ADAC-GT wechselt den Reifenlieferanten

kurztomczyk.jpgDas ADAC GT-Masters startet mit Yokohama als neuem Reifenpartner in die Saison 2012. Der japanische Hersteller von Hochleistungsreifen rüstet die GT3-Teams des ADAC GT-Masters ab dem kommenden Jahr exklusiv mit Rennreifen vom Typ Advan A005 aus. Der ADAC und Yokohama haben eine dreijährige Partnerschaft vereinbart. Seit 2007 war Michelin für fünf Jahre exklusiver Partner der ranghöchsten deutschen GT-Meisterschaft.

ADAC Sportpräsident Hermann Tomczyk (auf dem Bild rechts) feiert den neuen Reifenpartner als Schritt nach vorne: „Gemeinsam mit unserem neuen Partner Yokohama werden wir die Attraktivität der Serie noch weiter steigern. Durch die dreijährige Partnerschaft geben wir auch unseren Teilnehmern bei dem sehr entscheidenden Faktor Reifen die notwendige Planungssicherheit.“

"Wir freuen uns sehr, dass wir ab 2012 als exklusiver Reifenpartner der Serie Teil dieses erfolgreichen Konzeptes sein werden und wir die Serie aktiv unterstützen können“, äusserte Rolf Kurz, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb bei Yokohama. „Das ADAC GT Masters wird zukünftig ein wichtiger Bestandteil unserer internationalen Motorsportaktivitäten und ein zentraler Punkt unserer nationalen Kommunikationsstrategie sein."

Auch wenn ADAC und Yokohama sich nun gegenseitig in den höchsten Tönen loben: Die neue Partnerschaft ist für die Bedeutung und das technische Reglement des GT-Masters nicht ganz unproblematisch: Bislang wurde die Balance of Performance der GT3 von der SRO und der FIA mit dem bisherigen Reifenpartner Michelin ausgefahren. Sollte Michelin weiter in der FIA-GT3 Europa-Meisterschaft und der FIA-GT Weltmeisterschaft als Erstausrüster fungieren, wovon auszugehen ist, dann hätten die BoP-Ergebnisse der FIA nur noch begrenzte Gültigkeit für das GT-Masters. Da die Pneus von Yokohama mutmasslich fahrzeugspezifisch auf einige Modelle besser passen werden, wie auf andere, müsste sich der ADAC ein eigenes BoP-System aufbauen  - was auf Dauer dazu führen würde, dass die Autos nicht mehr die reine GT3-Spezifikation besitzen würden. Ähnliche Erfahrungen mussten bereits die Britische GT-Meisterschaft mit Avon und die GT Brasil mit Pirelli als Reifenpartner machen. Dunlop wurde im vergangenen Jahr in der EM lediglich für einige Modelle (BMW) als bevorzugter Reifenpartner zugelassen und exklusiv in der BoP festgeschrieben. Auch wurden die Black Box-Ergebnisse der GT-Mastersläufe bislang als Referenzdaten für die BoP-Justagen der FIA herangezogen. Mit dem neuen Reifenpartner ist diese Funktion der fahrerisch stärksten nationalen GT3-Meisterschaft ebenfalls hinfällig. Es bleibt zu hoffen, dass die ADAC-Verantwortlichen bei ihrer Entscheidung die Bedeutung dieser Konsequenzen bedacht haben.

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