Interview mit Michele Rinaldi

Michele Rinaldi plant mit seiner Rinaldi Racing Mannschaft auch für 2018 ein umfangreiches Ferrari-Einsatzprogramm das sich derzeit um die Blancpain GT Serie und die VLN Langstreckenmeisterschaft sowie vielleicht auch 2 weitere Serien herum kristallisiert. Derzeit weilt die deutsche Mannschaft in Barcelona, wo man beim Blancpain GT Serien Endurance Cup-Finale kurz davor steht, nach dem Gesamtsieg in der Pro-Am-Klasse der Sprintserie der Blancpain GT Serie durch Ferrari-Pilot Alexander Mattschull auch den Titel in der Teamwertung unter Dach und Fach zu bringen. Am Ring ergab sich im Vorfeld des siebten VLN-Laufs für uns die Gelegenheit sich über die Pläne der deutschen Mannschaft aus erster Hand zu informieren.

Michele RinaldiMichele Rinaldi wird sein Engagement weiter mit Ferrari fortsetzen. „Ferrari ist die einzige Marke die wirklich in der GT3 reinen Kundensport betreibt, und wo du vom Hersteller kein Performance Team vor die Nase gesetzt bekommst, das mit besonderem Service und speziellen Ersatzteilen den normalen Kunden davon fährt. Bei Ferrari, die sich als einziges Werksengagement den Einsatz in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft gönnen, werden alle Kunden gleich behandelt und bekommen den gleichen Support und die gleichen Ersatzteile für festgesetzte Preise. rinaldi333ringBei Problemen ist es üblich, das sich die Kundenteams gegenseitig unterstützen, egal ob man sich dann mit AF Corse Kessel Racing oder sonst wem austauscht. Es ist halt wirklich wie eine grosse Familie. Ferrari und Michelotto verzichten auch darauf Lobbyarbeit zugunsten ihrer Kunden für günstigere BoP-Einstufungen zu machen und das bedeutet dann auch das man um Serien, wo sich das als notwendig erweist, besser einen grossen Bogen macht.“

In Deutschland ist Rinaldi das einzige übrig gebliebene deutsche Kundenteam für die aktuellen F488. „Wir betreuen im Augenblick 5 Wagen, wobei keiner vom Team angeschafft wurde und alle den entsprechenden Kundenpiloten gehören. Das sind 2 in der Blancpain GT Serie, einer hier in der VLN Langstreckenmeisterschaft, einer in der DMV-GTC und der letztes Jahr noch von Vadim Korgay in der Blancpain GT Serie eingesetzte Ferrari. Wo wir antreten und mit wie vielen Wagen bestimmen jeweils die Kunden.“ Daneben setzt man in der VLN Langstreckenmeisterschaft auch den Porsche Cayman GT4 des Wochenspiegel Team Monschaus im Kundeneinsatz ein.

Bezüglich der 2015 f458dmv gtcPläne für kommendes Jahr preist Rinaldi die Vorzüge der Blancpain GT Serie : "Stephane Ratels Serie ist die beste GT3-Serie überhaupt. Hier stehen wirklich noch die Privatteams im Vordergrund. Zudem ist das Level sehr hoch, was durch die Werkseinsätze in der Pro-Klasse unterstrichen wird. Für Gentlemanfahrer wird es dort aber zunehmend schwerer. Dennoch werden wir 2018 sicher dort wieder vertreten sein, da die Serie für kleinere und mittlere Privat- und Kundenteams einfach ideal ist und ein gutes Marketing besitzt. Daneben wird die VLN Langstreckenmeisterschaft auch 2018 wieder ein Thema sein. Dort werden wir 2018 vielleicht sogar noch einen zweiten Ferrari einsetzen, da einer unserer Kunden, der die letzten 2 Jahre von den Permits abgeschreckt worden ist, wieder in die Serie zurück kehren möchte. Daneben sind auch die Europäische Le Mans Serie - wo wir auch einige interessierte amerikanische Kundenpiloten haben - und die GT-Open zur Zeit in der Überlegung.“

Wenig beeindruckt zeigt sich Rinaldi dagegen von der Creventic 24h-Serie, obwohl das Wochenspiegel Team von Gerhard Weiss dort beim Finale in Portimao ein eindrucksvolles Debüt hinlegte. „Dort ist das Marketing auf keinen Fall mit dem der Blancpain Serie vergleichbar. Die Serie ist zwar „nice“ aber vom Level her nicht das was wir uns vorstellen.“ Ein Engagement im ADAC GT-Masters schliesst Rinaldi dagegen fast kategorisch aus. „Ohne eine entsprechende Lobbyarbeit im Hintergrund wirst du als Ferrari-Team dort gegen die deutschen Hersteller von der BoP her keine Chance haben. Wir haben damals sehr genau beobachtet was mit Farnbacher Racing abgelaufen ist und das Team hatte dort trotz bester Piloten keine Chance vorne mit zu fahren. Ferrari hat kein Interesse an Lobbyarbeit und daher suchen wir uns lieber Serien wo man ehrlicher und sportlicher mit den zahlenden Kunden umgeht.“

In Barcelona, wo man 2 Autos einsetzt, will man nun die Saisonbilanz für die beiden schon als Sprint-Champions feststehenden Piloten Alexander Mattschull und Daniel Keilwitz weiter ausbauen. Alexander Mattschull konnte sich schon bei der Sprint-Runde am Ring vorzeitig den Titel in der Pro-Am Fahrerwertung der Blancpain GT Serie sichern. Man führt vor dem Finale am Sonntag mit in der Team-Wertung 11 Punkten Vorsprung vor Kessel Racing. In der Am-Wertung hält man mit dem ferrari von Pierre Ehret und Rino Mastronardi ebenfalls noch Titelchancen, befindet sich aber mit 20 Punkten Rückstand auf das Kessel Racing Trios in der Rolle des Jägers.