Belcar - 24 Stunden von Zolder

Zum 24hzolderstarttraditionellen Termin Mitte August versammelten sich am Wochenende 43 Fahrzeuge am Circuit Zolder um die 34. Ausgabe der 24 Stunden von Zolder in Angriff zu nehmen. Dieser Langstreckenklassiker zählt zur Belcar Endurance Championship 2017. Es ist der vierte von fünf Meisterschaftsläufen in diesem Jahr weshalb diesem Rennen große Bedeutung im Titelkampf anhaftet. Am Donnerstag fand das Qualifying und die Super Pole statt. Bereits im ersten Qualifying Segment wurde es richtig spannend als die drei Norma, der Leipert Motorsport Lamborghini und der T2 Racing Ligier JS53 innerhalb von einer Zehntel Sekunde in der Ergebnisliste auftauchten. In der Kombination der drei Qualifying Segmente sicherte sich der Lamborghini den ersten Platz mit 11 tausendstel Sekunden Vorsprung vor dem Deldiche Racing Norma. Dahinter folgten der Mc Donalds Racing Norma vor dem DVB Norma und dem Ligier. Die Porsche Fraktion folgte auf den Plätzen 6-9 mit Mext Racing, den beiden Belgium Racing und dem No Speed Limit Porsche. Der Domex RXC schaffte als zehnter den Sprung in die Super Pole in welcher der elft platzierte Wolf GB08 und alle weiteren nicht mehr antreten durften.

24hzolderbelgiumracingUnter Flutlicht und eingeschalteten Scheinwerfern fand am späten Donnerstag Abend noch die Super Pole statt welche die endgültige Entscheidung für die Startaufstellung bringen sollte. Im wenig spektakulären Einzelzeitfahren sicherte sich Frederic Vervisch im Mc Donalds Racing Norma die Pole Position vor Sam Dejonghe im Deldiche Racing Norma und Jeffrey van Hooydonk im DVB Norma. Niels Lagrange steuerte den Lamborghini auf die vierte Position gefolgt von Pieder Decurtins im Ligier, Dries Vanthoor im Mext Racing Porsche, Frederic Bouvy im No Speed Limit Porsche und den beiden Belgium Racing Porsche von Jaap van Lagen und Dylan Derdaele. Patrick Engelen wurde im Domex RXC zehnter.

Die große Frage die sich vor dem Start stellte war ob in diesem Jahr Belgium Racing zu schlagen war. Vier Mal in Folge konnte der Porsche zuletzt gewinnen. Kenneth Heyer und Dylan Derdaele drehten jedes Mal am Lenkrad und waren selbstverständlich auch dieses Mal wieder mit von der Partie. Kenneth zeigte sich im Gespräch vor dem Rennen optimistisch. Da er sowohl auf dem Porsche mit der Startnummer 98 als auch auf dem mit der 99 gemeldet ist hat er gleich zwei Chancen. Das die CN Prototypen selten die lange Distanz ohne Probleme überstehen hat die Vergangenheit gezeigt. Aber die GT / Cup Klasse war dieses Jahr stark besetzt. Insbesondere den PK Carsport Porsche von Anthony Kumpen und Bert Longin zählte Heyer zu den Hauptkonkurrenten.

Bei 24hzoldernorma1kühlen aber trockenen Bedingungen rollte das Feld in die Startaufstellung. Vor einer guten Zuschauerkulisse sprang um 16 Uhr die Startampel auf grün und gab die Hatz frei. Beim Start übernahm Frederic Vervisch im Mc Donalds Racing Norma die Führung. Dahinter behauptete Sam Dejonghe im Deldiche Racing Norma den zweiten Platz vor Niels Lagrange im Lamborghini. Nach drei Runden drehte sich der VGL Racing Saker ins Kiesbett und fiel bis auf den letzten Platz zurück. Nach 30 Minuten verschwand der Radical von Oracle Cars an der Box. Zuvor konnte man schwarze Rauchwolken am Heck des Fahrzeuges ausmachen. Da aufsteigender schwarzer Rauch weder bei der Wahl eines Papstes noch bei einem Rennwagen ein gutes Zeichen ist musste man von akuten Motorenproblemen am Radical ausgehen. Nach 3,5 Stunden Reparaturpause setzte man die Fahrt fort, spielte aber logischer Weise keine Rolle mehr.

Nach der ersten Rennstunde und vor dem ersten Durchgang der regulären Boxenstopps ergab sich folgende Reihenfolge: Der Mc Donalds Racing Norma führte nach 37 Runden mit 18 Sekunden vor dem Deldiche Racing Norma. Dahinter folgten mit knappen Abständen der DVB Norma und der Leipert Lamborghini. Nach einer Lücke von ca. 30 Sekunden folgte der No Speed Limit Porsche vor dem #98 Belgium Racing Porsche, dem Ligier, dem #99 Belgium Porsche und dem Mext Racing Porsche. Der VR Qvick Racing BMW rundete die Top 10 ab.

24hzolderbmwfireNach 75 Minuten begann die erste Runde der Boxenstopps. Als es 30 Minuten später einen kräftigen Regenschauer gab war die Taktik vieler Teams über den Haufen geworfen. Alle mussten erneut in die Box um sich Regenreifen zu holen. Das Timing bei den Boxenstopps kann bei diesem Rennen von entscheidender Bedeutung sein. In Zolder muss aus Sicherheitsgründen außerhalb der Boxengasse getankt werden. Hierfür stehen 8 Tanksäulen zur Verfügung welche alle mit regulären Zapfpistolen ausgestattet sind. Dementsprechend lange dauert der Tankvorgang. Auf regennasser Strecke drehte sich der Comparex Racing BMW ins Kiesbett was die erst Safty Car Phase des Rennens auslöste. Der Mc Donalds Racing Norma löste dieses durcheinander am besten und führte nach zwei Rennstunden mit einer Runde Vorsprung vor dem Deldiche Norma. Eine weitere Runde dahinter lag Jaap van Lagen im #98 Belgium Porsche vor Dries Vanthoor im Mext Racing Porsche und Jeffrey Van Hooydonk im DVB Norma. An sechster Stelle Yannick Hoogaers im Lamborghini vor Bert Longin im PK Carsport Porsche. Dahinter folgen der Ligier und der Wolf GB08.

Als die Nacht über Zolder hinein brach hatte sich die Situation an der Spitze kaum verändert. Es führten immer noch die drei Norma. Auf die Verlustliste musste man leider den No Speed Limit Porsche, den Ford Mustang V8 und beide Hofor BMW M3 schreiben. Auch der Belgium Racing Porsche mit der Nr. 99 hatte nach einem Unfall im Regen 20 Runden Rückstand auf die Spitze. Um Mitternacht nach 8 gefahrenen Stunden und 269 absolvierten Runden führte der DVB Norma vor den beiden Markenkollegen von Deldiche und Mc Donalds. Der Leipert Motorsport Lamborghini hatte als vierter bereits 6 Runden Rückstand. Es folgen der Mext Porsche, der T2 Racing Ligier, der PK Carsport Porsche, der #98 Belgium Porsche und der Wolf GB08.

24hzoldernightpitErwartungsgemäß forderte die Nacht weitere Opfer. Unter anderem verunfallte der Leipert Motorsport Lamborghini zur Rennmitte in der Fahrerlager Schikane. Pieter Vanneste rutschte auf einer Ölspur aus und schlug mit 200 Km/h in die Reifenstapel ein. Der Fahrer wurde zum Check Up ins Krankenhaus gebracht. Auch der Domex und der Tischner BMW fehlten als am Sonntag Morgen die Sonne über Zolder aufging. Kurze Zeit später war das Rennen für den PK Carsport Porsche beendet. Das Differenzial hatte den Geist aufgegeben. Auch der Deldiche Norma kam nicht ohne Schwierigkeiten durch die Nacht. Ein Problem mit der Kraftstoff Einspritzanlage kostete 25 Runden.

Nach 18 gefahrenen Stunden ergab sich folgender Stand: Der DVB Norma führte mit 4 Runden Vorsprung vor dem Mc Donalds Norma. Auf Platz drei folgte der T2 Racing Ligier allerdings schon mit 17 Runden Rückstand. Eine weitere Runde dahinter lag der Mext Porsche als führender in der GT Klasse knapp gefolgt vom #98 Belgium Porsche. 6 weitere Runden dahinter versuchte der Deldiche Norma noch mal anzugreifen. Die entscheidende Frage für die letzten 6 Stunden lautete – halten die beiden Norma an der Spitze. Dann wäre ihnen der Sieg nicht mehr zu nehmen.

Zwei Stunden vor Rennende hatte der DVB Norma seine Führung auf den Mc Donalds Norma auf 5 Runden ausgebaut. Der #98 Belgium Porsche lag mit 18 Runden Rückstand auf Platz drei. Dieser war aber noch lange nicht sicher denn der Deldiche Norma lag nur eine Runde hinter dem Porsche und holte deutlich auf. 24hzolderporschecrash7 Sekunden hinter dem Norma lag der Ligier auf der fünften Position. Es folgten der Mext Porsche, der zweite Belgium Porsche und der Wolf GB08.

Als nach 24 Stunden und 820 Runden die Zielflagge geschwenkt wurde gab es einen Premieren Sieg bei diesem Rennen. Erstmals konnte ein CN Prototyp die 24 Stunden von Zolder gewinnen. Somit war es auch der erste Sieg für einen Sportwagen. Bisher gab es nur GT´s und Tourenwagen als Sieger. Rekordgewinner der 24 Stunden von Zolder ist Porsche mit 17 Erfolgen.

Auch die Schlussphase dieses Rennens verlief nicht ohne Dramen. Zunächst kostete eine Kollision und eine Boxendurchfahrtsstrafe dem Ligier einen möglichen Podestplatz. Dann fing der Oracle Cars Radical Feuer und beendete endgültig das Rennen der trotz aller Probleme weiterkämpfenden Mannschaft. Eine Stunde vor Schluss kam der #98 Belgium Racing Porsche auf Platz 4 liegend unplanmäßig mit Lenkungsproblemen an die Box. Sie verloren bei der Reparatur 20 Runden was natürlich den Klassensieg in der GT Division kostete.

24hzolderwinnerDer #2 DVB Racing Norma von Hans und Frank Thiers, Jeffrey van Hooydonk, Gilles Magnus und Christoff Corten gewann erstmals die 24h von Zolder mit 3 Runden Vorsprung vor dem Mc Donalds Racing Norma von David Houthoofd, Francois Bouillon, Frederic Vervisch und Kris Cools sowie dem Deldiche Racing Norma von Luc de Cock, Tim Joosen, Thomas Piessens und Sam Dejonghe. Auf dem vierten Platz beendete der T2 Racing Ligier das Rennen vor dem Mext Racing Porsche, der damit den Klassensieg in der Belcar 1 Division (GT und Cup Klasse) einfuhr. Auf dem sechsten Platz kam der Belgium Driver Academy Wolf GB08 ins Ziel gefolgt vom Belgium Racing Porsche mit der Startnummer 99. P8 sicherte sich der EMG Motorsport Porsche vor dem zweiten Belgium Racing Porsche. Mit dem zehnten Gesamtplatz gewann der PG Motorsport Porsche Cayman GT4 die Belcar 3 Division. 32 der 43 gestarteten Fahrzeuge kamen ins Ziel.

Das Saisonfinale der Belcar Endurance Championship findet am 14/15 Oktober in Zolder im Rahmen der Wheelen Euro Nascar statt.