GT-Masters geht in Spielberg in die 2. Saisonhälfte
Das ADAC GT-Masters startet heute auf dem Red Bull Ring in die zweite Saisonhälfte. Vor dem traumhaften Alpenpanorama treten laut Nennliste 43 GT3 auf der schnellsten Strecke im Kalender der Serie an. Beim einzigen Auftritt in Österreich freuen sich auch 10 schnelle Österreicher darauf, vor heimischem Publikum um Punkte und Pokale zu kämpfen. Sie stellen bei ihrem Heimspiel nach Piloten aus Deutschland die zweitgrößte Nation in der deutschen GT3-Serie.
Spielberg liefert den Ingenieuren knifflige Aufgaben - erst steil in die Höhe, dann wie eine Achterbahn ins Tal schlängelnd: Die zwei Links- und fünf Rechtskurven weisen dabei jeweils unterschiedliche Charakteristiken auf. Neben klassischer Stop-and-Go-Abschnitten wie der ersten und zweiten Kurve nach Start/Ziel, die nach langen Beschleunigungsabschnitten brachiales Abbremsen vor engen Kehren erfordern, stehen auch flüssige und mittelschnell durchfahrene Passagen auf dem Programm. Entsprechend anspruchsvoll ist es, in der Abstimmung den perfekten Kompromiss für beide Extreme zu finden.
Als Tabellenführer starten Titelverteidiger Dino Lunardi und Maxime Martin im BMW Alpina B6. Beim vorherigen Rennen auf dem Nürburgring eroberte das Duo mit dem zweiten Saisonsieg die Tabellenführung zurück. Maxime Martin erwartet aber alles andere als einen Spaziergang. "Ich würde mir wünschen, dass es regnet, dann rechnen wir uns gute Chancen aus", so Martin. "Der Red Bull Ring beansprucht die Bremse sehr stark, und beim Testen dort haben wir bereits festgestellt, dass wir uns die Bremse sehr gut einteilen müssen."
Die engsten Verfolger des giftgrünen ALPINA B6 GT3 sind Diego Alessi / Daniel Keilwitz in ihrer Callaway Competition-Corvette und Sebastian Asch / Maximilian Götz im MS Racing-Mercedes SLS AMG GT3. Mit auf der Rechnung haben muss man in den beiden Läufen auch den Viertplatzierten in der Fahrerwertung, Christian Engelhart, der im Porsche 911 gemeinsam mit Nick Tandy startet. Bei seinem Debütrennen im ADAC GT-Masters fuhr Engelhart im Vorjahr auf dem Red Bull Ring auf Anhieb zum Sieg.
Auf prominente Verstärkung kann Lokalmatador Gottfried Grasser aus Knittelfeld bei seinem Heimspiel zählen. Grasser teilt sich seinen Lamborghini Gallardo mit dem ehemaligen Formel-1-Testfahrer Andrea Piccini, der am vergangenen Wochenende zum Siegertrio der 24h von Spa zählte. Erste Punkte will der Salzburger Philipp Eng einfahren, der im spektakulären neuen McLaren MP4-12C GT3 antritt. Auf einen Platz in den Punkterängen hat es auch der in Südtirol lebende Daniel Dobitsch abgesehen, der gemeinsam mit Florian Stoll in einem MS Racing-Mercedes startet. In Österreich wollen auch die Stuck-Brüder Ferdinand und Johannes im Young Driver AMR-Aston Martin V12 Vantage wieder zurück auf die Erfolgspur. Im vergangenen Jahr fuhren die Söhne von Rennsportlegende Hans-Joachim "Striezel" Stuck auf dem Red Bull Ring zu einem Sieg, nach zuletzt viel Pech hoffen die Vizemeister der Saison 2011 auf einen Podiumsplatz in Österreich.
Seinen zweiten Start in der aktuellen Saison absolviert Mario Dablander aus Ötztal-Bahnhof, der sich eine Corvette mit Remo Lips teilt. In der Amateurwertung geht das Duell zwischen Porsche-Pilot Swen Dolenc und Kristian Poulsen (36, DK / Young Driver AMR) im Aston Martin V12 Vantage in die nächste Runde. Am Nürburgring übernahm Dolenc mit einem Doppelsieg die Tabellenspitze, in Österreich will sein dänischer Kontrahent wieder vorbeiziehen. Beide müssen allerdings auf Carsten Tilke, der sich einen Audi R8 mit Ex-Champion Christian Abt teilt, und auf Corvette-Pilot Toni Seiler achtgeben. Tilke pausierte am Nürburgring und will in Österreich verlorenen Boden gutmachen, Seiler macht jagt auf den ersten Saisonsieg, um den Rückstand auf die Tabellenspitze zu reduzieren
Auf einen Start beim ADAC-GT-Masters-Lauf in Spielberg müssen Mirko Bortolotti und Abdulaziz Turki Al Faisal dagegen verzichten. Aufgrund einer nötig gewordenen OP Al Faisals in der vergangenen Woche fällt der Porsche-Cup-Champion des Nahen Ostens für die Rennen neun und zehn aus. Damit schickt Schubert Motorsport nur den BMW Z4 GT3 mit der Startnummer 20 ins Rennen.
Mühlner Motorsport wird auf dem Red Bull Ring einen Gastauftritt geben. Die Belgier starten probeweise mit dem neuen Chevrolet Camaro. Für den Einsatz mit dem US-Muscle-Car hat Bernhard Mühlner zwei prominente Fahrer engagiert: Oliver Gavin tritt zusammen mit Tourenwagenlegende Roland Asch an. "Sareni United, die Entwickler der Rennversion des Chevrolet Camaro, haben uns gefragt, ob wir Interesse haben, den Camaro auszuprobieren", erläutert Bernhard Mühlner die Hintergründe des Gaststarts. "In unserem Hauptbetätigungsfeld in dieser Saison, der FIA-GT1-Weltmeisterschaft, gab es einige Änderungen und Terminverschiebungen, daher hatten wir kurzfristig Kapazitäten für einen Gaststart im ADAC GT Masters frei. Grundsätzlich ist unser Gaststart auf dem Red Bull Ring ein Testeinsatz und wir sind sehr gespannt auf den Camaro."
Mühlner Motorsport zählt zu den erfolgreichsten Teams im ADAC GT Masters. Zwischen 2008 und 2011 fuhr das in Belgien beheimatete Team fünf Siege ein und gewann 2008 den Fahrertitel mit Tim Bergmeister.
Alle 16 Rennen des ADAC GT-Masters werden vom frei empfangbaren TV-Sender Kabel 1 samstags und sonntags um 12.15 Uhr live in Deutschland, Österreich und in der Schweiz übertragen. Von allen Trainingssessions und Rennen steht in der Ergänzung zur TV-Liveübertragung auf der Website www.adac-gt-masters.de ein Live-Timing zur Verfügung.