Die LMP2 bei den 24h von Le Mans : ein Dreikampf?

Essex-Spyder12 Autos, vier Lola, je zwei Porsche RS-Spyder und Zytek und je ein Lucchini, Radical, Embassy und Pescarolo bilden in diesem Jahr die LMP2-Klasse. Damit behält diese Kategorie nach 11 Wagen im Vorjahr, 12 in 2006 und 13 in 2005 ihre Grösse bei. Hier ist man versucht, einen Dreikampf um die Podiumsplätze zwischen Porsche, Lola und Zytek zu prognostizieren.

Porsches Top-Fahrzeug stellt sich erstmals in den Händen von zwei Kundenteams dem Wettbewerb an der Sarthe. Das die wendigen LMP2-Spyder derzeit die Referenz-Konstruktion der Klasse sind, ist nicht erst seit dem Sieg in Sebring bekannt. Der Durchmarsch in der ALMS im vergangenen Jahr ist nur ein Indiz. Die beiden Teams von van Merksteijn Motorsport und Team Essex sind darauf aus, für Porsche zu beweisen, dass der Spyder auch ein 24h-Rennen erfolgreich durchstehen kann. Essex hat sich für Le Mans mit Sascha Maassen verstärkt, Van Merksteijn mit Jeroen Beekemolen. Dafür haben die Niederländer sich Michelin als Reifenlieferant gesichert, während Essex auf Dunlops vertraut. Aber die Reifen waren in den letzten Jahren selten der entscheidende Faktor in dieser Klasse an der Sarthe. Trotz der Top-Resultate aus ALMS und LMS ist Le Mans jedoch eine Strecke mit Eigenarten. Ob die Porsche LMP2 die Distanz auf den Bodenwellen der Lolafranzösischen Landstrassen problemfrei überstehen, muss erst noch bewiesen werden.  

Lola hat mehrere Eisen im Feuer. Zum einen ist da der neue B08/80 des Speedy-Sebah-Teams, der zumindest vom Tempo her mit den Porsches mithalten kann. Dann kommen die beiden erfahrenen Teams von Ray Mallock Ltd. (zweifacher Klassensieger 2005 und 2006) und ASM-Quifel, die über die Konstanz die Klasse gewinnen wollen. Newcomer im Lola-Lager ist das deutsche Kruse-Schiller-Motorsport Team, die ihr drittes Le Mans-Rennen nun mit einer englischen Konstruktion unternehmen und dabei auch den AER-Mazda-Motor an der Sarthe debütieren lassen. Hier steht zunächst einmal das Finish im Vordergrund.

Nachdem Zytek im letzten Jahr zwei der drei Steherteams im letzten Renndrittel stellte (der Epsilon Barazi-Zytek fiel leider durch einen Unfall Karim Ojjehs aus), drängt man in diesem Jahr auf ein weiteres erfolgreiches Finish. tradingperfzytekmonzaJuan Barazi hat sich nun den sonst auf einem Radical engagierten Stuart Mosley zu sich und Michael Vergers ins Team geholt. Auf Ojjehs Trading Performance-Zytek (Foto rechts), auf dem der in der Schweiz lebende Sohn eines Saudis und einer Deutschen die Schmach aus dem vergangenen Jahr vergessen machen will, starten Adam Sharpe und Claude Yves Gosslin. Für das neu gegründete Team von Ojjeh ist dies der Saisonhöhepunkt.

Zuletzt ein Blick auf die Einzelkonstruktionen: Saulnier Racing ist sowohl in der Königsklasse als auch in der LMP2 mit je einem Wagen engagiert. Die französische Besatzung ist in der Lemans Serie bislang eher unauffällig geblieben. Erfolgreicher war da schon der Embassy-WF01 der zuletzt in der Lemans Serie eine aufsteigende Leistungskurve zeigte. Das kann man leider vom Racing Box-Lucchini nicht behaupten. Nach einer „Notoperation“ der vorderen Radaufhängung, um im Rennen nicht all zu früh auszufallen, steht für das Team fest, dass Le Mans der wohl letzte Einsatz für das als anfällig verschrieene Chassis ist. Auch der Bruichladdich-Radical zeigt wieder Präsenz an der Sarthe, wobei dieses Mal statt der beiden Deutschen Jens Petersen und Jan-Dirk Lüders Ben Devlin und Yukata Yamagishi (letztes Jahr noch auf dem T2M-Dome unterwegs) ins Steuer greifen. Für die vier angesprochenen Teams ist lediglich ein Finish das Grundziel, wobei in den letzten Jahren ein Ankommen fast schon einen Podiumsplatz garantierte - mehr dazu aber später.

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