"Lex Alpine" für 2022

Der FIA-Motorsport-Weltrat hat die Zulassung von alten LMP1-Wagen in der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft für ein weiteres Jahr verlängert. Als „Grandfathered“ LMP1 eingestufte Chassis dürfen somit noch bis einschliesslich in der Saison 2022 eingesetzt werden. Offiziell waren diese Autos bislang nur für die laufende Saison 2021 neben den neuen LMH-Hypercars in der Top-Klasse der Langstrecken-WM zugelassen worden. Die Verlängerung der Zulassung erfolgt dabei offiziell aus Kosteneinsparungsgründen.

Inoffiziell fehlen der FIA Langstrecken Weltmeisterschaft immer noch genügend durchgehend engagierte Top-Teams. Lediglich Toyota und der Kleinhersteller Glickenhaus hatten in diesem Jahr Autos für das neue Reglement aufgebaut, wobei lediglich die Japaner ein Vollengagement in der WM bestreiten und die beiden amerikanischen Hypercars von Glickenhaus zu den Finalrunden gar nicht mehr am Start stehen.

Die Reglementsänderung betrifft somit lediglich ein einziges Team: Alpine, die mit ihrem von Signatech eingesetzten ex Rebellion-R13 LMP1 auf Basis eines Oreca-Chassis mit einem leistungsreduzierten alten LMP1 an den Start gehen und somit als einzige „Alibi-Konkurrenten“ von Toyota am Start stehen.

Neben den Oreca-Rebellion-Chassis wären theoretisch auch vorangegangene Wagen von BR Engineering, By Kolles und Ginetta unter dieser Regel noch für ein Engagement in der WM zugelassen – mithin bis zu 9 weitere Autos! Da allerdings solch kostenintensive LMP1 Programme immer nur als Dreijahres-Programm ökonomisch Sinn machen und schon im letzten Jahr ACO und FIA nur eine Ein-Jahres-Zulassung in Aussicht stellten ist nicht davon auszugehen das sich über den Winter noch eine Privatmannschaft oder ein Werk findet das sich bereit erklärt eine nicht unerhebliche Summe Geld für einen Gebrauchtwagen mit recht übersichtlichen Erfolgschancen in der WM als Hinterherfahrer zu verpulvern.

Die Verlängerung der Zulassung ist auch unter dem Aspekt zu betrachten, das Alpine erst vor einer Woche ein LMDh-Programm für 2024 angekündigt hat und somit von der FIA für sein durchgehendes Engagement belohnt wird.

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