berichtet den G-Drive-Entry von der Team Jota-Mannschaft die sich auf die Betreuung eines Kundeneinsatzes in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft beschränkt.

Dallara ist zwar auf den ersten Blick das „New Kid on the Block“ in Zirkel der LMP-Hersteller, jedoch hat sich die italienische Schmiede über ihre Dienstleistungen für Toyota , Audi, Chrysler oder im DPi-Sektor über die Jahre nie wirklich aus der Prototypenszene verabschiedet. 2017 legt man nun wieder ein Chassis unter eigenem Etikett auf. Die italienische Villorba Corse Mannschaft, ebenfalls ein Umsteiger aus der LMP3, war das erste bestätigte Kundenteam für die neue Konstruktion. grafforecaBereits 2 Chassis hat die niederländische Racing for Nederland Truppe von Davytec bezogen, wobei man lediglich ein Chassis in der Europäischen Le Mans Serie genannt hat. Die russische SMP Racing Mannschaft wird ebenfalls einen Dallara für eine Übergangssaison vor dem Umstieg in die LMP1 mit einem auch bei der italienischen Schmiede entwickelten LMP1-Chassis zum Einsatz bringen. Das letzte bekannt gewordene Dallara Projekt ist schliesslich die dänische High Class Racing Mannschaft, die neu in die ELMS einsteigt.

Eine Reihe von Teams haben sich dagegen in diesem Jahr aus der ELMS verabschiedet. Das Team Jota steigt wie gesagt in die FIA Langstrecken WM um. Pegasus Racing hat sich mit 2 Ginetta G57 in Richtung VdeV-Serie verabschiedet und Eurasia Motorsport konzentriert sich in der kommenden Saison auf die asiatische Rennszene. Nicht realisiert haben sich die Pläne des Team WRT, von V8-Racing und Race Performance. Die Mannschaften Greaves Motorsport und Murphy Prototypes setzen ein Jahr aus. Noch keine definitiven News gibt es auch von der texanischen Mannschaft von Tracy Krohn, dessen giftgrüne Einsatzfarben in diesem Jahr wohl ebenfalls fehlen werden. Die 3 letzteren Mannschaften verschieben dem Vernehmen nach die Kaufentscheidung für einen Hersteller auf die kommende Saison nachdem sich erste Ergebnisse abgezeichnet haben.

Durch den Umbruch auf die vom ACO verordneten neuen Chassis steht das Teilnehmerfeld in diesem Jahr allerdings nicht nur vor einer technischen Herausforderung. Die 100 PS stärkeren Autos erreichen nicht nur die Performance älterer LMP1-Autos, sie sind in Anschaffung und Unterhalt auch deutlich teurer als die bisherigen LMP2. Insider vermuten daher das eine Reihe von Teilnehmern nach Le Mans aus bugetären Gründen die weisse Flagge hissen und sich aus der Serie zurückziehen wird. Die Tatsache das für die 60 angebotenen Le Mans Startplätze nur 62 Nennungen eingingen und auch das auf 40 Teams begrenzte Teilnehmerfeld der ELMS nicht voll besetzt werden konnte, zeigt wie dünn die Kundenbasis für die Szene angesichts der monetären Belastungen für die neuen Autos geworden ist. Man wird daher aufmerksam über die Saison verfolgen müssen, wie sich das Teilnehmerfeld in der Top-Klasse speziell in den hinteren Rängen entwickeln wird.