Japanische GT500 werden zu DTM-Autos

neuegt500.jpgIm Vorfeld der 1000km von Suzuka haben Lexus, Honda und Nissan ihre nächstjährigen Fahrzeuge für die GT500-Klasse vorgestellt. Statt auf einem eigenen Reglement basieren die neuen Autos auf dem DTM-Reglement. Die Organisatoren der Super-GT hatten anfangs des Jahres eine entsprechende Vereinbarung mit der ITR unterzeichnet, welche die Verwendung der Einheitschassis-Komponenten des deutschen Serie für die Top-Klasse der japanischen Serie, die ebenfalls auf eine starke Werksunterstüzung baut, für mindestens 4 Jahre vorsieht. Bei den Triebwerken bauen die Japaner auf 2l-Turbo-Motoren mit Hybridtechnik und sind damit dem DTM-Motorenreglement, das dieses Motorenformat erst für 2016 plant, um 2 Jahre voraus.

Bei 2 Herstellern gibt es anlässlich des Reglementschnitts einen Modellwechsel. Lexus setzt mit dem LF-CC - anstelle des bisher eingesetzten SC430 - eine Designstudie ohne konkreten Serienbezug ein. Honda wechselt von der bisher eingesetzten Designstudie HSV-010 zum NSX Concept, der 2. Modellgeneration des 2015 erscheinenden NSX, der zudem einen Mittelmotor anstelle eines Frontmotors besitzt. Lediglich Nissan wahrt mit der DTM-Version des GT-R einen Hauch von Serienbezug zu einem aktuellen Modell.

Auch wenn der Wechsel auf das bei Sportwagen-Puristen verpönte DTM-Reglement Diskussionspotential beinhaltet: Mit diesem Schritt öffnet sich die japanische Herstellerszene in ihrer Top-Klasse der internationalen Verwertung ihrer Autos. Die aufwendig präparierten GT500 haben aufgrund ihres auf die japanische Szene zugeschnittenen Reglements nie die weltweite Verbreitung geschafft, die für die Amortisierung ihrer Entwicklungskosten nötig gewesen wäre. Mit der Einführung der kostengünstigeren DTM-Chassis ist nun auch ein Einsatz der Autos in den Händen von Kundenteams in Europa und evtl. Amerika prinzipiell möglich, auch wenn dafür noch Grundzüge einer BoP der unterschiedlichen Motorenformeln zu klären wären. Die kleinere Super GT-Klasse der GT300 wird hingegen immer mehr zur GT3-Klasse, die damit schon eine immense Markenvielfalt aufweist, und die exotischen, aber aufwendigen japanischen Eigenkonstruktionen immer mehr verdrängt.